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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 128
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Morgenlied.

O Atem erster Frühe,
O Strom der Sonnenglut,
Nun wache auf und glühe,
Nun brause, Lebensblut.
Die Wälder, traumverhangen,
Schaun groß ins neue Licht,
Die Felder stehn im Prangen,
Wie reich, sie wissen's nicht.

Mein Herz, auf, ihn zu grüßen,
Ein neuer Tag bricht an,
Leg ihm dein Werk zu Füßen,
Damit er's segnen kann,
Daß er mit seiner Gnade,
Daß er mit Glanz und Tau
Dich, meine Seele, bade,
Wie dort die grüne Au.

Nun läuten Morgenglocken,
Wie wogt ihr Klang zu Hauf;
Und heimlich süßerschrocken
Stehn auch die Blumen auf.
Mit tausend Vogelkehlen
Stimm ein, wer stimmen mag:
»Du Herrgott, wir befehlen
Dir diesen neuen Tag.«

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