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Kurd Laßwitz: Aspira - Kapitel 8
Quellenangabe
typefiction
booktitleAspira, der Roman einer Wolke
authorKurd Laßwitz
yearca. 1925
publisherVerlag von B. Elischer Nachfolger
addressLeipzig
titleAspira
pages1-265
created20011005
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1904
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Zu den Menschen

Aus Aspiras Tagebuch

Wir setzten uns an den Rand des Weges. Ich hielt es nicht aus, daß wir so stumm waren, daß wir scheiden sollten wie in einer Verstimmung. Er gefiel mir doch so gut, und ich war so glücklich. Ich sah ihn freundlich an und sagte:

»Sie meinten vorhin, ich müßte recht glücklich sein. Ja, ich bin's auch. Nicht wegen des bißchen Talent. Das freut mich höchstens, wenn's andre freut. Ich bin glücklich, weil ich ein Mensch bin, der sich als Herr der Natur weiß und doch mit ihr lebt, wir ihr getreues Kind. Und darum bin ich Ihnen auch so dankbar für diese Stunde. Denn ich hab' es wohlgemerkt, Sie denken auch so. Lassen Sie die Elemente feindlich sein – Sie lieben Sie doch – nicht wahr? Nicht bloß Ihre Maschinen sind Ihnen ans Herz gewachsen, auch der alte Langberg und der Körnbach; und jedes Stückchen Schotter, das Sie die Halde hinunterstürzen, ist Ihnen ein Stück von dem großen Werke, an dem Sie arbeiten, und Sie lieben es, weil Sie's von einem Ort zum andern schaffen können. Und so müssen Sie doch ebenso glücklich sein? Das würde mich so freuen.«

Ich reichte ihm meine Hand hinüber, und er hielt sie fest. Er blickte still vor sich hin.

»Ja,« sprach er leise, »Sie sind glücklich, denn Sie sind beglückend. Aber ich –«

»Sie sollten es nicht sein? Ich das nicht Glück, was Sie in Ihrer Arbeit um sich verbreiten? Wie Sie Ihre Mitarbeiter führen und fördern? Wie Sie für andre schaffen und sorgen? Wie Sie heute selbst diese unvorsichtige Touristin gütig aufnahmen? Und Ihr Werk, wie es gelingt? Glück ist doch die Macht, wirken zu können, was man wirken will. Und das können Sie.«

Er lächelte schmerzlich. »Das könnte ich? O mein liebes, verehrtes Fräulein! Gewiß ist das Glück, was Sie da nennen. Aber es ist nur die eine Seite. Sie sind glücklich, weil Sie die andere noch nicht kennen. Das höchste Glück des Menschen nannten Sie nicht – es ist – –«

Sagte er nichts weiter oder verstand ich es nur nicht? Rasselnd erhob sich der Draht zwischen den Gleisen. Von oben kam es dröhnend herab, vorüber donnerte der Wagen. Wir blickten ihm beide nach.

Mit einem freundlichen Druck löste ich meine Hand und stand auf.

Allmählich verhallte der Lärm der Bahn. Ich überschritt die Schienen. Er folgte mir hinüber und blieb noch einmal stehen.

Was kannte ich nicht? Was lag da noch im Grunde des Menschenherzens? Meinte er es, wie der Hohe warnte? Das Leid des Schöpfers um sein Werk? Ich mußte es wissen.

»Ich habe vorhin nicht verstanden,« sagte ich. »Was meinten Sie mit dem höchsten Glück?«

Er schüttelte den Kopf. »Es gibt kein reines Glück für den Menschen. Aber das ist auch nicht einmal nötig, nicht nötig zur Zufriedenheit. Doch den Menschen bindet nicht bloß die Natur, ihn bindet vor allem der andre Mensch. Und das höchste Glück – das wissen Sie doch – das ist zugleich das größte Leid – dieweil sich Liebe doch von Leid nicht trennen läßt noch scheiden –«

Er sagte das so traurig. Aber ich konnte mir nicht helfen, ich mußte lachen.

»Wenn es nur das ist,« rief ich, »dann machen wir uns keine Sorgen. Was mit Leid verknüpft ist, kann unmöglich das größte Glück sein. Darum also braucht man sich nicht zu kümmern. Ich fürchtete ganz etwas anderes. Nochmals herzlichen Dank! Wir sehen uns doch heute noch im Hotel?«

Er nickte nur mit dem Kopfe. Ich war schon einige Schritte fort, da rief er erst: »Leben Sie wohl!«

»Adieu, adieu!« rief ich zurück. Ich flog den Berg hinab. An der Barriere erst hielt ich still. Ich drehte mich zurück und wehte mit dem Tuche. Er stand noch immer an derselben Stelle und sah mir nach. Jetzt lüftete er den Hut. Und dann war ich hinter der Barriere und zwischen den Bäumen.

Es war Zeit, daß ich nach der Pension kam. Wie schnell verschwand der Weg unter mir! Ich war selig, mehr noch als auf dem Hinweg. Ich jubelte: Ein Mensch! Ein Mensch!

Ich hatte gefürchtet, er würde mir ein furchtbares Geheimnis enthüllen von der Warnung des Hohen, vom Leide des Schöpfers um sein Werk. Aber davon sprach er nicht, das mußte also doch so schlimm nicht sein für den Menschen. Und so war meine letzte Angst gehoben. Ich war ein Mensch, ich kannte die Welt, und dieser liebe Mensch, den ich gefunden hatte, war gut zu mir.

Die Liebe? Mochte sie Glück oder Leid sein, was ging es mich an? Die suchte ich nicht bei den Menschen. Die brauchte ich nicht. Davon wollten auch die Wolken nichts erfahren.

Ich aber habe jetzt, was sie wollen: Erkenntnis!

Da war der Wegweiser. Glückauf! Zu den Menschen!

Und da waren die Menschen auch schon. Sie gingen auf den Promenaden, sie saßen auf den Bänken. Unangenehm ist das Geschrei und Gequiek der Kinder, das sie bei ihren Spielen verführen. Ich eilte vorwärts. Meine Toilette war doch etwas mitgenommen, und manche von den Menschen kannte ich, einige grüßten mich, die Herren sehr höflich. Keiner sah so nett aus wie mein Ingenieur.

Zu seltsam, daß es zwei Arten von Menschen gibt, Mann und Weib. Ich weiß es natürlich, theoretisch, aber wie ich sie nun vor mir sah, verwunderte es ich doch. Und ich bin ein Weib? Warum? Wäre es nicht besser gewesen, ich wäre in eines Mannes Körper gefahren? Ist es nur Zufall gewesen? Doch ich habe es gut getroffen; es ist mir sehr klar, was es für mich bedeutet, daß ich Wera Lentius bin. Ich habe alles, was Menschen zum Glücke brauchen, ich bin gesund und jung – ach, so furchtbar jung! Fünfundzwanzig Jahre! Was ist das gegen mein ehrwürdiges Wolkenalter, das ich gar nicht kenne! Jedenfalls lebte Aspira schon, ehe es noch Menschen gab. Und gelernt habe ich so viel, und dumm bin ich auch nicht. Das darf ich sagen, denn es ist ja nicht mein Verdienst, sondern das der schönen Wera. Wäre es irgend ein verirrter Ziegenhirt oder Holzhauer gewesen, in den ich gefahren wäre, so wäre ich jetzt der Peter oder der Hans. Und was würde ich dann von den Menschen und der Wissenschaft für einen Begriff bekommen? Höchstens der Ingenieur, der wäre ich vielleicht noch lieber – aber ich bin's nun nicht.

Es ist wunderbar, daß man überhaupt ein »Dieser gerade«, ein besonderes Ich ist. Wie steht es denn nun mit meinem Aspira-Ich? Habe ich der armen Wera ihr Ich gestohlen? Nein, das ist gewiß nicht richtig. Sie lebt ja weiter, sie ist es selbst, die hier ihre Aufzeichnungen macht. Ich muß mich nur erst ganz daran gewöhnen, daß ich Wera bin, vielmehr, daß es Wera ist, die mich aufgenommen hat. Es ist nur etwas zu Wera hinzugekommen. Ein Stück Aspira ist jetzt in ihr. Sie weiß nicht, daß es Wolkenseelen gibt und ein Reich der Höhe, eine Welt des sonnigen Spiels, wovon sich das kurzlebige Menschengeschlecht nichts träumen läßt, und daß eine Wolkenseele sich sehnt, das Menschengemüt ganz zu verstehen, und glücklich und stolz ist, nun Menschenleib und -geist zu besitzen.

Ja, ich bin Wera, und kam gerade so regelmäßig zur Mittagszeit nach Hause, wie Wera es immer tat. Ich ging sofort auf mein Zimmer und kleidete mich um. Das geschah ohne weiteres Nachdenken, ich wußte überall Bescheid. Nun konnte ich's nicht verhindern, daß mich manchmal ein komisches Staunen ankam, einen so eingekapselten Gliederleib zu besitzen. Ich weiß ja, daß ich ohne ihn nicht der denkende Herr der Natur sein könnte, aber einige Unbequemlichkeiten bringt er doch mit sich, zum Beispiel das Waschen.

Ich war kaum mit meiner Toilette fertig, als die Tischglocke ertönte. Nun sollte ich zum ersten Male das Essen aus Erfahrung kennen lernen, denn bisher kannte ich's nur aus der Erinnerung. So muß es den Menschen mit dem gehen, was sie nur in Büchern gelesen und noch nicht selbst erlebt haben. Ich freute mich auf das Essen, denn ich spürte den Hunger jetzt als wirkliche Wahrnehmung. So beeilte ich mich, in den Speisesaal zu gehen.

Da ich sehr pünktlich kam, war ich die erste an unserm Tische. Die Wirtin, Frau Leberecht, trat an mich heran und begrüßte mich sehr freundlich. Ob ich denn nicht müde wäre? Ich wäre doch so früh, schon vor Sonnenaufgang, weggegangen, als alle andern noch schliefen. Ob ich denn auch richtig Frühstück bekommen hätte? Ich sähe ja wunderbar frisch aus! Und dann – ich möchte entschuldigen, es wären Herrschaften abgereist und neue angekommen, da hätte sie mein Gedeck um zwei Plätze hinaufrücken müssen.

Ich warf schnell einen Blick auf die Schildchen an den Servietten der Nachbarn und sah, daß ich jetzt Bertilde von Okeley gerade gegenüber gekommen war, links saß der Alpinist und rechts –der Ingenieur. Das freute mich. Jetzt kam auch eilig der Alpinist und begrüßte mich mit vielen Worten und Verbeugungen. Eigentlich heißt er Dr. Habendorf und ist von Beruf Arzt, speziell Zahnarzt. Im Sommer praktiziert er hier, d. h. nur bei schlechtem Wetter; bei gutem ist er höchstens gegen abend zu sprechen. Wir nennen ihn immer nur den Alpinisten. Er ist ein stattlicher Mann mit sehr hellen Haaren und Schnurrbart und einer großen Narbe über die Wange. Wenn er nur nicht so schrecklich in Liebenswürdigkeiten zerflösse! Fräulein von Okeley mir gegenüber grüßte steif, als sie sich hinsetzte, und begann gleich mit ihrer Nachbarin, ihrer um mindestens zehn Jahre älteren Schwester Beate, ein lebhaftes Gespräch. Mein Nachbar zur Rechten, Herr Martin, war natürlich noch nicht da. Ich war also auf den Alpinisten angewiesen, der mich fragte, welche Tour ich heute unternommen hätte. Aber ich brauchte gar nicht zu antworten, denn er fuhr gleich fort:

»Habe großartige Traversierung des Langbergs gemacht. Gewöhnlicher Aufstieg zu den Gamssteinen, Fräulein Doktor werden wissen. Man rechnet drei Stunden. War in 1 Stunde 52 Minuten oben, hier vom Hotel. Aber dann, neuer Abstieg. Von mir heute kreiert. Großartig, aber sehr schwierig. Gefährliche Kletterei, zum Teil Felsen mit brüchigen Griffen, über Silberwand abgeseilt, dann durch den Silbertobel in die Festinaschlucht. Das heißt, bis zum letzten Fall in der Klamm. Mußte aber wieder hinauf bis zur Waldgrenze, da Klamm tatsächlich unpassierbar. Fräulein Doktor werden wissen – War keine schlechte Arbeit! Aber bei meinem Fassungsvermögen!«

Dabei ballte er lachend seine kräftige Hand zusammen.

Ich lachte, denn das war einer seiner stehenden Witze. Er machte ihn, wie man mir erzählte, seinen Patienten gegenüber, wenn sie befürchteten, er würde eine Zahnwurzel nicht entfernen können. Und ich wußte, daß es ihn beglückte, wenn ich ihn für geistreich hielt. Warum sollte ich das nicht?

Während ich ihn weiter so sprechen hörte und zugleich die Nachbarn, ließ ich den Blick über die Tafeln des Saales mit den essenden und schluckenden Menschen gleiten. Wie gräßlich fade kam mir doch eigentlich diese ganze Gesellschaft vor! Und ich merkte zugleich wie prächtig trotz meiner Seelenmischerei der psychophysische Apparat arbeitete, der sich Wera Lentius nannte. Ich hatte ich ja auch vorher gewöhnlich bei Tische gelangweilt, obwohl ich mir nichts merken ließ. So benahm ich mich auch jetzt gewohnheitsmäßig ganz korrekt. Ich fragte den Alpinisten nach seinem neuen Abstieg aus, daß er vor Glück über meine Liebenswürdigkeit strahlte. Ich erkundigte mich nach dem Laufe des Baches im Silbertobel. Ob dort nicht eine Quelle direkt aus dem Berge bräche? Davon war ihn nichts bekannt.

Wie sollte ich jetzt als Mensch die Stelle finden, wo ich aus dem Langberg im Silbertobel herauszukommen pflegte? Ich sagte: »Können Sie mir nicht einmal Ihren Weg auf Ihrer topographischen Karte zeigen?«

Er griff sofort in die Tasche.

»Nein, nein,« bat ich, »nicht jetzt. Ich möchte mir das in aller Muße ansehen. Würden Sie mir einen großen Gefallen erweisen wollen?«

»O, Fräulein Doktor haben nur zu befehlen.«

»Wenn Sie die Güte hätten, Ihren Abstieg in die Karte einzutragen – sie enthält doch die Isohypsen?«

»Gewiß, Fräulein Doktor. Von zehn zu zehn Meter. Sie können daran alles genau sehen, auch die Stelle, wo ich mich abseilen mußte.«

»Die müssen Sie mir anmerken, und dann leihen Sie mir die Karte auf einen Tag.«

»Selbstverständlich! Ich werde sogleich – wann wünschen Sie die Karte?«

»Wenn ich sie heute Abend bekommen könnte?«

»Mit Vergnügen. Fräulein Doktor beherrschen, wie ich sehe, alle Gebiete der Wissenschaft. Die Kartographie ist eine Lieblingsbeschäftigung von mir.«

Ich hörte seinen weiteren Ausführungen nur scheinbar zu. Zunächst freute ich mich über meine Schlauheit. Da hatte ich ja gleich die beste Gelegenheit, meine Erfahrungen als Wolke auf wissenschaftlichen Boden zu stellen. Ich beschloß, so lange im Silbertobel an Ort und Stelle zu suchen, bis ich den Austritt des Wassers aus der Kalkschicht, – ich nannte ihn jetzt bei mir im stillen die »Silberquelle« – gefunden und auf der Karte festgelegt hatte. Dann mußte sich ja zeigen, wie er zum Tunnel lag.

Das Tellerklappern, dabei das Schwirren der Stimmen und die etwas schreiende Rede meines Nachbars störten mich in meinen Gedanken – mein Widerwille gegen diese ganze Wirtstafel stieg aufs neue in mir auf. Der Alpinist sprach jetzt von Geologie und der Tektonik des Langbergs – und auf einmal sah ich mich in einem andern Saale, an einem ganz andern Tische, der mit Schalen und Retorten bedeckt war, ich hörte die ruhige, klare Stimme eines andern Mannes und sah zwei leuchtende Augen, die mich so seltsam anblickten – da durchzuckte mich das Gefühl einer unbeschreiblichen Sehnsucht, die ich nicht verstand. Es war, als wäre meine Aspiraseele auf ihrer Wanderung durch Weras Erinnerungen an einen verschlossenen Garten gekommen, zu dem sie noch keinen Eingang fand – und schon war das flüchtige Bild verschwunden. Das Rücken eines Stuhles weckte mich aus meinem Traume und die Stimme des Ingenieurs, der höflich »Guten Tag« wünschte. Die helle Wirklichkeit war da und leuchtete – –

Warum mich Bertilde so prüfend ansah, als ich seinen Gruß erwiderte? Nun ja, ich fühlte, daß ich dabei lebhaft war – In diesem Augenblicke wurde mir präsentiert und ich hatte Zeit, mich zu sammeln.

Genieren aber wollte ich mich nicht. Ich fragte Herrn Martin ganz ruhig, ob er nachmittags wieder im Tunnel zu tun habe, und zu alles Erstaunen antwortete er ganz ausführlich.

»Nur einige Stunden. Jetzt werden die Bohrer wieder angesetzt, und ich warte nur, bis die Sprengung vorüber ist. Dann bin ich dort nicht mehr nötig, aber ich habe noch im Zentralbureau zu tun.«

Und so entwickelte sich ein ruhiges Gespräch, dem die andern mit einem gewissen Neide zuhörten. Keines von uns beiden erwähnte, daß wir den ganzen Vormittag am Tunnel zusammengewesen waren. Es war, als wäre dies unsre erste Unterredung. So hatten wir ein Geheimnis miteinander. Aber es war wohl gut so. Ich hörte ganz deutlich, wie Bertilde zu ihrer Schwester sagte:

»Du, der Mann kann ja auf einmal reden wie ein Buch.«

Und der Alpinist brummte: »Ein unerträglicher Schwätzer.«

Ich besänftigte ihn, indem ich mich wieder zu ihm wandte.

Zum allgemeinen Erstaunen blieb der Ingenieur diesmal während des Nachtisches sitzen. Erst als alle Gäste aufbrachen, verabschiedeten wir uns. Ich war schlau genug, dann den Alpinisten noch einmal an die Karte zu erinnern, was er so hoch aufnahm, daß er meine Hand an die Lippen führte.

Dann lief ich auf mein Zimmer. Ich mußte meine Erfahrungen zu Papier bringen, das war Wera-Gewohnheit. Da lagen meine Tagebücher. Ich wollte schon weiter schreiben, wo ich einmal aufgehört hatte, aber da fiel mir ein – wenn ich doch einmal wieder aufhören sollte, Wera zu sein – wenn ein Mensch dann das lesen sollte, was ich nun zu schreiben hatte – – nein, das durfte nicht sein!

Bald wußte ich, wie ich's einrichte. Ich nahm nur lose Briefbogen. Und heute noch kaufe ich mir wasserdichtes Papier zum Einschlagen und eine Blechbüchse, da tu ich meine Aufzeichnungen hinein, und ich weiß schon, wo ich sie droben am Langberg verstecke, daß kein Mensch sie finden kann.

Und so habe ich den ganzen Nachmittag geschrieben – die Finger tun mir weh – –

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