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Arzneybüchlein für Menschen und Vieh

Johann Georg Friedrich Jacobi: Arzneybüchlein für Menschen und Vieh - Kapitel 23
Quellenangabe
authorJohann Georg Friedrich Jacobi
titleArzneybüchlein für Menschen und Vieh
publisherVerlag des Unterricht- Noth- und Hülfsbüchleins
year1791
correctorreuters@abc.de
senderPamela Kröhl
created20170721
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Von dem Biß toller Hunde und anderer wüthenden Thiere

Dieser Aufsatz ist aus dem 16ten Stücke des baierischen Landboten vom 28. Jenner dieses Jahrs entlehnt, einem Blat, das seines vortreflichen und allgemein nützlichen Innhlats wegen, in jedermanns Händen zu seyn hat.

Sobald jemand von einem tollen Hunde oder andern wüthenden Thiere gebissen wird, soll 1tens Erde, Staub, Koth oder Taback, was er nemlich am ersten zur Hand hat, unverzüglich auf die Wunde streuen, um den giftigen Speichelsaft einzusaugen. 2tens, soll er die Wunde mit Eßig auswaschen, und Eßig mit Butter beständig überschlagen, bis die Wunde heilet. Diese Heilung kann dann auch mit Bleysalbe oder Unschlitt vollendet werden. 3tens, soll er innerlich gleichfalls Biereßig mit Butter gebrauchen, und täglich eine halbe Theeschaale voll einnehmen. Kindern gibt man, nach Maasgabe ihres Alters, 1 bis 2 Eßlöffel voll viermal des Tages, welches wenigstens 14 Tage lang fortgesetzt werden muß. Auch nachhero wird noch eine Zeitlang täglich eine Porzion Eßig getrunken. 4tens, ist das Aderlassen nicht nöthig, auser bey sehr vollblütigen Personen, oder wann der Schrecken üble Zufälle verursacht. Alle andere Kuren, Operazionen und Bäder kann man sicher weglassen. 5tens, muß man anfangs das Fleisch meiden, und nur von Gemüßen leben. Alle hitzige Getränke sind höchst schädlich. Alle starke Gemüthsbewegungen, Zorn, Schrecken u. s. w. können in diesem Zustande auf der Stelle tödten. Eben so gefährlich sind auch starke Leibesbewegungen, Erhitzung und die Sonnenstralen; man muß sich also auch nachhero, wenn man schon glaubt ganz kurirt zu seyn, noch eine Zeitlang dafür hüten.

Eben diese Vorschriften hat man auch bey dem Biße der Vipern, Ottern und anderer giftiger oder wüthender Thiere, auf das genaueste zu befolgen; dagegen kann man auch versichert seyn, in kurzer Zeit unfehlbar gesund zu werden, ohne jemals übele Folgen zu befürchten zu haben.

Der königlich-polnische Hofrath und Leibmedikus, Herr Doktor von Moneta, hat in Warschau und der dortigen Gegend, seit 16 Jahren, 98 von tollen Hunden gebissene Personen kurirt, wovon nicht eine einzige die Wasserscheue (Wuth) bekommen hat, oder gestorben ist. Erst vor 3 Jahren rettete er drey Menschen, die von einem wüthenden Wolfe sehr stark zerbissen wurden. Daß der Wolf würklich wüthend war, ist außer Zweifel, denn ein Pferd, eine Kuhe, ein Schäferhund und zwey Schafe, die von ihm gebissen wurden, bekamen die Wuth. Verschiedene vornehme Augenzeugen bestättigen durch ihre Unterschriften diese Kuren, wovon der Herr Doktor, unter der Verbürgung seines Namens, die vorstehende Methode, aus Liebe zur Menschheit, öffentlich bekannt gemacht hat.

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