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Arzneybüchlein für Menschen und Vieh

Johann Georg Friedrich Jacobi: Arzneybüchlein für Menschen und Vieh - Kapitel 19
Quellenangabe
authorJohann Georg Friedrich Jacobi
titleArzneybüchlein für Menschen und Vieh
publisherVerlag des Unterricht- Noth- und Hülfsbüchleins
year1791
correctorreuters@abc.de
senderPamela Kröhl
created20170721
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Von der Windkolik.

Alle unsere Speisen und alle unsere Getränke enthalten viel Luft, doch einige mehr als andere. Wenn sie nicht geschwinde genug verdauet werden, oder, wenn diese Verdauung schlecht geschieht, als welches eine stärkere Entwickelung dieser Luft verursachet; wenn sie eine sehr große Menge davon in sich enthalten; oder wenn die Gedärme in ihrer Länge an irgend einem Orte sich zusammenziehen, und verhindern, daß diese Luft nicht allenthalben gleich vertheilet werde, als woraus an einigen Orten eine große Anhäufung derselbigen entsteht; alsdann wird der Magen nebst den Gedärmen durch diese Luft ausgespannt, und diese Spannung veranlaßt Schmerzen, welche man die Windkolik nennet.

Diese Gattung findet sich sehr selten allein; sondern sie vereinigt sich oft mit den andern Gattungen, von denen sie die Folge ist, und hauptsächlich mit der eben vorhergehenden, deren Zufälle sie sehr vermehrt.

Man erkennet sie an den Ursachen, die vorhergegangen sind; wenn sie weder Fieber, noch Hitze, noch Durst zeigt, weder der Unterleib aufgetrieben ist, jedoch ohne Härte, und ohne allenthalben gleich groß zu seyn; wenn die Winde sich bald an diesem, bald an einem andern Orte sammeln; wenn der Kranke Linderung fühlt, indem man durch Reiben des Unterleibs die Winde auseinander treibt, und noch mehr, indem sie ober- oder unterwärts abgehen.

Wenn diese Kolik mit einer andern Gattung verbunden ist, so erfordert sie keine besondere Behandlung; sie verliert sich alsdann durch eben die Mittel, welche die Hauptgattung vertreiben.

Manchmal ist sie allein, und rührt von Speisen und Getränken her, die voller Luft sind. Man heilet sie durch ein Klistier, durch Reiben des Unterleibes mit warmen leinenen Tüchern, durch den Gebrauch des Chamillenthees, wozu man ein wenig Theriak fügen kann.

Wenn die Schmerzen beynahe vorbey sind, wenn man weder Hitze noch Fieber hat, und wenn man den Magen geschwächet fühlt, so kann man alsdann ein wenig Magenliqueur nehmen. Man muß aber hiebey wohl merken, daß dies fast in keiner einzigen andern Gattung von Kolik erlaubt sey.

Ist man häufigen Kolikschmerzen unterworfen, so ist dies ein Beweis, daß die Verdauung nicht gut von statten gehe; man muß auf ihre Verbesserung alle Sorgfalt anwenden, widrigenfalls muß die Gesundheit sehr leiden, und man verfällt in schlimme Krankheiten.

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