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Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren

Else Ury: Babys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren - Kapitel 10
Quellenangabe
typenarrative
authorElse Ury
titleBabys erstes Geschichtenbuch für die Kleinen von 2-5 Jahren
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag GmbH Berlin
illustratorKurt Lange
year1929
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20141016
projectiddbcf20f7
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Nuckeldäumchen

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Schscht – leise – ganz leise – keinen Radau gemacht – Fritzchen soll schlafen.

Mutter steht an seinem Bettchen, gibt ihrem Jungen den allerletzten Gutenachtkuß und bindet die Deckenzipfel an dem Gitterbett fest. Denn Fritzchen ist ein Strampelfritzchen und strampelt sich immer bloß. »Nun schlafe süß, mein Kleines, und nicht mehr an dem Däumchen nuckeln, hörst du? Du weißt doch, eins – zwei – drei – hast du es hinuntergeschluckt, und dann hat mein Fritzchen keinen Daumen mehr!« »Klapp« macht die Tür, Mutter ist ins andere Zimmer gegangen.

Fritzchen guckt mit müden Augen durch das Bettgitter. Alles schläft schon in der Kinderstube. Der Hampelmann hat den wackligen Kopf gegen die Wand gelehnt und hopst nicht mehr lustig auf und nieder. Das große Schaukelpferd steht in der Ecke in seinem Stall und macht baba. Da macht auch Fritzchen seine beiden Guckäugelchen zu.

Aber – o weh – er hat ganz vergessen, was Mutter ihm eben erst gesagt hat. Jupp – ist das Nuckeldäumchen wieder in den kleinen Mund gewandert. Fritzchen nuckelt so laut, daß der Brummkreisel, der auf der Erde liegen geblieben ist, ärgerlich zu brummen beginnt. Aber der kleine Junge läßt sich nicht stören. Er lutscht an seinem Däumchen, als ob es eine Schokoladenzigarre wäre. Ganz häßlich und breit sieht der kleine Daumen schon von dem ungezogenen Nuckeln aus. Doch das Nuckeln läßt Fritzchen trotzdem nicht. Und er ist doch schon drei Jahre alt, der große Junge.

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Am Morgen schaut die liebe Sonne durch das Kinderstubenfenster und küßt Fritzchen munter. Fritzchen schlägt seine Augen auf und guckt ängstlich nach seinen beiden Händchen. Nanu – wo ist denn sein Nuckeldäumchen hin?

Es sitzt nicht mehr an seiner kleinen Hand – weg ist es!

Ist es vielleicht unter das Kopfkissen gerutscht oder am Ende in Fritzchens Strumpf geklettert? Fritzchen wirft mit weinerlichem Gesicht all seine Betten durcheinander. Er sucht unter dem Laken, in den roten Morgenschuhchen unter dem Bett und in seinen weißen Nachthöschen, die doch gar keine Taschen haben.

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Pi – po – pa – Nuckeldäumchen ist nicht da! Fritzchen hat es im Schlafen beim Nuckeln hinuntergeschluckt!

Da fängt das arme Fritzchen an zu weinen und zu schreien, daß die ganze Kinderstube wackelt. Der Hampelmann wacht auf, und das Schaukelpferd läuft Galopp. Der Brummkreisel aber brummt: »Siehst du, Fritzchen, das kommt vom Nuckeln!«

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