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Auf fremden Pfaden

Karl May: Auf fremden Pfaden - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
authorKarl May
titleAuf fremden Pfaden
booktitleAuf fremden Pfaden
publisherHaffmans
year1887/1888
isbn3-251-20242-1
sendernadja@abc.de
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4.

Ich war am andern Morgen schon frühzeitig munter und fand, als ich in den Hof trat, auch Mietje bereits wach. Sie hatte ja für viele und bedeutende Gäste zu sorgen, ein Bewußtsein, welches ihre Ruhe verkürzen mußte.

Der Gedanke, daß der Zuluhäuptling entkommen sei, trieb mich hinaus in das offene Feld. Der Leopard hing noch an dem Steine und blinzelte lüstern nach den unweit von ihm liegenden Leichen der Erschossenen. Ich sah abseits ganz deutlich die Spuren der Pferde, welche hier gehalten hatten; ihre Fährte, welcher ich eine kurze Strecke folgte, führte im Thale hinab und wandte sich dann nach Osten. Es war uns von Vorteil, zu wissen, in welcher Richtung sie weiterging; daher kehrte ich zur Farm zurück und weckte Quimbo, welcher mir ein Pferd satteln mußte.

Ich stieg trotz meiner Wunde auf und kehrte zu der Spur zurück, welche ich so lange verfolgte, bis ich mir eine feste Ansicht' bilden konnte. In einer Entfernung von vielleicht vier englischen Meilen von der Farm auf einer Höhe haltend, sah ich gegen Morgen zu die jetzt von der Sonne beschienenen Häupter des Randgebirges sich erheben, während der Fuß desselben bis nahe zu mir heran noch in wallenden Nebeln verborgen lag. Dort drüben führte der Kerspaß über die Berge, und da, weiter oben, öffnete der Kleipaß den Weg hinunter in das Land. Eine andere Straße als diese beiden gab es nicht, wie allgemein angenommen wurde. Die Spuren führten in gerader Richtung nach dem Kleipaß, und ich war jetzt überzeugt, daß es uns jetzt nicht mehr gelingen werde, Sikukuni zu erreichen. Zwar waren seine Pferde infolge der gehabten Anstrengungen außerordentlich abgetrieben, aber er besaß Tiere genug, um wechseln zu können, und selbst wenn wir uns mit frischen Pferden versorgen konnten, hatte er jetzt bereits einen zu großen Vorsprung, um ihn einzuholen.

Ich kehrte zurück und hatte nicht mehr weit bis zur Farm, als ich einen Trupp Reiter bemerkte, welcher von seitwärts kam und das gleiche Ziel mit mir zu haben schien. Auch ich wurde bemerkt. Man hielt an und erwartete mich. Es waren über dreißig kräftige Boersgestalten, mit breiten Hüten über den sonnengebräunten Zügen und mit schweren über die kräftigen Schultern hängenden Büchsen.

Ich grüßte und fand freundliche Erwiderung meines Grußes.

»Woher des Weges, Fremder?« fragte der Anführer.

»Vorn Spazieren.«

»Vom Spazieren? So wohnt Ihr hier in der Nähe?«

»Ich bin Gast bei Jan van Helmers.«

»Beim Boer van het Roer? So seid Ihr uns doppelt willkommen!« Er reichte mir die Hand zum zweitenmal und schüttelte die meinige mit großer Herzlichkeit. »Ihr seid auch Holländer?«

»Nein, wie Ihr an meiner Aussprache hören werdet. Ich bin ein Deutscher, doch bitte ich Euch, mich ganz als Holländer zu betrachten.«

»Das soll geschehen, wenn Ihr es wünscht, und zwar gern, Mynheer! Ist Neef Jan daheim?«

»Ja. Er hat viel Besuch bei sich.«

»Wen?«

»Zunächst Nachbar Zelmst, die beiden jungen Hoblyn und Baas Jeremias. Kommen werden heute noch Zingen, Veelmar, van Raal, van Hoorst und noch einige.«

»Ist's möglich? Da sind ja alle unsere berühmten Männer beisammen! Hat man Euch als Deutschen den Zweck dieser Zusammenkunft gesagt?«

»Ja.«

»Dann seid Ihr ein sicherer Kamerad und könnt mir wohl auch sagen, ob Somi eingetroffen ist bei Klaarfontein.«

»Er war da.«

»Gewiß?«

»Ich selbst habe mit ihm gesprochen.«

»Ihr habt mit nach den Raafbergen gehen dürfen?« fragte er erstaunt.

Ich merkte, daß ich durch diesen Umstand bedeutend an Ansehen gewann, und antwortete kurz:

»Ich war dort. Kommt, Mynheers; Jan mag euch das Nötige selbst sagen!«

Ich ritt voran; die andern folgten. Jetzt erst mochten sie mich genauer betrachten; der Anführer kam an meine Seite.

»Ihr seid verwundet, Mynheer?«

»Ja.«

»Ein Schuß?«

»Nein; der Leopard Jans hatte mich unter sich.«

»Ah, wirklich? Dann seid Ihr unvorsichtig gewesen, denn das Tier ist so gut gezähmt und wird so reichlich gefüttert, daß es keinem Freunde des Hauses ein Leid thut. Wißt Ihr, wie Neef Jan zu dieser gefährlichen Katze gekommen ist?«

»Nein.«

»Es war vor fünf Jahren, und er zählte damals also siebzehn, als er nordwärts in die Berge ging, um nach Schiefer für sein Dach zu suchen. Ein Regen trieb ihn in einen Felsenspalt, weicher, nach oben zu, sich eng und höhlenartig in das Gestein hineinzog. Er hatte eben Platz genommen, als er weiter hinten ein katzenartiges Pfauchen und eine Stimme vernahm, die von einem wilden Tiere herkommen mußte. Er kroch hinter und fand einen jungen Leoparden, welcher schon ziemlich groß war und sich mit Krallen, Zähnen und mit einem durchdringenden Geschrei gegen jede Berührung verteidigte. Er faßte ihn dennoch beim Genick und stand schon im Begriffe, ihn vor an das Tageslicht zu bringen, als draußen ein zorniges Schnauben erscholl und der Eingang der Spalte sich verdunkelte. Es war die alte Leopardin, welche sich sofort unter lautem Brüllen auf ihn warf. Er hatte keine Zeit, sein Gewehr zu ergreifen oder nach dem Messer zu langen; er mußte sich mit den Händen verteidigen, und dabei kam ihm die Enge des Spaltes sehr zu statten. Wie er es fertig gebracht hat, das weiß ich nicht; aber er erwürgte das Tier mit den Fäusten und trägt noch heute das Fell desselben als Karoß. Den jungen Leoparden aber brachte er mit heim und zähmte ihn; es ist derselbe, der Euch verwundet hat.«

»Er scheint ihn als Wächter und gelegentlichen Verteidiger der Farm zu benutzen.«

»Das ist bereits zweimal geschehen und zwar mit tüchtigem Erfolge; nur möchte ich ihm nicht raten, das Tier bei Nacht loszulassen, da es dann schwer wieder zu bändigen sein dürfte.«

»Das ist eben gestern abend geschehen.«

»Gestern abend? – Hat denn ein Überfall stattgefunden?«

»Ein sehr ernstlicher.«

»Durch wen, Mynheer? Ihr setzt mich nicht wenig in Schreck und Erstaunen!«

»Durch Sikukuni.«

»Nicht möglich!«

»Sondern wirklich!«

»Sikukuni ist doch bei den Zulus jenseits der Berge!«

»Er war hier, und diese Spur vor uns ist die seine. Ich kehre eben von ihrer Verfolgung zurück, welche ich unternahm, um zu sehen, welchen Weg er eingeschlagen hat. Doch da unten liegt die Farm, wo Ihr Euch alles erzählen lassen könnt!«

Ich ließ mein Pferd besser ausgreifen. Man hatte uns bemerkt und kam uns, als wir in den Hof ritten, entgegen.

»Hallooh, Cumpeer Huyler,« rief Jeremias, »das ist ja eine ganz mächtige Überraschung! Was bringt denn Euch auf das Pferd und zu uns?«

»Die Zulus, wer denn sonst! Nehmt das Roer und kommt mit; wir haben von drüben die Botschaft erhalten, daß sich die Kaffern nach dem Kleipaß ziehen, und sind aufgebrochen, um den Nachbarn drüben Hilfe zu bringen.«

»Das ist ganz recht und schön so, Cumpeer, doch thut mir den Gefallen, die Zulus nicht eher über den Haufen zu reiten, als bis Ihr hier mit Neef Jan und einigen andern Männern, die heute noch kommen werden, gesprochen habt. Jeder von uns hat ein Pferd und ein Roer, und wir werden sicher nicht fehlen, wenn man uns braucht. Steigt ab, ihr Leute, und kommt herein!«

Die Pferde wurden den Hottentotten übergeben und die Männer traten in die geräumige Stube. Ich wollte ihnen folgen, wurde aber von Quimbo abgehalten, welcher aus dem Garten kam.

»Mynheer, Boers komm', und Somi komm' von Berg!«

»Hast du sie wirklich gesehen?«

»Quimbo seh' all' ganz Boers und Somi; auch dick' Pferd von Quimbo bin dabei!«

Ich öffnete das Thor, welches wieder verschlossen worden war, und trat hinaus vor die Umfriedung des Hofes. Sie kamen wirklich den Berg herab und begrüßten mich schon von weitem, ihre Hüte in die Luft schwenkend. Meine Gegenwart sagte ihnen, daß die Angelegenheiten der Farm nicht mehr schlimm stehen konnten.

Ihre Ankunft brachte doppeltes Leben auf der Farm hervor; die vorher angekommenen Boers griffen, da die Stube nun zu wenig Raum bot, mit zu, um in den Hof Tische heraus zu schaffen, an denen bald die ganze Gesellschaft Platz genommen hatte, um durch herüber und hinüber gehende Fragen und Antworten sich über die vorgekommenen Ereignisse genügend zu unterrichten.

Die Versammlung von Klaarfontein hatte unterwegs nichts Besonderes erlebt, war aber um uns und die Farm in großer Besorgnis gewesen und hatte daher ihren Ritt möglichst zu beschleunigen gesucht. Quimbo, den ich ihnen empfohlen hatte, war vermißt worden, doch hatten sie sich mit einer langen Forschung nach ihm nicht aufhalten wollen. Er mußte jetzt einige Vorwürfe anhören, die er in großer Gemütsruhe entgegennahm. Den gefangenen Engländer hatte man natürlich mitgebracht; er wurde zu Tschemba, dem falschen Makololo, gesteckt, um da das weitere zu erwarten.

Somi aber saß nicht unter uns. Er hatte sich, als er kaum vom Pferde gestiegen war, durch das Thor entfernt. Jetzt kehrte er zurück, ein starkes Bündel Kräuter in der Hand, in denen ich eine Polygaleenart erkannte, die untermischt war mit den Blättern von Erythrina Corallodendron. Er trat mit ihnen zu mir.

»Gut' Deutschland hab' Wund'; Somi hab' gut Kraut für Wund', daß nicht komm' Fieber und heil' schnell zu. Gut', tapfer' Deutschland zeig' Wund', daß Somi verbind'!«

Ich hatte oft mich selbst überzeugt, daß wilde Völkerschaften Pflanzen medizinisch anzuwenden verstehen, von deren außerordentlicher Heilkraft unsere Wissenschaft keine Ahnung hat, war daher sofort bereit, seine Hilfe anzunehmen, und trat mit ihm zur Seite, um mich von ihm von neuem verbinden zu lassen.

Als er die Wunde sah, machte er ein sehr bedenkliches Gesicht.

»Wund' sein bös, sein nicht von schneid' oder stech' und schieß', sondern von wild' Tier; heil' schlecht. Somi darf nicht bloß Kraut, sondern muß erst nehm' Saft von Kraut. Aber Deutschland sein stark; Deutschland werd' hab' viel groß' Schmerz, aber doch nicht Fieber!«

Er zerquetschte die Kräuter und ließ den Saft derselben in die Wunde fließen; dann legte er die ersteren auf und befestigte den Verband wieder.

»Somi wird nehm' all' Tag' Kraut und leg' auf Wund' von Deutschland,« meinte er, als er fertig war.

Ich konnte in seinen nicht unschönen Zügen eine deutliche Zuneigung lesen, die er für mich zu empfinden schien. Doch plötzlich nahm sein Gesicht einen Ausdruck an, den ich beinahe mit dem Namen der Erstarrung zu bezeichnen vermochte. Die schnelle Bewegung seiner Hände nach oben drückte die größte Überraschung aus, die man sich nur denken kann.

»Tscharga!« rief er dann und stürzte nach der Thür, unter welcher Mietje erschienen war, um nach ihren Gästen zu sehen. »Tscharga!« rief er wieder, als er, die Arme ausbreitend, vor ihr stand.

Die Aufmerksamkeit sämtlicher Anwesenden lenkte sich natürlich auf diese Scene. Das Mädchen blickte ihn verwundert an, und er stand vor ihm in sichtbarem Entzücken, als gewahre er ein kostbares Gut, dessen Besitz für ihn das höchste Glück in sich schließe. Da aber ließ er die Arme langsam sinken und klagte:

»Oh, nein, sein nicht Tscharga! Tscharga sein alt jetzt, wenn noch leb', und nicht mehr so jung und schön. Aber warum seh' wie Tscharga, und warum hab' Kett' von Tscharga hier an Hals?«

»Seid Ihr Somi?« fragte sie.

»Ja, ich Somi bin!«

Sie ließ die Schlangenzähne in sichtbar beginnender Bewegung durch die kleinen Finger gleiten und antwortete:

»Die Kette ist von meiner Mutter.«

»Wer ist Mutter? Wie heiß' Mutter?«

»Ich weiß es nicht. Der Boer van Helmers hat mich in der Kalahari bei ihr gefunden; sie war tot; die Quelle, an welcher er uns traf, war versiegt, und Mutter hatte verschmachten müssen.«

»An Quelle? An Brunnen? Wie heiß' Brunnen?« fragte er schnell hintereinander.

»Es war am Ulwimibrunnen.«

»Ulwimi, oh, oh! Wie lang' sein das her? Oh, sag' schnell, sag' rasch! Herz von Somi klopf, daß sonst spring' Herz entzwei!«

»Es war im heißen Sommer und ist jetzt sechzehn Jahre.«

»Wie viel Jahr'? Ishumi und tantatu Jahr', zehn und sechs Jahr? Oh, oh, Somi muß flieh' vor Sikukuni; Somi send' schön', lieb' Tscharga nach Ulwimiwasser, und als Somi komm' nach, find' Somi Grab, mach' auf Grab und seh' tot Tscharga, aber nicht Tochter. Tscharga war gut' Weib von Somi, und du sein Tochter von Tscharga und von Somi!«

Er sprach das in der Erregung der höchsten Freude so schnell, daß man es kaum verstehen konnte, schlang dann die Arme um das Mädchen und drückte dasselbe zehnmal, zwanzigmal an sich, ihm dazwischen immer wieder in das erglühende Gesicht blickend und dabei die seligsten Freudenrufe ausstoßend.

»Mein Kind, mein' Tochter, mein gut', schön Kind! Will' du sein mein' Tochter und hab' lieb Vater Somi?«

Sie nickte unter Thränen und schlang die Arme innig um ihn, ohne sich um die Anwesenden zu kümmern, welche mit der lebhaftesten Teilnahme Zeugen dieser Scene waren.

»Wie heiß' Tochter? Oh, sag sag' schnell, daß Vater kann ruf' Tochter mit Namen!«

»Mietje.«

»Mietje? Was heiß' Mietje? Somi nicht weiß' und nicht kann gut sag'. Mietje mag sag' Holland und Boer, Somi aber sag' Tscharga, denn Tochter heiß' wie Mutter!«

Er wandte sich jetzt zu Jan, welcher mit eigentümlichen Gefühlen dabei gestanden und jedes Wort gehört hatte.

»Vater von Jan hab' 'funden Tscharga, und Tscharga bin Schwester von Jan?«

»Mietje sollte meine Frau werden!« antwortete der Gefragte einigermaßen verlegen. Trotz des Vollbewußtseins seiner Rasse und seiner Nationalität mußte er doch unwillkürlich daran denken, daß Somi König der Kaffern werden sollte.

»Weib von Jan?« fragte Somi überrascht. »Oh, oh, so hab Jan arm Kind ohne Vater lieb?«

»Ja.«

»So nehm' Jan Tscharga! Aber Tscharga nicht mehr sein arm' Kind; Vater von Tscharga sein König, und Somi hab' viel' – viel' – –«

Er hielt inne und griff unter das Mäntelchen, welches seinen Oberkörper umhüllte. Einen kleinen Gegenstand hervorbringend, zeigte er denselben Jan.

»Jan seh', was ist das!«

Der Boer stieß einen Ruf des Erstaunens aus.

»Ein Diamant, ein schwarzer Kapdiamant, unter Brüdern fünftausend Gulden wert! Baas Uys, Ihr seid Kenner; seht ihn Euch an und sagt, ob ich recht habe!«

Kees Uys ergriff den Stein, welcher dann von Hand zu Hand ging und die lebhafteste Bewunderung erregte.

»Es ist richtig, Neef Jan; der Preis ist eher höher als niedriger!«

»Stein sein schwarz' Diamant,« meinte Somi stolz, »und Somi hab' noch viel' schwarz' Diamant, mehr klein und mehr groß als hier. Somi hab' funden Diamant auf Flucht in Berg' und hab' steck' viel Diamant in Erde, wo nicht kann find' ander' Mann. Aber Somi werd' hol' Diamant und geb' Jan, weil Jan hab' Iieb arm' Tochter von Kaffer ohne Vater!«

Das war wirklich ein ganz bewundernswertes Ereignis, und es dauerte lange, ehe die Gruppen sich wieder lösten und das Gespräch sich dem früheren Gegenstande wieder zuwandte. Somi verschwand mit Jan und Mietje im Innern des Hauses, um die leidende Mutter von dem Geschehenen zu benachrichtigen, und die andern besprachen den Überfall des Waffentransportes.

Von diesem ließ sich erwarten, daß er unter gehöriger Bedeckung stattfinden werde, und daher war die Ankunft Huylers und der Seinen den Boers höchst willkommen, da wir in solcher Anzahl den Engländern jedenfalls gewachsen waren. Bis zum Attersberge hatten wir über einen Tag zu reiten, und da der in dem Briefe angegebene Zeitpunkt auf übermorgen fiel, so beschlossen wir, bereits heute gegen Abend aufzubrechen. Unsere Pferde freilich befanden sich in einem sehr angegriffenen Zustande; daher sollten frische Tiere von den benachbarten Farmen requiriert werden, zu welchem Zwecke sich einige der Begleiter Huylers dorthin auf den Weg machten.

Bis zu ihrer Rückkehr, welche bereits nach einigen Stunden erfolgte, wurden die Spuren des gestrigen Kampfes vertilgt, und dann ließen die Boers Tschemba vorführen, um über ihn zu Gerichte zu sitzen.

Der Kaffer mochte sich allerdings nicht wenig wundern, so viele Boers hier beisammen zu finden, und machte ein ziemlich mutloses Gesicht, als er vernahm, was man mit ihm vorhabe. Er wiederholte seine bereits mir gemachten Aussagen; über die weiteren Pläne Sikukunis vermochte er keine Auskunft zu geben, und da seine Schuld so offen am Tage lag, daß ein Zweifel über dieselbe gar nicht möglich war, so stimmten die meisten der Boers für den augenblicklichen Tod des Verräters. Dem aber widersetzte sich Jan auf das energischeste, und auch ich schloß mich dem Veto an. Tschemba hatte im Auftrage seines Königs gehandelt, dem er sich, besonders bei dem grausamen Charakter desselben, unmöglich widersetzen konnte; ferner hatte er bei seiner Vernehmung durch mich sofort alles gestanden und seinen König blutgierig genannt, während er sich Somi freundlich gesinnt zeigte. Endlich trat auch Mietje hinzu und bat mit ihrem Vater um das Leben des Zulu, und so willigten endlich die Boers unter der Bedingung ein, daß der Kaffer bis zu ihrer Rückkehr gefangen gehalten werde. Er wurde, als ihm dies eröffnet worden war, wieder abgeführt.

Nun ging es an das Rüsten, da unsere Abwesenheit für diesmal von einer längeren Dauer sein mußte. Wir konnten vom Attersberge nicht hierher zurückkehren, sondern beschlossen, den Transport, falls er in unsere Hände fiel, was wir auch sicher hofften, gleich über die Berge zu bringen, wo er uns Gelegenheit gab, die Rüstung des dort sich versammelnden Boersheeres zu vervollständigen und dann ohne weiteres Zaudern über die Zulus herzufallen.

Die Farm war reich genug, uns alle mit genügendem Proviant auszustatten, und als wir aufbrachen, waren wir so gut mit Packpferden versehen, daß es schien, als ob wir eine Entdeckungsreise in das Innere des afrikanischen Kontinentes beabsichtigten.

Natürlich waren zum Schutze der Farm die nötigen Vorkehrungen getroffen worden, obgleich sich als sicher annehmen ließ, daß eine weitere Bedrohung derselben nicht stattfinden werde. Sikukunis Absicht, die Zusammenkunft an Klaarfontein zu sprengen, war vereitelt und sein Angriff gegen die Familie van Helmers wiederholt und siegreich abgeschlagen worden; er hatte keine Leute mehr bei sich, und wenn er einmal hinter den Bergen war, so bekam er dort jedenfalls so viel zu thun, daß er keine Zeit fand, wieder zurückzukehren.

Es kostete Somi allerdings Überwindung, die wiedergefundene Tochter so schnell wieder zu verlassen, und auch Jan trennte sich nur schwer von ihr und der Mutter, welcher ich die nötigen Medikamente zurückließ. Beide blieben noch eine Weile auf der Farm zurück und erreichten uns erst, als ein guter Teil der Nacht vergangen war.

Der Ritt verlief ohne ein besonders bemerkenswertes Ereignis, bis wir am andern Abend beim Ziele anlangten.

Der Attersberg erstreckt seinen langgedehnten Rücken vom Randgebirge weit nach Osten hin, wo er allmählich auf der Hochebene verläuft. Sein östlicher Teil ist von dichtem Walde bestanden, während der westliche kahl und öde sich aus einer Höhe von mehreren tausend Fuß zur Tiefe senkt. Zahlreiche Schluchten und Risse durchschneiden ihn in der Richtung nach Süd und Nord, und gewaltige Steinblöcke und Felsspitzen ragen teils auf den unwirtlichen Hängen empor, teils liegen sie im finsteren Forste zwischen faulenden Baumleichen, welche von hohem Moos überzogen und von Schlinggewächsen umrankt sind. Ein solches Terrain bietet der Verstecke genug selbst für eine größere Karawane, und wenn der Transport bereits vor uns angekommen war, was ja recht gut in das Bereich der Möglichkeit gehörte, so hielt es jedenfalls nicht leicht, ihn zu entdecken. Doch war im Briefe nicht der Ort angegeben, wo Lieutenant Mac Klintok ihn finden sollte, und so ließ sich erwarten, daß ein nicht gar zu sicheres Versteck gewählt worden sei. Waren die Engländer aber noch nicht da, so ließ sich ihr Kommen leicht bemerken, wenn wir uns auf dem Rücken des Berges so postierten, daß wir die westlichen Abhänge desselben und die weiterhin gelegene Hochebene zu überblicken vermochten.

Wir hielten vor der mächtigen Höhe und traten zusammen, um über den Ort zu beraten, an welchem wir lagern wollten. Es dämmerte bereits stark, und da wir nahe dem Neumonde waren, so konnten wir auf den Mondschein nicht rechnen und mußten eine schnelle Entscheidung treffen.

»Wohin?« fragte van Hoorst.

»Wir ziehen uns in die nächste beste Schlucht, in welcher wir, ohne gesehen zu werden, ein Feuer anzünden und es uns bequem machen können.« antwortete Huyler.

»Ein Feuer darf nicht angezündet werden,« meinte Uys. »Die Engländer könnten uns trotz aller sonstigen Vorsicht bemerken.«

»Was meint Ihr, Mynheer?« fragte Veelmar, sich zu mir wendend.

Ich antwortete:

»Die Tage sind heiß, aber die Nächte kalt, und ein Feuer würde uns daher nicht unangenehm sein, denke ich. Es läßt sich auf alle Fälle ein Ort finden, wo es brennen kann, ohne bemerkt zu werden. Wir müßten da zum Walde emporsteigen. Da uns aber dabei die Pferde hinderlich sind, so schlage ich vor, sie in eine Schlucht zu plazieren und eine Wache bei ihnen zu lassen, die allerdings auf das Feuer zu verzichten hat, Wenn wir uns droben im dichten Walde lagern und den Platz vorher sorgfältig absuchen, können wir uns wärmen, ohne eine Entdeckung zu befürchten. Morgen mit dem frühesten reite ich dann mit einem oder zwei von uns hinaus nach der Ebene, um zu spähen, ob der Transport bereits eingetroffen ist.«

»Ihr habt recht. Aber die Schlucht?«

»Ist bereits gefunden, wenn sie breit und lang genug ist, um den Tieren genugsam Weide zu bieten. Seht, dort links zieht sie sich in den Berg hinein!«

Wir ritten auf dieselbe zu und gewahrten, daß sie unserem Zwecke vollständig entsprach. Die Pferde wurden hineingebracht und zwei Mann an ihrem Ausgange postiert. Dann stiegen wir zu dem Walde empor. Er war in seinem unteren Teile zu licht, und wir mußten weit nach oben, ehe er so dicht wurde, daß das Gewirr seiner Zweige unser Feuer deckte. Wir fanden einen geeigneten Platz, suchten die Umgebung desselben ab und richteten dann, als wir nichts Verdächtiges gefunden hatten, das Lager her. Das Abendbrot wurde bereitet; einige Wachen sorgten für die nötige Sicherheit, und dann legten wir uns zur Ruhe.

Ich mochte wohl bereits eine Stunde geschlafen haben, als ich von einer Hand berührt wurde und sofort aufwachte. Somi stand vor mir.

»Deutschland, steh' auf und komm' mit Somi!«

Ich erhob mich, einigermaßen verwundert über diese Störung. Er ging mit mir zu Jan, welcher uns zu erwarten schien, und schritt dann uns beiden voran in den Wald hinein.

»Was sollen wir?« fragte ich Jan.

»Ich weiß es nicht, Mynheer,« antwortete er. »Somi weckte mich und dann Euch; weiter ist mir nichts bekannt.«

Ohne ein Wort der Aufklärung führte uns der Häuptling immer weiter empor und schlug dann eine mehr westliche Richtung ein, so daß wir den freien Berg erreichten und den Wald in den Rücken bekamen. Hier blieb er stehen. Er war uns mit einer Sicherheit vorangeschritten, daß es schien, er sei hier besser bekannt, als sich vorher vermuten ließ.

»Jan hör', und Deutschland hör'! Jan sein Sohn von Somi, und Deutschland sein Mynheer groß tapfer und groß Vorsicht. Jan und Deutschland soll wiß' Geheimnis von Somi. Somi flieh' vor Sikukuni und komm in Attersberg; find' da schwarz' Diamant, von dem sag' auch gestern Boers, und versteck' Diamant. Jetzt hol' Diamant, und Jan und Deutschland sein dabei!«

Das also war es! Der verschwiegene Mann hatte keinen von uns ahnen lassen, daß das Ziel unseres Rittes zugleich auch das Versteck seines Reichtums sei, und der Umstand, daß er mich neben Jan zur Begleitung aufforderte, gab mir einen neuen und großen Beweis von der Zuneigung, welche ich bereits gestern beobachtet hatte. Er weidete sich an unserm Erstaunen und fuhr dann fort:

»Somi hab' nehm' bloß wenig Diamant; in Berg sein noch groß viel mehr Diamant; darum nicht soll' wiß' Boers, weil Somi schenk' Geheimnis an Jan, der hol' all' Diamant!«

Er führte uns die Höhe beinahe vollends empor und blieb dann vor einem großen Felsblock stehen, welcher tief in die Erde eingesenkt zu sein schien.

»Jan sein stark; Jan heb' Stein!« bedeutete er den Boer.

Dieser stemmte sich gegen den Felsen und hob eine Seite desselben empor. Somi griff darunter.

»Stein wieder laß' fall'!« gebot er dann. »Somi hab' find' Diamant.«

Er richtete sich empor und zeigte uns ein aus der Haut eines jungen Leguan gefertigtes Säckchen, welches er öffnete, um uns hineingreifen zu lassen, da es nicht hell genug war, seinen Schatz zu erkennen.

»Hier Diamant, ishumi, ilinci, mboxo Stein, zwei mal zehn und acht Diamant. Und nun auch führ' zu Kloof, wo sind' Diamant!«

Schon hatte er sich gewendet, um wieder voranzuschreiten; da drehte er sich noch einmal zurück und griff in den Beutel.

»Deutschland hab' schütz' Tscharga; Somi hab' lieb Deutschland, schenk Deutschland Diamant hier!«

Ich trat zurück und wehrte ab. Selbst wenn er den kleinsten der kostbaren Steine ergriffen hatte, war das Geschenk so reich, daß ich mich scheute, es anzunehmen. Der Kaffer wußte wohl, daß diese Diamanten einen hohen Wert haben; aber die wirkliche Höhe dieses Wertes war ihm jedenfalls unbekannt.

»Warum nicht will' nehm' Stein? Somi weiß noch viel Stein, und wenn Deutschland nicht nehm', so werf' Somi Stein fort, daß verlier'. Was Somi woll' schenk', das nehm' nicht wieder!«

Bei dieser Drohung, die er jedenfalls wahr gemacht hätte, war es nicht anders möglich, ich mußte das Geschenk annehmen.

Meinen Dank abschneidend, wandte er sich wieder um, schritt der Höhe des Berges zu und stieg dann an der andern Seite desselben langsam hinab. Es ging sehr weit hinunter, doch war der Kaffer so mit dem Wege vertraut, daß wir alle Hindernisse unschwer überwanden.

Da war es mir, als ob ich einen brenzlichen Geruch verspürte. Ich blieb stehen und sog die Luft prüfend ein. Ich hatte mich nicht getäuscht.

»Halt!« gebot ich. »Unter uns muß ein Feuer brennen.«

Die beiden andern fanden meine Wahrnehmung bestätigt; es war notwendig, jetzt beim Abwärtssteigen die größte Vorsicht anzuwenden. Wir brauchten nicht sehr weit zu gehen, um nun auch den Schein eines Feuers zu bemerken, welches aus der Kloof, die Somi zum Ziele gedient hatte, emporleuchtete. Der Häuptling blieb stehen.

»Das sein Kloof, wo Stein find'! Wer sein in Kloof? Nehm' wohl weg all' Diamant!«

»Wir werden ja sehen, wer es ist,« antwortete ich. »Kommt vollends bis zum Rande der Schlucht, und vermeidet jedes Geräusch!«

Wir stiegen vollends hinab und befanden uns am Rande einer engen und nicht zu tiefen Schlucht, welche sich einige hundert Schritte weit in den Berg hineinzog und dann an einem jähen Felsensturze endete. Ich legte mich auf den Boden und streckte den Kopf über den Rand hervor, um in die Kloof zu blicken. Jan und Somi folgten meinem Beispiele.

Unten saßen um ein Feuer sechzehn Zulus und bei ihnen drei Weiße, von denen einer ganz genau dieselbe Kleidung trug wie Sir Hilbert Grey, während diejenige der beiden andern in ihnen englische Offiziere vermuten ließ. Sie befanden sich kaum zwanzig Fuß unter uns, so daß ich das Gespräch der drei Männer deutlich zu vernehmen vermochte.

»Dieser Grey scheint kein zuverlässiger Mann zu sein.« hörte ich sagen. »Er hätte bereits vor drei Tagen im Lager sein müssen.«

»Wir wissen das,« antwortete der mit der Rhinoceroshaube. »Doch mußte unsere Post im Duplikat abgesendet werden, und wir hatten keinen andern als diesen Sir Hilbert, der in seinem ganzen Leben keinen einzigen klugen Augenblick gehabt hat. Mein Weg war der kürzere, aber auch der gefährlichere, und es mußte Sorge getragen werden, daß, wenn ich den Boers in die Hände fiel, Ihr dennoch die Benachrichtigung erhieltet, Lieutenant. Übrigens wurde Grey nicht vollständig eingeweiht, und das mag wohl der Grund sein, daß er sich nicht genugsam gesputet hat.«

Ich war erstaunt über die Enthüllung, welche in dieser kurzen Rede lag. Also das Handlungshaus, welches den Transport zu liefern hatte, war so vorsichtig gewesen, zwei Botschafter abzusenden, von denen nur der eine in unsere Hände gefallen war. Infolge dieses Verfahrens war Lieutenant Klintok dennoch benachrichtigt worden und befand sich hier in der Kloof, um mit seinen sechzehn Kaffern die Sendung in Empfang zu nehmen.

Somi lag neben mir und flüsterte jetzt:

»Zulu und England bloß hier lager', aber nichts weiß von Diamant!«

Seine frühere Befürchtung zeigte sich allerdings als unbegründet, desto gefährlicher aber war die Anwesenheit dieser Uute für unser gemeinschaftliches Unternehmen. Sollte dieses gelingen, so mußten die Männer da unten in der Kloof unschädlich gemacht werden. Doch wie bei jedem Unfall sich irgend ein glücklicher Umstand geltend zu machen pflegt, so vernahm ich auch hier bald Worte, welche für unsere weiteren Absichten von ungemeinem Vorteile sein mußten.

»Also über den Kerspaß bringen wir die Waffen?« fragte der Bote.

»Ja,« antwortete Lieutenant Mac Klintok. »Dort erwartet uns zur größeren Sicherheit ein bedeutendes Detachement Kaffern, da sich annehmen läßt, daß diese holländischen Bauern in den Besitz des Passes zu kommen suchen werden.«

»Und der Kleipaß?«

»Ist wohl auch bereits besetzt, doch nicht so stark wie der Kerspaß. Der erstere ist enger, macht mehr Windungen und ist leichter zu verteidigen. Übrigens handelt es sich dort nicht um eine so außerordentlich wichtige Zufuhr, sondern bloß darum, etwaige einzelne Zuzüge von hier hinüber zurückzuweisen.«

»Ich denke nur,« meinte der andere Engländer, »daß wir uns einer bereits verfehlten Sache angenommen haben.«

»Inwiefern?«

»Es stehen zwar beinahe zwölftausend Zulus einem Boersheere, welches höchstens dreitausend Männer zählt, entgegen; aber diese Boers sind Feinde, welche man ja nicht unterschätzen darf. Ihre Taktik ist stets eine sehr vorzügliche gewesen, und was den Kampf betrifft, so verstehen sie es, ihre Roers zu gebrauchen, und im Nahekampf nimmt es jeder dieser Holländer mit vier, fünf Kaffern auf.«

»Pshaw

»Pshaw? Ich bitte dich, Kamerad, denke nur an diesen Boer van het Roer, der im letzten Kampfe ganz allein auf einem von den feindlichen Waffen unerreichbaren Felsen stand, mit seinen Kugeln Gegner um Gegner niederstreckte, dann mitten in den dicksten Haufen derselben hineinsprang und unter ihnen wütete, wie ein rasender Roland. Wie viele Feinde rechnest du wohl auf ihn?«

»Einige mehr als auf jeden andern, das ist wahr; nur darf er nicht etwa mir oder dir gegenüberstehen, sonst würde wenig Federlesens mit ihm gemacht werden! Übrigens ist unser Plan ein so ausgezeichneter, daß die Boers verloren sind, ehe noch der erste Schuß fällt.«

»Du meinst die Falle im Groote-Kloof?«

»Ja. Du weißt, daß ich es durchforschen mußte und dabei die Entdeckung machte, daß sich kein Ort so gut zu einer Riesenfalle eigne, wie dieses Groote-Kloof, welches seinen Namen eigentlich mit Unrecht führt, denn es ist keine Schlucht, sondern ein mächtiger Thalkessel, der ringsum von hohen, steilen Felswänden eingefaßt ist und nur einen einzigen Zugang zu haben scheint. Ich aber forschte so lange, bis ich einen Aufstieg nach der Höhe fand, der außerordentlich schwer zu bemerken und sehr leicht zu verteidigen ist. Der hintere Teil des Kessels ist bis hinauf zur Höhe mit dichtem, baumartigem Farn bestanden, welcher die Wand unersteiglich erscheinen läßt, während man, in das Dickicht eindringend, bemerkt, daß sich der Felsen stufenartig erhebt und ein, wenn auch schwieriges Emporkommen gestattet. Jenseits gelangt man dann leicht wieder von der Höhe herab. Die Zulus stehen am Kerspasse, und die Groote-Kloof befindet sich in der Nähe des Kleipasses. Sobald wir von den Holländern angegriffen werden, lassen wir uns scheinbar schlagen und ziehen uns flüchtig nach dem ersteren hin. Während nun unsere Hauptmacht sich hinter uns in das Thal des Zwarten-Rivier versteckt, zieht sich eine Truppe, welche der Feind für das vollständige Heer halten muß, in die Groote-Kloof, steigt hinten aus derselben empor und besetzt den Aufstieg. Der Feind ist ihr gefolgt, befindet sich im Kessel, dessen Eingang sofort von dem herbeieilenden Zuluheere besetzt wird, und muß sich ergeben, ohne einen einzigen Schuß gethan zu haben, wenn er nicht verhungern und verdursten will.«

»Der Plan ist sehr kompliziert und abenteuerlich. Es kann bei seiner Ausführung leicht ein Umstand eintreten, welcher uns verderblich wird. Wenn die Boers unsere Absicht merken und uns am Zwarten-Rivier einschließen, sind wir verloren.«

»Sie werden nichts merken, denn der Plan ist Geheimnis zwischen uns und Sikukuni; kein Mensch weiß sonst von ihm.«

»Und wenn uns die Holländer die Unklugheit, uns in der Kloof einschließen zu lassen, nicht zutrauen und eine Falle wittern?«

»Unmöglich! Sie wissen, daß sie mit einem strategisch unwissenden Feinde zu kämpfen haben.«

»Ebenso aber wissen sie auch, daß Sikukuni bei den Kaffern nicht mehr beliebt ist. Wir hören ja sogar, daß die Boers Somi suchen, um ihn zum König zu machen. Ich fürchte, die Zulus werden den tyrannischen Sikukuni gern verlassen, um einen weniger blutdürstigen König zu bekommen!«

»Das ist ein vom Feinde erfundenes Gerücht, welches den Zweck hat, Zwietracht und Insubordination in unserm Heere hervorzubringen. Es wird ihnen nicht gelingen, denn Somi ist so gewiß verschollen, wie dieses Stück Fleisch verschwinden wird.«

Er nahm die Hammelkeule, welche über dem Feuer briet, herab und schnitt sich eine Portion herunter, die er zu verzehren begann. Ich hatte genug gehört und erhob mich.

»Kommt; wir müssen so schnell wie möglich zu unserem Lager zurückkehren!« flüsterte ich.

»Habt Ihr alles verstanden, Mynheer?« fragte Jan, ebenso wie ich von dem Gehörten überrascht.

»Alles!« nickte ich und winkte Somi, wieder voran zu steigen.

Die Wichtigkeit der Nachricht, welche wir zu überbringen hatten, trieb uns so schnell vorwärts, wie es das Terrain gestattete. Das Lager wurde rasch erreicht, und bei unserm lauten Zurufe erhoben sich alle, um den Grund der Störung zu vernehmen. Alle griffen sofort zu den Waffen. Mit Somi an der Spitze, begaben wir uns in einer langen, schweigsamen Linie zurück nach der Schlucht. Das Gehörte war von solchem Interesse für die Boers, daß es keinem einfiel, uns nach dem ursprünglichen Grunde unserer Entfernung vom Lagerfeuer zu fragen.

Am Ziele angelangt, postierten sich die Boers zu beiden Seiten der Schlucht, während ich mit Jan und Somi nach dem Eingange derselben schlich. Dort weideten drei Pferde; sie gehörten jedenfalls den Engländern, weil ja die Kaffern den Marsch zu Fuße gemacht hatten. Wir hätten den Überfall sofort unternehmen können, aber einerseits sträubte sich unser Gefühl, einen schlafenden Feind zu töten, und andererseits gelüstete es uns, den selbstgefälligen Briten zu einem kleinen Dementi zu verhelfen.

Sowohl sie als auch die Kaffern hatten sich zur Ruhe gelegt und sich dabei so sicher gefühlt, daß nicht einmal eine Wache ausgestellt worden war. Wir schritten auf der Sohle der Kluft dem Feuer zu. Einer der Zulus erhob sich und stieß einen lauten Ruf aus, worauf sich die andern sofort empor richteten und zu den Waffen griffen. Die Engländer hatten sich etwas abseits von den Kaffern gelagert. Ich trat zu ihnen und grüßte.

»Good evening, Lieutenant Klintok! Darf man Euch ein wenig stören?«

Auch er hatte zu der Büchse gegriffen und stand in einer Haltung vor mir, der man die Ungewißheit anmerkte, ob er uns als Freunde oder Feinde behandeln solle.

»Ihr kennt mich? Wer seid Ihr? Wo kommt Ihr her, und was wollt Ihr hier?«

»Das ist fast zu viel auf einmal gefragt, Sir! Ich komme, um Euch von einem gewissen Sir Hilbert Grey zu grüßen.«

»Von Grey?« fragte er schnell. »Wo ist er?«

»Er ist Gefangener der Boers und befindet sich in guten Händen.«

»Gefangen? Und Ihr kommt von ihm? So gehört Ihr zu den Holländern?«

»Ein wenig, Sir; ich selbst hatte ja das Vergnügen, mich seiner Person zu bemächtigen.«

Sofort stellte er sich mit den beiden andern so, daß uns der Rückweg abgeschnitten war.

»Dann nehme ich euch gefangen!«

»Dagegen haben wir nicht das geringste, denn so können wir am leichtesten sehen, auf welch ehrenhafte Weise von Euch der Vertrag gehalten wird, die Kaffern nicht mit Waffen zu unterstützen.«

Er horchte auf.

»Ihr faselt,« antwortete er. »Legt eure Gewehre ab!«

»Das können wir thun, wenn es Euch Vergnügen macht!« Ich legte meine Büchse, die ich wegen meiner Verwundung doch nur schwer gebrauchen konnte, zur Erde. Jan und Somi thaten das Gleiche. »Ihr macht uns dafür vielleicht das Vergnügen, Euch nach der Groote-Kloof begleiten und die Boers in der Mausefalle sehen zu können!«

»Ihr habt gehorcht!« rief er drohend, indem er einen Schritt näher trat.

»Natürlich! Wir mußten doch wissen, wer die Leute sind, denen wir unsern Besuch machen wollten. Ich hatte Euch etwas zu bringen und wollte sehen, ob ich den Adressaten richtig gefunden hätte.«

»Was?«

»Diese drei Papiere, die wir bei Eurem Sir Hilbert Grey gefunden haben.«

Ich griff in die Tasche und reichte sie ihm entgegen.

»Ihr habt sie gelesen?«

»Allerdings. Die Abfassung des Briefes ist nicht sehr geistreich. Will vielleicht der Verfasser Patent auf seine Erfindung nehmen?«

»Schweigt, Mann! Ich sehe noch Messer und Pistole bei Euch. Legt vollends ab!«

»Auch das thun wir vielleicht; doch erlaubt vorher, Euch meine Begleiter vorzustellen! Dieser junge Mynheer, der beinahe noch einmal so lang ist als Ihr, wird von uns der Boer van het Roer genannt, und – –«

»Jan van Helmers!« rief er erstaunt.

»Ja, mit dem Ihr wenig Federlesens machen wollt. Und dieser Mann hier ist nicht so sicher verschollen, wie Euer Keulenstück verschwunden ist. Sein Name lautet Somi.«

»Somi!«

»Ja, der neue Zulukönig, wenn Ihr es erlaubt!«

Der Lieutenant schien vollständig verblüfft zu sein. Er konnte sich jedenfalls die unbesorgte Art und Weise, in welcher wir drei inmitten eines so überzähligen Feindes erschienen, nicht erklären. Doch faßte er sich bald und befahl den Kaffern:

»Bindet sie!«

»Oho, Sir Mac Klintok! Ihr seid gewiß noch sehr unerfahren, sonst könntet Ihr Euch leicht denken, daß wir nicht ohne den nötigen Schutz an Eurem Feuer erscheinen!«

Ich wollte ihn fassen, trotzdem ich nur den einen Arm schmerzlos gebrauchen konnte, kam aber zu spät, denn Jan ergriff noch vor mir zugleich ihn und seinen Kameraden bei der Brust, legte sie mit unwiderstehlicher Gewalt nebeneinander zur Erde, und preßte ihnen mit seinen gewaltigen Fäusten die Lungen so zusammen, daß sie sich nicht zu rühren vermochten. In demselben Augenblick hatte auch Somi den dritten niedergerissen, und von oben krachten wie in einem einzigen Schusse alle Büchsen, daß das Echo von den benachbarten Höhen donnernd wiederhallte. Im nächsten Momente erfolgte eine nochmalige Salve, und ohne daß ich mich umzusehen brauchte, wußte ich, daß jetzt keiner der Kaffern mehr am Leben sei.

Eine einzige Minute hatte hingereicht, die Situation vollständig umzudrehen. Die Kluft füllte sich mit den Boers, und nun wurde mit den Engländern das gethan, was sie mit uns hatten vornehmen wollen: sie wurden, da sie sich trotz aller Erfolglosigkeit zu wehren versuchten, gebunden. Für den Rest der Nacht nahmen wir an ihrer Stelle an dem Feuer Platz.

Da wir jetzt sicher wußten, daß der Transport noch nicht angekommen sei, war ein Ausspähen unnötig. Als der Morgen graute, legten wir die Leichen zusammen und bedeckten sie mit Strauchwerk und Steinen, und da wir vom Ausgange der Schlucht den ganzen Westen überblicken konnten, so beschlossen wir, hier zu bleiben, und ließen unsere Pferde von der andern Seite des Berges herüberkommen.

Es war Somi anzusehen, daß er mit dieser Anordnung nichts weniger als zufrieden war; er mochte eine Entdekkung seines Geheimnisses befürchten, doch waren die Boers zu sehr mit ihren kriegerischen Angelegenheiten beschäftigt, als daß sie sich besonders mit geologischen Betrachtungen hätten befassen können. Der Häuptling benutzte die jetzige Muße, mir Kräuter für meine Wunde zu suchen, und wirklich blieb ich in der Folge von jedem Fieber frei, und die tiefen Krallenrisse heilten wider Erwarten schnell und gut.

Quimbo hatte schon während unsers Marsches durch sein gedrücktes, einsilbiges Wesen meine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Als er jetzt still in meiner Nähe saß, fragte ich ihn, was ihm fehle.

»Quimbo bin traurig,« antwortete er. »Quimbo werd' nicht mehr lach' und sing'.«

»Warum?«

»Quimbo bin bös, bin zornig auf Jan, sehr viel groß' Rach' und Zorn!«

»Was hat dir denn der gute Jan gethan?«

»Jan gut? Oh, oh, Mynheer, Jan bin schlecht, bin schlimm! Jan nehm' Quimbo Mietje; Quimbo hör' all', was Somi sag' und was Jan sag'. Mietje bin Tochter von Somi und werd' nicht Frau von Quimbo, sondern Frau von bös' schlecht' Jan. Oh, oh!«

Er fuhr sich zornig mit allen zehn Fingern in die Frisur. Als er aber deren verwüsteten Zustand fühlte, erhielt sein Gedankengang eine neue Richtung.

»Mietje nicht will sein Frau von Quimbo, weil Quimbo nicht mehr bin schön! Strauß hab' nehm' Quimbo schön' Haar, aber Jan hat doch noch viel mehr nicht schön Haar. Oh, oh, Haar von Quimbo wachs wieder, und dann wein' Mietje, daß nicht worden ist Frau von Quimbo. Und dann lach' Quimbo aus Mietje und nehm' ein ander gut' schön' Frau!«

Ich mußte ihn seinen tragikomischen Rachegedanken überlassen, da meine Aufmerksamkeit auf einen dunklen Punkt gelenkt wurde, welcher draußen auf der Ebene sichtbar zu werden begann. Ich stieg etwas höher empor und nahm mein Doppelglas zur Hand. Mit Hilfe desselben gewahrte ich eine lange Schlange von Reitern und Wagen, welche sich dem Berge näherten. Die durch mich aufmerksam gemachten Boers ließen das Glas von Hand zu Hand gehen und erkannten den erwarteten Transport. Eine kurze Beratung führte zu dem Ergebnisse, daß wir unsichtbar bleiben wollten, bis die Karawane sich einen Halteplatz ausgesucht habe.

Wir begaben uns in die Schlucht zurück und beobachteten den Zug von hier aus im Verborgenen. Er näherte sich höchst langsam, da die sehr schwerfälligen Karren mit Ochsen bespannt waren, die übrigens von der langen und beschwerlichen Reise sehr angegriffen zu sein schienen.

Erst gegen Mittag erreichten die Erwarteten den Fuß des Berges und zogen, ohne eine besondere Deckung zu suchen, mit den Wagen einen Kreis, innerhalb dessen die Reiter und Ochsentreiber Platz nahmen.

»Jetzt ist's Zeit!« meinte Jan. »Wir reiten hinab, brechen in die Wagenburg ein und schießen alles nieder!«

Ich wehrte ab.

»Dann liefen wir Gefahr, uns in die Luft zu sprengen; wie leicht könnte sich das Pulver während des Kampfes durch einen Schuß entzünden! Es ist eine große Unvorsichtigkeit von diesen Leuten, sich so in die Nähe der gefährlichen Wagen zu lagern. Um dies zu thun, muß sicher jede Art von Feuer und natürlich auch das Tabakrauchen bei ihnen verboten sein. Übrigens könnten wir zu Pferde wohl schwerlich in die Wagenburg eindringen, und dann dürften wir nur die Messer gebrauchen.«

Da drängte sich Quimbo durch die Boers zu mir heran.

»Mynheer nicht weiß, wie mach', aber Quimbo weiß!«

»Nun?«

»Quimbo geh zu Reiter und sag', Quimbo bin Zulu; dann bring Reiter zu Boers!«

»Das geht nicht, denn – –«

»Das geh', Mynheer; Quimbo gleich werd' zeig'!«

Ehe wir ihn halten konnten, schlüpfte er zwischen uns hindurch und sprang den Berg hinab. Wir erschraken natürlich über das eigenmächtige Verhalten des Kaffern, der unsere Zurufe nicht beachtete und bald so weit entfernt war, daß er uns gar nicht mehr hören konnte. Sein Unternehmen gab nur dann Hoffnung auf Erfolg, wenn er klug genug war, sich für eine ausgestellte Schildwache auszugeben und dabei zu behaupten, daß der Zug von den Seinen noch gar nicht bemerkt worden sei. Wir konnten uns nicht über die Mittel einigen, allen schlimmen Eventualitäten zuvorzukommen, und so erreichte Quimbo die Wagenburg, noch ehe wir einen bestimmten Entschluß gefaßt hatten.

jetzt blieb uns nichts anderes übrig, als das Kommende ruhig abzuwarten. Was innerhalb des Wagenkranzes vorging, konnten wir nicht sehen; bald aber öffnete sich derselbe, und wir bemerkten zu unserer Freude, daß sämtliche Reiter den Platz verließen, um dem verwegenen Kaffer zu folgen, der, wie es schien, sie gradewegs zu uns führte. Nach eine Weile aber sahen wir, daß er nicht am Berge emporstieg, sondern sich am Fuße desselben hielt. Auf diese Weise kamen die Reiter unter uns vorüber und verschwanden hinter den Büschen der Berglehne.

Ich atmete auf.

»Quimbo ist klüger, als ich gedacht habe,« meinte van Hoorst, »und der Anführer dieser Leute ist dümmer als unser Kaffer. Ein kluger Offizier hätte die Erwarteten zu sich herabkommen lassen, wenigstens wäre er dem fremden Menschen nicht mit seinen sämtlichen Mannschaften gefolgt. Wir lassen die Pferde hier und folgen ihnen hinter den Büschen, bis ein Teil von uns an ihnen vorüber ist. Dann haben wir sie zwischen zwei Feuern, und ich will den von ihnen sehen, der uns entkommt. Bleibt Ihr hier bei den Pferden, Mynheer,« wandte er sich zu mir. »Ihr seid der einzige unter uns, welcher verwundet ist, und bessern Händen können wir unsere drei Gefangenen nicht anvertrauen!«

Ich sträubte mich gegen diesen Beschluß; da aber alle andern demselben beistimmten, so mußte ich mich fügen. Bald waren die Boers hinter den Sträuchern verschwunden, und ich befand mich allein mit den Engländern. Diese hatten natürlich seit ihrer Gefangennahme alles beobachtet, und ihre auf mich gerichteten Blicke zeigten deutlich, was in ihnen vorging; doch sprach keiner von ihnen ein Wort, da sie annehmen mußten, daß jeder Versuch, hindernd in unser Vorhaben einzugreifen, erfolglos sein würde.

Erst nach fast einer Viertelstunde vernahm ich einen entfernten, donnerartigen Schall, dem kurz darauf ein zweiter folgte. Der Angriff hatte begonnen. In einer nicht ganz zu besiegenden Unruhe wartete ich weiter. An einem Siege der Boers war nicht zu zweifeln; die fremden Reiter unter ihrem englischen Anführer gehörten zu einem der Hottentotten-Jägerregimenter zu Pferde, welche man Cape mounted rifles nannte, und waren wenig zu fürchten. Meine Unruhe bezog sich nur auf Quimbo, welcher sich jedenfalls in einer nicht ganz ungefährlichen Lage befand, da er leicht das Opfer eines augenblicklichen Racheaktes werden konnte. Doch lange sollte ich diese Sorge nicht zu tragen haben, denn ich sah ihn als ersten der Zurückkehrenden in raschem Laufe aus den Büschen brechen und zu mir emporspringen.

»Oh, Mynheer hier!« rief er schon von weitem. »Quimbo hab' such' gut' Mynheer und nicht find'; da denk' Quimbo, Mynheer bin schieß' tot, bis Uys sag, wo Mynheer bin!«

»Nun, wie ist's gegangen?«

»Gut, oh, oh, ganz viel groß gut! Hottentott bin tot, all tot. Als Boers schieß', bin Quimbo schnell spring' in Busch, weil sonst England schieß' tot Quimbo. – Nun sag' Mynheer, ob Quimbo bin dumm oder ob Quimbo mach' gut sein' Sach'!«

»Du bist ein ganz gescheiter Kerl, Quimbo, und wenn wir in die erste Stadt kommen, sollst du dafür einen Ring an deine Nase erhalten, der beinahe so groß ist, wie hier die Krempe meines Hutes!«

»Ring in Nase? Oh, oh, Mynheer bin ein groß' viel' gut' Mynheer. Quimbo werd' sein mit Ring der schön best' Quimbo auf ganz' Erd'!«

Noch während dieses Gespräches sah ich einen Teil der Boers auf den erbeuteten Pferden zurückkehren und im Galopp nach der Wagenburg sprengen, während die andern ihnen zu Fuße folgten. Es galt nur noch, sich der zurückgebliebenen Ochsentreiber zu versichern, und das war ebenso leicht wie bald geschehen.

Dann wurde ich mit den Gefangenen geholt, wonach es an die Untersuchung der Wagen ging. Es waren ihrer fünfzehn, jeder von acht starken Ochsen gezogen. Sie enthielten außer allerdings veralteten Gewehren einen großen Vorrat an Blei, Pulver und Patronen.

Wir mußten den müden Zugtieren Ruhe gewähren; sie wurden getränkt und geweidet, und während dieser Zeit berieten wir über das, was nun geschehen sollte. Nach dem, was ich von den Engländern erlauscht hatte, schien es nicht geraten, den Kerspaß zu ersteigen; der Transport mußte seinen Weg über den Kleipaß nehmen. Ferner schien es notwendig, das Boersheer jenseits des Gebirges so schleunig wie möglich über den heimtückischen Plan der Feinde in Kenntnis zu setzen, und so wurde beschlossen, daß einige von uns voranreiten sollten, dies zu thun. Man wählte Jan, Uys und mich; die beiden ersteren, weil Uys mit seinem Adjutanten die Führung der Boers übernehmen sollte, und mich, weil ich aufrichtig erklärte, daß mir nichts verhaßter sei, als ein langsames Reiten à la Ochsenschritt.

Wir brachen sofort auf. Quimbo blieb natürlich bei mir. Er hatte als Belohnung seines Mutes und seiner Umsicht eine Flinte erhalten und ritt nun so stolz hinter uns her wie ein Knappe des Mittelalters, der für seine Tapferkeit zum Ritter geschlagen wurde.

Ich hatte die Pässe des nordamerikanischen Felsengebirges und diejenigen der Cordilleren kennen gelernt; der Kleipaß konnte sich ihnen an Wildheit der Scenerie vollständig zur Seite stellen. Zwischen steilen, himmelanstrebenden Felsen ritten wir bald bergauf, bald steil bergab, und ich mußte gestehen, daß dieser beschwerliche Ritt mich infolge meiner Verwundung mehr angriff, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Wir hatten die Höhe des Gebirges erreicht, ohne ein feindliches Wesen zu bemerken, hielten uns aber bei jeder Krümmung des Weges auf einen Angriff gefaßt.

»Werden wir stark genug sein, einen Posten zu bewältigen?« fragte ich.

»Je nach Umständen,« antwortete Uys. »Hier muß nicht nur die Zahl der Feinde, sondern auch das Terrain berücksichtigt werden.«

»Feinde giebt es hier,« sagte Jan leise, indem er sein Pferd anhielt und nach einem dunklen Gegenstande zeigte, welcher an einer Felsenecke, um die sich der Weg scharf bog, am Boden lag. »Bleibt halten! Ich werde rekognoszieren.«

Er stieg vom Pferde und schritt nach der Ecke, um den Gegenstand zu betrachten. Dann bog er den Kopf vor, um hinter die Kante zu blicken. Eine Gebärde der Überraschung sagte mir, daß er etwas Auffälliges bemerke, dann winkte er uns zu sich heran. Als wir näher kamen, erkannten wir in dem Gegenstande einen Karoß. Jedenfalls hatte hier eine Wache gestanden und in der Hitze den Mantel abgelegt.

Hinter der Felsenkante wurde der enge Pfad breiter und bildete zwischen der senkrecht ansteigenden Steinwandb rechts und dem zu einer schwarzen Tiefe abfallenden Abgrunde links eine Art Rondell, in dessen Mitte zwölf Zulus Platz genommen hatten. Ihnen war jedenfalls die Bewachung dieses wichtigen Postens anvertraut, der selbst von einer so geringen Zahl gegen ein ganzes Heer verteidigt werden konnte, da der Pfad zu beiden Seiten um eine scharfe Felsenkante führte, welche nur einem einzigen Manne Raum bot, auf den Platz zu kommen. Nun hatte gewiß auch an jeder Kante ein Posten gestanden, wie ja der Pelzmantel deutlich bewies; aber den beiden Männern war wohl die Zeit zu lang geworden, und so hatten sie sich zu den andern begeben, um sich mit ihnen zu unterhalten.

Jan stieg wieder auf sein Pferd.

»Ich reite voran und sprenge mitten zwischen ihnen hindurch bis zur andern Ecke; Ihr bleibt hier zurück, um keinen fliehen zu lassen, und Mynheer Uys folgt mir mit Quimbo!«

Ich nickte, stieg ab und nahm mein Gewehr zur Hand, welches ich trotz meiner Wunde regieren konnte, weil ich, mich niederkniend, es auf einen kleinen Vorstein der Kante zu legen vermochte. Kaum hatte ich diese Stellung eingenommen, so sprengten die drei Männer vorwärts: Jan mitten unter die Kaffern hinein, wodurch er gleich einige von ihnen kampfunfähig machte. Uys hielt kurz vor ihnen und feuerte zweimal; der tapfere Quimbo that dasselbe; meine Schüsse krachten, und diejenigen Jans folgten ihnen; einige Kolbenschläge vollendeten das Werk: wir waren Herren des Platzes.

Die Leichen wurden in den Abgrund geworfen; dann setzten wir unsern Weg fort. Wir waren ihm wohl kaum eine Stunde lang gefolgt, so wurden wir durch einen Ruf Quimbos, welcher es sich nicht nehmen ließ, voranzureiten, aufmerksam gemacht.

»Oh, oh, wer komm'! Seh' Mynheer dort viel Mann?«

Wirklich tauchte vor uns eine Anzahl von Reitern auf, welche bei unserm Anblick vorsichtig stillhielten. Der vorderste setzte ein Glas an, stieß dann einen lauten, freudigen Ruf aus und sprengte uns, gefolgt von den andern, entgegen.

»Baas Uys!« rief er von weitem. »Willkommen, willkommen! Ihr werdet da unten mit Sehnsucht erwartet.«

»Neef Welten, Ihr? Was thut denn Ihr hier auf der Höhe?«

»Ich bin gesendet, den Zulus den Paß hier abzunehmen, damit Ihr mit all den andern herüber könnt. Aber Ihr kommt allein! Wo sind die übrigen, und – ist die Höhe nicht besetzt?«

»Sie war's, von einem Dutzend Zulus; aber wir haben unter ihnen aufgeräumt. Die andern kommen nach; sie bringen einen Wagenzug voll Gewehre und Munition, den wir den Engländern abgenommen haben.«

»Das trifft sich glücklich! Wir brauchen Pulver und haben keines. Übrigens fand auch ich weiter unten einen starken Zuluposten, doch die Leute schliefen und wurden niedergemacht. Ihr werdet die Spuren des Kampfes sehen.«

»Wie steht es im Heere?«

»Alles voll Mut und gutem Willen, nur fehlt der Anführer. Macht, daß Ihr hinunterkommt. Die Kaffern sind wohl an die zwölftausend Mann stark und stehen in der Nähe des Kerspasses.«

»Sie erwarten dort den Transport, den ich den Engländern weggenommen habe. Wo halten die Boers?«

»Eine halbe Tagereise vor ihnen.«

»Und hier am Kleipaß?«

»Nur einige hundert Mann, die wir umgangen haben. Sie halten links von der Mündung des Passes in den Bergen und werden Euch nicht bemerken, wenn Ihr sie zu vermeiden sucht.«

»Gut. Besetzt die Höhe! Ich werde die Zulus da unten vertreiben lassen, und dann sollt Ihr bald Gutes hören.«

Der Abschied war ein kurzer; dann ging es wieder abwärts. Am Abend hatten wir den Ausgang des Passes erreicht, bekamen einen Feind weder zu sehen noch zu hören und ritten die ganze Nacht hindurch, bis wir, nach und nach durch Zuzüge verstärkt, beim Heere anlangten.

Hier konnte ich bemerken, in welchem Ansehen meine Begleiter standen; sie wurden mit allgemeinem Jubel empfangen, und auch auf mich fiel ein Teil der ihnen gespendeten Ehre, deren Abglanz auf dem breiten Gesichte meines guten Quimbo leuchtete.

Uys übernahm sofort die Führung des Heeres, und die zunächst von ihm getroffene Maßregel war, eine Abteilung Boers zu entsenden, um die Zulus am Ausgange des Kleipasses zu vertreiben. Dann wurde ein vorläufiger Kriegsrat gehalten, bei dem ich nicht zugegen war, aber eine Folge desselben erstreckte sich auch auf meine Person. Man hatte beschlossen, ein Detachement von zweihundert Boers zu Fuße nach der Groote-Kloof zu senden, um dieselbe noch vor den Zulus in Besitz zu nehmen, und die Führung dieser Leute sollte mir anvertraut werden. Uys fragte mich, ob ich geneigt sei, das Kommando anzunehmen, und ich sagte mit Freuden zu. Ich hatte mich in der kurzen Zeit so in die Interessen der Boers hineingelebt, daß es mir beinahe Bedürfnis war, bei ihnen bis zum Ende des Kampfes auszuharren.

Noch vor meinem Aufbruche entdeckte mir Uys seinen Plan. Gleich nach Ankunft der eroberten Karawane sollte die Munition verteilt werden, dann wollte er die Zulus angreifen, ohne ihren Angriff abzuwarten. Vorher jedoch sollte das Thal des Zwarten-Rivier besetzt werden, und das übrige ließ sich aus dem, was ich bereits wußte, leicht ergänzen. Ich riet ihm noch, den Zulus die Nachricht zugehen zu lassen, daß sich Somi bei dem Boersheere befinde und jeden begnadigen wolle, der von Sikukuni zu ihm übergehe; dann brach ich mit meinen Zweihundert auf.

Der gute Quimbo nannte mich jetzt nicht anders als Mynheer Oberst, was ich mir aus seinem Munde gern gefallen ließ. Wir fanden die Groote-Kloof ganz so, wie sie Lieutenant Mac Klintok beschrieben hatte, und entdeckten auch den Aufstieg, den ich mit einigen erklomm, um mich von seiner Wegsamkeit zu überzeugen. Von der Höhe aus, wo jeder im voraus seinen Posten angewiesen erhielt, konnte man das Zwarten-Rivier-Thal in zwei Stunden erreichen, ein Umstand, der uns später sehr zu statten kam.

jetzt konnten wir nichts anderes thun, als warten. Natürlich blieben wir mit der Hauptmacht in Verbindung und erfuhren endlich nach einer vollen Woche, daß der Angriff nun vor sich gehen werde. Die Karawane war mit ihrer Begleitung glücklich angekommen.

Zwei Tage später kehrten die von mir ausgesandten Vorposten zurück und meldeten, daß die Kaffern im Anzuge seien. Sofort wurden die letzten Spuren unserer Anwesenheit verwischt, und wir klommen zwischen den Farnkräutern zur Höhe, wo wir vom Rande des Kessels aus denselben nach allen Seiten mit unsern Kugeln bestreichen konnten.

Nicht lange, so drangen, dem belauschten Plane nach, die Kaffern ein und gingen sogleich gegen den Hintergrund vor. Hier wurden sie von unsern Büchsen empfangen. Wir hatten sie so vor den Rohren, daß von zweihundert Schüssen und noch von zweihundert wohl jeder seinen Mann traf. Sie stutzten nicht, nein, sie waren augenblicklich so entsetzt, daß sie zurückprallten und nach dem Eingange stürzten, wo sie in der gleichen Weise empfangen wurden. Wir hatten Zeit, wieder zu laden. Die arme, von den Engländern aufgehetzte Schar, welche wohl aus zwei Regimentern zu je fünfzehnhundert Mann bestand, war dem Tode geweiht. Die englischen Offiziere an ihrer Spitze wußten, daß sie bei der Gefangennahme als Spione behandelt würden, daher baten sie nicht um Pardon und feuerten die auseinander stiebende Truppe vergeblich an, die Höhe zu erstürmen. Im Verlauf von nicht ganz einer Stunde war die schreckliche Arbeit gethan, von welcher die Groote-Kloof noch heute das Kafferngrab genannt wird.

Das Hauptheer hatte sich nur scheinbar nach der Kloof gewandt und war vielmehr, nur eine genügende Anzahl von Boers nach derselben sendend, hinter dem Heere der Zulus nach dem Zwarten-Rivier gegangen, dessen Thal die Zulus besetzten, ohne zu ahnen, daß es bereits vor ihnen besetzt worden sei. So kamen sie auch hier ganz unerwartet zwischen zwei Feuer, und es schien ihnen das gleiche Schicksal ihrer Genossen in der Kloof bereitet zu sein.

Aber Sikukuni befand sich bei ihnen; genug, um wenigstens ihren Regimentern das Ansehen von disziplinierten Körpern zu erhalten. Trotz ihrer Übermacht in der Zahl wütete der Tod schrecklich in ihren Reihen; ein Rückzug war nicht möglich; sie mußten siegen oder sich ergeben, und darum wurden sie von dem wütenden Sikukuni, der jeden Widerwilligen eigenhändig niederstach, immer wieder von neuem zur Schlachtbank geführt.

Als die Arbeit in der Kloof gethan war, stieg ich mit den Meinen, von denen keinem auch nur ein Haar gekrümmt worden war, zur Ebene nieder und traf daselbst mit Jan zusammen, der die Schar kommandiert hatte, welche den Kaffern zur Kloof gefolgt war. Ich schloß mich ihm an, und nun ging es im Geschwindmarsche nach dem Zwarten-Rivier. Dort stand der Kampf noch im vollsten Schrecken.

Wir griffen sofort in denselben ein; er bestand in einem mühevollen und ermüdenden Abschlachten der gegen uns gehetzten Scharen, und hätte wohl bis in die späte Nacht gewährt, wenn nicht ein Ereignis eingetreten wäre, welches sich für Sikukuni von den unglückseligsten Folgen zeigte.

Eben rückte nämlich ein Regiment Zulus gegen die von Jan und mir befehligte Abteilung an, als plötzlich von da, wo Uys mit seinem Stabe hielt, ein Reiter mit wehender Mähne den Angreifern entgegensprengte. Es war Somi, der es in wirklich königlichem Mute wagte, sich ihnen ganz allein entgegenzustellen. Auf seinen Wink hielt das Regiment; er ritt hart an dasselbe heran und sprach zu den Leuten. Sein Wagnis gelang. Laut jauchzend ihre Schilde und Speere schwenkend, machten sie, von ihm angeführt, Front gegen die Ihrigen. Das nächststehende Regiment hatte dies gesehen und stutzte.

»Schnell vor!« befahl Jan. »Gebt ihnen eine Salve, daß sie zur Erkenntnis kommen, was zu thun sei!«

Unsere Kugeln drangen in ihre Glieder. Bei Sikukuni sicherer Tod, bei Somi Leben und Rettung – ihre Lanzen und Schilde schwingend, gingen auch sie über.

Sikukuni mußte dies bemerken. In höchster Wut verließ er seinen Platz, stellte sich an die Spitze des nächsten Regiments und stürmte heran. Da riß Jan einen von seinem Ritte zurückkehrenden Adjutanten vom Pferde und sprang auf.

»Jetzt wird er mein!« rief er und stürmte von dannen, dem angreifenden Regimente grad' entgegen.

Dasselbe war nur mit Lanze und Keule bewaffnet. Die Lanzen sausten um ihn herum; er achtete es nicht und hielt grad auf Sikukuni zu. Es war eine Reckenthat, bei welcher sein Leben gegen fünfzehnhundert Leben stand. Durfte ich den mir von Uys angewiesenen Platz verlassen? Ich fragte nicht, sondern kommandierte zum Vorgehen, um wenigstens seine Leiche zu retten. Ich hielt im Sturmschritte mein Auge nur auf ihn gerichtet. Er war bei Sikukuni angelangt und holte mit dem Kolben aus; dieser parierte den Schlag mit der Keule, die ihm aus der Hand geschleudert wurde. Im nächsten Augenblick hatte ihn Jan beim hohen Schopfe erfaßt, riß sein Pferd herum und sprengte, grad als wir das Regiment erreichten und mit umgekehrten Roers in dasselbe eindrangen, ihn nach sich schleppend, im sausenden Galopp nach dem Halteplatz von Kees Uys. Sikukuni war gefangen.

Die Kunde davon verbreitete sich im Augenblick über das ganze Zuluheer, welches nun einer Herde ohne Hirten glich. Ein Regiment nach dem andern ging zu Somi über und streckte die Waffen, und noch vor Einbruch der Dunkelheit standen wir als Sieger auf dem Platze, der so viel Blut getrunken hatte, daß wir in demselben förmlich wateten. Die Kolonialpolitik eines großen europäischen Staates hatte wieder einmal vielen Tausenden von Menschen das Leben gekostet.

Am späten Abend saßen wir beim hochlodernden Lagerfeuer alle beisammen, die wir uns drüben jenseits der Berge kennen gelernt hatten. Der Boer van het Roer war der Held des Tages; er hatte mit einem einzigen verwegenen Griffe Sikukuni seine Freiheit und sein Königreich genommen, dafür aber blutete er aus drei Lanzenwunden, welche ihm kein anderer als Somi selbst verband. – –

Daß die Boers dann den Engländern noch mehrere Schlappen beibrachten, ist bekannt; der dadurch gerettete Staat wurde »Südafrikanische Republik« genannt.

Später konstitutierten sich die Boers wirklich als Batavisch-Afrikanische Maatschappij, welche sich freilich gegen die heimlichen und offenen Angriffe der Engländer nicht lange zu halten vermochte. Der biedere, kraftvolle Boer wird verschwinden vom Kaplande, wie es mir Uys bei unserm ersten Zusammentreffen geweissagt hat. –

Wer heute nach Zeeland kommt und in Storkenbeek die Familie van Helmers besucht, der sieht in der Wohnstube rechts und links vom Spiegel zwei Bleistiftzeichnungen hängen; und wenn er fragt, wen diese beiden Köpfe vorstellen, so wird ihm geantwortet, daß es die Porträts von Jan und Mietje van Helmers seien, die sich verheiratet haben und so unendlich reich sind, daß sie sogar einmal ein Etui mit sechs kostbaren schwarzen Kapdiamanten nach Storkenbeek schickten, damit die armen Verwandten durch diese Gabe in etwas bessere Umstände kommen sollten. Und auf weiteres Befragen erfährt er, daß ein Mynheer aus Deutschland, der Offizier van der Gezondhait gewesen sei und mit Jan eine gewaltige Schlacht gegen die Kaffern mitgemacht habe, der Zeichner dieser Skizzen war.

Dieser Mynheer aus Deutschland hat den geschenkten Diamant später in der Kapstadt verkauft und dadurch die Mittel zu weiteren Reisen gewonnen. Auf seinem Schreibtische steht noch heute unter andern Raritäten eine Schnupfdose, welche einst Quimbo im Ohrläppchen trug und ihm beim Abschiede mit den Worten überreichte:

»Lieb' gut' Mynheer will geh' nach heim; Quimbo wein' viel' groß' Thrän', weil Quimbo nicht darf geh' mit Mynheer; aber Quimbo geb' hier Dos' an Mynheer, damit Mynheer denk' viel an arm' schön' tapfer' Quimbo!« – –

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