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Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf: Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium - Kapitel 20
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authorNikolaus Ludwig von Zinzendorf
titleBekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium
publisherAussaat Verlag GmbH.
editorErich Beyreuther
year1963
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Er steht uns bei

Wenn du erkennest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir saget: gib mir zu trinken, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser.
Johannes 4, 10

 

2. Dezember 1754

Es wird vorausgesetzt, daß man was brauchen muß, wenn man bitten soll. Es ist nicht genug, daß man den Mann kennt, der einem helfen kann, sondern man muß seiner Hilfe bedürfen. Die Ursache, daß die Frau nicht bat, war: sie kannte den Mann nicht. Daß aber so viele Menschen heutzutage auch nichts kriegen, weil sie nicht bitten, kommt daher, weil sie wohl vorgeben, den Mann und seine Kraft, Vermögen und Reichtum zu kennen, aber sie denken, seiner nicht so nötig zu haben. Nun ist kein Zweifel, daß nicht nur inwendige, geistliche Sachen (die es eigentlich sind, darum wir bitten), sondern auch die Dinge, die zum äußerlichen Leben und Beruf gehören, einfältig und kindlich können begehret und gekriegt werden. Wer nun damit umzugehen weiß und erst mit seinem Herzensfreunde über die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Dinge eins worden, fürs Kriegen hat's keine Not. Aber freilich ist unsre Hauptsache: Gib dich mir und nimm mich dafür hin, nebst allen Sachen, die ich dächte zu bedürfen, die mir zum Vergnügen und Nutzen gereichen könnten, mache damit, was du willst, gib sie mir nicht, gib mir nur dich selbst.

Das ist ein Grundsatz, bei dem ein Bürger und solcher Pilger, der sich um nichts bekümmert, als daß eine Menge Seelen selig werde, gut zurechte kommt. Wenn der Heiland seine Jünger noch so leer ausschickt, »sie haben all's auf Erden, was sie erfreuet schon«. Es ist wahr, was er selbst sagt: Ich will dich nicht verlassen, nein, nein, ich will dich nicht versäumen.

Wenn er dann treulich, herzlich, zuverlässig bei uns gestanden hat, so heißt's noch: am Ende kommt das Beste, nachdem man sich lange genug in seinen Wegen vergnüget und lauter Segen gefunden hat. Wir gehen also auf lauter Seligkeit zu. Darin sind wir von anderen Menschen unterschieden, die, wenn sie gute Tage haben, denken, wenn's immer so wäre! Ach, wer ihn einmal kennt, des Wohlstand nimmt kein End'!

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