Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Octave Mirbeau >

Bauernmoral

Octave Mirbeau: Bauernmoral - Kapitel 8
Quellenangabe
typenarrative
authorOctave Mirbeau
titleBauernmoral
publisherWiener Verlag
printrun2. Auflage
year1902
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071208
projectidec3080ac
Schließen

Navigation:

Der alte Dugué

»Zuerst hat er's im Bauch gehabt; es ist keine acht Tage her. Gewiß; sehen Sie, das war vergangene Woche, Donnerstag, da bekam er eine Kolik, eine Kolik, das drehte ihm nur so die Gedärme zusammen. Und jeden Moment mußte er hinauslaufen. Er aß fast gar nichts, eine kleine Birne des Morgens, ein Stückchen Käse am Abend. Dann hat er sich niedergelegt und hat ein Fieber bekommen, Herr Jesus, was für ein Fieber! Er glühte nur so.«

Der Arzt griff mit ernster Miene dem Kranken an den Puls.

»Hat er sich nicht über Kopfschmerzen beklagt?« fragte er.

»O, du mein Gott, und ob er sich darüber beklagt! Stark auch noch!«

»Er deliriert nicht?«

»Wie meinen?«

»Er hat kein Delirium gehabt?«

»Ich glaube nicht. Er hat wenigstens nichts davon gesagt. Wollen Sie vielleicht sein Wasser sehen?«

Ohne zu antworten, hob der Arzt die Bettdecke empor und drückte mehreremale stark mit der Hand auf den Bauch des alten Dugué, welcher mit offenem Mund auf dem Rücken dalag, ohne sich zu rühren und nur von Zeit zu Zeit einen erstickten Seufzer hören ließ. Der Arzt schüttelte den Kopf und schrieb dann ein Rezept.

»Geben Sie ihm von dieser Medizin jede halbe Stunde einen Eßlöffel voll,« trug er der Mutter Dugué auf, die ihn bis zur Tür begleitete. Während er sein Pferd losband und den Strick sorgfältig zusammenrollte, fragte sie:

»Nun, was glauben Sie?«

»Ich fürchte, er wird die Nacht nicht überleben,« antwortete er.

»Diese Nacht noch? So, schau, schau! Ist das möglich?«

»Na, also auf Wiedersehen!« sagte der Arzt und stieg in seinen Wagen.

»Die Wege sind verflucht schlecht da bei Euch.« Und der Wagen tanzte auf der holperigen Landstraße dahin.

Mutter Dugué, die allein geblieben war, kratzte sich mit einer Hand die Nase, mit der anderen hob sie den Zipfel ihrer Schürze an die Hüfte. Sie dachte einen Moment nach. Dann faßte sie einen Entschluß und ging durch den kleinen Obstgarten, der an das Haus anstieß. An seinem äußersten Ende hinter der Hecke war zwischen den Apfelbäumen eine strohgedeckte Baracke zu sehen. Die Bäuerin rief:

»Garnier! He, Frau Garnier, he!«

Nach einiger Zeit hörte man ein schleppendes Klappern von Holzschuhen, und ein altes Weib zeigte sich zwischen den Zweigen der Hecke.

»Hast du mich gerufen?« schrie sie.

»Ja, dich. Ich bin ganz allein zuhause. Meine Tochter ist noch nicht aus der Stadt gekommen, mein Sohn ist im Wald Schwämme suchen. Du mußt das Papier da zum Apotheker tragen, und dann zum Pfarrer gehen, er soll sofort versehen kommen.«

»Ist es wegen Vater Dugué?«

»Gewiß, für ihn.«

»Und was sagt denn der Doctor?«

»O nichts, er sagt bloß, daß er die Nacht nicht überleben wird.«

»Heilige Jungfrau, das ist eine Geschichte! Ich glaub' halt immer, daß das die bösen Fieber sind, wie bei meinem Seligen. Und auch das Alter. Er ist nicht mehr gar so jung, der Vater Dugué.«

Zu den zwei Weibern waren inzwischen alle Gevatterinnen von Freulemont gekommen, und nun begannen sie zu tratschen und einander wunderliche Geschichten von Krankheiten und von Aerzten zu erzählen.

II.

Vater Dugué war zweiundsiebzig Jahre alt, ein Alter, das selten die normannischen Bauern erreichen, die, zerbrochen von der Plage, erschöpft von der mangelhaften Nahrung, in diesem regnerischen Klima hinleben. Ich habe ihn manchmal auf der Landstraße getroffen, wenn er seinen alten Rücken in der Sonne wärmte oder auch, wenn er am Freitag in die Stadt ging um sich rasieren zu lassen und eine Flasche Schnaps zu kaufen.

Er ging mühselig, die hohe Gestalt in einem Bogen zur Erde gebückt, und stützte sich auf einen langen Stecken aus Kirschenholz, den er sich selber vor mehr als zwanzig Jahren geschnitten hatte. Unsere Gespräche waren immer dieselben. »Schönes Wetter, Vater Dugué!« – »Ho, das kann sich leicht ändern, der Wind weht aus gar keiner guten Richtung!« Oder auch: »Ein Hundewetter, Vater Dugué!« – »Ho, das kann sich leicht aufheitern, der Wind geht hoch!« Wenn er an Tagen, wo es recht lustig herging, ein wenig aufhatte, versäumte er nie, mir mit einem boshaften Zwinkern der kleinen Augen zu sagen: »Einen großen Hasen hab' ich heut' Nacht gesehen.... Da ist er aufgesprungen im Gebüsch, ganz nahe beim Haus. Sie werden ihn sicher in Pitauts Rübenacker finden.« Mit Ausnahme dieser seltenen Ausbrüche der Vertraulichkeit blieb Vater Dugué schweigsam und nachdenklich, wie es die alten Hunde und die alten Landleute sind.

In seiner Jugend machte man ihm den Antrag, er solle, ohne einen Sou Lehrgeld zu bezahlen, die Fleischhauerei lernen, ein schönes Metier, das viel einträgt. Er wies es kurzerhand ab. »Vom Vater auf den Sohn,« sagte er, »waren wir immer Bauern. Ich will auch ein Bauer werden.« Sein Ehrgeiz wäre es gewesen, eine kleine Wirtschaft zu pachten. Aber daran war nicht zu denken; denn er konnte keinerlei Garantie leisten und besaß nicht einmal so viel Geld, um sich das nötige Werkzeug anzuschaffen. So mußte er sich begnügen, ein einfacher Feldarbeiter zu sein. Fleißig, unermüdlich, sparsam, ehrlich und nüchtern, bewältigte er seine Arbeit spielend. Mit dem schweren Flegel das Getreide auf der dröhnenden Tenne der Scheunen dreschen, die Bäume ausästen, den Misthaufen abtragen, ackern, säen, das war sein ganzes Glück; er bat Gott um nichts anderes, als daß das so andauern sollte, sein ganzes Leben lang. Besonders in der schönen Schnittzeit, wenn er, die Sichel mit Stroh umwunden und seine ganz neue Sense auf der Schulter, fortging, in die »Augustarbeit«, in die Béance hinunter, von wo er dann die Taschen voller Taler und schöner Goldstücke zurückbrachte.

Nachdem er lange überlegt, gezögert, das Für und Wider erwogen hatte, verheiratete er sich. Das tat er wahrlich nicht des Vergnügens halber. Er hatte sich bis dahin der Frauen enthalten und hätte sich ihrer wohl auch noch fernerhin enthalten können. Nein, die Dinge waren ihm eher zuwider. Aber er brauchte eine Wirtschafterin, die seine Wäsche waschen, seine Kleider flicken, seine Suppe kochen sollte. Und dann, wenn eine Frau sich gut aufführt, stark und nicht ungeschickt ist, so kann sie wohl, statt daß sie was kostet, noch eher etwas eintragen. Es kommt nur darauf an, glücklich zu wählen, und nicht auf so eine Zierpuppe, so ein schwächliches Ding zu verfallen, wie es ihrer heute unzählige gibt. Er wählte also ein großes starkes Frauenzimmer, so fest wie aus Eichenholz und geschickt; mit ihr ließ er sich auf dem Hügel von Freulemont nieder, in einem kleinen Häuschen, das er mit Gemüse- und Obstgarten für siebzig Francs jährlich mietete. Das Häuschen bestand aus zwei Wohnräumen und einem Keller. Schöne Spaliere umsäumten die Façade. Im Garten gediehen Gemüse, so viel man brauchte, und die Apfel genügten in guten Jahren für den nötigen Vorrat an Apfelwein. Was konnte er Höheres erträumen? Er hatte auch zwei Kinder, einen Knaben und ein Mädchen, die er, als sie das nötige Alter hatten, in die Schule schickte; denn er begriff sehr wohl, daß es in der gegenwärtigen Zeit unerläßlich sei, Bildung zu besitzen. Während er arbeitete, ging die Frau zu den wohlhabende Leuten ins Bedienen, wusch, nähte und rieb den Fußboden, oder sie half auch, wenn viel zu tun war, in den Schänken der Stadt als Köchin aus. Mit ihrer Kochkunst hatte sie sich eine wahre Berühmtheit erworben. Es wurde bald in der ganzen Gegend keine Hochzeit vorbereitet, ohne daß man sie beauftragt hätte, ihre besten Gerichte dafür auszuwählen und zuzubereiten. Und das war ein sehr gutes Geschäft; denn an solchen Tagen erhielt sie immer vier Franks, das gute Essen nicht gerechnet und die galanten Späße, zu denen ihr einladender Busen und die feisten, lachenden Wangen die jungen Leute verlockten.

Dugué empfand wohl etwas wie Eifersucht, wenn seine Frau sich auf den Hochzeiten unterhielt, besonders aber darum, weil er wußte, daß sie sich die in Öl gebackenen Hühner und den Kalbskopf in Sauçe gut schmecken ließ, während er seine Erdäpfelsuppe und seinen Käse essen mußte. Aber den vier Franks zuliebe schwieg er.

Mann und Weib sahen sich also fast niemals, da doch jeder von ihnen anderwärts beschäftigt war. Sie empfanden darüber keinen Schmerz und keine Sehnsucht, so natürlich schien ihnen diese Situation, so sehr waren sie überzeugt davon, daß dies im Leben nun einmal so sein müßte. Sonntag waren sie manchmal beisammen; aber sobald sie einmal den Profit der Woche überschlagen hatten, sprachen sie nichts mehr miteinander. Nicht vielleicht, daß sie miteinander böse gewesen waren; aber sie hatten sich in Wirklichkeit nichts zu sagen. Dugué benützte diese Stunden der Ruhe, um seine Spaliere zu beschneiden, den Garten umzugraben, einen Ziegel auf dem Dach, ein neues Brett an der Tür zu befestigen, oder Holz zu spalten. Frau Dugué ging in's Dorf klatschen. Außer dem Sonntag hatte sie sich auch den Donnerstag frei gemacht, um für sich, ihren Mann und die Kinder die Wäsche zu waschen. Die Kinder blieben, so wie sie aus der Schule kamen, in der Obhut einer Nachbarin.

So hätte das Leben für Dugué in schöner Einförmigkeit hinfließen können, bis in ein glückliches hohes Alter, wenn nicht eine grausame Enttäuschung, ein »großes Unglück« ihn verbittert und sein Leben vergiftet hätte.

III.

Sein Schwiegervater wohnte etwa fünfzehn Meilen von Freulemont, in einem Dorfe namens Le Jarrier. Seit seiner Verheiratung hatte ihn Dugué nicht mehr gesehen, und er kümmerte sich auch nicht um den Mann. Es ließ ihn auch gänzlich gleichgültig, als er erfuhr, daß der Alte öfters krank sei und von so schrecklichen Schlaganfällen heimgesucht werde, daß der Pfarrer schon mehrmals glaubte, ihn mit den Sterbesakramenten versehen zu müssen. Dugué sagte bei solchen Nachrichten: »Er kann ja sterben, wenn ihm das Spaß macht; ich hindere ihn nicht daran.« Er hatte auch beschlossen, daß weder er, noch seine Frau zum Leichenbegängnisse gehen würde; denn fünfzehn Meilen, das ist weit, und ein Wagen dahin kostet gar viel.

Der wahre Grund war aber, daß der Schwiegersohn die feste Überzeugung hatte, der Schwiegervater besitze nicht einen roten Heller Geld. Darum lag ihm auch so wenig daran, ob der Alte lebte oder starb.

Eines Morgens erhielt Dugué einen Brief des Notars, der ihm anzeigte, daß der Zustand seines Schwiegervaters hoffnungslos sei und ihn aufforderte, möglichst schnell zu kommen. Er war höchlich erstaunt. Wie? Hatte er sich am Ende doch in dem Punkte geirrt? Wie? Der Schwiegervater, der immer für ärmer als Hiob gegolten hatte, sollte nun auf einmal so reich sein, wie der selige Krösus? Ah, das war aber denn doch zu stark! Und doch, – es konnte kein Zweifel darüber herrschen, wenn eine so hochachtbare Persönlichkeit wie ein Notar sich herabließ, ihm zu schreiben, ihm, dem einfachen Dugué, so mußte es sich um keine Kleinigkeit handeln, und die Erbschaft war gewiß eine ganz außerordentliche. Er ließ sich den Brief nochmals und abermals vorlesen.

»Wenn nichts da wäre,« sagte er sich »also wenn nichts da wäre, würde der Notar auch nicht schreiben. Das ist doch ganz klar. Man muß also hinfahren!«

Er mietete einen Kutschierwagen und ein Pferd, denn es war dringende Eile geboten und keine Zeit zu verlieren. Auf dem Wege bestärkte er sich selber in seinen Erwartungen und zählte im Vorhinein die Taler seines Schwiegervaters.

»Es sind gewiß dreihundert Taler, oder vielleicht mehr noch« wiederholte er sich, indem er mit dem Peitschenstiel auf den Rücken des Pferdes klopfte. »Vielleicht vierhundert, sonst hätte mich doch der Notar nicht in einem Briefe aufmerksam gemacht. Vielleicht sind's fünfhundert ...«

Als er an den ersten Häusern von Le Jarrier vorbeifuhr, hätte er jeden durchgeprügelt, der ihm gesagt hätte, sein Schwiegervater hinterlasse ihm weniger als tausend Taler.

Als er vom Wagen stieg, da pochte ihm das Herz ganz laut; das Haus seines Schwiegervaters, eine elende verfallene Hütte, erschien ihm glänzender als alle Märchenpaläste. Dugué blieb einen Moment lang wie geblendet davor stehen. Ein Nußbaum, der seine gelben Blätter im Winde schüttelte, zauberte ihm das herrliche Bild einer Menge von tanzenden Goldstücken vor Augen, die in einem wundervollen Regen auf ihn herabströmten.

Er trat ein; aber auf der Schwelle wäre er beinahe zu Boden gesunken. Der Schwiegervater stand vor ihm, ganz lebendig, und schlürfte seine Suppe aus einem steinernen Topf. Überraschung und Entrüstung hielten Dugué an seine Stelle festgebannt. Er konnte nicht hinein und nicht hinaus. In seiner Erstarrung glich er dem Geizhals, dem man seinen Schatz gestohlen hat. Er stammelte: »Was? Sind Sie denn nicht tot? Sie sind nicht tot?«

»Noch nicht mein Sohn, noch gar nicht,« antwortete der Schwiegervater, ohne sich stören zu lassen, und aß seine Suppe mit einer großartigen Gemütlichkeit weiter.

»Es ist gut, adieu.« Und Dugué stieg wieder in seinen Wagen: »Hü, verfluchte Mähre! Hü, verwünschtes Aas!« und er hieb auf das Pferd ein, was er konnte, schimpfte, fluchte und wetterte.

»Ah, Verfluchtes Luder! Ah, verwünschtes Aas!«

Es war nicht zu unterscheiden, ob diese schönen Redensarten an das Pferd oder an den Schwiegervater gerichtet waren. Nach der unbändigen Wut zu schließen, in der sich Dugué befand, richteten sie sich gegen alle beide.

Das Pferd kam ganz lahm in Freulemont an und ging am nächsten Tage ein.

»Das kostet mich wiederum zehn Louisdor,« dachte Dugué.

Aber er tröstete sich damit, daß der Schwiegervater ja wohl auch bald hin sein müsse.

Dieser Zwischenfall hatte nämlich sein Vertrauen keineswegs erschüttert. Im Gegenteil, die Erbschaft wurde bei ihm jeden Tag um hundert Taler größer.

»Du bist aber dumm, Mann!« sagte Frau Dugué, »und du tust Unrecht, ja du tust Unrecht, dir solche Sachen in den Kopf zu setzen. Möglich, daß es besser ist, als ich geglaubt habe. Aber zweitausend Taler, wie du da redest .... wo sollte der alte Filz das Geld hergenommen haben?«

»Man kann nicht wissen, man kann nicht wissen,« antwortete eigensinnig Dugué.

Er hielt schon bei dreitausend Talern, als er einen zweiten Brief vom Notar bekam.

»Diesmal ist's aber richtig!« schrie der glückliche Schwiegersohn. »Na, das ist nicht schlecht, jetzt ist er endlich tot, ganz tot!«

Tatsächlich teilte der Brief mit, daß der Schwiegervater definitiv gestorben und daß kein Wiedererwachen zu befürchten sei.

Dugué mietete ein neues Pferd und einen neuen Kutschierwagen und fuhr aufs neue nach Le Jarrier. Er beeilte sich gar nicht, kehrte in allen Wirtshäusern am Wege ein und rief den Leuten, denen er begegnete, lustige Reden zu.

»Na, mein Täubchen! Oh, mein Schäfchen!« sagte er zu seinem Pferde mit zärtlicher Stimme. Dann sprach er in seinen Gedanken direkt mit seinem Schwiegervater, den er vertraulich duzte. Er fühlte eine ungeheuere Zuneigung für ihn.

»Oh, dieser Schwiegervater! Er war eigentlich gar kein so schlechter Mensch! Oh, der arme brave Mann!« In diesem Momente hätte er die Erbschaft nicht für fünftausend Taler hergegeben.

Wenn der alte Dugué diese fürchterliche Geschichte erzählte, pflegte er an dieser Stelle des Berichtes innezuhalten. Mit düsteren Augen und wutbebenden Lippen fragte er dann:

»Wissen Sie, was die Erbschaft war? Wissen Sie es? Wissen Sie's? Ah, zum Teufel! Es waren – es waren im ganzen achtundfünfzig Franks und einige Sous. Und dafür mußte ich das Begräbnis zahlen, den Notar, den Begräbnisschein und der Teufel weiß was noch alles!«

»Und was war das Ende von der Geschichte?«

»Also zwei Monate bin ich im Fieber gelegen. Dann wollte ich diesem verlogenen Notar den Prozeß machen, und schließlich und endlich habe ich die Erbschaft nicht angenommen, um dem Menschen einen Streich zu spielen. Und die ganze Geschichte hat mich mehr als dreihundert Franks gekostet! Ja, mehr als dreihundert Franks, du heiliger Gott im Himmel!«

IV.

Auch mit seinen Kindern hatte er kein Glück gehabt. Und doch, er hatte »viel Geld, viel Geld« für ihre Erziehung ausgegeben. Wie ihm das jetzt leid tat! Er hätte es doch machen sollen, wie alle die anderen, und die Kinder, statt sie in die Schule zu schicken, gleich zur harten Arbeit anhalten. Sie wären gewiß nicht daran gestorben; und besser wäre es gewesen, denn sein Sohn und sein Mädel wären dann vielleicht nicht so schlecht geraten.

Dugué hatte die Absicht, aus seinem Sohn, dem kleinen Florian, einen Landwirt zu machen; nicht einen Feldarbeiter, wie er selber war, sondern einen echten und rechten Pächter. Übrigens konnte er nicht verstehen, daß man einen anderen Beruf wählen könnte, als die Erde zu bebauen, wenn die ganze Familie, vom Vater auf den Sohn, auf dem Acker geboren war. Das war ein ehrenvolles Vermächtnis, eine vornehme Erbschaft, die zurückzuweisen Verbrechen gewesen wäre. Es waren ja genug Tagediebe für die anderen Berufe da. Sein Schmerz war auch sehr tief und seine Enttäuschung groß, als Florian den ganz entschiedenen Wunsch aussprach, als Bedienter in Stellung zu gehen, wie Herr Baptiste, der Kammerdiener vom Schloß, der mit seiner galonnierten Livré und seinen buttergelben Nankinghosen von allen bewundert wurde. Wer hatte nur seinem Sohn derartige Ideen in den Kopf gesetzt? Zuerst hielt er ihm lange Reden, versuchte, ihm auseinanderzusetzen, was das sei, »die Erde«, versprach ihm, er solle einen richtigen Wirtschaftshof bekommen, wie Herr Pitant einen hatte. Dann, als Florian unaufhörlich schrie, er wolle das werden was Herr Baptiste sei, gab er ihm schließlich eine ordentliche Tracht Schläge. Nach einem Jahr, das unter Prügeln, theoretischen Diskussionen und verstiegenen Versprechungen hinging, mußte Dugué dem inneren Beruf seines Sohnes nachgeben, der Vernunftgründen unzugänglich blieb und durch Prügel nur noch gereizter wurde. Er willigte also ein, daß sein Sohn als Groom unter der Leitung des ausgezeichneten Herrn Baptiste ins Schloß eintrat. Lakai! Sein Sohn ein Lakai! Das war das Ende einer langen Reihe von Ahnen mit schwieligen Händen und gebeugtem Rücken, die aus der Ackererde emporgewachsen waren, geachtet von den Menschen, die sie ernährt, gesegnet von Gott, dessen Schöpfungswerk sie fortgeführt hatten!

Das war eine grausame Wunde für ihn, aber sein starrsinniger Bauernstolz empörte sich, und er befahl, daß man ihm niemals von seinem Sohne spreche. Indessen, nach und nach nahm sein Ärger einen weniger dramatischen Charakter an, und seine Wut machte einer hämischen Gleichgiltigkeit Platz. Er nannte seinen Sohn spöttisch den »Marquis«, und wenn Frau Dugué einen Brief von Florian erhielt, so war das für ihn ein Thema unaufhörlicher Verhöhnungen.

Nachdem er zehn Jahre lang auf den verschiedensten Dienstplätzen herumgeworfen worden war, schien Florian endlich bei einem Bankier festen Fuß gefaßt zu haben, der sehr fette Gagen zahlte und wo es auch nebenbei hübsch was zu verdienen gab. Er hatte viel Schliff angenommen, trug die Livrée mit vornehmer Leichtigkeit und zeigte außerhalb des Dienstes die Eleganz eines Dandy. Er hielt sich sorgfältig auf dem Laufenden über die Pariser Klatschgeschichten und verkehrte nur in den allerfeinsten Domestikenkreisen. Da ihm der Name Florian zu ordinär schien für den Kammerdiener eines Bankiers, hatte er seinen Herrn gebeten, ihm den weit distinguierteren Namen Justin zu geben. Im Dienerzimmer nannte man ihn Herr Justin.

Herr Justin empfand das Bedürfniß, einige Tage in seinem Geburtsort zuzubringen, um dort mit dem Luxus seiner Anzüge, seiner Uhrketten und seiner Lackschuhe zu prunken. Er wollte sich an der Verblüffung seiner armen Landsleute weiden, an der Neugierde und an dem Respekt, den seine tadellose Haltung unfehlbar bei den bewundernden Bauern erwecken mußte. Er packte seine kostbarsten Krawatten, Gilets und Hosen in einen Koffer und reiste nach Freulemont. Der alte Dugué kam gerade, sein Werkzeug auf der Schulter, von der Arbeit, als der Wagen, der Herrn Justin vom Bahnhof brachte, vor dem Hause hielt. Justin stieg elastischen Schrittes aus und ging lächelnd auf seinen Vater zu. Aber der alte Dugué wies mit einer Handbewegung den freudigen Gruß des Heimgekehrten von sich. Mit einer Miene voll souveräner Verachtung maß er seinen Sohn von den Füßen bis zum Kopf und sagte dann kalt:

»Ich brauche hier keine Dienstboten mein Lieber, ich kann unseren Nachttopf ganz allein ausleeren.«

Er kehrte ihm den Rücken und schlug ihm die Tür vor der Nase zu.

»Ob das nicht ein Elend ist!« sagte der alte Dugué später. »Stellen Sie sich vor, er hatte spitzige Schuhe, der Marquis, spitzig wie der Schweif von unserer Sau, und einen Hut, der glänzte mehr noch als das Allerheiligste.«


Mit seiner Tochter war es wieder eine andere Geschichte. Man mußte sich wirklich schon fragen, was denn der Teufel diesen zwei mißratenen Kindern eingegeben hatte. Fanchette galt ohne Widerrede für das hübscheste Mädchen der Gegend. Sie hatte ein liebes Gesicht, rot wie ein Apfel und immer fröhlich, feste Gliedmaßen und kecke Augen. Dabei war sie frisch bei der Arbeit und unermüdlich beim Vergnügen; es gab keine Zweite, die es den jungen Burschen so aufmischen konnte. Es fehlte ihr auch nicht an Verehrern, und manche waren darunter, die ein hübsches Stück Land besaßen. Keine in Freulemont, in Boulaie-Blanche, in Patis, in Bois-Clair, in Quatre-Fétus, in Boissy-Mangis, konnte sich rühmen, so viel gierige Augen, offene Mäuler und verlangende Arme, sich huldigen zu sehen. Da war besonders der Sohn von Pitant, der Fanchette nicht von der Falte ging. Und der Sohn von Pitaut, das wäre eine famose Partie gewesen. Dugué übersah die Schwierigkeiten nicht, die sich dieser Heirat entgegensetzten, aber er rechnete auf die Geschicklichkeit seiner Tochter, sie zu überwinden. Er hoffte insgeheim, daß es ihr nötigenfalls gelingen werde, ein Kind von diesem albernen jungen Pitaut zu bekommen, und war Fanchette einmal so weit, dann stand ja alles gut, dann mußte wohl oder übel die Sache amtlich und kirchlich in Ordnung gebracht werden. Das war, alles in allem, ein ganz honetter Ideengang, da es ja doch eine Heirat und eine Ehe zwischen braven Bauersleuten galt. Gewiß, er hätte es nie zugelassen, daß Fanchette irgendeine Dummheit um ihrer selbst willen gemacht hätte. Aber da es sich hier darum handelte, eine ernste Partie zustande zu bringen, so konnte doch wohl niemand an so etwas Anstoß nehmen.

Eines Sonntags erklärte Fanchette, sie wolle sich dem François Béhu versprechen. Wenn dem alten Dugué eine Fuder Heu auf den Kopf gefallen wäre, er hätte nicht betroffener sein können.

»Ah, verfluchtes Weibsstück!« schrie er bei dieser unerwarteten Enthüllung. »Du bist ja ganz so wie der Marquis! Du schämst dich, zu uns Bauern zu gehören! Du mußt einen Stadtjungen haben! François Béhu, nein da schau her, François Béhu, ein Mensch, der nicht einmal von unserer Gegend ist. Ein Lümmel, der nicht einmal Wicken von Hanf unterscheiden kann! Ein Tunichtgut, der in der Fabrik arbeitet, der einen Schnurrbart trägt! Du wirst ihn nicht heiraten, hörst du wohl, du wirst ihn nicht heiraten!«

»Und ich sag' dir«, antwortete Fanchette, »ich sag' dir, ich werde ihn heiraten! Er gefällt mir, na also. Ich will ihn haben und ich werde ihn heiraten. Und just werde ich ihn heiraten! Und du brauchst mit mir nicht so zu schreien ... überhaupt, ich pfeif' auf dich!«

»Ah, du pfeifst auf mich, Luder, du pfeifst auf mich! Na, wart', wart'!«

Dugué hatte beide Arme zum Schlag erhoben. Fanchette stand herausfordernd ihm gegenüber, die Arme in die Hüften gestemmt, und sah ihrem Vater mit wutsprühenden Augen gerade ins Gesicht.

»Schlag' nur zu, roher Kerl,« sagte sie. »Du wirst mich doch nicht daran hindern. Und wenn Du alles wissen willst – ich bin schwanger, schwanger von ihm! Jawohl, schwanger von François Béhu!« Und mit vorgestrecktem Hals ging sie auf ihn los und schleuderte ihm diesen Namen mitten ins Gesicht.

Wie von einem Keulenschlag betäubt, von diesem Namen wie von einer hundertschwänzigen Peitsche getroffen, taumelte Dugué zurück und ließ, mit einer großen Geste vollständiger Erschöpfung, die Arme am Körper herabsinken. Ihm blieb der Verstand stehen. Seine Begriffe von Gerechtigkeit, Eigentum, Ehe waren so durcheinander gerüttelt, daß er sich nicht mehr darin zurechtfand. Und doch blieb ihm in der großen Verwirrung noch eine letzte Hoffnung. Fanchette hatte sich vielleicht geirrt. Er stammelte:

»Bist Du ganz sicher, daß es von ihm ist? Denk' nach! Bist du sicher, daß es nicht vielleicht vom jungen Pitaut ist?«

Fanchette zuckte mit den Achseln.

»Hältst du mich für so Eine? Möchtest du vielleicht, daß ich mich mit Jedem abgebe?«

Nein, gewiß, das wollte er nicht. Aber der junge Pitaut war eben nicht ein Jeder, zum Satan! Da sie sich schon einmal mit einem eingelassen hatte, warum hatte sie nicht den gewählt, einen braven, anständigen Menschen, der Religion besaß und einen prachtvollen Hof obendrein? Niemals, nein, niemals würde er so etwas zulassen. Das also war das Ende! Keiner von den schönen Träumen, die ihm der Gedanke an die Zukunft seiner Kinder vorgespiegelt hatte, sollte Wirklichkeit werden! Beide, der Sohn und die Tochter, entehrten seinen Namen. Der eine putzte die Nachttöpfe der Vornehmen aus, die andere hatte sich gar in einen schlechten Kerl verliebt, der weiß Gott woher gekommen war und in den Fabriken, mit weiß Gott was seine Zeit zubrachte. Einen netten Herrn würde er da zum Schwiegersohn bekommen! Betrunken, lasterhaft, verschwenderisch, republikanisch, das versteht sich von selbst; so sind sie ja alle, die Fabriksarbeiter. Ah, das konnte ja recht angenehm werden! Übrigens, hatte er nicht einen Schnurrbart, dieser François Béhu? Und der Schnurrbart – das sagt Alles! Wie alle anderen Bauern seiner Rasse, welche die alten Gewohnheiten hoch halten und die hergebrachten Traditionen auf das Strengste hüten, haßte Dugué die Leute, welche einen Schnurrbart trugen, ob sie nun Ackerbauer oder Gewerbetreibende waren. Der Schnurrbart war für ihn der Inbegriff der Empörung, der Faulheit, der Aufteilung der Güter, aller umstürzlerischen Gelüste, die von den großen Städten auf das flache Land herüberwehen, kurz, einer ganzen Reihe schrecklicher und neuartiger Dinge, an die er nicht denken konnte, ohne daß sich ihm die Haare auf dem harten, eckigen Schädel vor Entsetzen sträubten. Das Laster, das Verbrechen, die Revolution, alles was ihn beunruhigte, wenn er Zeit zum Nachdenken fand, erschien ihm in der symbolischen Gestalt eines furchtbar drohend aufgestellten Schnurrbartes. Und das hatte seinen guten Grund; denn seitdem er lebte, hatte er in Freulemont und anderwärts gesehen, daß alle Unbotmäßigen, alle schlechten Kerle, gefährliche Wildschützen, Diebe und Leute, die im Konkubinat lebten, daß alle diese Menschen Schnurrbarte trugen, wie François Béhu.

Schließlich aber konnte er, so wie er den Wünschen Florians hatte nachgeben müssen, auch nichts mehr dagegen einwenden, daß Fanchette den »Schnurrbärtigen« heirate. Zu seinem Troste sagte er sich, daß er ja die Prügel nicht spüren werde, die sie von ihrem Mann erhalten würde. Die Hochzeit wurde recht lustig gefeiert. Die Musik spielte, und Frau Dugué komponierte ein üppiges Mahl, bei dem sich jeder mit Apfel- und Birnenwein volltrank.

V.

Nun war der gute Mann alt geworden. Sein rotes, von Furchen zerrissenes Gesicht war von weißen Haaren beschattet; sein großer, knorriger und magerer Leib, ehedem so robust, war gebrochen und beugte sich immer mehr zur Erde, wie die abgeästeten Baumstämme an den Flußabhängen. Die Kraft verließ seine Glieder, die unter der geringsten Last zitterten, bei der geringsten Anstrengung erschöpft waren. Er sah sich gezwungen, die Arbeit gänzlich stehen zu lassen.

An dem Abend, als er zum letztenmal von der Arbeit heimkam, ging Vater Dugué, bevor er sein Arbeitsgerät für alle Zukunft zu untätiger Ruhe in den finstersten Grund des Kellers legte, in den Garten hinaus, von wo aus man über die beschnittene Dornenhecke hinweg die weite Flucht der Felder übersehen konnte. Unter dem dämmerigen Himmel schlief das Ackerland in seiner ewigen Schönheit und Kraft. Der gährende Saft arbeitete darin, wie das Blut in den Adern junger Menschen arbeitet. Und lange betrachtete er die Erde, seine heißgeliebte stolze Erde; die Erde, die unter dem Schnee des Winters nicht erfriert, unter dem Brand der Sommersonne nicht verdorrt, die ewig erzeugt und immer in neuem Glanz wiederersteht, auf der Menschen, Gedanken und Epochen vorüberziehen, ohne eine Spur ihrer Kämpfe, ihres Mißgeschickes, ihres Unterganges zurückzulassen; die Erde, wo er selbst bald seine Arme ausruhen würde, die schon zu schwach waren, um sie festzuhalten, wo sein Leib gebettet sein würde, der zu alt war, um sie zu befruchten. Die Ähren wiegten sich leise auf den schwankenden Halmen, die Haferfelder warfen dunkle Wellen, die hin und her schaukelten wie leichter Nebel über den Wiesen, der Klee, den noch ein letzter Lichtstrahl streifte, schien stellenweise blutigrot, und in den Flammen des Sonnenunterganges schüttelten die vereinzelten Apfelbäume ihre phantastischen Kronen, die aussahen wie verzerrte Hexengesichter. Ein Weib ging vorüber und trieb ihre Kuh mit einem Stecken vor sich her. Er hörte das Trippeln einer Schafherde, die zu den Hürden heimwärts zog; dann eine Stimme, die langsam, in der Ferne verklingend, sang:

»Bauer, schneid' dein Gras im Regen,
Fürs Heu ist die Sonne der rechte Segen.«

Und zum erstenmal in seinem Leben weinte der alte Dugué!

VI.

Seine Frau und er hatten einen Sou auf den anderen gelegt und so ein kleines Vermögen erspart, das ihnen vierhundert Franks Rente brachte; dazu kamen die Einkünfte der Frau Dugué, die nach wie vor in die Arbeit ging und mehr als je als Hochzeitsköchin gesucht war. Davon konnten sie sorglos und glücklich, vor Hunger und Kälte geschützt, leben, ohne irgend was erbetteln zu müssen. Vater Dugué war jedoch nichts weniger als glücklich. Vor allem wußte er nicht, wie er die Tage verbringen sollte, die ihm furchtbar lang und leer erschienen. Planlos, fast unbewußt, lief er zwischen dem Obstgarten und den Gemüsefeldern hin und her, jätete hier, schaufelte dort; aber diese Kleinarbeit, ehedem bloß seine Sonntagszerstreuung, genügte nicht, ihn die ganze Woche ausreichend zu beschäftigen. Nein, zum Privatier war er nicht gemacht und er fühlte, er würde sich niemals daran gewöhnen können. Er verlegte sich darauf, Arbeiten zu erfinden, um sich über seine Langweile hinwegzutäuschen, zimmerte eine Leiter, ersetzte die alten Holzstangen im Garten durch neue, baute einen Schuppen aus vorrätigen alten Latten, und als er mit alledem fertig war, stand er ganz verzweifelt vor der furchtbaren Frage: »Was nun?« Er kam auf die Idee, Hühner und Kaninchen zu züchten. Die Hühnerzucht würde ihm vielleicht Spaß machen; und jeden Tag Gras zu mähen für die Kaninchen, das wäre ein ganz guter Zeitvertreib. Als braver Mensch und tüchtiger Arbeiter, der in der ganzen Gegend hohe Wertschätzung genoß, hatte er den Vorzug, daß sich auch die Schloßherrschaft um ihn kümmerte. So wurde er manchmal damit beauftragt, die Alleen zu säubern, das welke Laub zu rechen, oder er stand dem Schloßfräulein, das sich als Malerin versuchte, Modell.

Indessen, wiewohl Vater Dugué nach und nach wieder eine gewisse Regelmäßigkeit in sein Tagewerk gebracht hatte – er langweilte sich. Er hatte Heimweh nach den Feldern. Bei schönem Wetter streifte er oft in den Äckern umher, um seine Kameraden bei der Mahd oder beim Garbenbinden zu besuchen. Aber von diesen Spaziergängen kam er stets mißvergnügt zurück, mit einem nur noch heftigeren Abscheu vor seinem Müßiggange, mit schmerzlichen Gedanken, die ihn noch tiefer in seine melancholische Stimmung und in das Weh um die Vergangenheit versenkten. Das brachte auch eine merkliche Verbitterung mit sich. Alles gab ihm Anlaß zu zänkischen Ausstellungen; er wurde anspruchsvoll, reizbar, sekant, boshaft. Er, der früher die häufige Abwesenheit seiner Frau so leicht ertragen hatte, war jetzt darüber aufgebracht, daß sie immer außer Haus ging, er warf ihr vor, daß sie ihn im Stiche lasse und zu den Kindern halte, um ihn einsam sterben zu lassen. Das sei doch ein Unglück für einen Mann in seinem Alter, nach einem Leben voller Plage, nun vom Morgen bis in die Nacht allein zu bleiben, wie ein armer räudiger Hund, seine Suppe selber kochen zu müssen und niemals einen guten Brocken zu bekommen, während seine Frau sich bei Hochzeiten und in Privathäusern unterhält und sichs bei fetter Nahrung wohl sein läßt! Und manchmal, wenn der alte Mann Mittags vor seinem gewohnten steinernen Topf mit Suppe saß – einer Suppe, die oft noch vom Vortag und ganz erkaltet war – da machte ihn der Gedanke wütend, daß seine Frau mit leuchtenden Augen und geröteten Backen Kuchen und saftige Fleischbrocken lustig verspeist, und er sagte sich:

»Sie kümmert sich einen Teufel um mich! Aber das kann nicht so bleiben, nein, das kann absolut nicht so bleiben!« Da dämmerte ihm der Gedanke auf, fortzuziehen, sehr weit, alles im Stiche zu lassen, und allein ein neues Leben der Arbeit zu beginnen; ja, die Möglichkeit einer Scheidung spukte momentweise in seinem Kopfe. Ach, wozu hatte er geheiratet? Was hatte er von seiner Frau gehabt, als eine Flut von Ärger und Plagen?

An den Tagen, wo die alte Dugué sich herbeiließ, zuhause zu bleiben, ging er mit dem frühesten Morgen, eine Brotrinde in der Tasche, aus dem Hause und streifte, unter dem Vorwande, dürres Holz zu suchen, bis in die späte Nacht in den Tannenwäldern umher.

Jahre und Jahre gingen hin über den drei wichtigsten Ereignissen seines Lebens, dem Tod seines Schwiegervaters, dem Abschied seines Sohnes und der Heirat seiner Tochter. Aber die schmerzliche Erinnerung daran blieb unverwischt, und er sprach nie anders davon, als mit einer stets wachsenden Bitterkeit. Der »Marquis«, der eine glänzende Carrière machte, war nur zweimal zu kurzem Besuch in Freulemont erschienen. Madame Béhu aber kam alle Sonntage mit dem »Schnurrbärtigen« zu ihrem Vater. Doch der Alte schien ihre Gegenwart kaum zu bemerken. Meistens benützte er übrigens die Zeit dieser ihm unangenehmen Visiten dazu, durch die Felder zu spazieren oder möglichst weit von der Wohnung irgend einer rätselhaften Beschäftigung nachzugehen. Er trug es Fanchette nicht nur nach, daß sie ihn in seinen Hoffnungen getäuscht hatte, indem sie François Béhu heiratete, er konnte auch die neuen Manieren einer Stadtdame nicht leiden, die sie dort angenommen hatte. Er machte eine verächtliche Geberde, wenn er sie so sah, »herausgeputzt wie einen Wurstel« ohne Haube, mit zerflatternden Haaren, einen Chignon auf dem Scheitel und wirre Locken auf der Stirne wie die Zotten eines Schäferhundes. Und sie hatte eine schnarrende, gezierte Art zu sprechen angenommen, ein angelerntes Wiegen mit dem Hintern und andere städtische Affereien, die er nicht sehen konnte. Manchmal machte Frau Dugué, ihrer Tochter zu Ehren, ein gutes Nachtmahl; sie schlachtete ein Huhn oder kochte einen Hasen in Pfeffersauce. Das empörte den Alten. Er verbot, sein Geflügel und seine Hasen anzurühren, denn die gehörten ihm, nur ihm, er plagte sich mit ihrer Pflege und er wollte auch den Genuß haben sie zu essen, ganz allein, oder sie auf den Markt zu bringen, wenn es ihm beliebte. Ah, mit ihm würde man gewiß nicht so viel Umstände machen! Hatte seine Frau auch nur ein einzigesmal im Leben daran gedacht, ihm etwas Gutes vorzusetzen? Ah, jawohl! Wenn es was Gutes gab, war es immer für sie und für die anderen, niemals für ihn! Er war es überdrüssig, von einem Haufen Fresser, Faulenzer und Lumpen ausgebeutet zu werden! Fanchette und der »Schnurrbärtige« sollten Suppe essen, wie er, und wenn ihnen das nicht schmeckte, so konnten sie ja zuhause bleiben und sich dorten gütlich tun. Er würde sie nicht daran hindern, im Gegenteil, er wäre sie ganz gerne los. Und der alte Dugué setzte sich schimpfend an eine Ecke des Tisches vor seine Suppe hin, die er demonstrativ hinunterschlürfte, und die, schlecht und kalt wie sie war, einen erhabenen Protest gegen den Hasenbraten darstellte, den die anderen schmatzend verzehrten. Dann ging er schlafen mit der Drohung, alles hinauszuschmeißen, den Tisch und die Leute, wenn man nicht still sein und ihn schlafen lassen wollte. Er sei doch noch wenigstens Herr in seinem Hause.

Seit einiger Zeit wurde in der Gegend viel über Fanchette herumgeredet. Es war nichts sehr Schönes, und in ihrer Stadt hatte sie sogar einen abscheulichen Ruf. Bald war sie im Wald in Giroux, bald wieder in einem Weizenfeld von Nachbarinnen mit Männern überrascht worden, mit denen sie nicht gerade blinde Kuh spielte. Auch bei ihr zuhause kamen die Verehrer reihenweise, einer nach dem anderen, junge Leute, verheiratete Männer, und sogar feine Herren. Es war zu Skandalen und mehreren Prügelszenen gekommen; mit einem Wort, eine ganz gehörige Schandwirtschaft. Übrigens tat sich Fanchette gar keinen Zwang an, und wenn das so weiterging, stand zu erwarten, daß sie sich bald, schlimmer als eine Hündin, in ihrer ganzen Lasterhaftigkeit auf offener Straße zeigen werde. Der alte Dugué nahm alle diese Geschichten mit einer tiefen Genugtuung zur Kenntnis. Dennoch wollte er anfangs zweifeln und meinte, das wären nur boshafte Klatschgeschichten, Racheakte von Weibern, die auf Fanchette eifersüchtig waren; doch als man ihm unwiderlegliche Beweise des schändlichen Treibens seiner Tochter gegeben hatte, da kannte seine Befriedigung keine Grenzen. Nicht das freute ihn so, daß Fanchette sich amüsierte. O, nein! Denn vor allem hielt er doch auf Moral und hatte über Frauenehre und Religion sehr strenge Ansichten; aber da das Übel einmal existierte, konnte es ihn nur freuen, daß es fast auf das Haupt des François Béhu gefallen war. Er sagte: »Das geschieht ihm schon recht, ha, ha! Warum hat er sie geheiratet!« Und bei dem Gedanken, daß der »Schnurrbärtige« jetzt unglücklich und lächerlich sei, daß er vielleicht weine und sich nicht mehr in der Straße zu zeigen wage, glitzerten die Augen des alten Bauern, und er lächelte hart, grausam und wild.

Von dem Moment an zeigte er ein etwas freundlicheres Benehmen gegen seine Tochter, die ihn an François Béhu rächte. Er ließ sich herab mit ihr zu scherzen und vergaß sich in einer Aufwallung von Erkenntlichkeit sogar soweit, daß er sie auf beide Wangen küßte, was ihm seit zehn Jahren nicht passiert war. Sonntag, wenn sie alle beisammen saßen, blieb er zwar immer noch unbeugsam, was das Geflügel und die Hasen anlangte, aber er schwätzte, wurde lebhaft und erzählte schlüpfrige, cynische Geschichten von Gehörnten. Dabei ging sein boshafter Blick unaufhörlich zwischen der immer lustigen Fanchette und dem traurigen, bekümmerten Béhu hin und her. Die Traurigkeit seines Schwiegersohnes, die er erst bemerkt hatte, seitdem er von seinem ehelichen Unglück wußte, war ihm ein Hochgenuß, der ihn für alle Enttäuschungen der Vergangenheit entschädigte. Und er war unbarmherzig in seinen Scherzreden. Für den allerbesten Spaß hielt er es, die Stirne des »Schnurrbärtigen« zu betasten und ihm zu sagen: »Was hast du denn da, mein Sohn? Mir scheint, da wächst dir etwas.« Und der unglückliche Béhu ließ sich jedesmal mit diesem Witz seines Schwiegervaters fangen, hob mechanisch die Hände zur Stirne, wurde rot, rollte seine sanften, stumpfen Ochsenaugen, während der Alte sich vor Lachen schüttelte und immer wiederholte: »Was wächst dir denn da? Was wächst dir denn da?« Diese zeitweilige Lustigkeit änderte aber nichts an seinem Charakter, der immer zänkischer und despotischer wurde.

Eines Morgens erwachte der alte Dugué mit einem schweren Kopf und starken Schmerzen im Bauch. Er stand dennoch auf und ging, ein wenig greinend, seinem gewohnten Tagewerk nach. Aber seine schwachen, mürben Arme wollten ihm nicht gehorchen, seine Beine zitterten, wie Schilfrohr im Wind, und eine große Kälte kam über ihn. Wiewohl er sich leidend fühlte, wollte er an seinen Mahlzeiten nichts ändern, die aus nichts anderem bestanden, als aus einer Birne des Morgens, einer Suppe zu Mittag und wieder einer Suppe um sechs Uhr Abends. Vergebens bemühte sich seine Frau, ihn zu pflegen, ihm eine bessere Nahrung aufzudrängen, er wollte von nichts hören. Bei dem Worte »Arzt« bekam er einen Wutanfall. Inzwischen verschlimmerte sich das Übel, die Schmerzen im Bauch wurden heftiger, unerträglich. Sein beklemmter Athem machte ein Geräusch wie ein alter, durchlöcherter Blasebalg, sein Kopf saß ihm so schwer auf den Schultern, daß er ihn nicht mehr aufrecht tragen konnte, und es schien ihm, als müßte dieses furchtbare Gewicht seinen ganzen Körper in einem Taumel mit sich reißen. Er legte sich zu Bette.

VII.

In dem hohen mit dunklem Creton bespannten Bett lag der alte Dugué regungslos mit weitgeöffnetem Munde auf dem Rücken. Die Blässe des herannahenden Todes hatte sein sonnverbranntes Gesicht kaum merklich verfärbt. Die beiden Arme streckten sich kraftlos über das graue Linnen der Decke und seine enormen Hände mit den knotigen, beinahe schwarzen Fingern sahen aus wie Baumwurzeln, die der Sturm aus dem Boden gerissen hat. Nichts Lebendiges war in ihm, als seine Augen, die kleinen Augen, durch deren halbgeschlossene Lider die ersterbende Flamme eines harten, zornigen Blickes flackerte, wie zwischen den Brettchen einer Jalousie der letzte Rest des verlöschenden Tageslichtes durchschimmert. Obwohl er sich nicht rührte und auf die Fragen, die man an ihn richtete, keine Antwort gab, war sich der Sterbende dessen sehr wohl bewußt, was um ihn her vorging.

Er hatte soeben den Pfarrer an sein Bett herankommen gesehen, hatte gehört, wie er Gebete flüsterte, vom lieben Gott sprach und ihn ermahnte, fromm zu sterben. Nun sah er durch die offene Tür, wie das letzte Abendrot in großen Strömen von Gold und Purpur auf das Land niedersank, wie die Vögel auf den Buchenzweigen einander haschten und mit ihren hellen Trillern das Totenfeuer der Sonne grüßten, die er nun nicht mehr anschauen sollte. Er sah die Nachbarinnen auf der Schwelle stehen bleiben, den Hals vorstrecken, mit gedämpfter Stimme einige Worte murmeln und mit ihren klappernden Holzschuhen ihres Weges weiter gehen. Aber alles das interessierte ihn nicht. Florian saß da in einem karrierten Anzug, den Hut auf dem Kopf und putzte Schwämme, die er im Walde gesucht hatte. Fanchette, deren Haare zerzauster waren als jemals, strickte mit gleichgültiger Miene eine Kapuze aus schwarzer Wolle. Frau Dugué, die Ärmel bis zum Ellbogen aufgeschürzt, zerlegte sehr geschäftig und mit gewohnter Meisterschaft ein Huhn für das Nachtmahl. Ihm entging nicht die kleinste Bewegung seiner Frau und sein Blick – der letzte Blick, den sonst Sterbende dem Irdischen zu entreißen trachten, um ihn in die Weite geheimnisvoller Ewigkeiten zu tauchen – sein Blick ging beständig zwischen der Frau und dem Huhn hin und her. Das war es, was ihn in dieser erhabenen und furchtbaren Stunde gänzlich in Anspruch nahm. – Das Huhn! Das Huhn, das allen Groll seines gierigen Lebens ohne Güte nun in sich vereinigte, alle Bitterkeiten seines egoistischen und verlassenen Alters! Keine selige Erinnerung an die Vergangenheit, kein Schrecken vor der Zukunft, der er entgegenging. Keine Bewegung, keine Träne, keine Reue, noch auch das Bedürfnis, das auch der Roheste hat, in seiner eiskalten Hand die sanfte Wärme einer geliebten Hand zu spüren, oder auf seinen Lippen, die sich für immer schließen sollen, den trostreichen Hauch einer teuren Lippe. Nicht einmal für die Erde hatte er einen Gedanken, die Erde, die er verlassen hatte und nun wiederfinden sollte, die Erde, welche die einzige Leidenschaft seines Lebens gewesen war und die seine Verzeihung im Tode sein konnte. Hatte er von ihr nicht schon Abschied genommen, an jenem Abend im Garten? Und dieser Abschied hatte ihn für immer von allem losgelöst, was in seiner Seele Großes, Gutes, Menschliches war. Man sagt, daß die Engel mit ausgebreiteten Flügeln zum Bette der Sterbenden kommen, um ihre letzte Bitte zu empfangen und in den Himmel hinaufzutragen. Sein Engel war das Huhn, das gefräßige, stumpfe Huhn, das ihm die Augen auspickte, das Herz abfraß, an den Eingeweiden nagte! Er versuchte seine letzten Kräfte zusammenzuraffen, um einen Wutschrei auszustoßen. Aber der Schrei verlor sich in einer so schwachen Klage, daß man sie kaum vernahm.

»Gib doch deinem Vater einen Löffel Medizin!« sagte Mutter Dugué zu Fanchette, »inzwischen will ich das Huhn an den Spieß stecken.«

Fanchette strengte sich vergebens an, den Löffel zwischen die zusammengepreßten Zähne des alten Dugué hineinzuschieben. Die Medizin wurde verschüttet und floß zu beiden Seiten des Mundes auf den Hals und die Brust herab. Sie wischte ihn vorsichtig mit dem Zipfel der Decke ab, und betrachtete dann ihren Vater. Das Auge des Greises starrte sie mit einem so häßlichen und grauenhaften Ausdruck an, daß sie sofort schaudernd davonlief.

Es wurde Nacht. Durch die noch immer offenstehende Tür konnte man über den massigen Schattenrissen der Bäume nur mehr ein Stückchen mattglänzenden Himmels sehen, an dem bereits die Sterne strahlten. Auf ihrem Heimwege blieben die Leute vor dem Hause stehen, erkundigten sich nach dem Befinden des Kranken; auf der Straße zogen in unbestimmtem Dämmer die Profile von Menschen und Tieren vorbei. Das Zimmer war nur durch die Kaminflamme erhellt, die an den Wänden und auf der Decke große phantastische Schatten tanzen ließ und einen unruhigen rötlichen Schein auf das Bett warf. Ein gelber Hund schlich mehreremale, nach dem Huhn schnuppernd, heran. Frau Dugué mußte ihn mit dem Fetzen davonjagen.

Die Agonie begann. Erst ein stilles Röcheln, ein leiser, tiefer Ton, wie das Schnurren einer Katze, dann schwoll der Ton und wurde wie der eines Schmiedebalges; ein Pfeifen und Schluchzen ließ sich zwischendurch hören. Der alte Dugué blieb unbeweglich, immer in derselben Lage hingestreckt. Nur seine großen Hände bewegten sich, drehten sich hin und her und kratzten krampfhaft auf der Decke. Eisiger Schweiß rann über sein Gesicht, das zusammenschrumpfte und eine erdige leichenfahle Färbung annahm. Florian und Fanchette verließen das Bett nicht, während Mutter Dugué unaufhörlich zwischen dem Sterbelager und ihrem Huhn hin und herging, auf das sie prasselnde Butter aus der Bratpfanne träufte. Bald wurde das Röcheln schwächer, hörte endlich ganz auf. Die Hände blieben wieder unbeweglich. Es war zu Ende. Der alte Dugué hatte sich nicht gerührt, und sein Auge, das nicht mehr sehen konnte, doch im Tode noch seinen harten grausamen Blick behielt, war, furchtbar weit aufgerissen, auf das Huhn gerichtet, das am Spieße summend briet und über der hellen Flamme sich goldig färbte.

»Er ist tot,« sagte Mutter Dugué, welche die Hand auf die Brust ihres Mannes gelegt hatte. »Fanchette, gib mir den Spiegel her; den will ich ihm doch noch unter die Nase halten.« Der Spiegel lief nicht an.

»Er ist richtig tot«, wiederholte Mutter Dugué.

Florian und Fanchette beugten sich ein wenig zur Leiche ihres Vaters hinan und hoben nacheinander seine Arme auf, die schwer zurücksanken.

»Ja,« sagten sie, »er ist richtig tot.«

Alle drei verharrten einige Minuten in verlegenem Schweigen.

»Ich dachte nicht, daß er so schnell hinübergehen wird,« sagte Mutter Dugué kopfschüttelnd. »Na ja, er war gewiß kein sehr angenehmer Umgang, unser Vater Dugué; aber immerhin, es tut einem wehe....«

Und auf den Leichnam zeigend, fügte sie in einem beinahe respektvollen Tone hinzu:

»Ich will im anderen Zimmer nachtmahlen.«

 << Kapitel 7  Kapitel 9 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.