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Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren

Else Ury: Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren - Kapitel 2
Quellenangabe
typenarrative
authorElse Ury
titleBabys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag GmbH Berlin
illustratorKurt Lange
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141016
projectiddbcf20f7
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Mutters große Tochter

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Drei Jahre ist die Liselotte erst alt. Aber weil sie noch ein kleines Brüderchen hat, das noch nicht laufen kann, ist sie Mutters Große. Ihr müßtet nur mal sehen, wie schön die Liselotte ihrer Mutti schon hilft.

Des Morgens, wenn das kleine Mädchen ihre Milch, und Vati und Mutti ihren Kaffee trinken, dann sitzt auch Brüderchen in seinem Wagen dabei. Im Händchen hält es ein Stückchen naßgelutschten Zwieback. Und wenn es seinen Zwieback verliert, dann weint es. Aber Brüderchen braucht nicht zu weinen. Denn Liselotte paßt auf und gibt Brüderchen seinen Zwieback gleich wieder ins Händchen. Dann läßt sich Liselotte die schöne, blanke Krümelschippe und den niedlichen, kleinen Besen heruntergeben. Damit fegt sie alle Semmelkrümchen sorgsam von der Kaffeedecke und streut sie den Vögelchen als Futter auf das Fensterbrett.

Nun wird Brüderchen gebadet. Liselotte steht daneben und reicht Muttchen Seife und Schwamm zu. Und wenn Brüderchen sie auch ganz naß strampelt, Liselotte weint nicht. Denn sie ist ja Mutters große Tochter.

»Jetzt müssen wir Staub wischen, Mutti«, sagt Liselotte wichtig. Mutti wischt oben die Vasen und Bilder und das kleine Mädchen unten sämtliche Stuhlbeinchen. Auch beim großen Reinmachen hilft die Liselotte. Mit ihrem kleinen Puppenklopfer klopft sie allen Staub aus dem Sofa.

Ohne Liselotte kann die Auguste gar nicht auf den Markt gehen, denn allein kann sie doch nicht alles tragen. Liselotte hat ein kleines Körbchen am Arm, da hinein kommt Spinat und ein großer Apfel zu Apfelmus. Ach, wie schleppt das kleine Mädchen!

Wenn es draußen regnet, und Liselotte und Brüderchen nicht ada gehen können, hilft Mutters Große auch beim Kochen. Knicks – knacks – macht sie die Schotenschalen auf, daß Auguste die süßen Schoten herausholen kann. Sie hilft den Spargel zur Suppe in Stückchen brechen, und den Stachelbeeren reißt sie alle kleinen Schwänzchen aus. Nun hat die Auguste gar nicht mehr viel zu tun.

Jetzt ist es schon wieder Zeit, den Tisch zu decken. Erst stellt Liselotte die Messerbänkchen herum, schön ordentlich. Auch Löffel und Servietten kann sie hinlegen. Aber Messer und Gabel darf kein kleines Mädchen anfassen, ja nicht, – die pieken!

Nein, was Mutters große Tochter alles zu tun hat!

Wenn sie der Auguste nach Tisch nicht abtrocknen hilft, dann wird die überhaupt nicht fertig. Alle Löffelchen, alle Quirle und Deckelchen muß das kleine Mädchen abtrocknen. Und zum Brüderchen muß die Liselotte auch hinlaufen und mit ihm spielen, damit es nur nicht weint und Muttchen beim Nachmittagsschlaf stört. »Mum – mum – mum – Kuckuck«, so macht die Liselotte und dann lacht Brüderchen ganz laut und zeigt seine beiden Beißerchen.

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Wenn die Sonne baba macht, dann muß auch Liselotte ins Bettchen. Erst aber räumt sie alle ihre Spielsachen schön ordentlich fort. Die Püppchen in den Wagen und die Töpfchen in die Puppenküche. Auch Brüderchens Klapper, sein Mähschaf und den Gummihund muß Liselotte erst noch in die Baba bringen.

Ja, wenn Muttchen ihre große Tochter nicht hätte!

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