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Arthur Schopenhauer's handschriftlicher Nachlaß - Vorlesungen und Abhandlungen

Arthur Schopenhauer: Arthur Schopenhauer's handschriftlicher Nachlaß - Vorlesungen und Abhandlungen - Kapitel 5
Quellenangabe
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typetractate
authorArthur Schopenhauer
titleArthur Schopenhauer's handschriftlicher Nachlaß ? Vorlesungen und Abhandlungen
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
editorEduard Grisebach
year1896
correctorjohannN
senderwww.gaga.net
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Zweiter Theil

Metaphysik der Natur

Den 2ten Theil meiner Betrachtungen betitle ich »Metaphysik«, zur Unterscheidung der beiden noch folgenden nenne ich ihn zwar Metaphysik der Natur; aber eigentlich liegt hierin eine Tautologie. Wir wollen vorläufig die Bedeutung des Wortes Metaphysik erörtern. Denn Sie alle haben den Ausdruck schon oft gehört; aber wahrscheinlich würde es Ihnen schwer werden bestimmt anzugeben, was eigentlich damit gemeint sei: denn die Bedeutung des Wortes ist mit der Zeit sehr vieldeutig geworden und hat sich nach verschiedenen Systemen bequemen müssen. »Metaphysik« – es ist ein schöner Name! »Das was jenseit der Natur und des bloß Natürlichen, jenseit der Erfahrung, liegt,– oder die Erkenntniß desjenigen dessen Erscheinung die Natur ist, das sich in der Natur offenbart« – die Erkenntniß des Kerns, dessen Hülle die Natur ist; – die Erkenntniß dessen wozu sich die Erfahrung als bloßes Zeichen verhält; – in diesem Sinne klingt das Wort so reizend im Ohre Jedes der zum tiefen Denken gestimmt ist, dem die Erscheinung der Welt nicht genügt, sondern der das wahre Wesen in ihr erkennen möchte. Diesen Sinn giebt schon die Etymologie des Worts an und in diesem Sinne überhaupt nehme auch ich das Wort Metaphysik. Auch glaube ich, daß dieses mit dem ursprünglichen Sinne des Worts so ziemlich zusammentrifft. – – Ich habe nämlich gefunden, daß unsre Erkenntniß voll der Welt nicht durchaus beschränkt ist auf die bloße Erscheinung, sondern wir allerdings data haben zur Erkenntniß des innern Wesens der Welt, desjenigen davon sie die Erscheinung ist, ihres innern Wesens und Kerns, also, da die Natur bloße Erscheinung ist, desjenigen was jenseit der Natur liegt, des innern Wesens, des Ansicht der Natur: die Lehre von dieser Erkenntniß macht den 2ten Theil aus, den ich jetzt beginne: sie heißt demnach Metaphysik, oder tautologisch, jedoch bestimmter bezeichnend Metaphysik der Natur.

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