Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Unbekannte Autoren >

Anekdoten unbekannter Autoren

Unbekannte Autoren: Anekdoten unbekannter Autoren - Kapitel 15
Quellenangabe
titleAnekdoten unbekannter Autoren
authorunbekannt
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typeanecdote
Schließen

Navigation:

Durch den Herrn Stadtgerichtsrat

Fürst Bismarck arbeitete auch, ehe er zu Amt und Würden kam, beim Berliner Stadtgericht als Auskultator, wie man die Referendare in der Ausbildung damals nannte. Eines Tages hatte er einen richtigen Berliner, der sich durch seine Unverfrorenheit und Schnoddrigkeit auszeichnete, zu Protokoll zu vernehmen.

Die Geduld Bismarcks wurde durch die unverschämten Antworten des Angeklagten auf die höchste Probe gestellt. Entrüstet sprang Bismarck plötzlich auf und rief mit lauter Stimme jenem zu: »Herr, mäßigen Sie sich, oder ich werfe Sie hinaus!«

Der anwesende Stadtgerichtsrat als Vorgesetzter Bismarcks klopfte seinem erzürnten Auskultator freundlich auf die Schulter und sagte beruhigend, doch wohl auch in verweisendem Sinne: »Herr Auskultator, das Hinauswerfen ist meine Sache!« Daraufhin ging die Verhandlung weiter.

Aber es währte nicht lange, so wurde der Berliner noch dreister und hatte immer und immer neue Widerworte. Da war's um Bismarcks Gleichmut geschehen: Er erhob sich sehr erregt vom Stuhle und donnerte jenen mit den Worten an: »Herr, menagieren Sie sich nicht sofort, so lasse ich Sie durch den Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen!«

Man kann sich die verblüffte Miene des Herrn Stadtgerichtsrats denken, doch musste er die Sache mit Stillschweigen übergehen, da Bismarck ihn mit seinen eigenen Waffen schlug.

 


 

 << Kapitel 14  Kapitel 16 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.