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Arzneybüchlein für Menschen und Vieh

Johann Georg Friedrich Jacobi: Arzneybüchlein für Menschen und Vieh - Kapitel 7
Quellenangabe
authorJohann Georg Friedrich Jacobi
titleArzneybüchlein für Menschen und Vieh
publisherVerlag des Unterricht- Noth- und Hülfsbüchleins
year1791
correctorreuters@abc.de
senderPamela Kröhl
created20170721
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Von dem hitzigen Fieber.

Diese Krankheit entsteht, so wie alle Entzündungskrankheiten von den Ursachen, die das Geblüt verdicken, und die Wallung desselbigen vermehren. Dergleichen sind übermäßige Arbeit, allzustarke Hitze, Misbrauch des Weins und Brandweins, oder anderer starken Getränke allzulang anhaltende Trockne der Luft, Ausschweifungen in aller Art, und hitzige Nahrungsmittel. Galligte Unreinigkeiten in den ersten Verdauungsweegen, dergleichen sich bey der rauhen Kost des Landmanns, nach vorher erhitzten Körper, gerne ansammeln, wozu noch des Bauerns Lieblingsmitteln, Pfeffer mit Brandewein, oder sein so hoch gerühmter Theriak kommen, und das ihrige beytragen, können gar oft Zufälle hervorbringen, die dem hitzigen Fieber eigen sind. Man lasse solchen Kranken nur fleißig Wasser mit Weinessig und Honig versetzt trinken, und gebe ihnen alle 2 Stunden vom gereinigten Salpeter (Saliter) und präparirten Weinstein (Weinsteinrahm) gleiche Theile, von jedem zwey Messerspitzen voll mit Wasser aufgelößt; so wird ersteres die gallichte Schärfe verdünnen und lezteres einen heilsamen Durchfall hervorbringen, so, daß man öfters den andern Tag nicht viel Hitze mehr verspürt. Alle Kranke so am hitzigen Fieber darnieder liegen, därfen ja nicht in einer stark geheizten Stube liegen, wenn es auch im strengsten Winter wäre, sondern blos in einem temperirten oder gemäßigten Zimmer. Die Ofenhitze schadet den Kranken und den Gesunden ungemein viel; verschlimmert die Krankheiten, und erzeugt neue.

Die Kennzeichen dieser Krankheit sind, ein harter und voller Puls, und zwar in einem höhern Grade als in irgend einer andern Krankheit, eine sehr starke Hitze, ein grosser Durst, eine außerordentliche Trockenheit der Augen, Nase, Lippen, Zunge und des Halses; heftige Kopfschmerzen, und bisweilen Irrereden; ein etwas beschwertes Athemholen, mit einem von Zeit zu Zeit sich einstellenden Husten, ohne Schmerz in der Brust und ohne Auswurf. Der Leib ist verstopft. Der Harn ist roth, hitzig und nicht häufig. Der Kranke fährt zuweilen auf, insonderheit wenn er einschlafen will. Er hat daher wenig oder gar keinen erquickenden Schlaf, aber fast immer eine Art von Betäubung. Daher es kommt, daß er auf das, was um ihn herum vorgeht wenig Acht giebt. Manchmal schwitzt er ein wenig, gemeiniglich aber ist die Haut sehr trocken. Er ist schwach, und hat wenig oder gar keinen Geschmack und Geruch.

In diesem Fall muß man dem Kranken sogleich acht bis zehn Unzen Blut weglassen, und den andern Tag die Aderlässe wiederholen; fordersamst aber oben angeführte Mittel gebrauchen und unverzüglich nach dem Arzt schicken.

Man muß ihm jeden Tag höchstens nur zweymal Nahrungsmittel geben.

Man bringt ihm täglich zweymal folgendes Klystier bey.

Nimm zwey handvoll Blumen und Kräuter von Käsepappeln, zerhackt sie, gieße einen Schoppen (Quarrl) siedendes Wasser darüber, seige es durch ein leinenes Tuch, und mische zwey Loth Honig darunter.

Zum gewöhnlichen Getränke läßt man ihn die nachstehende Mandelmilch und Tisane trinken.

Mandelmilch.

Nimm sechs Loth Mandeln, und zwey Loth Melonenkerne. Zerstosse sie in einem Mörser, und gieße nach und nach einen Schoppen (Quarrl) Wasser darüber. Seige es durch ein leinenes Tuch, zerstosse den Ueberrest nochmals mit einem Schoppen neuen Wassers, und wiederhole dieß, bis man eine Maaß voll Wasser gebraucht hat.

Tisane.

Nimm ein Maaß abgekochtes Gerstenwasser, und mische sechs Loth Saft aus den frisch ausgepreßten Blättern von Hasenkohl, oder Kreuzwurz, oder Hauslauch, oder Borretsch hinzu.

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