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Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren

Else Ury: Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren - Kapitel 9
Quellenangabe
typenarrative
authorElse Ury
titleBabys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag GmbH Berlin
illustratorKurt Lange
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141016
projectiddbcf20f7
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Katzenkätchen

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Katzenkätchen hat ein niedliches, weißes Miesekätzchen. Das schläft in einem Körbchen neben ihrem Bettchen. Jeden Morgen bringt Katzenkätchen ihrer Miesekatze ein Schüsselchen süße Milch. »Mies, Mies, Mies, Mies«, ruft das kleine Mädchen, dann kommt das Kätzchen herbeigesprungen und läßt es sich schmecken.

Wenn die Mama ihren Hut aufsetzt und fortgeht, fängt Katzenkätchen an zu weinen. Das ist gar nicht artig. Wenn aber Katzenkätchen ada geht, ist das Miesekätzchen traurig. Da läßt sich Katzenkätchen ein rosenrotes Bändchen von der Mama schenken, nimmt ihre Miesekatze wie ein Hündchen an die Leine, und nun kann es mit ada gehen.

Katzenkätchen ist unartig und will auf der Straße nicht anfassen. Sie läuft ihrer Berta immer fort.

»Komm zurück, Katzenkätchen«, miaut das Kätzchen und zerrt an dem rosenroten Bändchen.

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Aber Katzenkätchen läuft weiter. Immer weiter, Miesekätzchen muß mit. Jetzt ist die Berta gar nicht mehr zu sehen.

»Miau«, sagt das Kätzchen und hat Angst.

Aber Katzenkätchen lacht. »Ich finde ganz allein nach Hause, ich bin ja schon drei Jahre alt«, sagt sie zu ihrem Kätzchen.

Durch eine lange Straße rennt das kleine Mädchen. Ei – das schöne Puppengeschäft, das muß sich Katzenkätchen doch angucken!

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»Miau – nach Haus – nach Haus«, so ruft das Miesekätzchen. Jetzt kommen Katzenkätchen und ihr Kätzchen an einen Spielplatz, wo viele Kinderchen mit Sand spielen.

Da nimmt Katzenkätchen ihr Eimerchen vom Arm und will auch Kuchen backen.

»Miau – miau – deine Mutti weint«, miaut das Kätzchen. Katzenkätchen sieht sich erschreckt um. Ach, auf der Bank sitzt keine Berta. Katzenkätchen ist ihr ja weggelaufen. Ganz allein ist das kleine Mädchen mit ihrer Miesekatze. Geschwind nun nach Hause!

Aber wo ist bloß das Haus, in dem Vater, Mutti und Berta wohnen? Noch immer kommt es nicht, und Katzenkätchen und Miesekätzchen, die sind doch alle beide schon so müde. Richtig – Berta geht ja sonst immer mit ihr über einen großen Damm. Aber allein traut sich die Kleine nicht hinüber, da sind so schrecklich viele Autos, die fahren kleine Kinder und kleine Miesekatzen, die allein gehen, mausetot.

Schwarze Wolken kommen am Himmel angesegelt. Und immer noch steht Katzenkätchen mit ihrem Kätzchen allein auf der Straße. Hu – heult der Wind. Und jetzt ein goldener Zickzack in der Luft – das war der Blitz. »Brumm – brumm« rollt der Donner laut hinterher. Er ist ärgerlich, daß das unartige kleine Mädchen ihrer Berta fortgelaufen ist. Katzenkätchen fängt bitterlich an zu weinen. Sie hat solche Angst vor Blitz und Donner. Klitsch – klatsch – fällt der Regen. Miesekätzchen miaut jämmerlich. Katzenkätchen nimmt ihr Kätzchen auf den Arm.

Da kommt ein Schupo angegangen.

»Nanu – was tut ihr beide denn allein auf der Straße?« fragt er verwundert.

»Wir sind fortgelaufen«, sagt Katzenkätchen ganz ängstlich.

Der Schupo sieht sehr böse aus.

»Ach, lieber Herr Schupo, wir wollen es auch nie wieder tun«, weint das kleine Mädchen. »Bringen Sie uns doch bitte, bitte, nach Hause zu Mutti.«

»Na, wenn ihr es nie wieder tun wollt, will ich euch nach Hause bringen.« Der Schupo nimmt die beiden an die Hand.

Zu Hause aber kriegt das ungezogene Katzenkätchen was mit der Rute. Die läuft nie wieder fort.

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