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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 31
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Das geigende Kind.

Es geigte ein Geiger, fast noch ein Kind,
In die Nacht mit seligen Sinnen,
Wie der Mond durch die weißen Wasser rinnt,
In die Nacht seine Lieder rinnen.

Und die Blätter, die noch Knospen sind,
Und die Blüten, die noch in Hüllen,
Mit Lebensdurst, wie das geigende Kind,
Erschreckt die Nacht erfüllen.

Und die kleinen Vöglein, ins Nest gedrückt,
Die prüfen leise die Kehlen,
Und es zittern im ersten Singen entzückt
Aufkeimende Liederseelen.

Und eine Sehnsucht suchend geht,
Die trifft bald den, bald jenen,
Bis er mit dem Kinde singt und fleht
Dasselbe süße Sehnen. –

Und das geigende Kind, es spielt und spielt.
Man müßt' ihm die Geige entwinden,
Man müßte die Hand, die den Bogen hielt,
Man müßt' ihm die Hände binden!

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