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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 24
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Zwei Schatten.

(Nach Verlaine.)

Im alten Park zwei Menschenschatten gehn,
Die irren, huschen, wachsen und vergehn.
Geseufz' und Gram. »Du, weißt du noch die Zeit?«
»Ach, sie sank hin in trostlos langes Leid.«
»Du Speise meiner Seele –« »Du mein Glück,
Ach, alles schlang Vergessenheit zurück!«
»O du, du Schatz, du meine selige Welt!«
»O du, o du, die mir das Grab erhellt.«
»Mein armer Mund von deinen Küssen lebt –«
»Der Küsse Seele ist's, die dich umschwebt.«
»Weißt du's, an diese Bäume hingelehnt? –«
»O weck es nicht, was sich nach Schlummer sehnt.«
»So starben wir!« »Ich kann es dir nicht sagen,
Ich weiß nur, daß wir großen Jammer tragen –«
Die Büsche stehn, als trat in ihren Kreis
Ein Unerhörtes schauerlich und leis.
Die Schatten wandern hin – wohin? Hinein
Ins schneeerstarrte Land im Mondenschein.

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