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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 121
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Gebet um Reinheit.

Fels der Gnade, laß mich nicht
In der Sinne Sumpf ersticken!
Wollest deiner Firnen Licht
Gleich zwei Flügeln zu mir schicken,
Daß sie mich aus Schmach und Nacht
Hin in deine Höhen retten,
Nach durchraster Lebensschlacht
Mich in deinen Frieden betten.

Ach, ich habe nichts als Schmerz,
Habe nichts als tausend Wunden,
Nichts, als daß mein zuckend Herz
Ist mit Stricken festgebunden,
Nichts, als daß ich qualvoll wild
Immer nach der Erde frage,
Weil ich ein verderblich Bild
Süß und starr im Herzen trage.

Reiß das Herz mir aus der Brust,
Wirf es in den Schnee der Firne,
Reiße mir den Kranz der Lust
Weg von der entweihten Stirne!
Reiße mir die Zunge aus,
Will sie nach der Liebsten schreien,
Beide Augen reiß heraus,
Daß sie keine Rufer seien!

Wenn mein Arm sich heben will,
Herzulocken, herzutragen,
Soll dein Schwert, aufblitzend schrill,
Mir den Arm herunterschlagen.
Sollt' ich dann mit letzter Glut
In die Kniee niederbrechen,
Fressend Schwert, zisch her, tu's gut,
Mir die Kniee zu zerstechen! –

Setz mir neue Augen ein,
Gib mir große, neue Sinnen,
Neugeboren laß mich sein,
Reiße mich im Sturm von hinnen.
Meer des Lichts, gib mir dein Licht,
Deine Höhe will ich kennen. –
Hilf mir hoch und laß mich nicht
Ganz ersticken und verbrennen!

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