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Aufstand in der Wüste

Thomas Edward Lawrence: Aufstand in der Wüste - Kapitel 36
Quellenangabe
typereport
authorThomas Edward Lawrence
titleAufstand in der Wüste
publisherPaul List Verlag
printrun85.-88. Auflage der Gesamtausgabe
translatorDagobert von Mikusch
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20071107
modified20150330
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33. Die türkischen Armeen zerbröckeln

Am nächsten Tag blieb ich im Zelt Nasirs; zahlreiche Besucher kamen vom Lande; ihr wacher Sinn und guter Wille lieferte uns eine Überfülle von Nachrichten, die ich prüfen und zusammenstellen mußte. Eine ansehnliche Truppenmacht unter Führung Nuri Saids, mit Pisani und zwei Geschützen, Stirling, Winterton und Young mit ihren Panzerautos rückte offen gegen die Eisenbahn vor, säuberte die Linie nach allen Regeln der Kunst, zerstörte einen Kilometer Geleise und steckte den hölzernen Behelfsbau in Brand, mit dem die Türken die von Joyce und mir beim ersten Vorstoß auf Deráa zerstörte Brücke geflickt hatten. Nuri Schaalan, in weitem Mantel aus feinem schwarzem Tuch, führte persönlich seine Ruallareiter und galoppierte, umgeben von den vornehmsten Scheikhs, an ihrer Spitze. Unter seinen Augen bewies der Stamm eine Bravour, die selbst Nuri Said ein Lob abrang.

Nach der heutigen Unternehmung Nuris gaben die Türken fürderhin jeden weiteren Versuch auf, die Bahnlinie zwischen Amman und Deráa wieder betriebsfähig zu machen. Das wußten wir natürlich noch nicht, sondern machten uns im Gegenteil daran, eine noch größere Strecke der Bahn mattzusetzen. Zu diesem Zweck fuhren Winterton, Jemil und ich in Autos in der Frühe des nächsten Tages los, um die Strecke südlich der Station Mafrak zu erkunden. Als wir uns der Bahn näherten, wurden wir mit Maschinengewehrfeuer von einer völlig ungewohnten Heftigkeit, Treffsicherheit und Hartnäckigkeit empfangen. Später nahmen wir dann diesen Meisterschützen gefangen, und es stellte sich heraus, daß es eine deutsche Maschinengewehreinheit war. Für den Augenblick ließen wir uns ins Bockshorn jagen und fuhren weiter nach Süden, wo eine verlockende Brücke lag. Meine Absicht war, im Wagen den Hang hinab unter die Brücke zu fahren, bis das Gewölbe ausreichend Schutz gab, um die Ladung an den Pfeiler zu legen. Ich stieg also in ein Panzerauto um, packte sechzig Pfund Schießbaumwolle hinten drauf und hieß den Lenker unter den Brückenbogen fahren.

Winterton und Jemil folgten als Deckung im zweiten Wagen. »Verdammt heiß heute«, brummte Jemil. »Keine Bange, wird gleich noch heißer werden«, erwiderte Winterton, während wir über flachen Boden unter wirksamem Schrapnellfeuer dahinfuhren. Wir hatten uns glücklich bis auf fünfzig Yard herangearbeitet, bedacht mit einem auf unsere Panzerung prasselnden Hagel von Maschinengewehrkugeln, die für eine ganze Gefechtswoche gelangt hätten, als plötzlich von jenseits des Bahndamms her eine Handgranate auf uns geworfen wurde.

Dieser neue Umstand vereitelte meine Absicht, unter die Brücke zu gelangen. Denn einmal hätte ein Treffer in die Rückseite des Wagens unsere Ladung Schießbaumwolle zur Entzündung gebracht und uns sehr rasch ins Jenseits befördert, zum andern war unser Wagen gegen von oben herabfallende Handgranaten wehrlos. Also machten wir kehrt, vergebens bemüht, die Gründe zu einer solchen an ein Stückchen Eisenbahn verschwendeten Verteidigung zu verstehen, und sehr angeregt, ja belustigt durch diesen zähen und ernst zu nennenden Widerstand, nachdem wir bisher immer so leichte Arbeit gehabt hatten. Jedenfalls aber blieb uns nichts andres übrig, als im Schutz der Nacht einen neuen Versuch zu wagen.

Nach Um el Surab zurückgekehrt, erfuhren wir, daß Nasir das Lager wieder nach Umtaiye verlegen wollte. Das entsprach durchaus unsern Wünschen, da ja Umtaiye die erste Etappe war auf dem Marsch nach Damaskus. Der Umzug bot uns willkommenen Vorwand, in dieser Nacht nichts gegen die Bahn zu unternehmen. Statt dessen saßen wir plaudernd und unsere Erlebnisse austauschend beisammen und warteten auf die Mitternacht und den »Handley-Page«, der alsdann die Station Mafrak mit Bomben belegen sollte. Und so geschah es; eine Hundertpfundbombe nach der andern schlug in die Gebäude und das angestaute Wagenmaterial, bis alles Feuer fing und das Schießen der Türken verstummte.

Die Nacht hindurch und den ganzen nächsten Tag griff das Feuer im Wagenmaterial immer weiter um sich, ohne daß der Feind etwas dagegen unternahm. Eine Bestätigung des Zusammenbruchs der Türken, von dem die Araber schon gestern gemunkelt hatten. Sie erzählten, die vierte türkische Armee strömte in aufgelösten Massen von Amman zurück. Die Beni Hassan, die bereits Nachzügler und kleinere Abteilungen abfingen, verglichen sie mit wandernden Zigeunerhorden.

Wir hielten Kriegsrat. Unsere Aufgabe gegenüber der vierten türkischen Armee war beendet. Was von ihren Resten dem Zugriff der Araber entging, würde als Trümmer nach Deráa gelangen. Also galt es jetzt, eine möglichst rasche Räumung von Deráa zu erzwingen, um zu verhindern, daß sich die Türken dort festsetzten und mit den zurückflutenden Truppen eine Aufnahmestellung einrichteten. Ich schlug daher vor, die arabische Armee nordwärts in Bewegung zu setzen, über Tell Arar, nördlich Deráa, zu marschieren, in der Frühe des nächsten Morgens die Bahn zu überschreiten und bis Scheikh Saad vorzurücken. Das Dorf lag in freundlich gesinntem Land, hatte reichlich Wasser, ermöglichte eine vorzügliche Beobachtung und gestattete bei direktem und überlegenem feindlichen Angriff sicheren Rückzug nach Westen und Norden, im Notfall sogar nach Südwesten. Durch unsere Stellung dort wurden Deráa und auch Mezerib völlig von Damaskus abgeschnitten.

Tallal war sofort mit Feuereifer dabei. Nuri Schaalan nickte ein stummes Ja; auch Nasir und Nuri Said stimmten zu. So wurden alle Anordnungen zum endgültigen Abbruch des Lagers getroffen. Die Panzerautos konnten nicht mitkommen; sie blieben bis zum Fall von Deráa besser in Azrak und sollten dann wieder zum Vormarsch gegen Damaskus herangezogen werden. Auch die Bristol-Kampfmaschinen hatten ihre Aufgabe erfüllt und die Luft von türkischen Fliegern gesäubert. Sie konnten nach Palästina zurückkehren und Meldung bringen von unserm Vormarsch auf Scheikh Saad.

Sie stiegen auf und kreisten davon. Während wir den Entfliegenden nachblickten, bemerkten wir eine breite Staubwolke, die sich dem träg aufsteigenden Rauch der niedergebrannten Station Mafrak vermischte. Einer unserer Flieger kehrte zurück und warf einen Zettel ab mit der Meldung, daß sich eine starke feindliche Kavalleriemasse von der Eisenbahn her gegen uns entwickelte.

Unwillkommene Nachricht, denn wir waren gerade im Aufbruch und nicht gefechtsbereit. Die Panzerwagen und Flugzeuge waren fort, eine Kompanie berittene Infanterie abmarschiert, die Geschütze Pisanis bereits wohlverpackt auf den Maultieren, schon zur Kolonne formiert. Ich ging zu Nuri Said, der mit Nasir auf dem Bergrücken stand. Wir schwankten, ob wir standhalten oder uns davonmachen sollten; schließlich erschien es aber doch klüger, abzuziehen, um möglichst bald das gut zu verteidigende Scheikh Saad zu erreichen. Die Regulären wurden schleunigst in Marsch gesetzt.

Doch konnte man den Gegner nicht gänzlich unbeachtet lassen. Nuri Schaalan und Tallal führten daher die zu Pferde berittenen Rualla und Hauran zurück, um einen etwaigen feindlichen Nachstoß aufzuhalten. Sie fanden unerwartete Unterstützung durch die Panzerautos, die auf ihrem Wege nach Azrak die türkische Kavallerie entdeckt hatten. Und wie die Dinge lagen, handelte es sich hier nicht um einen Feind, der gekommen war, um anzugreifen, sondern um abgeirrte Truppenteile, die den kürzesten Weg zur Heimat suchten. Das Endergebnis war denn auch eine große Menge erbeuteten Gepäcks und einige hundert halb verdursteter Gefangener. Unter dem nachfolgenden Haupttrupp brach eine solche Panik aus, daß die Fahrer die Stränge an den Protzen durchschnitten und auf den blanken Pferden durch die Ebene davonjagten. Der Schrecken lief, lawinenartig anschwellend, längs der Bahn hinunter; und türkische Truppen, die Meilen von jeder Bedrohung durch Araber entfernt waren, warfen Ausrüstungsstücke und selbst die Gewehre fort, nur noch darauf bedacht, möglichst rasch in den vermeintlichen Schutz von Deráa zu gelangen.

Am Spätnachmittag mußte unser Haupttrupp haltmachen, um Tallal, Nasir und Nuri Schaalan mit ihren Reitern abzuwarten. Wir konnten als ein der Hauptsache nach reguläres Kamelreiterkorps in Khakiuniform kaum nächtlich durch den Hauran marschieren ohne genügende Begleitung einheimischer Kavallerie, die die mißtrauischen Dörfler darüber aufklärte, daß wir keine Türken waren.

Unsere Reiterei stieß in der Dunkelheit an uns vorbei. Am nächsten Morgen waren wir wieder vereint und rückten nach Norden weiter, durch blühende, glückliche Dörfer dieses fetten Ackerlandes, immer gegen einen frischen Wind an. Auf den abgeernteten Feldern, deren Getreide meist nicht abgemäht, sondern einfach ausgerauft war, wuchsen Disteln halb mannshoch, aber schon gelb und dürr und tot. Der Wind riß sie von den hohlen Wurzeln los und wirbelte sie über den flachen Grund, so daß Distel mit Distel und Dorngestrüpp sich verfilzte und sie schließlich in richtigen Klumpen wie lebendig gewordene Heuhaufen über das Brachland jagten.

Von Stunde zu Stunde wurden unser mehr: berittene Männer kamen und schlossen sich uns an, indes aus jedem Dorf die abenteuerlustige Jugend herbeiströmte, um zu Fuß in unsere Reihen zu treten. Als wir so dahinzogen, vom goldenen Sonnenlicht gleichsam miteinander verwoben, hatten wir das seltene Erlebnis, uns als ein Ganzes zu sehen und zu fühlen: wie von selbst wurden wir zu einem Organismus, zu einer ausgeprägten Gemeinschaft, und der Stolz eines jeden hob sich in dem Bewußtsein, ein lebendiger Teil der Gesamtheit zu sein.

Gegen Mittag kamen wir in Wassermelonenfelder. Die Leute machten sich darüber her, indes wir vorritten zur Erkundung der Bahn, deren Strecke verlassen dalag, flimmernd in der hellen Sonne. Doch während wir noch beobachteten, fuhr ein Zug vorüber. Die Bahn war erst in der vergangenen Nacht wieder betriebsfähig gemacht worden, und heute war das schon der dritte Zug. Darauf ging ein Teil unserer Truppen, auf zwei Meilen auseinandergezogen, gegen die Bahn vor, ohne Widerstand zu finden; und jeder, der etwas Material bei sich hatte, begann eiligst Sprengungen vorzunehmen, wo es ihm gerade passend schien. Die Zerstörungen, von Hunderten von Unerfahrenen mit viel Eifer ausgeführt, gelangen zwar nicht ganz der Regel nach, aber waren doch wirksam genug.

Das Wiedererscheinen der arabischen Armee nördlich von Deráa bedeutete eine Überraschung für den zurückgehenden Feind, die noch weiter ausgenutzt werden mußte. Wir wandten uns daher an die Führer unserer Stämme: Nuri Schaalan, Auda und Tallal, und fragten, was jeder für diese Nacht zu unternehmen bereit wäre. Tallal, der Feurige, wollte Ezráa angreifen, das große Getreidedepot nördlich an der Bahn. Auda wollte sich an Khirbet el Ghazala machen, die entsprechende Station südlich. Nuri Schaalan beabsichtigte, die große Straße nach Deráa mit seinen Reitern zu besetzen, um einzelne türkische Truppenteile auf ihrem Rückzug abzufangen. Das waren drei gute Vorschläge; und die Führer machten sich an die Ausführung. Die Hauptkolonne wurde wieder in Marsch gesetzt und zog ihre Straße weiter, vorbei an der zerstörten Kolonie Scheikh Miskin, deren öde Ruinen im blassen Mondlicht ragten. Das wirre Netz von Bewässerungskanälen jenseits in der Ebene brachte die Reihen durcheinander und behinderte den Marsch. Daher wurde auf abgeernteten Feldern haltgemacht, um die Morgendämmerung abzuwarten. Der Mond war untergegangen, die Welt ringsumher schwarz und kalt.

Ich hieß meine Leibgarde satteln, und dann ritten wir in so gutem Tempo durch die Nacht, daß wir Scheikh Saad mit Morgengrauen erreichten. Als wir, aus dem Felsgestein herauskommend, die von Bäumen umsäumten Felder vor uns liegen sahen, erwachte die Erde zu neuem Leben im Licht des jungen Tages. Der Morgenwind durchfurchte die Olivenhaine silbrig. Von einem großen Ziegenhaarzelt zur Rechten riefen uns Leute an und baten uns, zu ihnen zu Gast zu kommen.

Die drei Abteilungen kehrten von ihren nächtlichen Unternehmungen, beladen mit Beute, zurück. Ezráa war von Abd el Kader, dem Algerier, besetzt gewesen mit seinen Anhängern, einigen Freiwilligen und geringen Truppen. Als Tallal erschien, gingen die Freiwilligen zu ihm über, die Truppen entflohen, und Abd el Kader hatte mit seiner kleinen Schar Anhänger den Platz kampflos räumen müssen. Unsere Reiter waren zu schwer mit Beute beladen, um ihn zu fangen. Auda hatte Ghazala im Sturm genommen, einen verlassenen Zug und Geschütze erobert und zweihundert Gefangene gemacht, darunter einige Deutsche. Nuri Schaalan meldete vierhundert Gefangene nebst Maultieren und Maschinengewehren.

Ein englischer Flieger kreiste über uns, offenbar ungewiß, ob wir die arabische Armee wären. Young gab Signale, und das Flugzeug warf eine Nachricht ab, die besagte, daß Bulgarien sich den Alliierten ergeben habe. Wir hatten gar nichts von einer Offensive auf dem Balkan gewußt; so kam uns diese Nachricht einigermaßen überraschend und zusammenhanglos. Aber das eine schien klar: das Ende nicht nur des großen Krieges, sondern auch unseres Krieges war nahe, und mit ihm Frieden und Ruhe.

Später traf auch die Armee ein. Die Gärten und Haine bevölkerten sich, jede ankommende Abteilung suchte sich den besten freien Platz zum Absatteln, zwischen Feigenbäumen, unter Palmen und Oliven; und ganze Wolken aufgescheuchter Vögel flogen mit ohrenbetäubendem Gelärm und Geschrei aus den Baumgruppen auf. Die Mannschaften führten ihre Tiere zum Fluß hinab, der sich zwischen üppig grünenden Büschen, Blumenbeeten und Obstkulturen dahinwand – uns fremd anmutenden Dingen nach all den Jahren des Wanderns durch öde Kalksteinwüsten.

Die Bevölkerung von Scheikh Saad kam scheu und zaghaft herbei, sich die Armee Faisals anzusehen, um die sich schon so etwas wie eine Legende gesponnen hatte und die nun plötzlich hier bei ihrem Dorf erschienen war, an ihrer Spitze Namen von berühmtem oder berüchtigtem Klang: Tallal el Hareidhin; Scherif Nasir; Nuri Schaalan; Auda abu Tayi. Wir hinwiederum blickten mit heimlichem Neid auf ihr friedliches Bauerndasein.

Während sich die Leute ihre vom langen Ritt steifgewordenen Glieder ein wenig vertraten, gingen wir zur Höhe hinauf bei den Ruinen, von wo aus man die weithin nach Süden sich dehnende Ebene überblicken konnte, im beruhigten Gefühl vollkommener Sicherheit. Zu unserer Überraschung entdeckten wir, gerade seitlich von uns, eine Kompagnie des Feindes – Türken, Österreicher, Deutsche – mit acht Maschinengewehren auf Packtieren. Sie strebten, nach der Niederlage in Galiläa, auf Damaskus zu und marschierten jetzt, wenn auch ohne Hoffnung, so doch sorgenfrei, denn sie glaubten sich an die fünfzig Meilen von jedem Krieg entfernt.

Wir gaben kein Alarmzeichen, um unserer ermüdeten Truppe Ruhe zu lassen. Nur Durzi ibn Dughmi mit den Khaffadjireitern und andern des Stammes stiegen rasch in die Sättel, machten ausbiegend eine Umgehung und fielen, aus einer verdeckenden Schlucht hervorbrechend, über die Zurückgehenden her. Die Offiziere machten Miene zu Gegenwehr und waren augenblicklich niedergemacht. Die Mannschaften ergaben sich daraufhin, waren binnen fünf Minuten durchsucht und ausgeraubt und wurden dann in langen Reihen am Bewässerungskanal entlang bis zu einer gemauerten Viehhege getrieben, die als Gewahrsam geeignet schien. Unsere Stellung bei Scheikh Saad machte sich gut und reich bezahlt.

Nach Osten zu in der Ferne sah man drei oder vier dunkle Menschenknäuel nordwärts sich bewegen. Wir schickten die Howeitat gegen sie vor. Eine Stunde später kehrten sie lachend zurück, jeder ein Maultier oder Packtier am Zügel führend – verhungerte, müde, wunde Geschöpfe, stumme Zeugen vom Verfall der geschlagenen Armee. Ihre Reiter waren waffenlose Soldaten gewesen auf der Flucht vor den Engländern. Die Howeitat hatten es verschmäht, solcher Art Gefangene zu machen. »Wir haben sie den Burschen und Mädchen der Dörfer als Knechte geschenkt«, meinte Zaal mit einem höhnischen Grinsen seines dünnlippigen Mundes.

Meldung kam, daß im Westen sich einige schwache türkische Kompagnien vor dem Angriff General Chauvels in die umliegenden Dörfer zurückzögen. Wir schickten bewaffnete Trupps der Naim dorthin, eines Bauernstammes, der sich erst in der letzten Nacht uns angeschlossen hatte. Die Massen dieses Landes, deren Erhebung wir schon so lange im stillen vorbereitet hatten, waren in Fluß gekommen, und mit jedem unserer Erfolge strömten mehr Aufständische zu uns. Innerhalb von zwei Tagen hätten wir an die sechzigtausend Bewaffnete in Bewegung bringen können.

Später sahen wir hinter dem Hügel, hinter dem Deráa lag, dichte Rauchwolken aufsteigen. Ein Reiter kam heran und berichtete, daß die Deutschen alle Magazine und die Flugzeuge in Brand gesteckt hätten und bereitständen, die Stadt zu räumen. Dann warf ein englischer Flieger eine wichtige Meldung ab, die besagte, daß General Barrows Truppen bereits dicht vor Remthe ständen, und ferner: daß zwei türkische Kolonnen, die eine viertausend, die andere zweitausend Mann stark, von Deráa beziehungsweise Mezerib in der Richtung auf uns hin im Rückzug wären.

Meinem Dafürhalten nach waren diese Sechstausend die Reste der vierten türkischen Armee, die auf Deráa zurückgegangen war, und der türkischen siebenten Armee, die der Armeegruppe des General Barrow gegenübergestanden hatte. Waren sie aufgerieben, so hatte unsere Aufgabe hier ein Ende. Doch um sicher zu gehen, mußten wir bis dahin Scheikh Saad unbedingt in Besitz halten. Um beiden Kolonnen gegenüberzutreten, waren wir nicht stark genug; daher überließen wir die Viertausend ihrem Schicksal und entsandten gegen sie nur Khalid mit seinen Rualla, um sie in Flanke und Rücken dauernd zu beunruhigen.

Die andere Kolonne von zweitausend Mann lag unserm Zugriff näher. Die Hälfte unserer regulären Truppen und die halbe Batterie Pisani sollten gegen sie vorgehen. Tallal zeigte sich sehr beunruhigt, denn die feindliche Kolonne mußte auf ihrem Rückzug notwendigerweise durch Tafas, seinen Heimatort, kommen. Wir beschlossen daher, im Eilmarsch das Dorf zu erreichen, um tunlichst noch vor Eintreffen des Feindes den südlich gelegenen Rücken zu besetzen. Doch war Eile leider nur ein relativer Begriff bei der starken Ermüdung unserer Truppen. Ich ritt daher mit meinen Leuten voraus, in der Hoffnung, eine gedeckte Stellung beim Dorf zu finden, von der aus der Feind bis zum Eintreffen unserer Hauptmacht aufgehalten werden konnte. Auf halbem Wege begegneten wir arabischen Reitern, die einen Trupp halbnackter Gefangener nach Scheikh Saad zu trieben. Sie jagten sie unbarmherzig vor sich her; die blauen Beulen von ihren Stößen und Schlägen hoben sich vom Elfenbeingelb der Rücken ab. Aber ich überließ die Opfer ihrem Schicksal, denn es waren Türken von dem Polizeibataillon in Deráa, deren Ruchlosigkeiten unzählige Male Blut und Tränen über die Dorfbewohner der Umgegend gebracht hatten. Die Araber erzählten mir, die türkische Kolonne – darunter das Lanzenreiterregiment Djemal-Paschas – wäre bereits in Tafas eingezogen.

Als wir bis auf Sicht heran waren, stellten wir fest, daß die Türken das Dorf (von Zeit zu Zeit fiel ein Schuß) besetzt und ringsum Wachen ausgestellt hatten. Zwischen den Häusern stiegen Rauchwolken von zahlreichen kleinen Feuern hoch. An dem diesseitigen Hang des Rückens stand, knietief in den Disteln, eine Gruppe von Überlebenden der Bevölkerung: alte Männer, Frauen, Kinder; sie erzählten Grauenvolles, was sich eine Stunde zuvor beim Einmarsch der Türken in das Dorf ereignet hätte.

Wir lagen oben auf dem Höhenrücken auf der Lauer und beobachteten, wie sich der Feind von dem Sammelplatz hinter den Häusern wieder in Marsch setzte. In guter Ordnung rückten sie nach Miskin weiter, Lanzenreiter in der Vorhut und Nachhut, geschlossene Infanterieformationen und Maschinengewehre als Flankendeckung gleichmäßig in der Kolonne verteilt, in der Mitte die Artillerie und die Transportkolonnen. Als die Spitze aus dem Schutz der Häuser heraustrat, eröffneten wir das Feuer gegen sie. Zwei Geschütze wurden gegen uns gerichtet, aber, wie meist, war die Entfernung zu weit genommen, und die Schrapnells flogen wirkungslos über unsere Köpfe weg.

Unsere Truppen trafen ein, an ihrer Spitze Nuri, Pisani und Tallal; dieser fast dem Wahnsinn nahe über das, was ihm seine Leute von den Leiden des Dorfes erzählt hatten. Eben verließen es die letzten Türken. Unsere Infanterie ging in Stellung und eröffnete Maschinengewehrfeuer; die halbe Batterie Pisani fuhr innerhalb der Schützenlinie auf; die französischen Granaten trieben die türkische Nachhut auseinander.

Das Dorf lag in völligem Schweigen, überschwelt von träg hinziehenden Rauchwolken, als wir vorsichtig heranritten. Einige graue Haufen lagen im hohen Grase, als wollten sie sich da verbergen, aber ihre dicht an den Boden geschmiegte Stellung war die von Leichen. Wir blickten fort, wußten ja, die waren tot. Doch von einem der Haufen erhob sich eine kleine Gestalt und schwankte hinweg, wie um vor uns zu fliehen. Es war ein Kind, drei oder vier Jahre alt, das schmutzige Hemd an Schulter und Seite rot gefärbt vom Blut einer großen, schon entzündeten Wunde – vielleicht einem Lanzenstich – gerade zwischen Hals und Rumpf.

Das Kind lief einige Schritte, stand dann still und schrie mit erstaunlich lautem Ton (sonst war alles totenstill): »Schlag mich nicht, Baba!« Abd el Aziz – es war sein Heimatdorf, und das Kind konnte von seiner Familie sein – schwang sich, einen unverständlichen Laut herauswürgend, von seinem Kamel, taumelte vorwärts und stürzte sich auf die Knie neben das Kind. Seine Heftigkeit mußte es erschreckt haben, denn es warf die Arme in die Luft und versuchte zu schreien, sank aber statt dessen zu einem kleinen Haufen in sich zusammen, während das Blut, wieder hervorbrechend, das Hemdchen hinunterrann. Dann, glaube ich, ist es gestorben.

Wir ritten an all den andern Leichen von Männern und Frauen vorbei – auch vier Kinder darunter – dem Dorf zu, dessen Schweigen, das wußten wir jetzt, Tod und Schrecken bedeutete. Außerhalb der Häuser standen niedrige Lehmmauern, Schafhürden, und auf einer bemerkte man etwas Rotes und Weißes. Ich sah genauer zu und erblickte den Körper einer Frau, über die Lehmwand gelegt, Rücken nach oben, dort festgenagelt mit einem Sägebajonett, dessen Heft gräßlich zwischen ihren nackten Schenkeln hervor in die Luft ragte. Um sie her lagen noch andere, vielleicht zwanzig im ganzen, auf die verschiedenste Weise hingemetzelt.

Zaagi brach in eine schallende Lache aus, es klang schauerlich in der heiteren Ruhe dieses reinen, sonnendurchleuchteten Nachmittags. Ich rief: »Wer mir die meisten türkischen Toten bringt, ist der Beste unter euch.« Dann ritten wir weiter dem entweichenden Feinde nach. Was am Wege zurückgeblieben war und um unser Mitleid flehte, wurde erbarmungslos niedergeschossen. Ein verwundeter Türke, halb nackt, nicht fähig zu stehen, saß am Grabenrand, er hob uns die Arme entgegen, und Tränen rannen aus seinen Augen. Abdulla wandte sein Kamel zur Seite. Zaagi jedoch ritt fluchend heran und schoß ihm drei Kugeln in die Brust. Das Blut entströmte mit den Schlägen seines Herzens, poch, poch, poch, langsamer und langsamer.

Tallal hatte gesehen, was wir gesehen hatten. Ein Seufzer kam von seinen Lippen, es klang wie das Klagen eines verwundeten Tieres. Dann ritt er auf die Höhe nördlich des Dorfes, blieb dort eine Weile auf seiner Stute halten und blickte starr den abziehenden Türken nach, während ein Beben durch seine Gestalt lief. Ich wollte mich ihm nähern, um mit ihm zu reden; aber Auda griff mir in die Zügel und hielt mich zurück. Ganz langsam faßte er nach seinem Kopftuch und zog es über sein Gesicht; dann schien er sich einen Ruck zu geben, stieß die spitzen Steigbügel seiner Stute in die Flanken und, tief vorgebeugt, schwankend im Sattel, galoppierte er vorwärts, gerade auf die Masse des Feindes zu.

Er schien unendlich lange zu dauern, dieser Ritt, den flachen Hang hinab und über eine Niederung hinweg. Wir starrten wie versteinert, während er vorwärts stürmte – der Hufschlag dröhnte unnatürlich laut in der Stille; wir und die Türken hatten das Schießen eingestellt. Beide Teile warteten regungslos, was kommen würde. Nur er jagte weiter durch den stillen Abend, schwer schaukelnd im Sattel, bis er auf wenige Längen an den Feind heran war. Dann richtete er sich steil hoch, und mit schauerlichem Jauchzen stieß er seinen Kriegsruf aus: »Tallal! Tallal!« Augenblicklich krachten die Büchsen, ratterten die Maschinengewehre, und er und seine Stute, von Kugeln durchlöchert, brachen tot zwischen den Lanzenspitzen zusammen.

Auda schien kalt und ruhig, düster glomm es in seinen Augen. »Gott sei ihm gnädig«, sagte er, »wir werden seinen Preis einfordern.« Dann ruckte er an den Zügeln und setzte sich langsam in Bewegung, hinter dem Feinde her. Die bewaffnete Bauernschaft, jetzt wie trunken von Schrecken und Blut, wurde aufgerufen und ging von verschiedenen Seiten gegen die weichende Kolonne vor. Der alte Schlachtenlöwe war in Auda erwacht, und wie selbstverständlich wurde er jetzt wieder unser gegebener Führer. Durch eine geschickte Umgehung gelang es ihm, die Türken in ungünstiges Gelände abzudrängen und ihre Kolonne in drei Teile auseinander zu sprengen.

Der dritte und schwächste Teil bestand zumeist aus Deutschen und Österreichern, um ihre Maschinengewehre geschart, nebst einer Handvoll berittener Offiziere und Mannschaften. Sie verteidigten sich geradezu großartig, und trotz unseres kühnen Draufgehens wurden wir immer wieder zurückgeworfen. Die Araber fochten wie die Teufel, der Schweiß trübte ihre Augen, der Staub dörrte ihre Kehlen, Blutdurst und Rache durchzitterte ihre Körper, daß ihre Hände kaum das Gewehr zu handhaben vermochten. Auf meinen Befehl – das einzigste Mal in unserm Krieg – wurden keine Gefangenen gemacht.

Schließlich ließen wir von dieser trotzigen Abteilung ab und machten uns an die beiden andern Teile der auseinandergerissenen Kolonne. Sie hatten sich schon in Panik aufgelöst, und als die Sonne sank, waren sie fast bis auf den letzten Mann niedergemacht, und reiche Beute war gewonnen. Gruppen der Landbevölkerung strömten unserem Vormarsch zu. Anfangs besaßen sie nur zu je fünf oder sechs eine Waffe; dann erbeutete dieser ein Bajonett, jener einen Säbel, der dritte einen Revolver. Eine Stunde später saßen die, die zu Fuß ausgezogen waren, bereits auf einem Esel; zuletzt besaß jeder ein Gewehr und ein erobertes Pferd. Als die Nacht herabsank, waren alle Pferde hoch mit Beute beladen; die weite, fruchtbare Ebene aber war besät mit toten Menschen und Tieren. In blinder Raserei, erweckt durch die Greuel von Tafas, töteten und töteten wir, zerschlugen selbst noch die Köpfe der Gefallenen, stachen Tiere nieder, als könnten nur Tod und rinnendes Blut unsern Schmerz lindern.

Aber trotz Wunden, Pein und Erschöpfung konnte ich nicht aufhören, an Tallal zu denken, den herrlich kühnen Führer, den glänzenden Reiter, den liebenswürdigen und unermüdlichen Kameraden und Weggenossen. Sobald hier alles vorbei war, bestieg ich mein zweites, noch ausgeruhtes Kamel, und begleitet von einem meiner Leibgarde, ritt ich hinüber, um zu sehen, was sich mit der zweiten Kolonne des Feindes ereignet hatte, den viertausend Mann, gegen die Khalid mit den Rualla entsandt worden war.

Die Nacht war sehr dunkel, ein kalter Wind schlug mir in heftigen Stößen von Süd und Ost her ins Gesicht. Nur dem Klang der Schüsse folgend, die der Wind herübertrug, und dem gelegentlichen Aufblitzen der Geschütze, erreichten wir schließlich das Kampfgelände. Über Felder und Täler strebten aufgelöste türkische Abteilungen in blinder Hast nordwärts. Die Dunkelheit hatte unsere Leute kühner gemacht, und sie waren dem Feind hart auf den Fersen, hingen sich wie Kletten an ihn. Jedes Dorf, an dem die Woge der Schlacht vorbeirollte, schloß sich dem Kampf an; und in das Heulen des nächtlichen Windes mischte sich das Knattern von Gewehrfeuer, wildes Rufen und Schreien, einzelne ratternde Salven der Türken und das Dröhnen galoppierender Pferdehufe, wenn zwei Abteilungen von beiden Seiten tosend aufeinanderprallten.

Der Feind hatte bei Sonnenuntergang haltzumachen und ein Lager aufzuschlagen versucht; doch Khalid hatte ihm keine Ruhe gelassen und ihn wieder auf die Beine gebracht. Ein Teil marschierte, ein Teil war stehengeblieben; viele sanken mitten auf dem Wege vor Übermüdung in Schlaf. Ordnung und Zusammenhang hatten sich völlig gelöst; in verlorenen Haufen trieb die Masse der Türken im stürmischen Wind dahin, schoß unsinnig in die Luft und lief bei jedem Zusammenstoß mit Freund oder Feind blindlings auseinander. Auch unsere Araber, in wirrem Durcheinander, fielen sich in der Dunkelheit oft gegenseitig an.

Eine Ausnahme allein machten die deutschen Abteilungen; und hier zum erstenmal wurde ich stolz auf den Feind, der meine Brüder getötet hatte. Sie waren zweitausend Meilen von ihrer Heimat entfernt, ohne Hoffnung im fremden, unbekannten Land, in einer Lage, verzweifelt genug, um auch die stärksten Nerven zu brechen. Dennoch hielten ihre Trupps fest zusammen, geordnet in Reih und Glied, und steuerten durch das wirr wogende Meer von Türken und Arabern wie Panzerschiffe, schweigsam und erhobenen Hauptes. Wurden sie angegriffen, so machten sie halt, nahmen Gefechtsstellung und gaben wohlgezieltes Feuer. Da war keine Hast, kein Geschrei, keine Unsicherheit. Sie waren prachtvoll.

Endlich fand ich in der Dunkelheit Khalid und bat ihn, seine Rualla wieder zusammenzurufen; die Reste der weichenden Türken konnten der Landbevölkerung überlassen bleiben. Denn vielleicht gab es woanders wichtigere Arbeit. Bei Dunkelwerden nämlich hatte sich das Gerücht verbreitet, Deráa wäre vom Feind geräumt, und um die Wahrheit festzustellen, war Trad, der Bruder Khalids, mit einem Teil der Anazeh dorthin geritten. Ich fürchtete einen Rückschlag für ihn, denn es mußten noch Türken in dem Platze sein, und längs der Eisenbahn und aus den Irbidbergen strömten noch weitere dorthin zurück. General Barrow war bei Remthe stehengeblieben, und wenn er die Fühlung mit dem Feinde verloren hatte, mußte eine starke Nachhut des Gegners im Rückmarsch auf Deráa sein.

Ich bat daher Khalid, seinem Bruder für alle Fälle zu Hilfe zu kommen. Nachdem er den Befehl zum Sammeln ein oder auch zwei Stunden lang in den Wind gerufen hatte, waren Hunderte von Rualla zu Pferd oder Kamel bei ihm zusammengekommen. Er ritt durch die jetzt sternenklare Nacht, rannte unterwegs noch einzelne versprengte türkische Abteilungen über den Haufen und fand Trad in sicherem Besitz von Deráa. Er hatte, eben als die Dunkelheit hereinbrach, die Station im Galopp attackiert und die kümmerlichen Reste der Türken, die noch schwachen Widerstand versuchten, niedergemacht.

Nach Mitternacht kam ich nach Scheikh Saad zurück, wo eben die Boten Trads mit der Meldung von der Besitznahme von Deráa eingetroffen waren. Nasir brach sogleich dahin auf. Trotz aller Müdigkeit – ich war nun schon die vierte Nacht im Sattel – bestieg ich mein drittes Kamel und trabte in die Nacht hinaus Deráa zu, wieder vorbei an dem dunkel und schweigend liegenden Dorf Tafas.

Auf dem gleichen Weg ritt Nuri Said mit seinem Stab, im Vortrab seiner berittenen Infanterie; ich schloß mich ihm an, bis im Osten das erste Grau sich zeigte. Dann hielt mich meine Ungeduld nicht länger bei dem gemächlichen Tempo der Pferde. Ich gab meinem Kamel die Zügel frei – es war die große, rebellische Baha – und mächtig ausgreifend, ging sie los, in gleichmäßiger Gangart, wie Kolbenstöße einer Maschine, so daß ich – meine Begleiter auf Meilen hinter mir lassend – bei Anbruch des hellen Morgens ganz allein in Deráa einritt.

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