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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 145
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Gebet um selige Heimgeleitung.

Weil du alle Wesen lenkst,
Wende dich zu meinen Schritten,
Daß du ihnen Heimfahrt schenkst,
Höre du mein Heimweh bitten:
Fern vom großen Vaterhause
Irre ich in fremden Gassen,
Kann im dunkeln Weltgebrause
Keine Bruderhand erfassen.

Meine Seele bleibt ein Kind,
Meine Füße, Kinderfüße,
Ach, wie drängen sie geschwind
Nach der Heimat, traut und süße.
Angetan mit groben Schuhen,
Kommen sie von langen Wegen,
Ach, sie wollten, auszuruhen,
Gern zum letzten Schlaf sich legen.

Der du allen, die verirrt,
Selige Heimfahrt noch bereitet,
Komm, du guter, treuer Hirt,
Der sein Schäflein heimgeleitet,
Weil von meinen Erdentagen
Nur im Sand die Stapfen zeugen,
Laß, dir all mein Leid zu sagen,
Mich zu deinen Knien beugen.

Neig dich, denn dein Angesicht
Blüht so inniglich Erbarmen,
Trage du, es drückt dich nicht,
Heim dein Kindlein auf den Armen.
Schlummer wird mich übermannen,
Von dem Rauch der Erdenwerke,
Und wir sind – rasch geht's von dannen! –
In der Heimat, eh ichs merke.

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