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Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche

Georg Christoph Lichtenberg: Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche - Kapitel 16
Quellenangabe
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typeessay
authorGeorg Christoph Lichtenberg
titleAusführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche
publisherZweitausendeins
seriesGeorg Christoph Lichtenberg. Schriften und Briefe
volumeDritter Band
printrun6. Auflage
editorWolfgang Promies
year1998
isbn3861500426
firstpub1799
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20120613
modified20150421
projectidd1989bfb
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Dritte Lieferung

Hogarth unrivall'd Stands, and shall engage
Unrivall'd praise to the most distant age.

Churchill

Vorerinnerung

Was ich in den Vorreden zu den beiden ersten Lieferungen zu meiner Entschuldigung gesagt habe, muß ich die Leser bitten, auch für die gegenwärtige gelten zu lassen. Ich habe hier, zwar nicht oft, aber doch öfter als vorher, in einem ernsthaften Tone geredet, ohne dadurch, wie ich glaube, gegen eine der Regeln zu verstoßen, die ich mir selbst vorgeschrieben habe. »Hogarths launigem Spotte gegenüber nie ernsthafte Moral predigen zu wollen.« Es war dieses vielmehr die natürliche Folge aus der Beobachtung einer andern, wodurch ich hauptsächlich meine Erläuterungen dieser Blätter von den bisherigen zu unterscheiden gesucht habe: nämlich »wo möglich mich bei diesen Erklärungen in einem Tone auszudrücken, den, nach einer gewissen Voraussetzung, Hogarth würde gewählt haben, wenn er seine Satyren nicht gemalt, sondern geschrieben hätte.« Wo ich ernsthaft rede, hat auch Hogarth ernsthaft gezeichnet, und oft in hohem Grade, wenigstens war es seine Absicht. So kam auch mehr Mannigfaltigkeit in den Vortrag. Nur fürchte ich fast, dieser letzten Regel auch da nur zu getreu gewesen zu sein, wo der gute Geschmack eine kleine Übertretung, wenn er sie nicht gar hätte fordern können, wenigstens gerne vielleicht übersehen hätte. Dahin rechne ich einige Wortspiele, Gleichnisse, Anspielungen etc., die ich jetzt, da ich mich ganz unter die Leser stelle, wegwünschte. Diese und einige andere Verirrungen hier als Errata zu beichten, habe ich nicht für ratsam gehalten. Wer sie dann verzeihlich gefunden hatte, übersieht sie jetzt vielleicht ganz, und wer sie jetzt nicht übersieht, hätte sie doch wohl, bloß der Beichte allein wegen, nicht immer verzeihlich gefunden.

Für die mir gemachten Erinnerungen über die vorhergehenden Hefte, worunter sich auch die eines einsichtsvollen Anonymen befinden, statte ich den verbindlichsten Dank ab. Ich werde Gebrauch davon machen, und zu seiner Zeit von allem Rechenschaft geben. Mit Vergnügen sehe ich, daß, was auch das Schicksal dieser Unternehmung überhaupt sein mag, sie gewiß dazu beitragen wird, eines der merkwürdigsten Produkte des Genies selbst in England noch mit andern Augen anzusehen, als bisher geschehen ist, und endlich einmal der Welt diejenige Aufklärung darüber zu verschaffen, die freilich nur allein von dort aus erwartet werden kann.

Göttingen, im April 1796.

G.C.L.

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