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Friedrich de la Motte Fouqué: Aslauga's Ritter - Kapitel 16
Quellenangabe
typenarative
authorFriedrich Baron de la Motte Fouqué
titleAslauga's Ritter
publisherWilliams und Norgate
firstpub1863
translator
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100317
modified20190902
projectiddc2cbfe6
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Sechzehntes Kapitel.

Die Hörner und Hoboen erhuben bereits ihren feierlichen Klang; Edwald eilte, seiner schönen Braut die Hand zu bieten, und indem er mit ihr in die Mitte der prächtigen Halle vorschritt, bat Frode die nächste der edlen Frauen, ohne sie weiter anzusehen, um ihre Hand zum Fackeltanze und nahm mit ihr die erste Stelle gleich nach dem Brautpaar ein.

Aber wie ward ihm, als von seiner Gefährtin ein Licht auszustrahlen begann, davor die Fackel in seiner Linken ihren Schein verlor! Kaum wagte er im süßen, schauerlichen Hoffen, seinen Blick nach der Dame zu wenden, und wie er es nun dennoch that, war all sein kühnstes Wünschen und Sehnen erfüllt worden. Mit einer leuchtenden Brautkrone von grünen Edelsteinen geschmückt, tanzte Aslauga in feierlicher Lieblichkeit neben ihm und strahlte ihn aus den Sonnenlichtern ihrer Goldlocken mit den himmlischen Mienen beseligend an.

Staunend rings umher vermochten die Zuschauer kein Auge von dem wundersamen Paare zu verwenden: der Held in seiner klaren Silberrüstung, mit der hochgehobenen Fackel in der Hand, ernst und freudig und gemessen einherschreitend, als gelte es eine tief geheime Weihe; die Herrin neben ihm, mehr schwebend als wandelnd, Lichter von ihren goldenen Locken versendend, daß man fast glauben mochte, der Tag schaue in die Nacht herein, und, wo ein Blick durch all' die reichen Schimmer bis an ihr Antlitz gelangte, Herz und Sinne mit dem wundersüßen Lächeln der Augen und des Mundes erfreuend.

Gegen das Ende des Tanzes neigte sie sich freundlich und vertraulich flüsternd zu Frode hinüber, und mit den letzten Tönen der Hörner und Hoboen war sie verschwunden.

Keiner der Neugierigen hatte Muth genug, den Dänenritter nach seiner Tänzerin zu fragen, Hildegardis schien der Fremden gar nicht inne geworden zu sein. Aber kurz vor dem Schlusse des Festes nahte sich Edwald seinem Freunde, leise fragend: »war es –?« – »Ja, lieber Jüngling,« entgegnete Frode, »dein Hochzeitstanz ist durch die Anwesenheit der reinsten Schönheit verherrlicht worden, die man je in allen Landen erblickt hat. Ach, und wenn ich ihr Flüstern recht vernommen habe, sollst du mich nie wieder seufzen und an den Boden starren sehen. Aber kaum wag' ich es zu hoffen. Nun gute Nacht, liebes Edchen, gute Nacht. So früh, als ich darf, sollst du alles erfahren.«

 

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