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Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren

Else Ury: Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren - Kapitel 13
Quellenangabe
typenarrative
authorElse Ury
titleBabys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag GmbH Berlin
illustratorKurt Lange
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141016
projectiddbcf20f7
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Der Zucker-Schneemann

.

Hei – wie das draußen schneit!

Weiße Schneeflöckchen tanzen vom Himmel herunter, immer mehr, viele tausend. Ein wunderschönes, weißes Kleid hat die Erde jetzt an.

Brüderchen und Schwesterchen gucken artig aus dem Fenster.

»Lauter Zucker«, ruft die kleine Leni und streckt begehrlich die Zunge aus dem roten Mäulchen.

»Muttchen, dürfen wir in den Garten hinaus, ach bitte ja«, bettelt der Heini.

»Na lauft«, sagt Muttchen lächelnd, »aber schön warm vermummen«.

Brüderchen und Schwesterchen klettern in ihre Pelzgummischuhe, da sehen sie beide wie kleine Bären aus. Eine warme Mütze kriegt der Heini auf, und die Leni ein rotes Käppchen.

Hu – ist das kalt draußen!

Aber Brüderchen und Schwesterchen sind mollig verpackt, die frieren nicht.

Der ganze große Garten, jeder Baum und jedes Zweiglein ist heute aus lauter Zucker. Leni macht den Mund auf und fängt die Zuckerflöckchen, die vom Himmel herunterfliegen, mit der Zunge auf. Die schmecken aber fein!

»Zucker-Schneemann machen, großen Zucker-Schneemann machen«, bittet Schwesterchen.

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Da holt der Heini viel, viel Schnee herbei und kullert ihn, bis es ein ganz großer Kloß wird. Die Leni hilft auch. Sie macht einen kleinen Zuckerkloß. Das wird der Kopf von dem Schneemann. Zwei schwarze Kohlenaugen hat er und eine lange Mohrrübennase.

Die Leni hat zuerst ein bißchen Angst und traut sich nicht recht an den großen Zucker-Schneemann heran. Aber Brüderchen nimmt sein Schwesterchen an die Hand, da fürchtet es sich gar nicht mehr.

»Guten Tag, lieber Zucker-Schneemann«, sagt es mutig und macht einen artigen Knicks.

Nun holt der Heini seinen kleinen Schlitten herbei.

Die Leni wird heraufgesetzt und mit einer warmen Decke eingemummt. Brüderchen spannt sich als Pferdchen vor und hui – da fliegt der Schlitten durch den weißen Zucker. Schwesterchen klatscht vor Freude in die Hände, und der Zucker-Schneemann guckt mit seinen schwarzen Kohlenaugen zu. Er möchte auch gar zu gerne Schlitten fahren.

Da – aufgepaßt – ein großer Stein – pardauz, der Schlitten kippt. Brüderchen und Schwesterchen, alle beide liegen im Schnee. Und als sie wieder herauskommen, sehen sie auch wie zwei kleine Schneemänner aus. Der große Zucker-Schneemann aber steht da und lacht.

Da kommt die Minna und bringt den Kindern schöne, heiße Milch in den Garten. Ei – die tut gut!

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Die Leni aber läuft geschwind mit ihrem Täßchen zu dem armen Schneemann, der keine warme Milch kriegt und ohne Mäntelchen frieren muß. »Da, lieber Zucker-Schneemann«, sagt das kleine Mädchen und hält dem Schneemann ihre Tasse an den kalten Mund.

Der Zucker-Schneemann trinkt einen großen Schluck und macht ganz freundliche Kohlenaugen. Leni leckt inzwischen ein bißchen an seinem Arm, ob er auch wirklich aus Zucker ist.

Aber als Brüderchen und Schwesterchen am nächsten Morgen wieder in den Garten hinauslaufen, da steht kein Zucker-Schneemann mehr da. Nur die liebe Sonne, die vom Himmel herunterguckt, weiß, wo er hingekommen.

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