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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 60
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Lobgesang der Liebe.

Auf meinen Lippen lag ein wilder Schrei,
Den schrie ich in dein heißes Lächeln hin,
Dein Lächeln bindet alles in mir los,
Wie du es willst: Ich werde klein und groß,
Ich werde Knecht und werde kühnlich frei –
Weil ich das Werk von deinem Willen bin.

All meine Sehnsucht braust ins Licht hinein,
Sie ist vom Licht gezeugt in heiliger Art.
Dein Lächeln stärke sie, bis daß sie fliegt,
Wie weißer Tauben Flug im Blau sich wiegt,
Dann, kühner, adlergleich dem Morgenschein
Entgegenjauchze auf der Lüftefahrt.

Du sieghaft Lächeln, reiße mich empor,
Und rüttle Riesenkräfte in mir wach.
Den Schrei, der aus mir schreit: Gerechtigkeit,
Der wühlend wächst im schrillen Tagesstreit.
Ich schlage an der Liebe goldenes Tor,
Und bringe jeder Nacht den seligen Tag.

Begnade mich, daß ich die Schönheit sehn
Und ihre Wunderwelten fassen kann:
Auf Erden Erde, in den Lüften Glanz,
Im Licht das Licht und doch der Mücken Tanz,
Im Meer das Meer, wo leichte Wolken gehn,
Die Sonnenglut mit Rosenprunk umspann.

Mach du mich groß, daß ich in Liebeskraft
Die Liebe lebe, die die Welt umspannt,
Daß ich den Staub umgolde, daß er glüht,
Und jedes Herz entzünde, daß es blüht,
Bis sich aus Sehnsuchtsnöten mächtig schafft
Das neue heilige erlöste Land.

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