Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > William Shakespeare >

Antonius und Cleopatra

William Shakespeare: Antonius und Cleopatra - Kapitel 30
Quellenangabe
typetragedy
booktitleJulius Cäsar ? Antonius und Cleopatra ? Coriolanus
authorWilliam Shakespeare
translatorWolf Graf von Baudissin
year1979
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn3-257-20633-X
titleAntonius und Cleopatra
pages85-88
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Sechste Szene

Cäsars Lager bei Alexandrien

Trompetenstoß. Es treten auf Cäsar, Agrippa, Enobarbus und andre

Cäsar.
Rück aus, Agrippa, und beginn die Schlacht:
Anton soll lebend mir gefangen sein,
So tut es kund.

Agrippa.
Cäsar, wie du befiehlst. (Ab.)

Cäsar.
Die Zeit des allgemeinen Friedens naht,
Und sieg ich heut, dann sproßt von selbst der Ölzweig
Der dreigeteilten Welt.

Ein Bote tritt auf.

Bote.
Antonius' Heer
Rückt an zur Schlacht. –

Cäsar.
Geh hin und heiß Agrippa,
Die Überläufer vorn ins Treffen stellen,
Daß auf sich selbst Antonius seine Wut
Zu richten scheine.

(Cäsar und Gefolge ab.)

Enobarbus.
Alexas wurde treulos: in Judäa,
Wohin Antonius ihn geschickt, verführt' er
Herodes, sich zum Cäsar hinzuneigen,
Abtrünnig seinem Herrn. Für diese Müh
Hat Cäsar ihn gehängt. Canidius und die andern,
Die übergingen, haben Anstellung,
Nicht ehrendes Vertraun. Schlecht handelt ich,
Und dessen klag ich mich so bitter an;
Werd nimmer froh.

Einer von Cäsars Soldaten tritt auf.

Soldat.
Enobarbus, Mark Anton
Hat deinen ganzen Schatz dir nachgesandt
Dazu Geschenk'. – Zu meinem Posten kam
Der Bote; der ist jetzt vor deinem Zelt
Und lädt die Mäuler ab. –

Enobarbus.
Ich schenk es dir! –

Soldat.
Spotte nicht, Enobarbus;
Ich rede wahr. Schaff nur in Sicherheit
Den Boten fort; ich muß auf meinen Posten,
Sonst hätt ich's selbst getan. Dein Imperator
Bleibt doch ein Zeus! – (Geht ab.)

Enobarbus.
Ich bin der einzge Bösewicht auf Erden
Und fühl es selbst am tiefsten. O Anton,
Goldgrube du von Huld, wie zahltest du
Den treuen Dienst, wenn du die Schändlichkeit
So krönst mit Gold! Dies schwellt mein Herz empor;
Bricht's nicht ein schneller Gram, soll schnellres Mittel
Dem Gram voreilen; doch Gram, ich fühl's, genügt.
Ich föchte gegen dich? Nein, suchen will ich
'nen Graben, wo ich sterben mag. – Der schmutzigste
Ziemt meiner letzten Tat am besten. (Ab.)

 << Kapitel 29  Kapitel 31 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.