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Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren

Else Ury: Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren - Kapitel 7
Quellenangabe
typenarrative
authorElse Ury
titleBabys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag GmbH Berlin
illustratorKurt Lange
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141016
projectiddbcf20f7
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Die Tick-tack

.

Tick – tack – tick – tack – so macht die große Uhr im Speisezimmer.

»Lottemaus, es ist gleich sieben, komm, Liebling, du mußt ins Bett gehen«, sagt die Mutti.

Aber die kleine Lotte, die eben noch so artig ihr Abendsüppchen gegessen hat, fängt laut zu weinen an.

»Nein – nein – Lotte nicht baba gehen, Lotte spielen«, so ruft sie, und die Tränen kullern ihr über die dicken Bäckchen.

Mutti macht ein trauriges Gesicht, denn wenn Kinder unartig sind, ist die Mutti immer sehr traurig.

»Komm, Lottemaus, die Hühnerchen und die Bausteine und all die Püppchen müssen nun auch in die Baba. Sieh nur, wie müde sie sind!« Mutti legt die niedlichen Püppchen, die Bausteine und die kleinen Hühnerchen in die Spielzeugschachtel.

»So, nun liegen sie alle in ihrem Bettchen und können die ganze Nacht schön schlafen. Nun kommt meine kleine Lottemaus heran.«

Mutti nimmt ihr Töchterchen an die Hand.

»Ist auch der Onkel Mond schon am Himmel und guckt zu?« fragt die kleine Lotte.

Mutti zieht den Vorhang vom Fenster fort.

Ja, da steht der Mond hoch am Himmel und blickt auf Lottemaus herunter.

Aber er sieht heute gar nicht freundlich aus. Nein, er macht ein sehr böses Gesicht, daß solch ein kleines Mädchen noch nicht in ihrem Bettchen liegt. Denn es ist schon ganz dunkel auf der Straße.

.

In der Kinderstube wartet Lottes Kinderfrau mit Schwamm und Seife, um Lottemaus schön sauber abzurubbeln. Aber da geht das Geschrei schon wieder los.

»Mutti waschen – Mutti Lotte ins Bett bringen«, so schreit das ungezogene Kind und – wutsch – läuft sie ihrer guten, alten Kinderfrau weg. In der Ecke, drin im Speisezimmer, wo die große Uhr steht, da versteckt sich das unartige, kleine Mädchen. Dort findet sie die Kinderfrau sicher nicht.

»Lottemaus, die Uhr wird gleich schlagen, höre nur, wie böse sie tickt.« Mutti macht ernste Mutti-Augen. Lotte sieht Mutti an und dann wieder die große Uhr.

»Tick – tack – tick – tack«, sagt die Uhr und springt ärgerlich mit ihrem langen, dünnen Bein und dem runden, gelben Fuß hin und her.

»Lotte, die Uhr schlägt!« ruft Mutti.

Lottemaus hat gestern erst von Vati Schläge bekommen, weil sie nicht einschlafen wollte und immerfort »Mutti« gerufen hat. Das hat sehr weh getan!

Und bum – da fängt die große Uhr an zu schlagen – bum – bum – bum – bum – – –

Aber Lottemaus ist schon längst zu ihrer Kinderfrau gelaufen und läßt sich artig ins Bett bringen.

Da ist die Tick-tack sehr froh und hört gleich auf zu schlagen.

Heute weint Lotte kein bißchen, als die Kinderfrau das Licht ausmacht und dann die Tür fest verschließt. Und kein einziges Mal ruft sie heute mehr »Mutti«, sondern sie schläft gleich ein.

.

In der Ecke, drin im Speisezimmer, wo die große Uhr steht, da versteckt sich das unartige kleine Mädchen.

Und der Onkel Mond guckt durch das Fenster in die Kinderstube hinein und macht ein sehr freundliches Gesicht.

Und all die blanken, kleinen Sternchen freuen sich, daß Lottemaus jetzt wieder so artig ist.

.

 

 

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