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Friedrich Gerstäcker: Australien - Kapitel 9
Quellenangabe
typereport
authorFriedrich Gerstäcker
titleAustralien
publisherJ. G. Cotta'scher Verlag
seriesReisen
volumeVierter Band
year1853
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
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8. Die Indianer Australiens.

Ich darf aber nicht eher wieder in See gehen, bis ich dem Leser die versprochene Skizze über die australischen Stämme gegeben habe – er wird manches Interessante darin finden.

Nach dem ersten Eindruck zu urtheilen, sind die Urbewohner Australiens sicherlich das vom Schöpfer am meisten vernachläßigte Volk, denn eine häßlichere, schmutzige Race läßt sich kaum denken. Ja selbst bei näherer Bekanntschaft wird man sich nur in sehr seltenen und einzelnen Fällen mit ihnen befreunden können, und dennoch besitzen sie weit mehr Fähigkeiten, als man ihnen, einer flüchtigen Bekanntschaft nach, zutrauen möchte.

In früheren Beschreibungen dieser Race fand ich z. B. zum Vorwurf angerechnet, daß sie keine ordentliche Hütten bauten und nicht einmal Bogen und Pfeile hätten, eine Waffe, die sonst der ärmste der Stämme anderer Indianer nicht entbehrte und doch liegt eine volle Entschuldigung eben dafür in der Natur ihrer eigenen Verhältnisse wie des Landes, in dem sie leben. Wohnungen macht ihnen ihr Klima entbehrlich, ihre Lebensart unpraktisch, denn Nomaden die sie sind wandern sie, so weit ihre Jagdgründe reichen, fortwährend von Ort zu Ort. Den Regen wissen sie dabei durch geschickt aufgestellte Stücken Baumrinde abzuhalten, und gegen Kälte ist ihre derbe Natur abgehärtet. Bogen und Pfeile haben sie aber nicht, weil das Holz ihrer Wälder nicht elastisch genug zu Bogen ist, während sie mit Hülfe ihres Wurfstocks die kleinen spitzen Speere gerade so sicher und weit schleudern, wie einen Pfeil. Die Indianer der Pampas führen auch keine Bogen, aber ihre Bolas sind eine wohl noch gefährlichere Waffe.

Die australische Race selber scheint eine Mischung der Neger und Südsee-Insulaner, wenn nicht Neger und Malayen, doch ist ihr Charakter auch nicht über den ganzen australischen Continent gleichmäßig ausgesprochen, denn theils der Ausdruck ihrer Züge ist verschieden, theils sogar ihre Farbe, die von schwarz zu kupferbraun wechselt. Ihr Haar ist rabenschwarz und theils glatt, theils lockig, aber nie wollig, wie bei den Negern, und sie reiben es sich ungemein gern mit Fett ein. Ueberhaupt spielt das Fett bei ihnen eine sehr große Rolle, und das Nierenfett ist gerade die Trophäe die sie ihren überwundenen Feinden entreißen, und durch das sie, wenn sie sich damit einreiben, die geraubte Stärke des Besiegten auf sich überzutragen meinen. Wie der nordamerikanische Wilde, der seinen zu Boden geworfenen Feind nur scalpirt und oft nicht einmal tödtet, habe ich viele Beispiele erzählen hören, wo Schwarze und auch hie und da Weiße, mit nur aufgeschnittenem Leib und des so werthvollen Fettes beraubt, noch eine ganze Strecke gelaufen – Schwarze sogar manchmal durch einen Fluß geschwommen sind – aber sterben mußten sie am Ende doch.

Jetzt, wo ich Australien hinter mir habe, schreibe ich auch mit großer Gemüthsruhe über die, das wenigste zu sagen, unangenehme Angewohnheit dieser wilden Stämme, damals aber, als ich den Murray hinunter durch ihre Mitte zog, war mir gar nicht so wohl zu Muthe, und ich weiß mir einen Morgen noch recht gut zu erinnern, an dem ich mich ordentlich untersuchte, ob ich mein Bischen Fett noch richtig bei mir hatte.

Es ist dabei außerordentlich, auf was ein Reisender durch die Welt in den verschiedenen Theilen derselben Alles zu achten hat, und wie viel verschiedene Theile seines Körpers er nach und nach, je nachdem er ein Land verläßt und ein anderes betritt, in Gefahr bringt. Die nordamerikanischen Indianer wollen, wie bekannt seinen Scalp, die australischen das Nierenfett – in Deutschland verlangen sie einen Heimathschein, oder sie nehmen die ganze Person – auf der Insel Luzon trachten sie den Reisenden nach den Waden – einzelne afrikanische Stämme nehmen blos die Kinnbacken und die Neuseeländer den ganzen Kopf – man wird zuletzt ordentlich confus bei diesen verschiedenen Bedürfnissen.

Was das Aussehen dieser Indianer betrifft, so war ich darin vielleicht ein wenig verwöhnt, und kam gerade aus den Südsee-Inseln mit einem Vorurtheil gegen diese schwarzen schmutzigen Stämme an, dennoch aber glaube ich kaum, daß ihnen der größte Schmeichler sagen könnte, sie wären schön gewachsen, und wenn auch einige, besonders von den Männern, einen schöngeformten Oberkörper, und einen, manchmal sogar edel aussehenden Kopf haben, so sind Beine und Arme meistens widerlich dünn und abgemagert, und die Frauen ebenfalls selten schön gewachsen. Man kann darüber auch ein ganz richtiges Urtheil fällen, da sie keinen ihrer Reize verhehlen.

Sonderbar ist es dabei, daß sich die Männer weit eher dazu bewegen lassen Kleider anzulegen, als die Frauen; die letzteren werfen gewöhnlich Alles wieder ab, und selbst in Adelaide wo sie gar nicht unbekleidet erscheinen dürfen, tragen sie eben nur ihren Opossumfellmantel um sich hergeschlagen. Die Männer gewöhnen sich leicht und gern an Hosen und Hemden, nur Schuhe mögen sie nicht, und betrachten alles Derartige mit gründlicher Verachtung. Unter den tausenden von Frauen übrigens die ich in den australischen Wäldern gesehen habe, glaube ich nicht daß drei hübsche waren, oder wenn so, hatten sie sich jedenfalls, hinter eine Schmutzkruste sorgfältig und mit Erfolg versteckt gehalten.

Die Sitten und Gebräuche dieser Stämme jedoch genau kennen zu lernen, dazu gehört ein jahrelanger Aufenthalt zwischen, und genauer Verkehr mit ihnen; zu dem ersten hatte ich aber keine Zeit, und zum letzten, meines Nierenfettes wegen, gerade keine besondere Lust. Trotzdem zog ich, wo mir das nur irgend möglich war, die genauesten Erkundigungen über die Stämme ein, und erfuhr manchmal auch mehr wie mir selber lieb war von ihren Sitten. Das Interessanteste aber darüber erhielt ich in Adelaide von dem Protektor der südaustralischen Indianer, Herrn Moorhouse, der mir sein seit 1839 geführtes Journal zur Durchsicht überließ, und mir erlaubte Notizen daraus zu nehmen.

Seine Bemerkungen erstrecken sich hauptsächlich auf die Adelaide-Stämme und einige Theile vom Murray – vom Bonnsee niederwärts bis Murrunda, und da ich diese Theile ebenfalls selber besucht hatte, interessirte es mich um so mehr. Der Leser findet vielleicht an einem kurzen Auszug aus dem Ganzen Gefallen, jedenfalls aber manches Neue darin über diese wilden der Cultur so wenig zugänglichen Eingeborenen.

Ihre Sitten und Gebräuche werde ich später zusammenstellen, und mich jetzt erst einmal vor allen Dingen an das Journal halten.

Die hauptsächlichste Schwierigkeit scheint von Anfang an, bei der Civilisation der Indianer, darin bestanden zu haben sie zu vermögen ihre beweglichen Wohnungen aufzugeben, sich wirkliche Häuser zu bauen und ein Stück Feld zu bestellen. Damit wäre aber auch freilich Alles überwunden gewesen, denn wenn der Indianer erst einmal sein altes Leben aufgegeben und ein neues begonnen hat, führt ihn schon hierin ein Schritt nach dem anderen immer weiter und weiter hinein. Dazu wollten sich denn auch die Stämme so viel Versuche mit ihnen gemacht wurden, unter keiner Bedingung verstehen, und selbst während sie Essen und Kleidung bekamen gingen sie nur mit größtem Widerwillen, und eben so lange, als sie sich derselben nicht entziehen konnten, an die Arbeit.

»Um Adelaide herum hielten sich 1839 circa 540 Eingeborene auf, die aus fünf Stämmen bestanden. Einer lebte auf Muliakki (dem sogenannten Millner Estate und bestand nur aus 20 Seelen; der zweite, der Wirra-Stamm wohnte an den Ufern des Para-Flusses und bestand aus 120 Seelen; der dritte nördlich von Adelaide bis zum Berg Tenible, und bestand aus 80 Seelen; der vierte, Patpunga, an der südlichen Küste, vom Berg Tenible bis nach Rapid-Bay, und bestand aus 90 Seelen; diese sprechen alle fast die nämlich Sprache; der fünfte, Ramong – an den Ufern von Encounter-Bay – an den oberen Theilen des Alexandiner-See's, und bestand aus 230 Seelen. Die Hälfte von diesen ist mit venerischen Krankheiten behaftet. Sie sagen die Krankheit wäre von der Küste gekommen; Entzündungen, Rheumatismus und Magenschwäche kommen ebenfalls vor.

»Die Zahl der Murray-Indianer von Ponunda bis zum Nordwest-Bend, eine Entfernung von etwa 120 Meilen, ist ungefähr 300.

»1840, Jan. 25. Bob, der Gefangene ist wieder ein vollkommener Eingeborener geworden; er ist faul und sehr unverschämt – das Gefängniß scheint eine schlimme Schule für ihn gewesen zu seyn. Er kann unter keiner Bedingung zum Arbeiten bewogen werden.

»14. Febr. Mr. Honocks Schäfer von den Eingeborenen mit Speeren getödtet.

»Eine Frau wegen Kindesmord vor Gericht gestellt – will auf keine der an sie gerichteten Fragen antworten.

»25. Mai. Großes Fest zu Ehren der Königin Viktoria – 100 Mützen, 120 Hemden, 100 Kleider vertheilt, nachher Examen der Kinder und später Festessen – 283 Indianer gegenwärtig.

»Um die Kinder in der Schule zu halten bekommen sie etwas Reis und Zwieback, und wenn sie lesen, und ordentlich aussprechen können, erhalten sie eine Decke und ein Kleid. Suppe mit frischem Fleisch und Erbsen ist ihr Leibessen.

»Im Jahr 1840 zählten die Schwarzen (Blacks) 271 Männer, 178 Frauen und 183 Kinder.

»Ein Gesetz wurde erlassen, welches den Weißen das Abfeuern von Schießgewehren, Indianer zu erschrecken, verbietet, da sie, wenn sie so oft feuern hören ohne dadurch Schaden zu leiden, die Furcht vor den Schießgewehren verlieren, und den einsam wohnenden Schäfern dann auch dieser letzte Schutz genommen würde.

»Ein Indianer am Murray gibt seiner Frau einen wilden Hund zum Aufheben, ein Weißer, Robert Gauger Esqr. Colonial treasurer läßt diesen Hund, aus irgend einer Ursache, erschießen; Indianer kommt zu Haus, findet den Hund todt, und rennt seiner Frau den Speer in die Seite daß die Frau starb.

»1841, 2. August. Ein Stockkeeper am Fluß Lyth vermißt ein Kalb und geht, da er Verdacht auf in der Nähe campirende Indianer hat, zu deren Lager; mit noch zwei Begleitern dort angekommen sieht er auf dem Feuer etwas braten, das er für sein Kalb hält, und beschuldigt den Indianer des Diebstahls. Dieser schlägt ihn mit seinem Speer, und der Stockkeeper schießt ihn nieder. Des Ermordeten Tochter sagte aus, das Gebratene sey ein Känguruh gewesen. Der Stockkeeper hieß Roach.

»Scharmützel am Rufus Creek mit 49 Europäern und 150 Indianern.

»Am 20. Febr. befanden sich auf einem Flächenraum von 2800 Quadratmeilen 650 Eingeborene, etwa 1 also in je 4½ Quadratmeilen.

»Die Blacks sind manchen Krankheiten ausgesetzt, wie besonders Entzündungen jeder Art und ihren Folgen. Am häufigsten wird Hals und Lunge bei ihnen angegriffen, wahrscheinlich eine Folge des steten Draußenliegens in Nässe und Kälte. Die nguya oder Blattern haben auch schon unter ihnen gewüthet, wie das Aussehen vieler beweist.

1843.

1840 war die Zahl der in der Stadt wohnenden Blacks 159
1841 249
1842 296
1843 405

»Diese Zahl streift von 100 Meilen nach Norden 60 Meilen nach Süden und fast 200 Meilen nach Osten, bis nahe zur Vereinigung des Rufus mit dem Murray. Am Murray sind die Männer und Frauen, an Zahl ziemlich gleich. Im Adelaide-District sind 150 Eingeborene, 70 Männer, 35 Frauen und 41 Kinder, Murray-Blacks in Adelaide 200 – von diesen 85 Männer, 53 Frauen und 62 Kinder.

»8. Juli 1843. Viele Zusammenstöße mit den Schwarzen. – Diese plündern viele Hütten und binden die Hutkeeper – haben aber keinem ein Leid zugefügt.

»Die Mädchen, die von Europäern erzogen sind, werden in gewisser Zeit durch die Zauberer aufgefordert zu ihrem Stamm zurückzukehren, und mit dem Tode bedroht, wenn sie dem Aufruf nicht Folge leisten.

»Man kann bei den Indianern die mit den Weißen in Berührung, gekommen sind, drei verschiedene Stadien annehmen. Wenn sie dieselben zuerst sehen, sind sie harmlos, und den Weißen selten gefährlich. – Bald aber weicht dieses Vertrauen – was gerade nicht besonders zu Gunsten der Weißen spricht – anderen Gefühlen – sie gehen nie ohne ihre Waffen, und sind fortwährend auf ihrer Hut – fortwährend gerüstet – erst nach längerem Zusammenseyn mit den Weißen legen sie dann diese Scheu wieder ab, und mit ihr auch die Waffen.

1844. Zahl der Indianer.

»Solche die in stetem Umgang mit den Weißen leben:   abgesondert, oder selten mit Weißen:
Adelaide‑Distrikt 300
Encounter-Bai 230 100
Morunda 300 200
Port Lincoln 60 340
Hull-River 30 40
—— ——
920 + 680  = 1600

»An der Königin Geburtstag waren gegenwärtig

1840    283 Indianer
1841    374 "
1842    400 "
1843    450 "

»Komisch sticht dagegen das Verzeichniß derer ab die die Schule besuchen. Nur höchst unregelmäßig haben sich die Kinder und selten Erwachsene dazu bewegen lassen, sowie aber ein Festessen stattfindet, sind sie alle da, und nur die größte Entfernung, oder vielleicht zu späte Kenntniß des bedeutungsvollen Tages, kann sie davon zurückhalten. In Essen und Trinken sind diese Blacks groß, und es ist fabelhaft, was sie manchmal an Lebensmitteln in sich hineinschlagen können.

»Die Nachricht von solchem Schmaus muß sich aber besonders 1845 wohl verbreitet haben, denn an diesem Tage waren in Adelaide 1041 Eingeborene versammelt. 384 vom Adelaidestamm, 207 von Encounterbai und 450 von Wellington – vom Alexandrinersee.

»Hundert Decken wurden an diesem Tag an die Eltern vertheilt, die ihre Kinder zur Schule sandten. Täglich besuchen die Schule im Durchschnitt etwa 9 Knaben und 10 Mädchen – immer aber nur kurze Zeit, währenddem andere dafür eintraten.

»Weiße haben am Murray mehrere Indianer erschlagen und die Körper wieder ausgegraben und verbrannt, den Mord geheim zu halten.

»Den 5. September 1845 ein schwarzer Knabe verhungert gefunden.

»Eigenthümlich ist es bei den Eingeborenen, daß sie in ihrem Naturzustande nie etwas von ungesunden Zähnen wissen, bis sie fünf oder sechs Jahre mit den Weißen zusammengelebt.

»Am 6. December 1845 – Nancy, ein Mädchen im Governmenthouse, ging mit ihrem Mann fort und konnte unter keiner Bedingung bewogen werden zurückzukommen. Der junge Mann wollte nicht einmal eine ihm gebotene Anstellung in der berittenen Polizei annehmen. Die Frau ist 19, der Mann 20 Jahr alt.

»Als die draußen wohnenden Indianer erfuhren, der auf einer Reise begriffene Protektor käme auch sie zu besuchen und ihre Kinder zum Schulbesuch mitzunehmen, schafften sie diese über den Fluß hinüber, und die wenigen, deren Eltern er bewogen hatte sie ihm zu überlassen und die er zu diesem Zweck mitnahm, entwischten ihm wieder unterwegs.

»1846. Am 30. März versuchte der Protektor Kinder von Murray herunter zu holen, aber die Wilden versteckten sie im Schilf. Nur zwei bekam er, die ihm fünf Meilen folgten, dann aber auch wieder in den Busch flüchteten.

»Im Mai grassirte der Keuchhusten unter den Kindern der Weißen, die der Schwarzen blieben aber vollkommen frei davon und konnten auch nicht angesteckt werden.

»Kinder gaben, was sie an Kleidern oder Decken erhalten, augenblicklich an ihre Eltern.

»Im Hospital waren 1847: 86 an Influenza leidend, 41 an Hautausschlag.

»1848. Am 27. Januar wurde ein Europäer Namens Thomas Adams durch den Deputy-Registrator mit einem Mädchen der Schwarzen, Namens Kudanoto, das zum Flinders-Range-Stamm gehört, ehelich verbunden. Es ist dieß der erste Fall der Art.

»Die Frau bekam eine Sektion Reserveland, (zur Aufmunterung für andere Heirathslustige).

»Ein Mädchen, 18 Jahr alt, verließ die Schule – sie hatte neun Jahre unter den Europäern gelebt, vier Jahre in der Schule, ein Jahr mit einem der Missionäre, zwei Jahre als Dienstbote in der Stadt, und zwei Jahre im Gouvernementshaus – sie warf Alles von sich und lief fort, um wieder, wie vorher mit den Ihrigen im Busch zu leben.

»Mr. Younghusband hatte einen Chinesen als Schäfer angestellt, aber die Schwarzen brachten ihn im Februar um.

»1849. Fünf Eingeborene wurden vergiftet gefunden – man hat deßhalb einen Schäfer im Port-Lincoln-Distrikt im Verdacht. Die Schwarzen hatten mehrmals seine Hütte bestohlen und Provisionen daraus geraubt, und man vermuthet, daß er einen Theil derselben als Lockspeise hingelegt und vergiftet hat.«

In letzterer Zeit scheint übrigens der Schulbesuch bedeutend zugenommen zu haben; als ich die Schule sah, waren wenigstens zwischen dreißig und vierzig Kinder gegenwärtig und die meisten sprachen schon ziemlich verständliches Englisch. Sehr zu statten kommt dem Lehrer übrigens hierbei die Verschiedenheit der Stämme, die ihre Kinder hierher schicken und mit diesen die Verschiedenheit der indianischen Sprachen, die oft, dicht aneinander grenzend, kaum Aehnlichkeit miteinander haben. Wollen die Kinder von zwei solchen Stämmen nun miteinander plaudern, so verstehen sie ihre eigene Sprache nicht, und sind gezwungen das Englische als Mittelsprache zu wählen.


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