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Anekdoten unbekannter Autoren

Unbekannte Autoren: Anekdoten unbekannter Autoren - Kapitel 69
Quellenangabe
titleAnekdoten unbekannter Autoren
authorunbekannt
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typeanecdote
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Die Schöppenstedter verschreiben ein Gewitter

In einem Sommer hatte es gar lange nicht in Schöppenstedt geregnet, so dass den Bürgern bange wurde, die Ernte möchte missraten. Sie beschlossen daher, nach Braunschweig zu schicken, um sich ein Gewitter verschreiben zu lassen. Denn dort wüsste man ja Rat für alles.

Zu dem Ende schickten sie eine alte Frau ab. Die kam auch glücklich in Braunschweig an, und nachdem sie das Anliegen de Schöppenstedter richtig angebracht hatte, erhielt sie von den Braunschweigern, die ihre Leute kannten, eine Schachtel, in welcher, wie sie sagten, das Gewitter wäre.

In dieser Schachtel, die ziemlich groß war, befand sich ein Bienenschwarm. Als sie nun mit derselben nach Schöppenstedt zurückging, fingen die Bienen, da es sehr heiß war, gewaltig an zu summen – und der Frau wurde Angst und Gange, denn sie hatte oft gehört, dass das Gewitter auch zuweilen einschlage. Und sie fürchtete sich jetzt, dass es auf einmal losbrechen und sie erschlagen könnte.

Als sie daher auf die Höhe vor der Stadt kam, öffnete sie die Schachtel ein wenig, um dem Gewitter, dem es, wie sie dachte, drinnen zu heiß sei, etwas Luft zu machen. Aber kaum hatte sie den Deckel etwas gehoben, da flog der ganze Bienenschwarm heraus und zurück nach Braunschweig.

Sofort sprang sie mit gleichen Füßen hinterdrein und rief fortwährend: »Gewitter, Gewitter, hierher, nach Schöppenstedt!« Aber das Gewitter flog fort und kam nicht wieder.

 


 

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