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Antonius und Cleopatra

William Shakespeare: Antonius und Cleopatra - Kapitel 28
Quellenangabe
typetragedy
booktitleJulius Cäsar ? Antonius und Cleopatra ? Coriolanus
authorWilliam Shakespeare
translatorWolf Graf von Baudissin
year1979
publisherDiogenes Verlag
addressZürich
isbn3-257-20633-X
titleAntonius und Cleopatra
pages85-88
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Vierte Szene

Daselbst. Ein Zimmer im Palast

Antonius und Cleopatra, Charmion und anderes Gefolge treten auf

Antonius.
Eros! Die Rüstung, Eros!

Cleopatra.
Schlaf ein wenig!

Antonius.
Nein, Täubchen! Eros, komm; die Rüstung, Eros! –
Eros kommt mit der Rüstung.
Komm, lieber Freund, leg mir dein Eisen an.
Wenn uns Fortuna heut verläßt, so ist's,
Weil wir ihr trotzten.

Cleopatra.
Sieh, ich helfe auch.
Wozu ist dies?

Antonius.
Ah, laß doch! laß! du bist
Der Wappner meines Herzens. Falsch; so, so. –

Cleopatra.
Geh, still; ich helfe doch – so muß es sein.

Antonius.
Gut, gut;
Nun sieg ich sicher. Siehst du, mein Kamrad? –
Nun geh und rüst dich auch.

Eros.
Sogleich, mein Feldherr. –

Cleopatra.
Ist dies nicht gut geschnallt?

Antonius.
O herrlich! herrlich! –
Wer dies aufschnallt, bis es uns selbst gefällt,
Es abzutun zur Ruh, wird Sturm erfahren. –
Du fuschelst, Eros: Flinkern Knappendienst
Tut meine Königin hier als du. Mach fort!
O Liebe,
Sähst du doch heut mein Kämpfen und verständest
Dies Königshandwerk, dann erblicktest du
Als Meister mich.
Ein Hauptmann tritt auf, gerüstet.
Guten Morgen dir! Willkommen!
Du siehst dem gleich, der Krieges Amt versteht:
Zur Arbeit, die uns lieb, stehn früh wir auf
Und gehn mit Freuden dran.

Erster Hauptmann.
Schon tausend, Herr,
So früh es ist, stehn in dem Kleid von Eisen
Und warten dein am Tor.

(Feldgeschrei, Kriegsmusik, Trompeten.)
Andre Hauptleute und Soldaten treten auf.

Zweiter Hauptmann.
Der Tag ist schön. Guten Morgen, General!

Alle.
Guten Morgen, General!

Antonius.
Ein edler Gruß! –
Früh fängt der Morgen an, so wie der Geist
Des Jünglings, der sich zeigen will der Welt. –
So, so; kommt, gebt mir das; hieher: – so recht. –
Fahr wohl denn, Frau; wie es mir auch ergeht,
Nimm eines Kriegers Kuß. Es wäre schimpflich
Und harten Tadels wert, wollt ich bestehn
Auf Förmlichkeit. Ich will verlassen jetzt
Dich wie ein Mann von Stahl. Die ihr wollt kämpfen
Folgt mir ganz dicht; ich führ euch hin. Lebt wohl! –

(Antonius, Eros, Hauptleute und Soldaten ab.)

Charmion.
Wollt Ihr in Eur Gemach gehn?

Cleopatra.
Führe mich. –
Er zieht hin wie ein Held. Oh, daß sich beiden
Der große Streit durch Zweikampf könnt entscheiden!
Dann, Mark Anton... doch jetzt – Gut – fort! –

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