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Bauern, Bonzen und Bomben

Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
authorHans Fallada
titleBauern, Bonzen und Bomben
publisherRowohlt
year1970
isbn3499106515
firstpub1931
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150405
projectida9d0209c
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Sechstes Kapitel
Das Gewitter bricht los

1

Aus allen Lokalen strömen die Bauern. Die weite Fläche des Marktplatzes ist voll von ihnen, manche laufen noch hin und her, aber andere formen sich schon zur Masse, zum Zug, einem Zug, dessen Spitze achtgliedrig vor dem Eingang des Tuchers Aufstellung genommen hat.

Dahinter wird angeschlossen. Dörfer bleiben zusammen, es regelt sich von selbst, Padberg, der hin und wieder eilt, braucht kaum ein Wort zu sagen.

Auf den Bürgersteigen bleiben Neugierige stehen, nicht eben viele, aber doch alle, die in einer Industriestadt von 40 000 Einwohnern an einem wolkenlosen heißen Julinachmittag unterwegs sind: Arbeitslose, Kinder, Frauen, ein paar Geschäftsleute. Die Fenster, die auf den Marktplatz gehen, öffnen sich, drin liegen die Dienstmädchen, ein Fenster weiter die Hausfrauen. Sie tauschen miteinander Eindrücke und Beobachtungen aus.

»Kiek es! Da kommt auch noch die Fahne!«

»Gott, wo swatt!«

»Die reine Seeräuberflagge!«

Alles reckt die Hälse.

»Das geht nicht, Henning«, sagt Padberg, »die Sense wackelt ja. Wenn sie runterfällt, haben wir zum Schaden den Spott.«

»Herr Haas«, sagt Henning zum Wirt des Tuchers, »wo bleibt Ihr gottverfluchter Friedrich mit seinem Schraubenschlüssel? Mit der Zange kriege ich die Muttern nicht fester.«

»Gleich. Gleich, Herr. Treten Sie nur in den Gang. Ich habe den Franzosen zur Hand.«

Henning verschwindet wieder mit der Fahne.

»Der hat Angst gekriegt mit seinem schwarzen Lappen«, verkündet ein Arbeitsloser.

»Na, so rot wie der Lappen, dem du am Abend nachläufst, kann nicht alles sein.«

»Besser als euer schwarzscheißgelber Fetzen.«

»Wenn du ...!«

»Ruhe, meine Herren«, sagt Perduzke, der sich durchs Gewühl schiebt. »Warum sich erhitzen? Es ist doch schon heiß genug!«

Alle lachen.

Unterdes hantiert Henning an der Fahne.

»Sag mal, Padberg, wo bleibt eigentlich die Musik?«

Padberg grunzt. »Hab ich die ganz vergessen! Die Brüder sitzen beim Obermeister Besen am Teich und saufen sich voll, die Löcher.«

»Schick doch einen Jungbauern.«

»Natürlich. Sie da! Wollen Sie mal so gut sein und dem Kapellmeister von der Stahlhelmkapelle sagen, er soll sofort kommen mit seinen Leuten? Sitzt bei Besen am Teich. Sie kennen das? Und wenn Sie ein wenig laufen wollten –?«

Der Jungbauer läuft.

»Du, der von der Schmiere, der wollte nur deinen Namen wissen.«

»Als du mir den Stupps gabst und ich seine dreckige Visage ansah, wußte ich schon Bescheid.«

»Beinahe hätte er das Fahnentuch in die Fresse gekriegt.«

»War die Absicht. – So, die sitzt jetzt fest und wenn ich sie zehn Leuten durch den Bauch renne.«

»Du solltest solchen Stuß nicht einmal denken.«

»Tu ich auch nicht. So was redet sich von alleine.«

»Jedenfalls haben wir dein Wort.«

»Das habt ihr. Leider. Ich hebe keine Hand.«

Sie treten wieder hinaus auf den Marktplatz. Der Zug ist endlos geworden, nicht mehr abzusehen, weit in der Stolper Straße noch stehen die Bauern.

»Nun, das tut gut, wenn man so was sieht.«

»Dreitausend! Und wie viele sitzen noch in den Lokalen am Burstah!«

»Die nehmen wir mit, wenn wir vorbeiziehen. – Du hast doch recht gehabt, Henning, ohne die Fahne wäre es nichts.«

»Die macht Laune!«

Sie sehen beide hinauf zur Fahne, die im leichten Sommerwinde sich entfaltet. Der Pflug scheint sich zu bewegen, regungslos schwebt das rote Schwert darüber.

»Laß doch abrücken jetzt«, drängt Henning.

»Wieso? Erst die Musike!«

»Die Leute werden ungeduldig.«

»I wo. Bauern werden nicht ungeduldig.«

Durch die Leute auf dem Bürgersteig drängt ein ganzer Trupp Stadtpolizei, voran ein Uniformierter mit dicken Epauletten und Schnauzbart. Die Mannschaften haben den Riemen der Tschakos unter dem Kinn.

»Wollen die was von uns?« fragt Henning.

»Abwarten! Was sollen die denn wollen? Wir sind doch friedlich.«

»Gewiß doch«, sagt Henning.

Aber die Stadtpolizei ist schon vorbei. Alle Mann haben zur Fahne emporgeschaut, der Führer hat etwas gesagt und die Nachbarn haben gegrinst.

»Siehst du«, sagt wiederum Henning und meint diesmal die Fahne.

»Man kann nie wissen«, sagt Padberg trocken. »Grszesinskis Wege sind wunderbar.«

2

Über den Marktplatz kommt ein Mann geschritten, in blauer Uniform, die Brille auf der Nase, die Dienstmütze etwas zurückgeschoben, so daß eine Strähne des rotblonden Haares sichtbar wird.

Polizeioberinspektor Frerksen geht nach dem Mittagessen seinem Dienstzimmer zu. Er ist ruhig, entschlossen, die Anordnungen seines Bürgermeisters zu befolgen, die Bauern demonstrieren zu lassen und morgen in die Sommerfrische zu fahren.

Er sieht die Ansammlung, den Zug, die Zuschauer. Er bleibt stehen.

Es ist ein ungeheurer Haufe Menschen, ein Heer, er hat nie gedacht, daß es so viele sein könnten.

Er sieht die Fahne. Langsam mit den kurzsichtigen Augen blinzelnd, kommt er näher. Es ist ein schwarzes Tuch, es sieht düster aus. Rot darauf und irgend etwas Weißes. Langsam flattert die Fahne im leichten Winde, enthüllt sich nicht ganz, bleibt irgendwo immer in Falten.

Der Inspektor bleibt auf der Kante des Bürgersteiges stehen. Er sieht hinüber zu der Fahne, zu dem jungen Mann, der sie hält, einem älteren Bebrillten, der daneben steht.

Er sieht auf zu den Fenstern, in denen Leute liegen. Altholm hat sein Ereignis, Altholm hat eine Sensation.

Jemand sagt in dem Gedränge hinter ihm und er fühlt, dies war nur für ihn gesprochen: »So 'ne Störtebekerfahne, das sollte man gar nicht dulden!«

Und eine andere Stimme läßt sich, auch für die Öffentlichkeit bestimmt, vernehmen: »Es geht ja immer nur auf die Arbeiter!«

Plötzlich fängt sein Herz heftig an zu klopfen. Er schwitzt, fühlt er.

»Schade«, denkt es in ihm, »hätte ich fünf Minuten länger geschlafen, wäre der Zug vorbei gewesen.«

Er sieht zum Rathaus, das mit seinen roten Giebeln dort hinten liegt: »Dort könnte ich sitzen«, denkt er. »Schade!«

Und denkt schon an ein anderes Dienstzimmer, dunkel, mit Butzenscheiben, schweren Eichenmöbeln, »Ihr Gareis hat mir diese Suppe eingebrockt« – hatte es nicht so geklungen?

So. Oder ähnlich.

Auf dem Fahrdamm, acht Meter ab, stehen Henning und Padberg.

»Was ist das für ein Laffe?« fragt Padberg.

»Das ist der Polizeiobermuckermuck von Altholm. Ein Riesenroß.«

»So sieht er auch aus.«

»Du, der will was von uns.«

»Aber wir nichts von ihm.«

Der Oberinspektor kommt langsam die acht Meter Weg auf sie zu. So langsam er geht, seine Stimme klingt atemlos, als er zu den beiden sagt: »Meine Herren, diese Fahne ... das geht doch nicht.«

Und Henning: »Was geht nicht?«

Aber der Oberinspektor: »Sie sehen ein ... Wollen Sie die Fahne nicht in das Lokal zurückbringen?«

Frerksen spricht leise, bemüht, jedes Wort sorgfältig zu artikulieren.

»Die Fahne ist im Zug. Die Fahne bleibt im Zug«, sagt Padberg grob.

Der Inspektor streckt die Hand gegen die Fahne aus. Henning hebt sie mit beiden Händen hoch an der Brust empor.

Einmal. Zweimal. Dreimal.

Die vordersten Bauern heben das linke Bein und setzen es wieder nieder, machen den ersten Schritt. Alles setzt sich in Bewegung.

Frerksen sieht, wie der Abstand zwischen seiner Hand und dem Fahnenschaft größer wird und größer. Er fühlt sich geschoben, gestoßen. Große, geschlossene Gesichter kommen nahe auf ihn zu, Schultern stoßen ihn an.

»Hätt ich«, denkt er atemlos ...

Er findet sich auf der freien Fahrbahn wieder.

»Hätten Sie uns nicht rufen können?« fragt vorwurfsvoll Oberwachtmeister Maurer, der unter den Bäumen mit seinem Kollegen Schmidt patrouilliert.

»Ja, natürlich«, sagt der Oberinspektor und starrt auf die Fahne, die schon zehn Meter weiter ist.

»Drauflos! Laufschritt!« schreit er plötzlich. »Wir müssen die Fahne haben.«

3

Der Zug ist noch nicht zwanzig Schritte weitergekommen, als Frerksen sich mit seinen beiden Leuten in Trab setzt. Verständnislos starren die Bauern auf die vorbeilaufenden Polizisten. Nur die vordersten acht oder zehn Mann haben den Zwischenfall gesehen, aber auch die haben kaum verstanden, um was es sich handelte, so leise hat der Oberinspektor gesprochen.

Frerksen hält beim Laufen den Griff des Säbels in der Hand, damit ihm die Scheide nicht zwischen die Beine kommt. Die Uniform behindert ihn. Er hat das Gefühl, als sähen alle Leute ihn an, der da auf der Fahrbahn läuft: die Bauern, die Leute auf den Gehsteigen, die Bürger Altholms in den Fenstern ihrer Wohnungen. Er glaubt, er sehe sehr weiß aus, und versucht im Laufen, sein Gesicht zu befühlen (es ist rot), ihn friert. Plötzlich erinnert er sich, daß ihn die ganze Stadt nicht ausstehen kann, daß ihn nur Gareis hält.

»Daß Gareis schon in Urlaub ist! Daß er in seiner Wohnung sitzt! Er sollte mich nur sehen, er würde mir helfen.«

Und, immer im Laufen, versucht er sich vorzustellen, wie Gareis diese Aufgabe lösen würde: »Dieser Dickbauch, würde er so laufen? Dieses fette Schwein, da sitzt er in seiner Wohnung. Klugscheißen würde er, die Leute mit dem Schmus kriegen ... Ich, ich schmuse nicht. Ich mag so was nicht ...«

Hinter seinem Vorgesetzten läuft Oberwachtmeister Maurer. »Was für ein Blödsinn!« meditiert er. »Frerksen macht doch immer solchen Käse. Wo sind denn die andern? Sollen wir drei etwa alleine –? Schmidt ist auch nicht mehr hinter mir. Na, jetzt ist es schon egal. Diese Dickköppe ... Die Fahne wollen wir schon kriegen.«

Und Oberwachtmeister Schmidt, dick und maßlos schwitzend, in weitem Abstand hinterdrein. »Natürlich ich, ausgerechnet ich darf wieder so laufen. Die Herren Kollegen lassen es sich auf dem Burstah wohl sein, und ich renne, daß ich einen Herzschlag kriege. Der dürre Langschinken Maurer kann so was mit seinen einhundertdreißig Pfunden, aber ich mit zwei Zentnern zehn. Ich muß was für mein Gewicht tun, eine Zitronenkur ...«

Überraschend taucht an der Spitze des Zuges Frerksen auf. Er schaut sich nicht um, stürzt auf Henning zu, faßt den Schaft der Fahne, schreit atemlos: »Ich beschlagnahme die Fahne! Hören Sie, ich beschlagnahme die Fahne!«

Henning hört kaum hin, er hält mit beiden Händen die Fahne fest vor der Brust.

»Die Fahne gehört uns!«

Die Gruppe vorne will anhalten, aber der Zug ist in Marsch, drückt nach. Die nächsten Glieder wollen auch sehen, was da eigentlich los ist, die Fahne schwankt, alles strömt über, ein Gedränge, durch das sich grade noch Oberwachtmeister Maurer pressen kann. Er greift instinktiv nach dem Fahnenschaft, den Frerksen hält, die Fahne kommt ins Schwanken, neigt sich, fällt. Blechern klirrt auf dem Pflaster die aufschlagende Sense.

Frerksen bekommt von hinten einen Stoß, dreht sich halb um, zwei zornglühende Augen starren ihn an, zwei Fäuste drohen, eine Stimme droht: »Weg mit deinen dreckigen Händen von unserer Fahne!«

Wieder ein Stoß. Ein Schlag. Viele Schläge auf die Schulter. Da ist Maurer, er zerrt vorne an der Fahne, die Henning hinten hält. Nun fällt er über ein Bein. Maurer liegt am Boden, immer noch den Fahnenschaft, an dem mit Henning drei, vier Bauern hängen, in den Händen. Halb fällt das Fahnentuch über ihn.

»Wo ist Schmidt? Wo ist die Kriminalpolizei? Dies geht schief«, denkt Frerksen. Schläge fallen auf ihn.

Er wirft sich mit dem Rücken gegen die Andrängenden, bekommt einen Augenblick Luft, reißt den Säbel aus der Scheide ...

Eine Hand umklammert seinen Arm, er sieht in das wutweiße Gesicht jenes Mannes, der ihn vorhin vom Fahnenträger wegjagte, wegstieß. Padberg befiehlt: »Weg mit der Plempe, Mann!«

Sie zerren. Frerksen will den Arm freibekommen, um zuzuschlagen. All diese Gesichter sind voll Haß und drüben die Gesichter in den Fenstern voll Neugier. Der Mann dreht an seinem Gelenk, die Knochen knacken: der Säbel klirrt auf dem Pflaster. Noch sieht er ihn blinken zwischen den Füßen, nun tritt ein Fuß darauf, ein Bein schiebt sich davor.

Frerksen hat die Hand freibekommen. Er greift in die Pistolentasche. Drüben steht Maurer mit gerötetem Antlitz. »Pistolen raus!« schreit Frerksen mit überschlagender Stimme. »Bahn frei!«

Irgendwie öffnet sich eine Gasse vor ihm, er stolpert entlang, halb blind hinter der verrutschten, beschlagenen Brille, keuchend vom Kampf. Nun ist er auf dem Bürgersteig der andern Seite, die Leute treten auseinander. Ihre Gesichter werden scheu, wenn sie ihn ansehen ...

Er lehnt gegen eine Hauswand ...

Zu ihm kommt Maurer: »Das ging schief. Wir sind zu wenige.«

»Wo ist Schmidt?« keucht der Inspektor.

»Den hat hinten schon einer in der Mache gehabt. Da geht er. Ach, er hat mit Perduzke einen verhaftet, einen Bauern, sie gehen zur Wache.«

Über dem Bauernzuge erscheint, hoch, mit flatterndem schwarzen Tuch, die Fahne. Verbogen die Sense, aber die Fahne weht. Und der Zug marschiert weiter.

4

»Sie haben«, schreit der Bauer Rohwer erregt, »Sie haben mich loszulassen, Herr! Sie haben mich geschlagen, ich werde mich beschweren über Sie, bei Ihrer Behörde.«

»Beruhigen Sie sich nur erst«, sagt Perduzke höflich. »Trinken Sie ein Glas Wasser bei uns auf der Wache.«

»Ich scheiße auf Ihr Wasser. Sie haben kein Recht, mich festzuhalten.«

»Hast du gesehen«, sagt der dicke Schmidt zu Perduzke, »wie er mir beinahe den Arm gebrochen hätte am Laternenpfahl? Junge, Junge, das ist auch nicht die erste Klopperei, die du mitmachst.«

»Glauben Sie, ich lasse mich von Ihnen schlagen? Wenn Sie mich schlagen, wehre ich mich!«

»Ich habe«, keucht der dicke Wachtmeister, unendlich schwitzend, »mehrfach ›Bahn frei‹ gerufen. Wenn Sie da nicht weggehen, müssen Sie eben mal an meinem Gummiknüppel riechen.«

»Wo soll ich denn weggehen, wenn alles vollsteht? Konnten Sie denn weggehen?«

»Sie haben«, bemerkt weise Schmidt, »Platz zu machen, wenn die Polizei ›Bahn frei‹ ruft. Wie Sie das machen, ist Ihre Sache.«

»Das nächste Mal, wenn ich in euer verfluchtes Altholm komme, lasse ich mir Augen in den Arsch setzen, damit ich dich von hinten sehe, mein Junge«, knirscht wütend Rohwer.

»Immer ruhig«, sagt gelassen Perduzke. »Auf der Wache schreiben wir das alles schön auf, dann wollen wir die Köppe wohl klar kriegen.«

 

»Kiek mal«, sagt ein Bauer zum andern im Zuge. »Da führen sie einen Kommunisten ab.«

»Die roten Hunde wollen uns unsere Fahne nicht lassen.«

»Hast du gesehen, eben war die Fahne weg. Aber jetzt ist sie wieder da.«

»Die Polizei schützt den Zug.«

»Was ist da groß zu schützen! Die Sowjetbrüder sollen nur mit uns anfangen!«

 

Durch das Gewühl drängt eifrig der kleine Pinkus von der Volkszeitung.

»Sag mal, Genosse Erdmann, was war da eben? Ich bin zu spät gekommen.«

»Ich weiß auch nicht. Frerksen hatte was mit dem Fahnenträger. Dann gab es Gedränge und Schlägerei. Und dann, ich weiß nicht. Dort steht er an der Wand, frag ihn doch.«

Pinkus drängt sich durch die Leute, die den Zug anschauen. An der Wand, in einem Winkel, fast unbeachtet, steht Frerksen, immer noch keuchend, die leere Säbelscheide in der Hand.

»Was war da eben, Frerksen? Was war da los?«

»Du, Pinkus? Ich beschlagnahme die Fahne. Sie ist aufreizend, ihr Mitführen im Zuge ist nicht gestattet«

»Aber sie sind weg mit der Fahne?«

»Trotzdem. Ich beschlagnahme sie trotzdem. Wo bleibt der Entsatz? Ich habe Maurer nach Entsatz geschickt.«

»Wo sind die andern?«

»Auf dem Burstah.«

»Warte, ich schicke einen Radler. – Und auch du, wenn du die Fahne noch haben willst, solltest dem Zuge vorauslaufen. – Was ist mit deinem Säbel?«

Frerksen steht da. Er hat das Koppel losgeschnallt, sieht darauf: die leere Scheide.

»Was ist mit dem Säbel?«

»Sie haben mir den Säbel weggenommen, die Hunde! – Warte, schicke den Radler.«

Frerksen sieht sich um, er weiß nicht genau, was er tun soll, aber diese leere lächerliche Scheide, Symbol seiner Schande vor der ganzen Vaterstadt, muß er loswerden.

Er steht vor einer Ladentür. Vorsichtig klinkt er die Tür auf, späht in den Laden. Er scheint leer zu sein. Strickwaren. »Trikotagen«, denkt Frerksen mechanisch.

Mit einem plötzlichen Ruck schleudert er die Scheide in den leeren Laden, hört, wie sie klirrend niederfällt Er schließt die Tür, er atmet auf.

Dann setzt er sich in Trab. Läuft am Zuge entlang, an Gesichtern vorbei, gleichgültigen, neugierigen, bekannten. Er, der ruhige, gesetzte Beamte, läuft im Hundetrab durch die Stadt. »Die Fahne«, denkt er. »Die Fahne!«

5

Der Oberinspektor läuft durch die Stadt. Zuerst den Marktplatz entlang, den der Zug der Demonstranten fast leer von Bürgern der Stadt gesaugt hat, dann am Burstah, an der Seite des Zuges, beglotzt und belächelt, gleichgültig angesehen und betuschelt. Seit seinen Jungenjahren hat er keinen solchen Dauerlauf mehr gemacht, seine Brust keucht sein Herz hämmert. Hinter der schmutzigen, beschlagenen Brille kann er kaum noch etwas sehen, er rennt Leute an, stößt sie, und sie fahren hoch, setzen mit Schimpfen an und verstummen, wenn sie ihn erkennen.

Bauern über Bauern, ein seltsamer Demonstrationszug, ohne Takt, ohne Musik immer noch. Sie gehen nebeneinander, in Gliedern zu achten, doch geht jeder für sich allein, langsam, schwer, als ginge es durch gepflügten losen Boden.

Sie sehen nicht auf ihn. Noch ist er am Ende, noch in der Mitte des Zuges, dort weiß man noch gar nicht, was vorgefallen ist. Wer ihn sieht, sagt höchstens: »Kiek, der Polizeibrillenmensch läuft. Was der sich wichtig hat! Wir sorgen für uns selber!«

Nun geht es gegen die Zugspitze. Er hat sie lange schon wehen sehen darüber, entfaltet vom Wind und der Bewegung des Marsches: schwarzes Feld, weißer Pflug, rotes Schwert. Und die mattglänzende Sense darüber, zweimal umgeknickt, doch immer noch mit der Spitze aufwärts weisend, ein aufrührerisches Signal.

»Unmöglich, diese Sense«, denkt er fieberhaft im Laufen, »ich durfte sie nicht dulden, das kann Gareis gar nicht wollen. Außerdem gibt es eine Ortspolizeiverordnung, nach der ungeschützte Sensen nicht im Stadtgebiet getragen werden dürfen. Ich muß diese Verordnung nachsehen, ehe ich mit Gareis spreche. – Da sind die ...«

Durch eine Menschenlücke sieht er den Fahnenträger und den bebrillten Mann daneben. Plötzlich kommt es ihm vor, als lache einer dem andern zu.

»Sie haben mich gesehen. Sie verhöhnen mich. Weil ich die Fahne nicht gekriegt habe. Wartet, ihr!«

Sie haben ihn nicht gesehen, die beiden an der Spitze des Zuges. Henning ist voll beschäftigt, die Fahne, die er ganz ohne Bandelier trägt, zu halten. Sie lehnt sich gegen seine Brust, er fühlt, wie der Wind an ihr reißt, manchmal kommt sie leise ins Schwanken.

Er sieht hinauf an ihr, kann die verbogene Sense sehen und denkt flüchtig: »So sieht sie eigentlich noch besser aus. Nach Kampf. Dieser Polizeikuli! Denkt sich, er kann so eine Fahne einfach wegnehmen wie ein Kegelklubbanner oder ein KPD-Plakat. Er wird die Neese plein haben.«

Padberg ist mit der Ansprache beschäftigt, die er in der Auktionshalle halten wird. »Diesen Übergriff der Polizei kann ich verwenden«, denkt er. »Das charakterisiert die heutige Regierung. Die Ultraroten und die Nazis dürfen alles, wir Bauern stehen unter Ausnahmerecht.«

6

Dort, wo die Grünhofer Straße den Burstah schneidet, steht ein Verkehrsposten. Von neun Uhr morgens bis acht Uhr abends ist die Kreuzung besetzt. Der Burstah erweitert sich hier: es ist ein Grünplatz da, der Stolper Torplatz, mit dem obligaten Heldenmal.

Gewöhnlich sehen Verkehrsposten und nackter Heros einander an. Heute, der Hauptwachtmeister Hart, sieht den Burstah abwärts, dem nahenden Zuge entgegen. Vor einer Viertelstunde sind zwanzig seiner Kollegen unter Führung von Polizeimeister Kallene vorbeigezogen, sie werden den Bahnhof besetzen und die Straßen vom Bahnhof zur Auktionshalle, an denen die Fabriken liegen.

Dann, vor fünf Minuten ist ein Radler angeprescht gekommen, schwitzend, im Vorbeitrampeln schreit er: »Deine Kameraden haben die Bauern niedergeschlagen. Ich hole die andern.«

Und der Mann ist vorbei. Hart versucht, sich vorzustellen, was geschehen ist: haben die Bauern, hat die Polizei niedergeschlagen? Oder ist es einfach so ein Arbeiter gewesen, der ihn hat foppen wollen?

Er möchte fort, möchte helfen, vielleicht geht es den Kameraden schlecht? Wer hat auf dem Marktplatz Dienst? Mechanisch gibt er den paar Autos Signale und ist immer froh, wenn er sich so stellen kann, daß er den Burstah abwärts sieht.

Dort erscheint, ganz ferne noch, ein dunkles Gewimmel.

Ein Herr mit einem Lodenhütchen, einen Gamsbart darauf, kommt eilig anmarschiert. Seine eisenbeschlagenen Stulpenstiefel hauen knallend auf das Pflaster. Er stürmt auf Hart zu.

»Wachtmeister, geht es hier heraus zur Auktionshalle? – Danke schön. Soso. Ja, danke schön. Finde schon. – Na, machen Sie sich man auch dünne wie Ihre Kollegen.«

In zehn Schritten Abstand: »Sonst kriegen Sie auch die Schnauze lackiert wie Ihre Kollegen.«

In zwanzig Schritt Abstand, grölend: »Von uns Bauern! Bauern!«

»Halt!« schreit Hart »Halt! Bleiben Sie stehen! Ich befehle es Ihnen!«

Er will ihm nach, aber zwei Autos kommen, er schwenkt die Arme, und als er sich wieder umsieht, ist der Herr mit dem Gamsbart verschwunden.

»Der ist doch nicht zum Bahnhof rauf gegangen! Sonst müßte ich ihn noch sehen. Wenn ich dich wiederfinde! Diese Mistbauern! Fresse lackieren, warte, mein Junge, ob wir euch nicht die Fresse lackieren! So ein Mistbauer, gottverdammter, beschissener!«

Ein Mann kommt angelaufen, mit den letzten Kräften, keuchend, stolpernd, läuft gerade auf ihn zu. Hart erkennt; tief erstaunt, seinen Vorgesetzten, Frerksen.

»Die Leute!« keucht er. »Kallene soll kommen mit den Leuten! Die Bauern ...«

Er steht da und ist zu nichts mehr imstande.

»Zu Befehl, Herr Oberinspektor! Melde, daß ich hier Verkehrsposten bin. Ein Radfahrer holt, glaube ich, schon die Mannschaften.«

»Holen Sie die Leute!« schreit Frerksen. Seine Stimme versagt. »Laufen Sie, Hart, rennen Sie. Die Bauern ... Die Fahne ...«

Hauptwachtmeister Hart wirft einen letzten Blick in das fahle verzerrte Gesicht seines Vorgesetzten, läuft schon, trabt schon, dem Bahnhof zu. »Fresse lackieren ...« denkt er. »Wem heute wohl die Fresse lackiert worden ist ...«

Frerksen steht da, auf der Verkehrsinsel des Burstah, breitet die Arme aus, gibt Signale. »Wenn die Leute nur kommen«, denkt er. »Die Bauern sind ganz nahe. Keine drei Minuten ...«

Ein Radfahrer kommt den Burstah hinauf, vom Marktplatze her. Vor der Verkehrsinsel bremst er scharf, springt ab. Frerksen erkennt ihn: es ist Matthies, Funktionär der KPD, ein ewiger Stänkerbold.

»Herr Inspektor«, sagt der, freundlich lächelnd. »Herr Oberinspektor, ich wollte ihn Ihnen doch bringen. Ich habe ihn gefunden. Ich bringe ihn Ihnen ...«

Und er reicht Frerksen den Säbel, den verbogenen, beschmutzten, nackten Säbel.

Frerksen starrt darauf. Er steht auf der Verkehrsinsel. Schon sammeln sich die Leute, die Bauern sind nahe. Vor ihm steht Matthies, die verdreckte Plempe in der Hand, schleimig grinsend.

»Worein soll ich ihn denn stecken?« fragt Frerksen ängstlich und verwirrt. »Ich habe doch keine Scheide.

Stecken sie ihn fort«, flüstert er. »Stecken Sie ihn fort, sogleich. Dort, hinter den Sockel vom Denkmal. Stecken Sie ihn hin ...« Und seine Augen folgen gequält dem Kommunisten, der gewollt langsam, den Säbel wie ein Gewehr über der Schulter, nach den Leuten sich mit Grinsen umschauend, über die Einfassung steigt, langsam mit Genuß den Fuß in ein Geraniumbeet setzt, weitergeht, sorgfältig die Blumen zermatschend, und mit einem höhnischen Grinsen hinter dem Sockel verschwindet, als wolle er dort, unter den Augen der Polizei, aus den Hosen.

»Ich kann das nicht mehr«, denkt Frerksen verzweifelt. »Ich halte das nicht mehr aus. Das ist nicht menschlich. Über die Kraft. Wäre ich doch fünf Minuten später von Haus fort. Wo bleiben die Leute?«

7

Sie kommen schon.

Im Laufschritt traben über zwanzig Blaue vom Bahnhof her. Auf die ersten verwirrten Nachrichten hat Polizeimeister Kallene alles an Leuten zusammengeholt, was im nördlichen Stadtteil Dienst machte.

Aber auch die Bauern sind nahe. Hundert Meter, achtzig Meter ist der Zug nur noch entfernt, in Achterreihen geordnet. Die schwarze Fahne an der Spitze, immer noch ohne Musik, kommen sie angerückt.

Polizeimeister Kallene macht Meldung, aber Frerksen hört nicht zu. »Die Bauern haben uns überfallen. Ihre Kollegen sind niedergeschlagen worden. Jetzt muß die Fahne geholt werden. Sie ist beschlagnahmt. Sie, Soldin, Meiderfeld, Geier haben die Fahne zu holen. Die andern helfen.«

Er sieht noch einmal die kurze Strecke, die ihn von der Zugspitze trennt. Von der erhöhten Verkehrsinsel springt er hinunter auf das Pflaster. »Los, Leute! Los!«

Er hebt die Hände. Waffenlos läuft er gegen den Trupp, seine Leute neben ihm, schon vor ihm. Manche haben den erhobenen Arm des Führers für ein Zeichen zum Säbelziehen gehalten, im Laufen bemühen sie sich, die Waffe ungewohnte Arbeit – aus der Scheide zu reißen. Andere haben den Polizeiknüppel vom Koppel losgemacht und schwingen ihn drohend. Drohend sitzen eng über den Brauen die vom Sturmband gehaltenen Tschakos.

Nur die vordersten Bauern bemerken den Ansturm, stutzen, wollen halten, werden von hinten geschoben.

Henning verhält jäh den Schritt Und in einem Gefühl spottenden Trotzes hebt er die Fahne noch höher, lehnt mit dem Rücken gegen die Nachdrängenden. Während er stehenbleibt, quellen sie vor.

Die anstürmende Polizei sieht ihn entschwinden, das vorderste Glied schloß sich schon vor ihm. Nun ist er hinter der zweiten, hinter der dritten Reihe.

»Die Fahne!« schreit Frerksen. »Die Fahne!«

Der erste Polizist, der auf die Bauern prallt, ist Geier. Wie eine Wand sind sie vor ihm, eine Wand von drohenden, gleichgültigen, finsteren, weißen, braunen Gesichtern. Hände heben sich gegen seine erhobenen Hände, Stöcke werden hochgehalten, ob zur Abwehr, ob zum Angriff, wer weiß es.

»Straße frei!« brüllt er.

Dort weht die Fahne, nicht weit ab, zehn Meter, zwanzig Meter. Er muß sie haben. Wo sind die Kollegen? Gleichgültig, die Bauern geben nach, sein Gummiknüppel schlägt gegen die erhobenen Hände. Irgendwie entsteht eine Gasse vor ihm, ein kürzestes Stück freier Weg, in das er eindrängt. Und wieder gibt der Mann vor ihm nach, entschwindet nach der Seite. Er kann weiter, er kommt der Fahne näher.

Halb von hinten schlägt etwas dumpf knallend auf seinen Tschako, dann trifft ein Schlag seine linke Schulter.

Um so entschlossener schlägt er ein auf die vor ihm. Wollen sie nicht nachgeben, diese doofen Bauern, diese Scheißkerle, diese Hunde, gottverdammten! Die Fahne ...

Er stößt seinen linken Ellbogen mit voller Wucht einem Dicken in den Bauch. Der fällt rückwärts, die Leute weichen, pressen sich fester gegen die Nachbarn. Mit einem Satz, halb stolpernd, halb schon fallend, ist Polizeihauptwachtmeister Geier bei der Fahne, greift taumelnd nach dem Fahnenschaft, lehnt einen Augenblick Brust an Brust mit dem Fahnenträger und reißt mit dem Schrei »Fahne her!« die Fahne an sich.

Henning schaut ihn an. Sein Blick loht. »Die Fahne ist unser«, sagt er. Reißt sie zu sich.

Die linke Hand am Fahnenschaft führt Geier einen Schlag mit dem Gummiknüppel gegen die haltenden Hände Hennings.

Der hält fest.

Und Geier will zum zweiten Male schlagen, als eine Hand von hinten um seine faßt. Ein kurzer Kampf, ein stechender Schmerz, und die halb ausgedrehte Hand gibt den Gummiknüppel frei.

Drinnen im dichtesten Gewirr der Bauern zerren sie an der Fahne. Henning und Geier, stoßend, fallend, in einem ständig sich bewegenden Wirbel von Leibern, gestoßen, schon an der Erde.

»Nimm den Säbel, Oskar!« schreit es über Geier. »Die Schweine verdienen es nicht anders.«

Der riesenhafte Soldin ist da und mit ihm der wieselhafte Meierfeld. Mit der flachen Plempe verteilen sie knallende Schläge an die Umstehenden, auf ihre Rücken, ihre Gesichter, ihre Hände. Die Masse weicht, ein kleiner freier Kreis entsteht und taumelnd steht Geier auf, der Fahne einen gewaltigen Ruck gebend.

An ihrem anderen Ende hängt Henning, auf dem Pflaster liegend, aber sein weißes Gesicht, die fest verkrampften Kinnbacken verraten: er läßt nicht los.

»Laß los, du!« schreit Meierfeld wütend und führt einen Säbelhieb gegen den Liegenden.

Am andern Ende zerren Soldin und Geier vereint an der Spitze. Die Fahne bekommt einen gewaltigen Ruck, zwei Meter rutscht, fest an ihr hängend, über das Pflaster, Henning. Der Säbel streift seinen Arm. Der dunkle Stoff des Anzuges tut sich auf wie ein Mund, der weiße Hemdenstoff – und nun, sich langsam ausbreitend, Rot, helles strömendes Rot.

Fester nur die Hände um den Schaft führt Henning einen wütenden Fußtritt gegen den Schläger.

Der hebt wieder den Säbel. »Ob du losläßt, du Schwein!« Und er schlägt zu, über die haltende Hand, die sofort nichts ist wie ein purpurner Fleck.

Und auch Soldin, auch Geier lassen die Fahne los, heben die Säbel, schlagen zu. Henning hat sich auf die Seite gewälzt, mit seinem Körper deckt er die Hand, die noch halten kann, in die andere dringen die Hiebe.

Die Polizisten schlagen zu, atemlos, wutbleich, und um dies kleine Zirkusrund treibt immer wechselnd, dreht sich der Strom der Bauern, nachdrückend, weiter marschierend, immer neue.

8

Den weiten Weg zum Zentralgefängnis in die Stadt läuft hastig ein Mann. Er hat vor der grauen toten Wand gestanden, die plötzlich Stimme bekam, ein weißes Gesicht erschien, Hilfegeschrei ertönte: sie martern den Reimers, die Schergen dieser Regierung, die Büttel der Republik, die Gott verdammen möge, alle!

Banz läuft, als gelte es sein Leben: es gilt das Leben eines andern. Die befreundeten Bauern hat er längst verloren. Wo sind sie abgeblieben?

Aber hier tun es nicht zwei, nicht zehn, nicht hundert Bauern. Im Laufen hat er eine Vision von Tausenden von Bauern, die vor der toten Zementwand mit ihren Gitterlöchern stehen. Und wenn diese Tausende den Mund auftun werden zu einem gewaltigen Geschrei, dann wird es nicht sein um Hilfe, nicht aus Schwäche, sondern die Tore werden sich auftun, die Mauern werden fallen, heraus werden kommen die Verdammten der Republik.

Er läuft – und dazwischen huscht durch sein Hirn die Erinnerung an die drei Margarinekisten mit Sprengstoff in der verschlossenen Scheune daheim. Auch diese Kisten haben die Kraft von zehntausend Bauern, sie öffnen Tore, ändern den Sinn der Köpfe, machen aus Bonzen feige kriechende Tiere, sind wahre Wegbereiter.

Jetzt aber holt er die Bauern. Er wird es ihnen zuschreien, wie man ihnen mitspielt, wie sie wieder einmal betrogen worden sind, daß der Reimers doch hier sitzt.

Der Marktplatz ist leer, als er ihn keuchend erreicht. Banz sieht sofort: sie sind schon auf dem Marsch, verödet die Gehsteige, leer die Stühle hinter den Glasscheiben der Bierlokale.

Er läuft, erreicht den Knick des Burstah und sieht die Straße angefüllt von einer strudelnden, endlosen Menge.

»Was ist los?« ruft er atemlos. »Warum marschiert ihr nicht?«

»Vorn ist eine Stockung.«

»Es soll Keilerei sein mit den Kommunisten.«

»Wo ist Rohwer? Wo ist Fadberg? Wo ist Henning?«

»Keine Ahnung, die werden doch wohl an der Spitze sein.«

Zu ihnen muß Banz. Er überlegt einen Augenblick. Die Schlucht Burstah ist nicht passierbar. Hier steckt alles voll, rettungslos verkrampft mit Autos, Wagen, Passanten. Aber es gibt eine Parallelstraße, und durch eine Torfahrt erreicht er sie.

Nun hat er wieder freie Bahn. Er läuft und er hält den Knotenstock fester in der Hand: diese Kommunisten, er wird es ihnen besorgen!

Er biegt in die Grünhofer Straße ein, erreicht den Stolper Torplatz, sieht den Engpaß Burstah nun von der andern Seite, blickt auf die Spitze des Zuges.

Er steht bewegungslos, sein Atem stockt.

Durch den Aufprall der Polizei sind die vordersten Glieder zum Halten gekommen, aber die nachrückenden haben sich seitlich geschoben: die ganze Breite der Straße ist erfüllt von einem Bauerngewimmel, dicht wie eine Wand.

Und vor dieser Wand, in Abständen von zwei bis drei Metern, steht eine blaue Kette von Polizisten, schlägt mit Gummiknüppel und Säbel auf die Leute ein, versucht die Vordersten zurückzutreiben, die doch immer wieder von den Hinteren vorgedrückt werden.

Mit erhobenen Händen, mit vorgehaltenen Stöcken schützen sich die Bauern gegen die Schläge, versuchen sich an den Hauswänden entlangzudrücken, um die freien Ausgänge nach der Grünhofer Straße zu erreichen, und werden immer wieder zurückgedrängt, mit neuen Schlägen zu neuen Schlägen.

Banz stößt einen Wutschrei aus. Das ist der Staat! Das ist dieser Staat, da sieht man ihn, so hat er ihn sich immer gedacht.

»Bluthunde!« denkt er. »Bluthunde! Sinnlos eintrommeln auf Wehrlose.«

Banz ist schon viel weiter. An der Straßenseite hat er einen riesenhaften Polizisten aufs Korn genommen, der mit seinem flachen Säbel auf die Köpfe der Leute von oben eindrischt, wobei er immer wieder den sinnlosen Ruf: »Straße frei!« ausstößt.

Er ist schon ganz nahe an ihm, erreicht ihn von hinten, den umgedrehten Knüppel in der Faust. Da dünkt es ihm feige, den Mann von hinten niederzuschlagen, er versetzt ihm einen kräftigen Tritt gegen das Schienbein.

Der Polizist fährt herum, sieht ihn wild an. »Straße frei!« blökt er.

»Straße frei!« höhnt Banz zurück. »Du Bluthund! Straße frei ...«

Und trifft ihn mit der Stockkrücke gegen die Schläfe, daß der Mann, mit hoch erhobenen Armen, sich wild um die eigene Achse dreht und dann krachend niederstürzt.

Seltsam ernüchtert schaut Banz auf ihn nieder. Er sieht auf die Gesichter um sich, durch einen leichten Schleier bemerkt er, daß sie ihn anschauen, wie vorwurfsvoll.

»Na ja«, murmelt er, »das hätte er auch nicht tun sollen, das mit dem Säbel.«

Und schleicht fort gegen die Gastwirtschaft von Tante Lieschen zu.

»Ich werde mich«, denkt er bedrückt, »hier nicht mehr einmengen. Ich werde ein Glas Bier trinken.«

Er hebt den Fuß, um ihn auf die erste Stufe zu setzen. Der Lärm, das Toben sind hinter ihm.

Da trifft ihn etwas mit voller Schärfe, dringt in sein Hirn wie ein glühendes Eisen. Feurige Funken wirbeln, und er stürzt vornüber mit zerschlagenem Schädel.

9

Das Postamt Altholms liegt am Burstah, in nächster Nähe des Stolper Torplatzes. Sein Souterrain ist hoch und in zwei Absätzen führt eine Außentreppe zu den Schalterräumen hinauf.

Auf dieser Treppe stehen zur Stunde des Kampfes dicht gedrängt Neugierige, blicken über das Gewoge und erleben was. Auch im Schalterraum steht es dicht an dicht, man hat die Fenster zur Straße geöffnet und schaut hinaus. Diskutierend, erregt, spricht alles durcheinander, Postbeamte und Publikum.

Zum Publikum gehört auch der ländliche Mann mit dem Gamsbarthut, den er übrigens jetzt abgenommen hat. Der geheime Gesandte der Regierung in Stolpe hat den günstigsten Platz erobert, mit dem halben Leib liegt er zum Fenster hinaus und sieht so das, was die andern nicht sehen können, schräg von oben, in hundert Meter Abstand: den Kampf um die Fahne.

Er ist beinahe vorbei jetzt. Man hat Henning, der den Schaft noch immer nicht losließ, an der Fahne hängend, über das Pflaster gegen den Bürgersteig geschleift, hat weiter auf ihn eingeschlagen, bis die zehnfach durchschlagenen Arm- und Handmuskeln nachgaben.

Dann hat man ihm die Fahne entrissen, und nun stehen Polizeimeister Kallene, ein paar Polizisten und Kriminalsekretär Hebel mit der Beute auf dem Bürgersteig, umbrandet von dem sinn- und ratlosen Hin- und Hertreiben der Bauern.

Vom Bahnhof her kommt ein kleiner bärtiger Mann in grauem Straßenanzuge, ein Köfferchen in der Hand. Der Stolper sieht ihn, das rastlose Männchen amüsiert ihn, das nichts mit dem Getriebe anzufangen weiß, sich hier hineinschiebt, dort wieder zurückläuft, hier vordringt, dort steckenbleibt.

Das Männchen läuft unermüdlich Sturm gegen die eingekeilten Massen, wie eine Ameise versucht er unermattet stets von neuem den Durchbruch, der ihm doch nicht gelingt, diesmal aber in die Nähe der Fahnengruppe bringt.

Kriminalkommissar Tunk verfolgt den weichen, breitrandigen, grauen Filzhut, der nun plötzlich zielbewußt auf die Gruppe zuhält. Es ist eine Zone freier Luft um diese Schar, schweigend stehen die Bauern und glotzen und werden wieder vorbeigedrängt.

In den freien Raum stürzt der Kleine, lüftet schon den Filzhut, bewegt schon die Lippen. – Tunk meint ihn sprechen zu hören, eine höfliche Frage, mit piepsiger Stimme. Aber niemand beachtet ihn, die Beamten stehen mit dem Rücken gegen das Volk, um ihre Siegesbeute geschart.

Da faßt der kleine Bärtige Mut, er streckt die Hand aus und zupft von hinten einen Beamten am Rock.

Was geschieht, ist wie das Einschlagen eines Blitzes.

Der Beamte, ein Polizist, fährt herum, als sei ihm ein Messer durch den Leib gestoßen. In seiner Hand blitzt es, weiß und glänzend. Der Säbel fährt durch die Luft, quer in das Gesicht des Kleinen. Einen Augenblick meint Tunk, den breiten, klaffenden Riß zu sehen, der schräg über Nase und beide Backen läuft. Dann hebt das Männchen die Hände zum Gesicht, sein gurgelndes tiefes »Oh« ist über alles Geräusch hin bis zum Fenster des Postamtes zu hören. Und der Mann stürzt vornüber, verschwindet im Getriebe der Leiber.

Zugleich ziehen sich die Beamten mit ihrer Fahne weiter gegen die Hauswand zurück, in der Ferne wird Musik laut, ein lauteres Gemurmel läuft durch die Reihen.

Tunk mit dem Gamsbart wirft sich mit seinem Rücken gegen die Leute hinter ihm. »Platz hier!« schreit er, sich Bahn brechend. »Ist das hier ein Postamt oder ein Theater? Platz! Ich muß telefonieren!«

Die Tiefe der Schalterhalle ist leer, alles steht an den Fenstern. Der Kommissar eilt auf die nächste Telefonzelle zu. »Jetzt wird es Zeit«, murmelt er.

Die Tür schlägt hinter ihm zu, er legt einen Groschen bereit, nimmt den Hörer ab. Wirklich meldet sich ein Fräulein.

»Dreihundertzweiundsiebzig. Aber rasch. Es brennt.«

»Bitte zahlen!«

Der Apparat läutet, es meldet sich das Mädchen von Bürgermeister Gareis.

»Schnell, der Bürgermeister! Es geht um Leben und Tod!«

»Herr Bürgermeister ist in Urlaub.«

»Sie Pute, Sie! Sie Idiotin, Sie!« schreit der Kommissar.

»Hören Sie nicht, daß es um Leben und Tod geht!? Wollen Sie den Bürgermeister rufen, Sie Gans, Sie verfluchte!«

»Einen Augenblick, bitte! Einen Augenblick, ich rufe Herrn Bürgermeister sofort«, haucht es drüben.

»Aber ein bißchen dalli, ja, hören Sie!«

Der Kommissar grinst wie ein Affe, den Hörer in der Hand fängt er plötzlich an, Kniebeugen zu machen, in irrem Tempo, auf, ab, auf, ab, immer rascher, immer wilder, während das Herz schneller klopft, die Lunge hastig, versagend atmet.

So gelingt es ihm, als der Bürgermeister sich fett, verschlafen (und sehr ungehalten) meldet, mit atemloser Stimme, aussetzend, völlig naturgetreu zu stammeln: »Herr Bürgermeister! Herr Bürgermeister! Genosse Gareis! Die Bauern kämpfen mit der Polizei! Der Inspektor ist niedergeschlagen, zwei Wachtmeister sind gefallen. Eben ziehen zehn, zwölf Bauern ihre Pistolen. Retten Sie ...«

Seine Stimme ist weg. Und während am andern Ende der Strippe Gareis tobt, legt Tunk sachte den Hörer auf den Telefonkasten, hängt nicht ab, schleicht leise aus der Zelle, schließt leise die Tür.

Und er betritt die Zelle daneben, fordert mit seiner gewöhnlichen Stimme Nummer 785.

Es meldet sich der Gastwirt Mendel in Grünhof.

»Hier Kriminalpolizei. Rufen Sie mir sofort den Oberleutnant Wrede an den Apparat. Er sitzt in Ihrem Gastzimmer.«

Und dann: »Also, Wrede, ich ... ja, Sie wissen schon ... lieber keine Namen. Ich habe es also geschafft. Lassen Sie Ihre Leute sich fertig machen. In fünf Minuten fordert Sie der Gareis an. Sie wissen natürlich von nichts.«

Ruhig tritt Kriminalkommissar Tunk aus der Zelle. Aus der Nebenzelle, in der er vor drei Minuten telefonierte, taucht ein Postbeamter auf, sieht ihn zögernd an.

»Was ist denn?« fragt ermunternd Tunk.

»Sie haben wohl nicht«, fragt der Postbeamte zögernd, »von dieser Zelle aus telefoniert?«

»Ich? Haben Sie nicht gesehen, aus welcher Zelle ich kam?«

»Natürlich. Entschuldigen Sie bitte. Aber vielleicht haben Sie gesehen, wer eben in dieser Zelle war?«

»Gesehen? Warten Sie. Ja, die Zelle war besetzt, als ich kam. Bin noch reingerammelt aus Versehen. Das war so irgendwas. Ein Arbeiter, ja ein Arbeiter in blauer Jacke. Schien schrecklich aufgeregt.«

»Also ein Arbeiter? In blauer Jacke? Ich danke Ihnen. Ich will gleich Bescheid sagen. Danke schön.«

Und der Postmensch taucht in der Zelle, der Kriminalist in der Menge unter.

10

Die Einhorn-Apotheke hat in Altholm keinen guten Ruf. Lieber gehen die Leute, und sei der Weg noch dreimal weiter, in die Salomon-Apotheke oder in die Apotheke zum Wassermann.

Das kommt daher, weil der Apotheker Heilborn jener milden Art von Verrücktheit verfallen ist, die man in plattdeutschen Gegenden Mallheit nennt. Er denkt gar nicht daran, den Leuten das zu geben, was sie haben wollen, sondern er verkauft nur, was er für richtig hält. Will Frau Marbede Pyramidon für ihre rasenden mordenden Kopfschmerzen, so verabfolgt er ihr einen Irrigator, »damit Sie endlich mal den Dreck aus Ihren Därmen loswerden«. Und den jungen Männern und Mädchen legt er gern zu ihren Einkäufen Präservativs: »Dann kommt ihr wenigstens nicht ewig nach Gonosan und Tripperspritzen bei mir angelaufen.«

In der letzten Zeit ist die Einhorn-Apotheke fast völlig verödet. Apotheker Heilborn hat seine erzieherische Tätigkeit auch auf die Ärzte Altholms ausgedehnt: er genehmigt noch lange nicht jedes Rezept, verstärkt und schwächt ab, wie er es für gut hält, und ist darum angezeigt worden.

Lange wird er seine »Abdeckerei«, wie Altholm rachegierig sagt, nicht mehr haben. Aber bis sie ihm das Privileg entziehen, steigt er noch in seinem Laden herum und füllt seine Zeit damit aus, immer konzentriertere Morphinlösungen für sich anzusetzen. Er ist voll beschäftigt, denn die Nadeln seiner Injektionsspritzen müssen stets ausgekocht werden, und dann sind die langen schönen Dämmerzustände da ...

Nicht immer ist er allein. Im Provisorzimmer sitzt oft stundenlang neben ihm Frau Schabbelt. Zwei haben sich gefunden.

Dort sitzen sie beide, alt, schmierig, schmutzig, mit grauen, ungekämmten Haarzotteln, verdreckten Fingern, blaß, graugelb, mit zitternden Lippen. Manchmal legt Frau Schabbelt den Kopf auf den Tisch und schläft ihren tiefen Totenschlaf nach den schweren Schnäpsen, die ihr Heilborn braut. Manchmal sinkt sein Kopf vornüber auf die Brust, der Speichel tropft fädig auf Weste und Hemd: sie sind fort aus Altholm, beide, haben keine Familie mehr, keine Freunde, kein bekanntes, verhaßtes Bett, kein Grab, gekauft und schon eingezäunt, auf dem Friedhof.

Er sagt zu ihr: »Nein, gehen Sie jetzt noch nicht Jetzt trinken Sie noch einen, und ich nehme eine schöne vierprozentige Lösung.« Er geht in die Apotheke.

Sie starrt auf den Hof, auf das faulende, grau gewordene Stroh der Verpackungen, das häßliche Kistenholz, aus dem rostige Nägel starren.

Nach einer Weile fällt ihr auf, daß er gar nicht wiederkommt, sie fängt an, nach ihm zu rufen: »Herr Heilborn! Herr Heilborn!«

Aber sie wird dessen müde, sie versucht aus den Neigen der Flasche und des Glases einen vollen Geschmack in den Mund zu bekommen, und dann steht sie auf und geht mühsam, taumelnd, sich an Tisch, Stuhl, Schrank und Wand haltend, gegen den Laden hin.

Dort steht Heilborn, an die Wand gelehnt und lauscht nach draußen. Die hohen Fensteraufbauten verwehren den Blick, aber es dringt herein ein wildes drohendes Brausen.

»Pssst!« flüstert Heilborn und legt den Finger auf den Mund.

»Pssst! Ganz leise sein! Sie wollen mich holen, in die Klappsmühle, aber sie finden mich nicht«

Auch die Frau lauscht: »Unsinn«, sagt sie mit schwerer Zunge. »Das sind viele. Da ist etwas passiert«

Sie geht zur Ladentür und öffnet sie.

Grade vor dem Schaufenster der Apotheke steht die Gruppe der Beamten mit der eroberten Fahne. Die Menge ist weit ab, und so sieht Frau Schabbelt den Henning im Rinnstein liegen, blutend, blaß, mit geschlossenen Augen.

Fünf Schritte weiter sitzt auf dem Kantstein ein kleines Männchen, das Gesicht in den Händen, zwischen deren Fingern unaufhörlich Blut hervorströmt.

Leute stehen umher, in größerem Abstand, denn noch immer patrouillieren die Polizisten mit blanker Waffe auf und ab und rufen: »Weitergehen! – Nicht stehenbleiben! Weitergehen!«

Frau Schabbelt läuft eilig und torkelnd über die Stufen zu dem liegenden Verletzten. Sie beugt sich über ihn, sie ruft ihn, in ihrem Hirn hat es sich verwirrt: sie meint, ihren gestorbenen Sohn zu sehen.

»Was hast du gemacht, Herbert? Warum liegst du hier? Du sollst hier nicht liegen!«

Sie sieht böse zu dem Apotheker hin, der versucht, den kleinen grauen Mann auf die Beine zu bekommen: »Kommen Sie hierher. Der ist nicht wichtig. Hier ist Herbert. Herbert hat sich verletzt.«

Jetzt bekommen auch Bauern Mut, einige treten heran, helfen der Betrunkenen, Henning aufzuheben. Sie hält seinen Kopf. »Dorthin«, sagt sie eifrig, »dorthin, in die Apotheke!«

Die Leute schleppen los. Zwei andere führen den kleinen Bärtigen, den der Apotheker von hinten hält.

Durch die Menge drängt der Polizeioberinspektor: »Halt!« ruft er. »Diese Leute sind verhaftet. Keiner darf mit ihnen sprechen. Halt, sage ich!«

Die alte Frau dreht sich um. Aus dem grauen Gesicht mit den tausend Falten leuchten die grauen Augen.

»Gehst du weg, du Rotzjunge«, sagt sie. »Dein Vater hat die Bauern betrogen, und du wirst dein Lebtag auch nur ein Leutebetrüger sein!«

Von dem Stolper Torplatz her ertönt fröhliche Marschmusik. Die Kapelle hat endlich auf Umwegen die Spitze des Zuges erreicht, der sich neu sammelt, wieder in Bewegung kommt.

»Los! Marschiert! In die Auktionshalle!« schreit Padberg. »Alles andere findet sich nachher. Nur erst fort von hier!«

In der Tür der Apotheke verschwinden die Träger mit den Verletzten.

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