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Ausgewählte Dichtungen

Christian Friedrich Scherenberg: Ausgewählte Dichtungen - Kapitel 23
Quellenangabe
typepoem
authorChristian Friedrich Scherenberg<
titleAusgewählte Dichtungen
publisherBibliographisches Institut
editorHeinrich Spiero
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130821
projectidec2f2503
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Die Posten

Posten (vor des Königs Schloß.

Brr! – eine bissige Nacht!
Die das Herz im Leibe frieren macht.
Ließ der Teufel hier vorm Schloß
Alle kalte Teufel los?
Möchte auch mal König sein!
Schliefe wie ein König ein,
Doch so klug ist der allein,
König, wenn ich du doch wär'!
Täte keine Wache mehr.

König (am Fenster).

Lustig geht der Posten auf und nieder,
Summet, sein Gewehr im Arm,
In die Kälte seine warmen Lieder,
Und es wird ihm wieder warm.
Abgelöst geht er hinein
Zu den Kameraden sein,
Liegt auf seiner Bank,
Schwatzt mal drein,
Schläft dann seine Stunden lang,
Schläft sich so vom Leben los.
Als läg' er noch im Mutterschoß,
Als gäb' es keine Wachen mehr. –
Posten, wenn ich du doch wär'!
's ist wohl kalt hier vor der Tür?

Posten.

Das frägt ein Narr, sonst fühlt' er's hier.

König.

Kommt Ablösung nicht zu dir, mein Sohn?

Posten.

Zu mir? – Warum denn nicht? Da kommt sie schon!

König.

Nun, mein Sohn, jetzt frage mich:
»König, wann kommt sie für dich

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