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Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes

Gustav Schüler: Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes - Kapitel 119
Quellenangabe
typepoem
authorGustav Schüler
titleAuf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
publisherFritz Eckardt Verlag
year1908
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160221
projectid90127d03
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Ruhe in Gott.

Angst, die in die Kehle flutet,
Nichts als Gott ist all dein Schreien,
Nichts als Gott ist all dein Trank.
All mein Erdenwerk verblutet.
Ob sie auch wie Flügel seien,
Meine Hoffnungen sind Wank.

Alles, was ich angefangen,
Ist ein Hall ohn' deine Stärke.
Wenn du nicht dein Amen sagst,
Ist's wie Wasser hingegangen.
So sind alle meine Werke
Nichts als Rauch, wenn du mich fragst.

Alles, was mein Geist erflügelt,
Sind nur Höhen, die voll Schatten,
Wo ein blind Ermüden schleicht.
Alles, was mein Sinn erklügelt,
Muß vor deinem Tag ermatten,
Wenn das Erdendämmer weicht. –

Darum will ich all mein Sinnen
Auf dich, Fürst der Höhen, richten,
Will zu dir die Augen tun.
Fäden will ich zu dir spinnen,
Sie zu einem Netz verdichten,
Will im Netz zum Schlummer ruhn.

So bin ich an dich gebunden.
Innig wachsend, rinnen Wellen
Mir aus deinen Händen her.
Ach, wie füllen sich die Stunden,
Meines Wesens Ströme quellen
Ruhig in dein großes Meer.

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