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Friedrich de la Motte Fouqué: Aslauga's Ritter - Kapitel 14
Quellenangabe
typenarative
authorFriedrich Baron de la Motte Fouqué
titleAslauga's Ritter
publisherWilliams und Norgate
firstpub1863
translator
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100317
modified20190902
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Vierzehntes Kapitel.

Bald darauf war Frode genesen, die Rennbahn wieder bereitet, wie das vorigemal, nur fast noch von einer zahlreichern Menge Volkes umdrängt, und in der Frische eines thauhellen Morgens zogen die beiden Helden neben einander feierlich zum Kampf.

»Trauter Edwald,« sagte Frode unterwegens leise, »fasse dich im Voraus, denn auch diesmal wird wohl der Sieg nicht dein. Auf jener glührothen Wolke steht Aslauga.«

»Mag sein,« entgegnete Edwald still lächelnd, »aber unter den Bogengewinden der Goldlaube leuchtet Hildegardis und hat heute nicht einmal auf sich warten lassen.«

Die Ritter nahmen ihre Stellen ein, die Trompeten riefen, das Rennen begann. Und wohl schien Frode's Weissagung in Erfüllung gehen zu wollen, denn unter seinem Stoße schwankte Edwald so, daß er die Zügel fahren ließ, mit beiden Händen die Mähne faßte und sich nur mühsam in's Gleichgewicht zurück brachte, während sein wilder, weißgeborner Hengst mit unbändigen Sätzen auf der Bahn umherfuhr. Auch Hildegardis schien zu wanken vor diesem Anblick, aber der Jüngling hatte endlich sein Roß wieder gezähmt, und das zweite Rennen brach los.

Frode schoß wie ein Blitz die Bahn entlang; man meinte, nun sei es ganz um den Sieg des jungen Herzogs geschehen. Aber im Zusammentreffen bäumte das kühne Dänenross sich scheuend hoch empor, der Reiter wankte, sein Stoß ging irrend vorbei, und vor Edwalds festem Speer schlugen Hengst und Ritter klirrend übereinander und lagen auf dem Wahlplatze wie betäubt.

Edwald that nun, wie Frode vor Kurzem gethan hatte. Nach Rittersitte blieb er eine Weile auf dem Platze halten, wie um zu warten, ob irgend ein Gegner ihm seinen Sieg noch anzufechten denke, dann sprang er vom Rosse und flog dem gestürzten Freunde zu Hülfe.

Eifrig arbeitete er ihn unter der Last des Pferdes hervorzuziehen, und bald ermunterte sich Frode, half sich selbst vollends heraus und riß auch seinen Streithengst in die Höhe. Dann schlug er das Visier auf und lächelte seinen Ueberwinder sehr freundlich, wenn auch aus etwas bleichen Zügen, an. Dieser neigte sich demüthig, fast blöde, und sagte: »du, mein Held, gestürzt! Und vor mir! Ich faß' es nicht.« – »Sie hat es selbst gewollt,« erwiederte Frode lächelnd. »Komm nur jetzt zu deiner holden Braut hinauf.«

Laut jubelte rings das Volk, tief neigten sich Frauen und Ritter, als nun der alte Herzog das schöne Brautpaar zeigte und sich Beide auf sein Geheiß unter den Blättergehängen der Goldlaube mit zartem Erröthen umarmten.

Noch heute wurden sie einander in der Burgkapelle feierlich angetraut, weil Frode sehr darum bat. Ein Zug, weit in entlegene Lande hinaus, stehe ihm nahe bevor, sagte er, und er wolle so gern das Hochzeitfest seines Freundes mitfeiern helfen.

 

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