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Anthologie aus den Werken

Leopold Schefer: Anthologie aus den Werken - Kapitel 6
Quellenangabe
authorLeopold Schefer
titleAnthologie aus den Werken
publisherVerlag des Bibliographischen Instituts
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
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Aus:
Der Waldbrand.

Der Frühling war schön. Die Pfirsiche blühten rosig um unser Haus, die Aepfelbäume prachtvoll, wie mit Rubinen geschmückt, im Baumgarten. Unsere Bienen trugen bis in die Nacht. Sie hatten nicht zu weit zu den blühenden Fichten, die wie eine grüne palasthohe Wand den eingezäunten Acker umragten. Wir wohnten in einem endlosen Naturpark, den Ein unermeßliches hohes Walddach bedeckte. Und wenn ich am Saume des Waldmantels stand und einen Zweig erfaßte, so tauchte der letzte Zweig des letzten Baumes am Waldrand drüben in's stille Meer! So verschränkte sich Zweig in Zweig, und ein Eichhörnchen hatte nicht den kleinsten Sprung zu thun und konnte auf dem grünen Waldmeer hinlaufen wie eine Spinne über ein dichtgewebtes Kleefeld. Und welches Wunder war schon nur Ein Baum! Gerad aufgeschossen aus der fruchtbaren Erde wie eine grüne Flamme! thurmhoch, zweigevoll, vom Wipfel bis an den Boden; und die Zweige blüthenvoll an allen Spitzen wie von göttlichem Feuer angeglommen. Ein luftiger duftiger Palast für ein Vogelpaar, ja geräumig für eine ganze Familie. Was für den Menschen eine Reise auf den Chimborasso ist, das war für eine Ameise ein Ersteigen des wie an die Wolken rührenden Gipfels. Ich beneidete manchmal das kleine Thier, das herabkam! denn so etwas giebt es für Menschen nicht! So wohnt kein König, wie der Papagei in diesen tausend Schattenhallen! Und daß ich größer in Gedanken war, um das zu überschauen und klein zu finden – das machte mich klein, und man sage mir nicht, daß der Mensch alle Genüsse der Erde erschöpfen kann, daß die Natur nicht andere eigene Geschlechter gebildet, denen sie nicht eigene unnachträumbare Freude vorbehalten, ihnen andere Brunnen der Wonne geweiht, unverstanden und unverständlich ihrem Menschen, geheimnißvoll selig neben und um ihn, im Fluß, im Wald, in der Rose! im Wassertropfen! Ja, wenn ich das ahnte, sah ich die Gestalten des Wolkenzugs mit Erstaunen an, ich hörte mit stiller Bewunderung die Flamme im Holz auf dem Herde sausen und hielt die schimmernde Taubenfeder, die sich furchtsam noch vor der Adlerfeder krümmte, mit Lächeln gegen die Sonne; oder das geflügelte Samenkorn des Zuckerahorn, und den befruchtenden Blüthenstaub, ja die elastische Nadel der Sprusselfichte auf meinem Handteller – und nun erschien mir der unermeßliche Wald erst ein göttlicher Zauberpalast voll geheimen seligen Lebens, ein Wunderwerk der Fee Natur voll eigner Kraft und Herrlichkeit! Und dies ahnen, dies träumen – war meine – die menschliche Wonne.

Und dies Feenreich wollte doch jetzt die Natur zerstören – vielleicht ihrem Menschen zu Nutz und Frommen! Was sollt' ich denken? Denn nur durch Gedanken war diese Feuersündfluth zu beherrschen, zu deuten, wenn auch der Geist nicht erliegen, erblinden sollte, wie Leib und wie Auge.

Zu Noah kamen Engel, die ihm den Untergang alles Lebendigen, um sich zu retten, verkündeten. Wer kam zu uns in die Wüste des Waldes? Doch nein, die Boten des Herrn kamen auch zu uns. Ein Komet! ein zweiter! ein dritter! – Wir Menschen verstanden sie nicht! Es ward Sommer, es war trockene, dürre, erstickende Hitze. Meine Pfirsiche, meine Apfelbäume hatten umsonst geblüht! Umsonst der ganze königreich-große Wald. Aber zum letzten Male, wie war er schön! Wer wird das hier wiedersehen? – vielleicht selber die Sonne nicht! die ihr Auge nicht zuthun muß wie der Mensch, vielleicht wie das Menschengeschlecht! das Auge, das sie vor ihm aufgethan! – Wir konnten das Unheil uns denken! denn die von Gott uns gegebene Vernunft ist gewiß einem immer uns gegenwärtigen, mit uns lebenden, schauenden, uns leitenden Engel ähnlich. Und so hat Jeder Einen, den Seinen! Das Getreide war vor der Zeit – ohne Körner gereift; die Brunnen versiegten, die Bäche vertrockneten ganz, die Flüsse rannen nur sparsam, das Wasser des Werhers war breit vom Rande zur Mitte gewichen. Die Natur lechzte und schmachtete. Selbst der die Nächte, wie Regen sonst fallende Thau, der bis auf die Haut näßt, daß die Blätter der Bäume wie nach dem stärksten Gewitterregen perlen und tröpfeln, daß es im Walde des Morgens rauscht – er erquickte die Bäume nicht mehr. Die Stämme waren heiß, selbst des Morgens noch warm, die Zweige matt, die Nadeln bleich und welk, das Laub verfärbt wie im Herbst, fahl und los, es fiel ohne Herbststurm, ohne Lufthauch. Die Tannen, Fichten und Pechkiefern schwitzten Harz wie vor Angst, der Honig floß aus den hohen natürlichen Bauten zur Freude der Ameisen. Das hohe Gras raschelte dürr, wenn ein Hauch es bewegte, wie Stroh. Ein Blitz konnte den Wald entzünden! ein Sturm die Wälder entflammen. – Sollten wir unser Leben dem Wahne vertrauen: kein Hauch werde vom Himmel wehen? Denn nur von dem Hauche und der Kohle eines Indianers hing unser Leben, das Leben von Millionen Waldbewohnern, das Daseyn der Wälder ab, die zu Schatten, zu Staub wurden durch ihn. Aber der Mensch, jeden Augenblick von des Himmels Huld abhängend, vertraut ihm auch, wo er ihn warnte, so leicht, so sicher in seiner gewohnten Ruhe bis zum äußersten Augenblick!

Er kam.

Eh' wir noch etwas sahen, verbreitete sich in der Nacht ein eigener Wohlgeruch; nach einigen Tagen zu herb, zu bitter, zuletzt brandig. Die Augen fühlten sich gedrückt, ja einige weinten, ohne zu wissen worüber, und lachten! Unabsehbare Züge der Tauben flogen, den Himmel verfinsternd und auf der Erde einen flirrenden, wie dahin rauschenden Schatten werfend, über uns weg. Und sie kamen doch sonst erst im Herbst auf unsere reifenden Felder zurück. Wo ist denn ihr Taubenschlag? fragte Okki, der sie zum ersten Mal sah. Wilde, schwere Truthühner folgten ihnen tiefer; sie waren so müde, daß sie in unsre Gehöfte fielen und die Menschen sie fangen konnten; sie duckten die rothen Köpfe an den langen schwarzen Hälsen auf die Erde und zogen vor der sie fassenden Hand nur das weiße Augenlid über das Auge. Jetzt war in Westen ein Rauch wie Hegerauch zu sehen, der in der Morgensonne erschreckend glühte. Lange, lange weiße Streifen flossen davon wie Ströme in die Thäler. Dünner, dann dichter und dichterer Rauch überzog das Gewölbe des Himmels; die Sonne schien roth, dann düster und matter hindurch, bis sie gänzlich verschwand.

Der Rauch, schwerer und schwerer, senkte sich tiefer und tiefer, bis er wie ein Nebel über uns fiel, alles ausfüllte wie eine Fluth und Jedem nachwallte, der in ihm schritt. Alles Leben stockte, ein Jeder ging müßig, und nichts wurde mehr gethan, als noch gekocht.

Und Ich war der Mann, dem die Sorge für dieses verlorene Dorf anvertraut war! Aber gerade die Erfahrensten beruhigten mich. Neue Ansiedler könnten sich, wie alle Jahre geschieht, Plätze zu Wohnungen, Gärten und Feldern leer brennen, und brenne die Flamme auch weiter, als ihr Gebiet sey, wen kümmere das? Zuletzt stehe der Brand an baumleeren Savannen, an Seen, Flüssen, Felsengebirgen; oder Regen und Frost lösche ihn endlich aus. Einer trage des Anderen Last!

Als aber nicht allein Hasen und Rehe selbst am Tage vor uns in der Rauchdämmerung wie Schatten vorüberflohen, sondern Hirsche, wilde Ochsen und Büffel; als die Bäre brummten, die Wölfe heulten, als selber die schlauen Füchse kamen: da mußte der Waldbrand uns nahe seyn, denn Feuer war nicht zu sehen. Als aber ein Elennthier sich gezeigt, aus dem nördlich gelegenen Wald, als Jemand einen Jaguar, oder eine Tigerkatze aus dem südlichen wollte gesehen haben: da mußte der Waldbrand groß seyn! Als aber die Menschen aus dem westlich gelegenen Kirchspiel kamen, mit andern noch ferner von ihnen Wohnenden – als sie Menschen begegneten, die aus dem nächsten östlichen Kirchspiel geflohen: da schien es, als habe der Waldbrand uns schon umringt.

Wir hielten einen Rath. Die Nothglocke erscholl.

Wir versammelten uns auf dem freien Platz vor der Kirche. Die Fremden saßen und ruhten, manche selbst ohne ihre Bürden abzulegen, oder ihre Bündel aufzumachen. Unsere Weiber und Kinder vertheilten indeß still Speise und Trank an die Flüchtigen. Niemand dankte, so natürlich war Geben und Empfangen. Andere schlichen in die geöffnete Kirche, den Himmel anzuflehen, und knieten ermüdet, sanken hin und schliefen hart und fest.

In den brennenden können wir nicht! sprach Einer. Aber nur ein Adler, oder ein Mann in einem Luftball könnte uns führen, wo er nicht brennt! O, es giebt einen Ausweg, hundert, – aber wir wissen sie nicht und fehlen sie! –

Haben wir Lebensmittel genug, rieth ein Anderer, so suchen wir gerade den abgebrannten Wald auf! Die Stämme stehen, wie Ihr wißt, nach dem Waldbrand noch, alle Millionen Schlangen, alle wilden Thiere, alles Ungeziefer der Erde ist dort vertilgt, und nur die Baumstürze sind dort zu fürchten, denn die Wurzeln der Bäume sind mit verkohlt. Aber wie wissen wir den schwarzen Wald!

Auf die Savannen! rief eine Stimme. Führe uns! erscholl's aus der Menge. Wer an den Lorenzostrom gelangte! Das wär' ein gefüllter Wallgraben der Natur! Das Meer ist zu weit! Und selber die Städte sind vor solcher Feuergewalt nicht sicher. Man hat nicht genug gesengt und gebrannt – nun thut es der Himmel!

Neue Klagen! alte Rathlosigkeit! Menschliches Wissen und Verstand war blind geworden. Klugheit verschwunden, wie es keine Wolken mehr gab. Und so folgte die ängstliche Menge nur Eingebungen, ja wahren Täuschungen. Ein Häuflein ließ sich von einem lichten Streifen am Himmel, vom Winde dort aufgedeckt – nach Norden ziehen. »Dort ist es feuchter!« trösteten sie sich. Sie nahmen kaum Abschied. Niemand sah ihnen nach. Andere beschlossen der Richtung der wilden Thiere nachzuziehen. – »Aber die begegnen sich ja!« warfen Einige ein. »Das ist albernes Vieh!« riefen Andere. So zogen sie fort. Ja die Meisten folgten einem alten Manne – bloß weil er Noah hieß! als führe er seine Söhne und sie und alles Vieh in die bergende Arche! –

Und doch lachte Niemand. Das war wohl entsetzlich.

Nun hatt' ich bloß für mich nur zu sorgen, das heißt für die Meinen. Eoo saß zu Hause und weinte um ihre Tochter Alaska Sie befand sich bei einem entfernt wohnenden Freunde.. Aber sie befolgte eilig, was ich rieth: Jagdkleider, wo möglich alles von Leder, anzuziehen. Auch Hüte sollten uns gut thun. Wie sollten wir fortkommen, hätten wir viele Lebensmittel zu tragen? Fanden wir überall Wasser? – So war beschlossen, die milchende Eselin nur mit dem Nöthigsten schnell zu beladen. Alle Dienstbarkeit hatte aufgehört; kein Mädchen, kein Diener war mehr im Hause zu finden. »Ich gehe fort!« meldete Eine, nur in die Thür tretend. »Geh' mit Gott,« sprachen wir. Eoo ließ die Kühe los, sie machte den Hühnern und Tauben den Vorrathsboden auf, den Papageien das Fenster. Ja sie ordnete alles und stellt' es an seinen Ort, als sollten hohe himmlische Gäste das Haus betreten! Und als sie nun alles besorgt, was ihr Pflicht schien, trug sie uns zur letzten Mahlzeit den großen gebratenen Truthahn auf, dessen rother Kopf noch glänzte. Der kurzen Sicherheit froh, aßen wir still und hätten gern das Mahl noch Jahre wo möglich verlängert! Mich hieß die Wehmuth: den schönen menschlichen Zustand, im eigenen Hause, umgeben von meinen Lieben, ganz mir bewußt, noch recht zu genießen und zu erschöpfen! Aber es mußte geschieden seyn. Eoo sprach mit Thränen ein inbrünstiges Dankgebet nach Tische. Sie fiel mir um den Hals. Gott geb' uns das wieder! fleht' ich; wieder so zu sitzen wie heut' – nach überstandener Angst! Uns sah ein Gott, er sah selbst, wie der kleine Okki die Händchen erhob und weinte, weil er Thränen in unsern Augen sah – aber, ich hatte gefehlt – mein Gebet erhörte er nicht.

Ach, es fehlt uns Jemand! seufzte Eoo. Nur das treibt mich fort. Wir fänden den Tod hier so gut wie da draußen! Wir nährten hier die verlassen zurückgebliebenen Kranken – o Gott, sie bleiben! Sie bleiben mit sich und mit Gott allein. Doch ich – ich muß fort!

Und so geschah nun eilig. Die Eselin war mit Tüchern für die Nacht, einem kleinen Bett unter Okki's Kopf und mit Bouillon-Tafeln, wie ich sonst mit auf Reisen nahm, und mit wenig anderem Geräthe beladen. Eoo war wie ein Jäger gekleidet – und schien gleichsam von sich selber Abschied zu nehmen, denn sie sah in den Spiegel; und sah über ihre Achseln mich; ihre Augen füllten sich – ich sahe das wohl. Doch Fassung war nöthig. Wir sahen im Zimmer umher – vergessen war nichts, als Alles. Okki freute sich zu reiten, und Eoo konnte dem kleinen eingeborenen amerikanischen Esel nicht wehren, der Mutter zu folgen, besonders da er schon abgewöhnt war, da beide, wo sie leben konnten, auch leicht ihr Futter fanden, und für Okki gesorgt war. Laufen konnte uns doch nicht retten!

Als wir nun schieden, trat ich noch einmal dicht an ein Fenster, hielt die Hände neben das Gesicht wie Scheuleder vor, um nicht geblendet zu seyn, und übersah noch flüchtig das Zimmer, den Aufenthalt von Menschen, die lange darin so glücklich gewesen! In der Mitte stand der Tisch von gesprenkeltem Ahorn! am Kamin der verlassene – Sorgenstuhl! Dort Eoo's kleines Mahagonytischchen, darauf lag der halbfertige kleine Strumpf! Am Kamin stand Okki's braungemaltes Wiegenpferd und machte ein schweigendes finsteres Gesicht! und im Spiegel sah Jemand, mir gegenüber, herein – der Ich war, und der wunderliche Geist sah mich selber an und äffte mich still. O Unerforschlichkeit des Stillebens! des Scheidens! – Ich schied.

Aber nun selbst wohin in dem Labyrinth der Wälder? Nur nach Umständen konnt' ich mich richten; sonst hatt' ich den Compaß. Aber wie Jene dem Allvater Noah gefolgt, so folgten wir jetzt Ariadne, dem Hunde, der glaubte: wir reisen wieder zu unsrer Alaska!


Wer nun die Scenen dieses großen Naturschauspiels beschreiben könnte, der muß es nicht gesehen haben! Denn wer es erlebt hat, der konnt' es nicht fassen, nicht überschauen, vor Größe, vor Schrecken, vor eigenem Jammer oder vor Mitleid; wie Jemand die Schlacht nicht, bei der er in Reih' und Glied gekämpft.

So zogen wir hin! Und als der Weg ausging, als die Laschen und Male an den Stämmen sich auch verloren, als der Bach eine Wendung machte, war der Hund unser Wegweiser auf der Fährte des Wildes, und wir Menschen nahmen sie an. Es war ein tiefes Schweigen im Walde, und nur aus der Ferne hörten wir zu Zeiten einen verhallenden Schall von Fliehenden, die sich anriefen, um sich nicht zu verlieren im Nebel des Rauches.

So zogen wir bis an den Abend. Eoo breitete nun Tücher, hing Tücher über Zweige, und unsere Hütte war fertig. Wir aßen, wir schliefen, oder glaubten zu schlafen, wir wachten – und glaubten zu träumen, so verworren war unser Bewußtseyn. Furcht jagte vielleicht uns schon in der Nacht auf, denn durch den Nebel brach ein sanfter Feuerschein und Glanz, wie wenn man im Flusse die Augen aufthut, wenn brennendes Abendroth auf ihm liegt. Nur oben rauscht' es leicht in den Wipfeln, drunten war schauernde Stille.

Am Mittag traten wir wider Vermuthen in einen Eichen- und Buchenwald, der ausgebrannt war. Abgebrannt ließ sich nicht sagen, denn die Bäume standen noch, aber die Stämme schwarz, unabsehbar, ein Anblick wie ein Trauergefolge aus Millionen Trauernden. Aller Unterwuchs war verschwunden; Kräuter, Gerank und Gesträuch; der Wald war eine schwarzgraue Wüste. Nur die Wurzeln oder die Rinde der Bäume glühte noch auf, wenn der Wind daher fuhr. Dann leuchtete und knisterte es tausendfältig. Auch das Laub der Kronen war verbrannt, manches geschwärzt, nur gebräunt, aber alles versengt und dahin; und nur hin und her erschien eine jüngere Eiche noch mit einigem Grün, wie der Wind die Flammen getrieben und sie verschont zu andrer Verderben. Graue Eichhörnchen, Füchse und Luchse hatten auf die verschonten Bäume sich scheinbar gerettet, aber sie saßen still, als wir nahten – sie waren todt, von der Hitze darunter erstickt. Sie hatten die Augen zu – sie schliefen! Ja von dem äußersten Ast einer der Buchen hing, mit der Klapper angewickelt, verkehrt mit dem Kopfe nach unten, eine Klapperschlange herab; ihre schaukelnde Bewegung war nur vom Winde, und sie glänzte und troff von ihrem Fett. Weiterhin fanden wir ein auf dem weißen Gesicht liegendes Opossum, das sich todt gestellt in der tödtlichen Gefahr, aber die Gluth war an dem seinem rettenden Triebe getreuen Thier nicht vorüber gezogen, ohne es mit ihrem Hauche zu tödten! Eins seiner Jungen hatte Athem schöpfen wollen, aber glühenden Tod geschöpft. Der Anblick der treuen Mutter, des armen Opossum-Kindes ergriff Eoo. Sie stand; sie blickte zum Himmel, der nicht zu erblicken war. Hierzu kamen die Fragen des Kindes, dem wir von allem Auskunft geben sollten, oder das uns bat, nach Hause zu kehren, es habe genug gesehen und sey so müde. Dann nahm ihn die Mutter vom Thier und trug ihn, bis er einschlief, und trug den Schlafenden und wenn ich ihn nehmen wollte, wehrte sie still mir mit ihrer Hand und lächelte mich an. Fühllos aber sprang der kleine Esel mit seinem großen Kopfe tölpisch hinter uns d'rein. Ich gönnt' ihm sein Glück.

Auch wir schienen jetzt im Sichern. Nur der Boden war heiß, und uns war, als zögen wir unter scheitelrechter Sonne. Die Richtung des Windes hatte uns gestern gerettet! Ach, die Menschen wünschen sich so unbedenkend »guten Morgen!« – »guten Tag!« Das ist eine große nicht verstandene Erinnerung an die Natur, die all' unser Leben regulirt! Eine unerkannte Ahnung von dem Wetter, was seyn könnte! von den Stürmen der Natur, die in ihren uranfänglichen Tagen brausten – die heut' noch herein brausen können über die Welt! Und so sagen die Menschen unbewußt froh: wir haben heute schönes Wetter! und freuen sich der Natur, die so ruhig, so freundlich um sie leuchtet wie ein Stilleben! Und wer bedenkt genug, daß wir alle vom Wetter leben. Ein Regen bestimmt und ändert der Menschen Geschäfte, ein Sonnentag versetzt uns so recht in's menschliche Daseyn; ein blauer Himmel macht uns heiter, am trüben Tage stockt das Leben in uns. Eine Wolke macht reich und arm; ein Hauch kann uns verderben! Ein anderer Wind bringt allemal anderes Wetter. – Uns stürmt' er zur Rettung vor uns dahin, und wir wandelten wie auf einem gewonnenen Schlachtfelde, traurig, aber froh des eigenen Lebens! Wir ruhten schon in Abenddämmern auf dem hohen Felsenufer eines dampfenden, wahrscheinlich jetzt heißen Sees. Denn die noch wenigen Bäche führten fast siedendes Wasser ihm zu. Um seine Ränder und Buchten hatte die Waldung gebrannt. Die Sümpfe umher waren sehr eingetrocknet, ihr Wasser hatte sich bis tief in den Grund erhitzt. Die Fische hatten nicht entfliehen können, aber ... Wir hörten jetzt von Ferne es brüllen, wie dumpf eine Heerde Büffel brüllt, nur klang es ängstlicher und ängstlicher vom Echo wiederholt. Es näherte sich uns. Wir saßen still. Ich hatte das Feuergewehr auf dem Knie. Indeß fürchtet' ich nicht so sehr, denn vor eigener Angst schonte der Todfeind jetzt den Todfeind. Jetzt sahen wir es springen wie Kälber, mit tölpischem Sprunge, dann ruhte, dann brüllte, dann sprang es wieder! Und so eine Reihe entlang, wie Gespenster, die sich kauernd und springend nahte. – Ochsenfrösche! Rana maxima, oder der Riesenfrosch. sagte mein Weib mit Lächeln erst, dann mit Thränen im Auge, sie suchen frisches Wasser. – Aber sie irrten entsetzlich! Denn durch unser lautes Anrufen »ho! – ho!« das sie zurückscheuchen sollte, machten sie nur einen Bogen – und nicht weit von uns sprang die grünliche Schaar desto schneller vom Fels in den See, und das Brüllen verstummte – aber sie schwammen, nach und nach aufgetaucht, alle ausgestreckt, von dem heißen Wasser verbrüht, auf der Fläche umher. So hatte ihr Trieb sie doch nicht getäuscht – sie waren nun ohne Qual und ruhig. Jetzt sahen wir erst – bräunliche Biber saßen, aus ihren glühenden Bauen vertrieben, auf den Felsen umher und schienen auf die Fläche des Sees zu starren, die von zahllosen Fischen bedeckt war, die auf der Seite lagen und schimmerten. Große gelbliche Wasserratten krochen darauf umher, und Wasserschlangen suchten matt und mit halbem Leben an dem erhitzten Felsen empor zu klimmen und sanken im Falle geringelt zurück. Ein Flug von Wasservögeln wollte sich an einer freien Stelle in den See stürzen, aber die Führer versuchten und schrieen kläglich über die Verwandlung ihres Elements und schwirrten weiter hinauf im Dampfe dahin. Wir aber brachen auf, die Höhe des Berges zu erreichen. Eoo trieb. Denn von droben war die hoch und frei gelegene Meierei von Ferne – eine Tagreise weit – zu sehen, wo unsere Tochter lebte. Lebte? –

Wir fanden die Felsengrotte, die wir schon auf der Heimreise als Gasthaus benutzt. Eoo bettete das Kind weich auf Laub und Tücher, wies den müden Hund bei ihm an zu wachen, der sich ihm zu Füßen legte; Esel, Mutter und Sohn, mit Klingeln um den Hals und dem Rufe gehorchend, weideten indeß zum dürftigen Abendbrod, und wir stiegen zum Felsengipfel.

Welch ein Blick in das Land umher, so weit das Auge trug! Heftiger Unterwind herrschte; uns gegenüber am Horizont hatte er eine Rauchwand aufgethürmt, riesengroß, schwarz wie die Nacht. Ein breiter Strich des Himmels war offen. Aus der schweren Decke, die über unsrer Heimath lag, fuhren Blitze wie geschleuderte Feuerschlangen empor. Denn die Wälder darunter brannten. Und wie aus dem Becher des Vesuvs in der Nacht nur eine schmale Flammensäule und Feuergarbe emporloht, so schlug hier eine feurige blendende Flammengicht, breit von Süd bis West, in den Aether hinauf und stand, in der Ferne schweigend und unbewegt, wie ein göttlicher Nordschein. Aber über den näheren Wäldern bewegte der Sturm die wallenden Flammen wie Saaten der Hölle, und sie wogten wie Wogen des Meeres.

Unser verlorenes Dorf war dahin und die andern mit ihm. Das Fernrohr that keine Dienste, durch dazwischen schwebenden Dampf und Qualm vernebelt.

Aber jenseits drüben glänzten die Fenster des Hauses unseres alten Freundes wie in der untergehenden Sonne. Deutlich brannte dahinter der Wald: der Weg von uns bis dahin schien noch frei, aber schon stachen lange, brennende oder dampfende Zungen in den dunkelgrünen Walddach-Teppich! Wie der Wind sich richtete, vereinigte er sie – vielleicht – und überzog ihn dann ganz mit Feuer und Purpur.

»Sollt' ich noch wagen, dahin zu eilen, die Tochter zu holen, zu retten?« getraute ich nicht zu sprechen.

»Kannst Du es nicht thun?« frug mich Eoo.

»Sehen sie nicht dort die Gefahr, wie wir unsere sahen?«

– »Wird sie uns nicht verzweifeln?« – frug Eoo.

– »Wird der alte Mann von den Seinen verlassen seyn, wie die Unsern uns flohen? Er war so gut! Sie waren so treu.« –

– »Alaska wird ihn nicht verlassen! so kommen sie Beide um!« –

– »Lebt nicht Gott da drüben und waltet und rettet, wie er hier lebt und gerettet?«

»O wohl! o gewiß!« sprach sie; »aber soll ich nicht retten, nicht eilen, nicht wissen! Ach davon spricht er die Mutter nicht frei! Ich soll mir die Tochterliebe verdienen, nicht schmachvoll sie tragen!«

»So wollen wir umkommen? und Okki?« frug ich Eoo.

Sie sah zur Erde mit finstrem Gesicht. Der Wind riß in den Wurzeln verbrannte, gelöste Bäume im Thale auf einmal zu zwanzig, zu Hunderten um. Sie krachten am Boden, sich wild in einander zerschlagend. Qualm stieg auf. Es leuchtete wieder. Dann brach das Gekrach als Nachhall in den Schluchten der Berge erst los! – Andere Sturze! Neuer Donner, Qualm und Funkensprühen – und neuer Nachdonner umher bis hinaus. – Furchtbare Schlacht der Natur mit sich selbst. –

Eoo hörte das unerschrocken, doch düsterer als zuvor. Ein unaussprechliches Lächeln, ein heiliges himmlisches Lieben sprach aus ihr in mich! Sie zog sanft ihre Augenlider über ihre Augensterne, und so stand sie, das schöne sehnsüchtige Antlitz hinüber nach ihrer Tochter gewandt. Ja, sie schien mit dahin gerichtetem Ohre zu horchen: ob sie ihr rufe? Sie hielt die Hand halb erhoben und abgewendet von sich, mir Schweigen anzudeuten, als höre sie wirklich das hülflose Kind, und nicht das Flüstern der eigenen Angst um sie.

Sie sehnte sich zu ruhen. Als wir zur Höhle gekommen, war es, als habe sie ihren Okki verloren gehabt und nun wiedergefunden, so freudig erschreckt von seinem Anblick, kniete sie zu ihm und küßte ihn munter und hörte ihn reden und drückte ihn an sich und zog mich mit in des Kindes und ihre Umarmung.

Noch im Finstern, als ich glaubte, sie schlafe schon lange, drückte sie mir von Zeit zu Zeit die Hand, leis und leiser. Ich fühlte es noch schlafend.

Am Morgen war sie verschwunden.


Ich stand erschüttert mit gefalteten Händen – ich betete – aber die Lippen bebten mir nur. Okki war da – er freute mich kaum! Ich holte kaum Athem. Vor meiner Phantasie war ein Abgrund aufgethan. Mir war klar – das Mutterherz hatte Eoo nach ihrer Tochter gezogen. Ich konnte in wachem Traume mir immer wechselnde Bilder malen. Bald sah ich Eoo verirrt! bald erlag sie! bald weinte sie nach mir zurück! bald stürzte sie froh in die Arme der Tochter, sie war bei ihr, bei ihrem Kinde, denn das Kind in Noth, ja in ungekannter Noth, ist das einzige Kind, das liebste Kind dem Mutterherzen, so viel sie glückliche außer ihm hat!


Ich war zu spät erwacht – Eoo war schon weit! doch sie war nicht allein, der treue Hund begleitete sie. Mir fehlte kaum eine Hand voll Lebensmittel. Okki begehrte nach der Mutter. »Sie holt deine Schwester«, sagt' ich ihm lächelnd, ihn herzend und küssend – weinen durft' ich ja nicht – und das machte ihn lächeln und in die Hände klopfen.

Mein erster Entschluß war, ihr schnell zu folgen. Aber war sie mir nicht durch einen andern Unglücksfall verloren? Ach, mein Herz zweifelte nicht, nur mein kühler Verstand. Mein zweiter Entschluß war, zu warten, bis sie wiederkehre. Aber ich mußte einen dritten ergreifen, denn von der rechten Seite herein ging der Wald jetzt in Feuer auf, und der Weg war mir abgeschnitten. Wie breit er brannte, wie schnell das Feuer an der Erde im Grase hinlief, an den erhitzten, Harz schwitzenden Bäumen hinauf leckte, wie lange es verweilte, um feuchte Stellen auszutrocknen und dann doch noch mit seiner Gewalt zu entzünden, wie weit Eoo schon eilte, war nicht zu berechnen! Ueber ihren Weg hinaus blickend, athmete ich tiefe Züge ein, als wollt' ich den Wind zurückziehen und die Luft einathmen und halten, damit sie sicher eile! Ja, wie der Mensch ist, mich beruhigte fast der Qualm – weil er alles verhüllte! Kein Anzeichen der kranken Natur forderte mich auf, ich durfte alles dem göttlichen Walten – getrost überlassen.

Mich hatte eine Furcht befallen vor der Natur, die – natürlich war und schmerzlich an Wehmuth grenzte; noch mehr aber bannte mich Staunen und Kummer, den tiefer Verdruß mir bitter machte. War mein Okki, mein einziges Kind, nicht verloren, wenn ich mich opferte? War das Leben mir irgend noch werth, wenn ich ihn auch nun verlor, nur beschädigte! Ich saß auf dem Berge und wiegte ihn fast den ganzen Tag auf meinen Knieen, mochte er nun wachen oder schlummern, an meiner Brust umarmt, seine Händchen um meinen Hals geschlungen. Ich schien mir kein Mensch mehr – denn um mich war nicht mehr die gewohnte Natur und das Leben, das uns zu Menschen macht. Speise und Trank war vergessen. So saßen wir. Mir dämmerte es nur im Sinn, ich empfand mich nur in der Liebe zu diesem Kinde, wenn es mich Vater nannte. Wie wenig ein Vater, ein Mensch ist, wie wenig er leisten kann – das drückte mich nieder. Ja, soll ich mein Herz ausschütten, so sag' ich: der gewöhnliche Lauf des Lebens war mir jetzt doppelt verhaßt, die Trennung von unseren Lieben, die es seinem alten Gesetze nach gewiß mit sich bringt. Die Aeltern sterben, wenn die Natur dies Gesetz nicht noch schrecklicher umkehrt, eher; – alle Kinder verlieren die Aeltern, wenn es noch gut geht! und in derselben Stunde der Vater zugleich sein Kind, denn auch der Sterbende kann noch verlieren, nicht der Lebendige allein – er sieht sie in ihren eigenen einsamen künftigen Tagen nicht, er überläßt sie der weiten, gefahrvollen Welt, jedem Schicksal, zuletzt auch dem Tode! Sein liebendes Auge möchte bei Allem dabei seyn, sein Herz möchte es wissen! Und so wünscht' ich jetzt mir in diesem gefährlichen Zustand bethört die verkehrte Freude, daß wir alle zusammen umkämen in einer Stunde! in demselben beglückenden Augenblick!

Doch auch der Wunsch war nun vergebens. Sollt' ich hier harren, bis uns die Lebensmittel ausgegangen? wo selbst keine Beere im Walde mehr zu finden war? Und dennoch häuften sich in der Nacht die wilden Thiere im verödeten Walde. Ihr Geheul verrieth noch Angst; die Mächtigen schonten der Kleinen, Rehe liefen unverfolgt von Wölfen, der Albatros flog vor dem Adler sicher. Aber das mußte bald anders werden und schrecklich! Auch für uns! Beim ersten Dämmer des Tagscheines brach ich denn auf und richtete mich nach dem Compaß, um den großen Strom, den Cataragui, bald zu erreichen.

Ein beschwerlicher Weg! eine fast hoffnungslose Flucht! Kleine Bäche von Theer und Harz, halberstarrt, waren hier; Hügel von Asche, vom Winde zusammen gewirbelt. Feuchte, quellige Stellen dampften noch. Nur aus Felsenadern ein frischer Trunk. Brach ein Sonnenblick durch die wie niederhangende Wolkendecke, und sah ich unsern Schatten an der Erde hinziehen – dann konnt' ich weinen. Da verschwand er wieder, aber die Thränen blieben stehen im Auge.

Endlich gelangte ich in frischen Wald von Weimuths- und Pechkiefern und Sprussel-Fichten, voll zahlloser großer Heuschrecken und Schmetterlinge. Es zirpte und schwirrte wunderlich und flirrte, wie Schnee flirrt. Ich hörte das an; es war unerforschlich, geisterhaft und verschwand nicht und hörte nicht auf! Ich zog wie im Schattenreich. Noch zwei Stunden unheimlich – ich möchte sagen unweltisch, wie ich nie gelebt, und wir waren auf der baumleeren Savanne. Ein raschelndes Grasmeer voll blühender, aber gewelkter Pflanzen in weiten Waldufern, und hin und her nur Gebüschgruppen, die wie kleine Fahrzeuge darauf zu schweben schienen. Aus einer beträchtlich großen Vertiefung sah ich Rauch aufsteigen, der Wind führte mir Laute aus Gesängen zu. Da waren Menschen! Ich eilte. Aber erst mit Anbruch der Nacht erreichte ich Ermüdeter ihren Rettungsort.

Ich glaubte Flüchtlinge aus den Kirchspielen und den verlornen Dörfern zu finden; und, sonderbar hier, ich sah eine weiße Friedensfahne auf einem der ersten Bäume aufgesteckt! Sie war im Glanze der Feuer sichtbar. Alles schwieg.

Ich hielt. Mein Esel schrie lauter, als ein stürmender Nachtwächter bläst. Mir that es leid um die Ruhe der armen müden Menschen. Während meiner verständlichen Verweise raschelte es in der Krone des Baumes. Eine Gestalt wie ein Bär kam am Stamme heruntergegleitet. Sie nahm von Frischem die Decke um die Schultern und reichte mir eine Hand und hieß mich herzlich willkommen. Des Mannes Gesicht schien röthlich im Glanze der Flamme, doch seine Züge waren europäisch. Er nannte sich mir Monsieur d'Issaly, und hier in der Fremde seinen Landsmann! Auch ich that so.

Ich beobachtete den Wind! sagte der ziemlich bejahrte Mann mir erklärend. Denn jene Indianer haben ihre Rechnung geschlossen und schlafen in Frieden, das Haupt vertrauend auf die mütterliche Erde gelegt. Sehen Sie da den letzten Rest des ganzen Volkes der Algonkinen.

(Der Erzähler gelangte in der Folge glücklich mit dem Knaben an den Utawas und nach Quebec, wo auch Eoo nebst ihrer Tochter sich einfanden.)


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