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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 58
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Wer dich geküßt.

Wer dich geküßt, es müßte also sein:
Er stürmte in die Schlacht, wo Schwerter pfeifen,
Das Roß gepeitscht! ins Blutgewühl hinein!
Mit Händen in die nackten Schwerter greifen.

Denn auf dem Munde brennt die helle Glut
Von deinen Küssen, und die weckt ein Rasen,
Die stachelt trunkner den entbrannten Mut,
Als wenn wildwerbende Trompeten blasen –

Wer dich geküßt, der müßte hin ins Meer,
Wenn tausend Wogen tausend Tode brüllen,
Nach neuen Welten – Welten drängen her –
Die sich mit großen Menschheitssonnen füllen.

Wer dich geküßt, der sollte mit dem Tod
Um Leben ringen, bis er ihn bezwungen,
Bis der Gesang der starren Erdennot
Die letzten schweren Seufzer hingesungen.

Wer dich geküßt, der sollte schöner sein
Und größer, heiliger, voller Lichtgewalten,
Und sollte überströmt von seliger Pein,
Mit beiden Händen Gottes Hände halten –

Ich habe dich geküßt – und in mir reißt
Ein tollend Fieber, das Gott löschen sollte –
Ich weiß nur dich, und wie dein Name heißt,
Und daß ich gerne für dich sterben wollte.

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