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Balladen und Bilder

Gustav Schüler: Balladen und Bilder - Kapitel 21
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleBalladen und Bilder
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger
printrun1. - 3. Tausend
year1914
correctorAlfred Wey
senderwww.gaga.net
created20150910
projectid3da450f6
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Im Weiher

Das Mühlrad dreht sich schneckenschwer –
Seltsam, die Mühle läuft doch leer!

Der schlurfende Müller schüttet erst auf.
Wie knickert das Rad mit stockerndem Lauf.

Es mahlt nicht. Das Rad bleibt beinahe stehn.
»I weiß net?« – er geht, um nachzusehn,

Und sieht, daß Nachbars Peter ins Rad
Seinen flachsigen Kopf geborgen hat,

Vor seinem Weibe, der Schneiderskathrin,
Die lockte ihn, aus der Heimat zu ziehn.

Von jenseit der Berge kam er zur Nacht,
Vom schreienden Heimweh hergebracht.

Und weil er nicht wußte, wohin damit,
Er sachte ins stille Wasser glitt.

In den Weiher, den er von klein auf gekannt,
Rettet er sich vor dem fremden Land.

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