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Friedrich Spielhagen: Angela - Kapitel 14
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Spielhagen
titleAngela
publisherVerlag von W. Staackmann
printrunDritte Auflage
year1886
firstpub1881
senderbruce.welch@gmx.net
correctorreuters@abc.de
created20140617
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*

XIII.

Angela fand die Zimmer in der behaglichen Ordnung, welche herzustellen das erste Geschäft der Baronin in einem neuen Hotel war; aber weder in dem Salon, noch in dem Schlafzimmer der Baronin diese selbst oder die Kammerjungfer. Sie atmete erleichtert auf, als sie nun auch in dem letzten Gemache, welches die Fenster nach der Straße hatte und für sie bestimmt und ebenfalls bereits eingerichtet war, die alte Freundin nicht antraf. Die Glieder versagten ihr den Dienst; sie fiel gebrochen auf das Sofa und blieb da liegen mit weit aufgerissenen starren Augen, bemüht, den Druck abzuwälzen, der ihr auf Hirn und Herz lastete.

Es war ja wie ein schwerer Traum, nur daß es hier kein befreiendes Erwachen gab, nur daß es wirklich war und sie sich abfinden mußte mit dieser Wirklichkeit. Ein Zufall – freilich; aber wehe dem, welchem der Zufall als ein Strafgericht kommt! Wie sollte sie es der Baronin mitteilen? Gestern ihr lebhaft ausgesprochener Wunsch, Vevey mit Clarens zu vertauschen, heute Morgen der lange Bericht ihrer Schicksale bei Lady Ballycastle, als Vorbereitung der Ahnungslosen, und zwei Stunden später die Lady selbst! Und das wäre kein wohlerwogener Plan, kein abgekartetes Spiel! Und wenn sie es mit allen Eiden beschwor, daß es das nicht war – die Baronin konnte ihr nicht glauben. Und so webte sich, was ihr als Lüge angerechnet werden mußte, in die wirkliche Lüge zu einem unzerreißbaren Netz. Es fehlte nur, daß Edward Gordon in der Begleitung seiner Mutter war. Es gab nichts Unmögliches mehr. Er war hier – mußte hier sein – das allein erklärte die Raserei der Lady; ein Zusammentreffen mit ihr, ohne den Sohn in der Nähe, hätte sie nicht so fassungslos gemacht. Nun denn, mag alles auf einmal hereinbrechen! Es wird eine tolle Komödie werden.

Angela lachte laut auf und fuhr, von dem häßlichen Ton erschrocken, empor, scheu um sich blickend; dann barg sie wieder die glühende Stirn in die kalten Hände.

Nein, nein! Edward Gordon war nicht hier. Lady Ballycastle hätte das nicht verschwiegen; es war ihre Gewohnheit, was sie zumeist bedrückte, zuerst zu sagen. Und daß das Zusammentreffen so ausgefallen, stimmte völlig mit der Darstellung, welche sie selbst der Baronin von ihrem Verhältnisse zur Lady gemacht. Aber sie konnte sich freilich auch verrechnet, im Notfalle auf den alten Herrn gerechnet haben, der selbstverständlich in den Augen der Baronin ein alter Freund war, nur daß sie ihn, ebenso selbstverständlich, vorher nicht gekannt hatte. Sie mußte ja so weiter lügen; hatte auch nicht die geringste Ahnung, in welcher Beziehung der alte Mann zu Lady Ballycastle stand; zu ihr selbst stand, wenn er auch seinerseits ihren Namen wußte, ohne daß sie ihm denselben vorher genannt; und daß sie sechs Jahre bei der Lady gewesen, und daß sie ein Engel an Güte war! O, des grausamen Hohnes! Der alte Mann wenigstens mußte sie aufklären, ihr alles sagen – ihr! die selbst alle Welt belog, sich vor aller Welt in Geheimnisse hüllte, die ein Hauch zerriß – der Hauch eines Mundes, der nicht schweigen konnte oder wollte – der Blick eines Auges, das die Empfindungen des Herzens zu verschleiern nie gelernt hatte. Noch war sie diesem Blicke nicht begegnet, nur in den, unschuldigen Glanzaugen seiner Kinder; sie hatte erleichtert aufgeatmet, als sie von ihnen hörte, daß der Vater nicht im Hause sei; daß sie noch eine Spanne Zeit, eine Gnadenfrist hatte, sich zu sammeln, das klopfende Herz zur Ruhe zu bringen – fürwahr, die Frist hatte sich gnädig erwiesen!

Ach, was schiltst du die Zeit, die dir in Ewigkeit nicht helfen wird, wenn du selbst dir nicht hilfst! Ist denn dein Ziel nicht noch immer dasselbe, das du heute Nacht mit Wonnethränen begrüßtest? Und wenn du den Weg verfehltest – bist du allwissend, allmächtig? Kannst du mehr, als deinem hohen Ziele zustreben nach bester Einsicht aus allen deinen Kräften? Ob du es erreichst, ob nicht – es ist nicht deine Sache. Nur für sein Wollen ist der Mensch verantwortlich, wenn die Welt auch nur auf das Vollbringen sieht. Du hast dir so lange Jahre deine Welt sein müssen, sei es dir jetzt wieder! hast dich einzig auf dich selbst verlassen müssen, thue es jetzt wieder! es war nie so schwer, aber auch nie so nötig als jetzt!

Wie frisches Leben rieselte es durch ihre Adern; sie fühlte kaum noch eine Schwäche, als sie sich nun vom Sofa erhob und an der Toilette vor dem Spiegel die zerdrückte Kleidung glättete, das verwirrte Haar schlichtete. Dann trat sie an das Fenster, um es zu öffnen, den widerlich süßherben Duft, der in dem Zimmer herrschte, hinauszulassen. Vor dem mit einem Glasdache überdeckten Portal hielt eine große offene Kutsche, an dessen Tritt, die Hand auf dem Drücker des Schlages, der Portier stand und sich mit dem Kutscher unterhielt, der mit der Peitschenspitze von Zeit zu Zeit den Rücken der beiden ungeduldigen mächtigen Braunen berührte. Nun kamen zu gleicher Zeit ein Kellner und ein Mann, der ein Diener ohne Livree zu sein schien, mit Decken auf den Armen, die sie auf die Sitze verteilten; jetzt der Herr, welcher sich vorhin als Besitzer des Hotels vorgestellt hatte, nachzusehen, ob alles in Ordnung sei. Er wendete sich nach dem Portal, den Hut ziehend und den Kommenden einen Schritt entgegengehend: Lady Ballycastle, Miß Flinch und Arnolds Frau. Die Lady, welche mit dem Kurier – das war der Mann wohl – sprach, stand ihr gerade zugewendet und hatte den Blick starr auf sie gerichtet; aber kein Zucken der Wimpern, keine Miene verriet, daß sie die am Fenster Lehnende sah; Miß Flinch, die den Blick der Herrin aufgefangen und sich jetzt wie zufällig umdrehte, versuchte, jener nachzuahmen, während ein böses Zucken der dünnen, blassen Lippen die Schadenfreude verriet; Arnolds Gattin wurde ihrer erst gewahr, als sie bereits der Lady zur Linken im Fond Platz genommen. Das reizende lachende Gesichtchen bekam plötzlich einen verlegenen ernsten Ausdruck, um alsbald wieder, wenn auch immer noch ein wenig verlegen, zu lächeln; und Angela wußte nicht, ob es ein Gruß war oder eine unwillkürliche Bewegung, als im Momente, da die Pferde in kräftigem Sprunge anzogen, das blonde Köpfchen sich gegen sie neigte und dann freilich sofort mit schneller Wendung die breite Krämpe des Hutes vor die errötende Wange brachte.

Angela hatte ihre erste Regung, vom Fenster zurückzutreten, mutig überkommen; sie hatte auch dem Anstarren der Lady und der Miß ruhig standgehalten, und nur bei dein schüchternen Gruß von Arnolds Gattin – sie zweifelte nicht mehr, daß es ein Gruß hatte sein sollen –fühlte sie das Herz wieder ängstlicher schlagen. Die Bekanntschaft oder gar Freundschaft zwischen der Lady und der jungen Frau, die erst seit gestern in Vevey war, auch wenn sich die Damen vorher nicht gesehen haben sollten –, das war nichts, worüber sie sich hätte wundern können; sie wußte zu gut, wie plötzlich und glanzvoll Lady Ballycastles Gnadensonne aufzugehen pflegte – aber was hatte ihr, der von dem Haß der Wankelmütigen Verfolgten, die Freundlichkeit, die höfliche Aufmerksamkeit wenigstens, der jungen Frau eingetragen? War es Gutmütigkeit? Ein Entgelt für die schlimme Scene im Garten, zu deren unfreiwilliger Zeugin der Zufall sie gemacht hatte? Wenn sie wüßte, wen sie da gegrüßt! Nun Eine, die noch für jede Freundlichkeit, für die geringste Liebe, die man ihr im Leben bewiesen, dankbar gewesen war und der Ahnungslosen diese vergelten wollte tausendfach!

Das Klappern der Hufe, das Rasseln der Räder auf dem Pflaster hatten Angela überhören lassen, daß die Thür ihres Zimmers geöffnet wurde, und die, welche hereingekommen, bereits während der letzten Sekunden hinter ihr stand. So fuhr sie denn erschreckt zusammen, als sich plötzlich eine Hand auf ihre Schulter legte.

Schämen sie sich denn gar nicht?

Bebend am ganzen Körper, mit glutüberströmten Wangen, hatte sich Angela der Baronin in die Arme gestürzt.

Ich schwöre Ihnen, stammelte sie, bei allem, was mir heilig ist –

Daß Sie mir alles sagen wollten und dem trotzigen Herzchen das letzte Wort nicht abgewinnen konnten. Das arme Herzchen! Wie es nun wieder schlägt. Nur ruhig, ruhig! Es wird sich alles machen, wenn man künftig ein bißchen mehr Vertrauen zu einer guten Freundin hat, ohne die es ja schließlich doch nicht geht; und die man nicht hätte von der Seite lassen sollen, wenn man mit einem solchen bösen Drachen – Gott verzeih' mir die Sünde – na, nun setzen sie sich mal erst – Sie zittern ja an allen Gliedern, Sie armes Gör! Sie ist wohl ganz grausam mit Ihnen umgegangen, die alte malle Person –

Die Baronin hatte Angela auf einen der beiden Fenstersessel gedrängt und vor ihr Platz genommen. Vergebens, daß Angela in ihrer grenzenlosen Verwirrung nach einem entscheidenden Worte suchte, wie ein vom pfeilschnellen Strome Fortgewirbelter vergebens die Hände nach einem rettenden Zweige am Ufer streckt. Auch ließ die eifrige Frau, die selbst in der größten Erregung über all die seltsamen Dinge war, welche ihr die letzten Minuten gebracht, sie gar nicht zu Worte kommen. Ja, ja, sie wisse alles; und von wem? Da sollte Angela doch lange raten, und sie könnte ihr jetzt Geheimniskrämerei mit Geheimniskrämerei vergelten; aber auf die Kunst verstünde sie sich nur schlecht. Also: die hübsche junge Frau im Wagen neben der alten – Herr des Lebens, war das eine Überraschung! – Ich gehe in den Garten, Sie zu suchen, nachdem wir hier alles fertig gekramt – wo sollten Sie sonst sein? – und verbiestre mich denn auch gleich richtig in dem Buschwerk – kommt eine himmelhohe schwarze Person an mir vorbeigestürzt und rennt mich kleinen dicken Stöpsel fast über, ohne um Entschuldigung zu bitten – denke bei mir, die kann sich auch mal ein Komplimentierbuch kaufen – hinter ihr her galoppiert eine lange Latte, was ja wohl die saubere Gesellschafterin ist – und wieder ein paar Schritte nach der–na, ich denke doch, ich bekomme einen Schlag vor den Kopf, ist es wirklich und wahrhaftig – Sie raten es doch nicht – Nanni, meine Nichte Nanni! – Nanning! sagte ich. –Tanting! sagt sie, und wir fallen uns um den Hals, als wenn weiter nichts zwischen uns wäre. Ist ja auch nicht! was kann die arme Dirne für ihren Vater? Und daß ihr zweites Wort war: Armes Tanting! – ich wußte ja, was sie weiter sagen wollte, das werde ich ihr auch nicht vergessen. Nun ging es an ein Fragen und Erzählen – das heißt, eigentlich erzählte sie, und hat sie ein fixes Mundwerk! In zwei Minuten wußte ich alles: wann sie gekommen, wohin sie wollen, daß das ihre Gören seien, die da im Garten spielten, und daß ihr Mann ausgegangen und sie mit Lady Ballycastle ausfahren wolle. Lady wer? Ich blieb mit offenem Munde stehen, und – dann habe ich so lachen müssen; nicht wahr, Sie nehmen's mir nicht übel? Und die Kleine lacht auch, was sie kann, und meint, ich lache über die Lady, und die sei ja auch zum Totlachen; was sie mit der schon alles erlebt seit gestern Abend – eine Scene nach der andern, und eine immer närrischer als die andere. Nur eben erst, wie sie sich ganz quatsch gegen eine junge Dame benommen, die bei ihr Gesellschafterin gewesen, wie ihr die – oder heißt es das Miß? Plinch oder Flinch zugetuschelt nebst einer langen Litanei, von der sie nicht viel verstanden – denn mit dem Französisch von der? gut – also der Miß sei es man schwach und mit ihrem auch nicht besser. Na, ich wußte ja nun, was die Glocke geschlagen, und kriegte es mit der Angst um mein armes Gör; und Nanni mußte der Lady nach, obgleich sie sagte, sie wisse nicht, ob aus der Spazierfahrt nun noch etwas würde. Sie lief ins Haus, ich durch den Garten, in dem der Kuckuck sich zurechtfinden mag, zwei-, dreimal im Kreise herum, bis ich dann mit einemmale hier wieder vor dem Hause stand. So, jetzt wissen Sie von allem Bescheid, und haben sich, denke ich, ausgeschämt; und nun rein heraus mit der Sprache, wenn wir gute Freundinnen bleiben sollen! Du lieber Gott, was bedeutet denn das?

Während der letzten Worte der Baronin hatte, ohne daß eine der beiden Damen am Fenster sonderlich darauf geachtet, ein mit einer großen Plane bedeckter, langsam die Straße heraufkommender Bauernwagen vor dem Hotel stillgehalten, aus welchem ein Herr herausgeklettert und die Stufen des Portals schnell hinaufgesprungen war. Die Baronin hatte, immer eifrig weitersprechend, den Eiligen nur eben vorüberhuschen sehen, aber mittlerweile hatte das ländliche Gespann vor dem feinen Hotel ihre Aufmerksamkeit erregt, und nun erkannte sie in dem eilig Zurückkehrenden zu ihrem Erstaunen den jungen Engländer – ihren Reiseschatten. Er hatte den Portier und ein paar Kellner bei sich, denen er leise; lebhaft sprechend, etwas mitteilte, was von Wichtigkeit schien. Wenigstens machten die Leute sehr ernsthafte Gesichter und reckten neugierig die Hälse, während er über die Deichsel in den Wagen zurückkletterte, an dessen hinteres Ende der Portier einen niedrigen Tritt stellte, welchen ein Hausknecht schnell herbeigebracht hatte. Nun stiegen der Hausknecht und der Portier auf dem Tritt in den Wagen. Es waren noch ein paar Kellner und der Herr Wirt selbst gekommen, und alle drängten sich um den Tritt hinten am Wagen.

Ja, was bedeutet denn das? wiederholte die Baronin, welche, nachdem sie sich einmal unterbrochen, der sich rasch entwickelnden Scene mit immer steigernder Verwunderung gefolgt war. Da ist doch sicher ein Unglück geschehen. Habe ich es nicht gesagt? Gehen Sie hier weg, liebes Kind; Sie sind so schon erregt genug, und das ist kein Anblick für Sie.

Aber Angelas starre Augen blieben an dem Menschenknäuel hangen, der sich jetzt, in seiner Mitte etwas Schweres tragend, um den Wagen herum auf das Portal zu bewegte. Schon hatte man die unterste Stufe erreicht. Die Leute, welche, übereifrig und überzahlreich, die Last ungeschickt trugen, griffen noch plumper zu; der Verwundete erwachte aus der Ohnmacht, in die er während des letzten Teiles der Fahrt auf dem holperigen Pflaster abermals gefallen war, bewegte sich krampfhaft zwischen den schleppenden Händen, die nun zum Teil losließen, richtete sich auf und stellte sich mit einem plötzlichen Ruck auf seine Füße, mit Heftigkeit jede energischere Hilfe zurückweisend und nur mit offenbarem Widerstreben Bobs dargebotenen Arm annehmend.

Du liebe Zeit! rief die Baronin, Angela, das ist ja Nannis Mann! Was ist denn mit dem passiert? Und Nanni nicht zu Hause, und die armen kleinen Gören im Garten, die müssen sich ja zu Tode erschrecken! Angela, laufen Sie, halten Sie sie im Garten! ich will sehen, wie es mit ihm steht. Ich kenne ihn kaum, aber das ist ja ganz gleich; dafür ist man Tante. Dachte ich's doch!

Der Verwundete, welcher mit dem blassen, schmerzverzerrten Gesicht und dem blutgetränkten Tuche um die zerzausten schwarzen Locken einen schauerlichen Anblick gewährte, war mit Bobs Hilfe zwei oder drei Stufen hinaufgestiegen, als seine dunklen Augen sich zufällig seitwärts nach den Damen im Fenster wendeten. Bob, der die Damen ebenfalls gesehen, lüftete den Hut und wandte sich schnell wieder zu jenem, der auch bereits im nächsten Momente ohnmächtig in seinen Armen zusammenbrach.

Also, Sie sehen nach den Kindern! rief die Baronin, bereits an der Thür.

Die Thüre hatte sich hinter der Baronin geschlossen; Angela stand noch immer am Fenster, ohne sich zu regen, den Blick unverwandt auf die Stelle geheftet, wo der Unglückliche, den man mittlerweile ins Haus getragen, niedergesunken. Nur einen Moment hatte der Trost vorgehalten, dies alles könne das Werk eines bösen Zufalls sein. Sie dachte daran, wie sie heute Nacht auf den finstern Corridor gestürzt und beschämt in ihr Zimmer zurückgeschlichen war und sich eingeriegelt hatte, um sich vor sich selbst zu schützen. Sie wußte, was er gethan – was er hatte thun wollen.

Der Planwagen war davongefahren; das Bäuerlein hatte vergnüglich mit der Peitsche geklatscht; der Platz vor dem Portale war leer geworden, ein Hausknecht fegte die Strohhalme zusammen, die man mit dem Verwundeten aus dem Wagen gezerrt – Angela wendete sich und schritt langsam nach der Thür; aber mitten im Zimmer blieb sie wieder stehen; ein bitteres Lächeln schürzte ihre Lippen:

Ich würde es nicht zum zweitenmale zu thun brauchen. Ist es darum, daß ich's nicht gethan habe?

Wie eine Raserei des Zornes ergriff es sie:

Nein, nein, nein! Ich habe es nicht gethan, weil ich nicht durfte, weil ich ihm beweisen wollte, daß auch er weiter leben kann, weiter leben muß. Das hat er nicht begriffen – er soll es begreifen – er soll!

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