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Andrew Brown - Der rote Spion

Friedrich Joachim Pajeken: Andrew Brown - Der rote Spion - Kapitel 5
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pfad/pajeken/rotspion/rotspion.xml
typefiction
authorFriedrich J. Pajeken
titleAndrew Brown ? Der rote Spion
publisherLoewes Verlag
illustratorWilly Planck
firstpub1894
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20091025
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Ein gefährlicher Gegner

Etwa 12 Meilen westlich von Fort Reno, dem heutigen verlassenen Old Fort Mc Kimmy, öffnet sich mitten in den Bergen ein weiter Talkessel. Hier entrollt sich dem Auge ein Bild der Bighorn-Mountains, wie es sich, auf einen Punkt vereinigt, an einer anderen Stelle wohl kaum großartiger finden läßt.

An der südlichen und der westlichen Seite des Talkessels streben hier und dort schroffe, grauschwarze Steinmauern, die aus einem Gewirr von gewaltigen Felsblöcken emporragen, hoch gen Himmel. Diese Steinmauern, die sich zum Teil in den wunderbarsten Gestaltungen darbieten, durchschneiden verschiedene breite und schmälere Schluchten, die mit Bäumen und Buschwerk bewachsen sind.

Zwischen diesen stürzt von hoch oben herab, einem silberweißen Schleier ähnlich, rauschend und schäumend ein Gewässer. Es wird durch Vorsprünge in der Felswand in mehrere Fälle geteilt, die sich in der Tiefe wieder zu einem klaren Wasserspiegel vereinigen, der von Büschen und Bäumen eingefaßt ist. Von hier aus nimmt ein munterer Bach quer durch den Talkessel seinen Lauf nach Osten.

Im Norden reiht sich Berg an Berg höher und höher bis zu dem alles andere weit überragenden Cloud-Peak. Nach Osten hin schaut das Auge hinab in tiefer und tiefer sich senkende Gelände. Es streift über wellige, meilenweite, durch Höhenzüge unterbrochene Prärien bis zu einer Bergkette, die sich am fernen Horizont abgrenzt. Dies sind die letzten Ausläufer der Black-Hills.

Am Morgen des vierten Tages, nachdem Mr. Gloster seinen Führer belauscht hatte, ritt er mit diesem in den Talkessel hinein. Er war von dem Anblick der erhabenen Gebirgslandschaft überwältigt. Voll staunender Bewunderung hielt er sein Pferd an und ließ seine Blicke minutenlang schweigend umherschweifen. Anfangs hatte die Entdeckung, die der Engländer gemacht hatte, in ihm das größte Mißtrauen erregt. Andrew Brown war also am Tage seiner Abwesenheit in den Bad-lands offenbar in irgendeinem Lager der Indianer gewesen oder mindestens mit Indianern zusammengetroffen. Mr. Gloster hatte noch in der gleichen Nacht lange über die etwaige Bedeutung der erlauschten Worte nachgegrübelt. Schließlich fiel ihm ein, was Hauptmann Grover ihm mitgeteilt hatte, – warum der Bursche sich von seinen roten Brüdern entfernte. Nun schien es ihm, indem er an jene Worte dachte, daß der junge Halbindianer sein Verlangen noch nicht aufgegeben habe, zum Krieger ernannt zu werden, trotzdem er sich den Weißen zugesellt hatte. Ihm schien, daß er irgend etwas bei dem roten Volke ins Werk gesetzt hatte, um dies zu erreichen.

Nach und nach beruhigte er sich wieder vollständig. Andrew Brown blieb zuvorkommend und stets bereit, bei allem behilflich zu sein. Er redete auch verschiedentlich sehr überzeugend davon, daß die Bärensuche nun bald zum Erfolg führen würde. So gab Mr. Gloster seine Absicht, die er zuerst hegte, noch einmal nach Fort Fettermann zu reiten und mit Hauptmann Grover über sein Erlebnis zu sprechen, endgültig auf. Er folgte seinem Führer auf dem nächsten Wege in die Bighorn-Mountains.

Gewiß, er grollte dem Burschen noch, weil er ihm etwas vorgeschwindelt hatte, – ihm schien auch erwiesen zu sein, daß der Bursche nicht ausgeritten war, um Bärenspuren zu suchen, als er von ihm allein gelassen wurde. Doch die Naturschönheiten, die sich ihm wieder boten, eine Jagd auf Bergschafe, die Andrew meisterhaft zu beschleichen verstand, der Reichtum an Wild und der Gedanke, daß das Ziel seiner Reise nun bald erreicht war, söhnten ihn zuletzt wieder ganz aus. So verkehrte er mit seinem Genossen aufs neue wieder so freundlich, als ob nichts zwischen ihnen vorgefallen sei.

Mit vollem Entzücken betrachtete er das wunderbare Naturgemälde. Da dachte er erneut an die Erkenntnis, zu der er erst vor wenigen Tagen gekommen war, daß nicht Reichtum noch Geburt den Menschen im Leben höher stelle. Angesichts dieser riesenhaften Größen um sich her fühlte er seine Nichtigkeit ganz. Ihm wurde seltsam feierlich zumute. Es war ihm, als sei er hier inmitten der erhabenen Wunderwerke Gottes ganz wie in einer Kirche. Unwillkürlich faltete er die Hände über dem Sattelknopf. Seine Augen suchten den Himmel, der sich klar und wolkenlos wie eine mächtige Kuppel über der Landschaft wölbte, die in hellem Sonnenglanze dalag.

»Wie schön, o Gott, ist alles, was du schufst!« sagte er laut vor sich hin, indem er seine Umgebung vergaß.

Andrew Brown war vom Pferde gesprungen und hatte ihn verstohlen beobachtet. Jetzt trat er an seine Seite und fragte nach kurzem Zögern: »Hört Euer Gott Euch, wenn Ihr so wie jetzt mit ihm redet?«

Der Engländer fuhr aus seinem Sinnen auf und sah seinen Führer erstaunt an. Dann nickte er lächelnd. »Gewiß, mein Freund! Er ist überall und vernimmt unseren Dank wie unser Flehen!«

»Dank?« wiederholte der Bursche überrascht.

»Ja – Dank!« entgegnete Mr. Gloster ernst. »Müssen wir ihm nicht unendlich dankbar für alles sein, was er an uns tut, – für jeden Tag, den er uns schenkt? – Doch« – er zuckte die Achseln – »das rote Volk kennt eine solche Empfindung nicht, und ich glaube, auch Euch ist eine solche Verpflichtung fremd.«

Andrew schaute ihn verständnislos an.

»Jedem, der Euch Gutes tut, seid Ihr Dank schuldig, und Euer Bestreben muß es sein, Gutes mit noch Besserem zu lohnen. Damit beweist ihr Euren Dank und tragt ihn nach Möglichkeit ab«, sagte der Engländer bestimmt.

»Und wenn uns jemand Schlechtes tut?« fragte der junge Halbindianer rasch und gespannt.

»So sollt Ihr ihm verzeihen und das Böse vergessen.«

Andrew Brown schaute einen Augenblick nachdenklich zu Boden. Dann lachte er spöttisch auf. »Ich müßte also vergessen, was mir meine roten Brüder taten, – vergessen, daß mich die Buntröcke wie einen Hund behandelten, – vergessen, daß mein weißer Vater mich und meine Mutter verließ? – Niemals!«

Er ballte die Fäuste, und seine Augen funkelten wie die eines Raubtieres. »Wenn das Euer Gott verlangt, so will ich nichts von ihm wissen.«

»Dann wird er Euch zürnen und strafen«, erwiderte der Engländer ruhig.

»Strafen? Pah! Ich fürchte mich nicht«, sagte der Bursche trotzig. Er bemühte sich jedoch vergeblich, seinen Worten einen verächtlichen Ton zu geben.

Mr. Gloster zuckte abermals die Achseln und schwieg. Nach seiner Ansicht war es Tollheit, an diesen verstockten Sohn der Wildnis noch ein Wort über einen Gegenstand zu verschwenden, der so ernst war.

»Kommt!« winkte Andrew. »Dort, wo das Wasser vom Felsen stürzt, laßt uns das Lager aufschlagen und dann zur Jagd aufbrechen! Nicht weit von hier tötete ich vor zwei Sommern einen Bären.«

»Endlich! Endlich!« rief Mr. Gloster hocherfreut und folgte seinem Führer.

Dieser schritt, seinen Gaul und die zwei Packpferde am Zügel, auf das Wasserbecken an den Fällen zu. Dort hatte er bald am Fuße eines mächtigen Felsblockes, der sich nach vorn überneigte, zwischen Buschwerk einen geeigneten Lagerplatz gefunden.

Die Packpferde waren rasch abgeladen und inmitten des trockenen, hohen Präriegrases angebunden, von dem sie sofort zu fressen begannen. Dann entzündete der Engländer ein Feuer und bereitete einen Imbiß auf ihm. Inzwischen schlug Andrew das Zelt auf und gab den beiden Reitpferden auf den Wunsch seines Herrn Mais.

»Sie haben es verdient,« sagte Mr. Gloster. »In den zwei letzten Tagen sind wir scharf geritten, und anstatt daß sie sich jetzt ausruhen können, müssen uns die armen Geschöpfe noch weiter tragen. Leider ist das besondere Futter in den öden, kahlen Bad-lands beinahe aufgebraucht. Es macht mir einige Sorge, daß das milde Wetter vielleicht nicht mehr lange anhält.«

»Ihr sorgt Euch um die Tiere, als seien es Menschen,« spottete Andrew.

»Ist das nicht selbstverständlich?« versetzte der Engländer. »Sie fühlen Schmerz und Hunger wie wir. Es ist unsere Pflicht, sie davor zu bewahren.«

Der Bursche lächelte geringschätzig. Doch plötzlich entsann er sich, wie Tom Collins einst den Qualen seines gestürzten Pferdes durch einen Schuß ein rasches Ende bereitet hatte. Nun gaben ihm die Worte seines Herrn doch zu denken.

Sie hatten die Mahlzeit eingenommen und die Schußwaffen noch einmal einer genauen Prüfung unterzogen. Andrew Brown drängte zum Aufbruch. »Vorwärts, Herr! Die Sonne steht schon hoch, und in der nächsten Nacht ruhte ich gern hier im Zelte.«

»Ich bin sofort bereit«, erwiderte Mr. Gloster, der noch unter seinen Sachen kramte. Inzwischen schwang sich sein Führer schon ungeduldig in den Sattel.

»Hauptmann Grover riet mir, nicht ohne Verbandszeug auf die Bärenjagd zu ziehen. Wenn wir es auch wohl kaum gebrauchen werden, so wollen wir doch den Rat nicht mißachten, der wohlgemeint war. Außerdem: Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.«

Er befestigte eine kleine, gefüllte Ledertasche an seinem Sattel und bestieg dann ebenfalls sein Pferd.

»Nun vorwärts, Freund!« sagte er heiter. »Für jeden Bären, dessen Fell und Schinken ich als Jagdbeute heimführe, zahle ich Euch zehn – na! – meinetwegen fünfzehn Dollars besonders. – Geld spielt bei mir keine Rolle!«

Beide ritten im Trabe ab. Gleich durch die erste Schlucht bogen sie hinauf in die Berge.

Schon nach kurzer Zeit hatte der Engländer wieder Gelegenheit, in vollem Entzücken zu schwelgen. Herrliche Naturbilder wechselten fortwährend miteinander ab. Bald ging es auf schmalem Pfade an einem schwindelnden Abgrunde entlang, der oft schwarz und grausig ihm zur Seite gähnte. In seiner Tiefe zeigte sich oft ein sonnenüberflutetes Tal, das mit Büschen und Bäumen bewachsen war und durch das ein munterer, silberglänzender Bach floß. Bald wieder boten sich weite Fernsichten über die vielzackigen Höhen und Berge nach Osten. Einmal ließen sich dort deutlich am Ende einer Prärie kleine Punkte erkennen, die in einem Kreise lagen. Es war, wie Andrew auf Mr. Glosters Frage erklärte, die Befestigung Fort Reno.

Manchmal neigte sich der Weg so steil bergab, daß die Reiter absteigen und ihre Pferde am Zügel führen mußten. Der Engländer tat das auch, wenn es ebenso steil wieder bergan ging.

Der Bursche hingegen trieb seinen Gaul durch Sporen und Schläge vorwärts und beachtete nicht, daß das Tier, das er überanstrengte, dann nur keuchend und zitternd den Gipfel erreichte. Als er jedoch den mißbilligenden, beinahe zornigen Ausdruck im Gesicht seines Herrn bemerkte, folgte er dessen Beispiel.

Etwa drei Stunden mochten vergangen sein, da hielt Andrew Brown sein Pferd an und deutete vor sich nieder. Er hatte schon seit einer Weile die Augen unverwandt am Boden geheftet.

»Nun? Was gibt es?« fragte Mr. Gloster neugierig.

»Ich hatte recht. Hier sind Bären,« erwiderte Andrew verschmitzt.

»Aha!« rief der Engländer glückstrahlend und machte seine Büchse schußbereit.

»Das hat Zeit,« meinte der Bursche lächelnd. »Die Fährte ist schon einige Tage alt. Es ist möglich, daß wir noch stundenlang suchen müssen.«

»Das soll mich nicht kümmern,« versetzte Mr. Gloster, der von Jagdeifer erfüllt war. »Die Hauptsache ist, wir haben die Gewißheit, daß hier Bären hausen. Vorwärts also!«

Andrew Brown ritt jetzt der Spur bedeutend langsamer weiter nach. Als diese sich verlor, ritt er solange kreuz und quer, bis er neue Spuren fand.

Wieder ging es bergauf und bergab. Manchmal war der Weg des Bären so steil, daß auch ein Führen der Pferde unmöglich wurde und sie ihretwegen andere Pfade einschlagen mußten.

Abermals verrann etwa eine Stunde, und Andrew sah besorgt nach der Sonne, die schon bedenklich zu sinken begann. »Wenn wir heute noch nach unserem Lager zurück wollen, wird es bald Zeit,« flüsterte er seinem Herrn zu.

Schon seit einer Weile hatten beide ihre Stimmen gedämpft. »Die Nacht ist zu dunkel, um den Weg zu finden. Erst gegen Morgen kommt vom Monde ein kleines Stück,« fügte er hinzu.

»Aber bester Freund!« entgegnete der Engländer in vollem Eifer. »Wir können doch, wo wir vermutlich nahe am Ziele sind, nicht ohne Ergebnis zurückkehren. Das wäre mehr als ärgerlich. Nein! Nein! Nur vorwärts! Die Sonne geht erst in einigen Stunden unter!«

»Dann ist es zu spät!« brummte der Bursche. Er machte sich jedoch wieder willig auf die Suche nach der Spur, die sich zuletzt zwischen Felsgeröll verloren hatte.

Nach einiger Zeit befanden sich die Jäger wieder vor einem Abgrunde. Andrew Brown war zwischen eine Anzahl großer und kleiner Felsblöcke getreten, die den Rand des Abgrundes umsäumten. Kaum hatte er einen Blick hinübergeworfen, als er sich tief zur Erde beugte und seinen Herrn zu sich heranwinkte. »Seht dort unten!« flüsterte er, nachdem Mr. Gloster auf Händen und Füßen an seine Seite gekrochen war.

Dieser schaute behutsam zwischen den Felsblöcken hindurch in den Abgrund. Er hätte vor Freude beinahe laut aufgejubelt. In der Tiefe sah er einen Bären, der sich soeben an einem Baume aufgerichtet hatte. Er bog einen Ast mit der Tatze nieder, wahrscheinlich, weil er überwinterte Beeren suchte. Die Entfernung war so weit, daß er nicht viel größer als ein mittelgroßer Hund erschien. Andrew zog seinen Herrn mit sich fort zu den Pferden. Sie nahmen diese am Zügel und eilten am Rande des Abgrundes weiter bis zu einem Spalt, in dem ein sehr steiler Weg bergab führte.

Bei ruhigem Blute hätte der Engländer gewiß gezögert, seinem Führer zu folgen. Dieser strebte waghalsig, ohne sich auch nur eine Sekunde zu besinnen, der Tiefe zu. Zuweilen glitt er mitsamt seinem Gaule mehr zwischen den Felswänden hinab als daß er kletterte. Sein Jagdeifer aber, der jetzt bis aufs äußerste gespannt war, trieb ihn vorwärts und ließ ihn die große Gefahr nicht erkennen. Auch er legte den Weg in die Tiefe, wenn auch stolpernd und rutschend, zurück und kam gleich nach dem Burschen im Talkessel an.

»Wir lassen die Pferde hier! Nehmt Eure Büchse zur Hand!« flüsterte Andrew. Mit schußbereiter Waffe schlich er schnell hinter den nächsten Busch und von dort hinter den nächsten Felsblock.

Mr. Gloster folgte ihm dicht auf den Fersen.

Auf diese Weise kamen sie endlich an die Stelle, wo sie den Bären vom Rande des Abgrundes aus gesehen hatten.

Der Platz war leer.

»Er wird uns gewittert haben und ist geflüchtet,« raunte der Engländer etwas enttäuscht seinem Genossen zu.

Andrew nickte. Noch vorsichtiger als vorher setzten beide die Suche jetzt auf gut Glück fort, da die Bestie auf dem meistens steinigen Boden nur hier und dort eine Spur hinterlassen hatte.

Nach einiger Zeit war der ganze Talkassel kreuz und quer durchstreift. Die beiden Jäger befanden sich wieder in der Nähe ihrer Pferde.

Der Bär war und blieb verschwunden.

»Zum Henker!« sagte Mr. Gloster ärgerlich. »Das Tier ist wahrscheinlich furchtsam in eine der vielen kleinen Felsspalten gekrochen. Es wird nun wohl fürs erste nicht wieder zum Vorschein kommen. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf den Heimweg zu machen. Oder wollen wir irgendwo in der Nähe des Talkessels übernachten? Es wäre – – –«

»Wartet hier und behaltet den Platz dort drüben zwischen den Bäumen im Auge,« unterbrach ihn Andrew. Auch er war über die erfolglose Jagd mißgestimmt. »Ich werde jenen Steinhaufen noch einmal durchsuchen.«

»All right!«

Der Bursche ging weg.

Unverwandt blickte der Engländer nach der Stelle, die Andrew ihm bezeichnet hatte. Er hoffte, daß das Tier sich dennoch wieder zeigen würde.

Neben ihm knackte und krachte es im Buschwerk. Er achtete nicht darauf, da er glaubte, die Pferde verursachten dies Geräusch. Doch nun drang ein eigentümliches Fauchen und Schnauben an sein Ohr.

Er schaute erstaunt zur Seite, und jeder Blutstropfen wich aus seinem Gesicht. Hoch aufgerichtet, eine Tatze erhoben und die Oberlippe emporgezogen, so daß sämtliche Vorderzähne sichtbar waren, schritt der Bär, den er sehnlichst herbeigewünscht hatte, knurrend auf ihn zu. Es war ein außergewöhnlich großes Tier. Mr. Gloster war vor Überraschung und Schreck wie gelähmt. Die Büchse entsank ihm fast. Nur noch die linke Hand hielt sie umklammert, während er die Rechte wie abwehrend nach der gewaltigen Bestie ausstreckte.

Der Bär heulte auf und führte einen furchtbaren Schlag nach ihm. Er wich diesem Schlag instinktiv aus, dennoch trafen die scharfen Krallen seine Schulter und gruben sich in das Fleisch. Wams- und Hemdärmel flogen in Fetzen von seinem Arme. Er selbst taumelte heftig zur Seite. Doch jetzt gewann er seine Fassung wieder, und zugleich schoß ihm durch den Kopf, was ihm sein Führer geraten hatte, um einen Bären sicher unschädlich zu machen. Schnell packte er seine Büchse mit beiden Händen. Als sich ihm das Tier wieder näherte, stieß er ihm den Lauf in den weitgeöffneten Rachen und drückte ab.

Der Schuß klang dumpf. Fast gleichzeitig ließ die Bestie ein markerschütterndes Geheul hören. Mit einem Schlage hatte sie die Büchse zerschmettert und in der nächsten Sekunde den Engländer umklammert. Doch schon versagte ihr die Kraft, sich länger aufrechtzuhalten. Noch einmal laut aufheulend sank sie zu Boden und riß ihr Opfer mit sich.

Bei dem ersten Ton, den der Bär von sich gab, war Andrew Brown herbeigeeilt. Er sah, wie der Schlag des Bären seinen Herrn traf und ein teuflischer Ausdruck der Freude malte sich in seinem Antlitz. Plötzlich war in ihm sein ganzer Haß gegen die Weißen wieder erwacht. Er wünschte, die Bestie würde Mr. Gloster töten.

Doch hatte dieser ihn nicht immer freundlich behandelt? »Dank kennt das rote Volk nicht, und auch Euch ist, glaube ich, eine derartige Empfindung fremd«, klang es ihm in den Ohren. Ein Gefühl wie Scham bemächtigte sich seiner.

Soeben stürzte die Bestie nieder. Ihre Kraft schien von neuem wiederzukehren. Voll maßloser Wut versuchte sie, den Engländer mit den Vordertatzen zu zerfleischen. Er war verloren, wenn ihm jetzt niemand zu Hilfe kam.

Andrew zog sein großes Messer hastig aus der Scheide am Gürtel. Er sprang hinzu und stieß es der schnaubenden, fauchenden Bestie in die Kehle. Dann riß er ihre Tatzen auseinander, und nun gelang es Mr. Gloster, dem das Zeug in Fetzen vom Oberkörper hing, sich zu befreien.

»Halt!« rief er, indem er sich erhob. Er fiel seinem Führer, der noch einmal zustoßen wollte, in den Arm. »Laßt mich den Bären vollends töten, damit ich meine Wette ehrlich verdiene. Ich erlegte ihn doch, nicht wahr?«

Als der Bursche nickte, nahm er glückselig vor Freude den Revolver zur Hand und trat dicht an das Tier, das röchelnd um sich schlug und sich in den letzten Zuckungen wand. Er wollte ihm noch eine Kugel durch das Auge in den Schädel jagen.

»Schont Pulver und Blei!« sagte Andrew lächelnd. »In wenigen Minuten ist die Bestie still wie ein Stein.«

»Den nenne ich einen elenden Jäger, der seiner Beute nicht so rasch wie möglich den Rest gibt, wenn sie tödlich verwundet ist,« erwiderte der Engländer und schoß.

Der Bär streckte die mächtigen Tatzen von sich. Noch einige Sekunden lief ein leises Zittern durch seinen gewaltigen Körper. Dann regte er sich nicht mehr.

»Die versprochenen fünfzehn Dollars gehören Euch,« sagte Mr. Gloster, während er seinen Revolver wieder in die Tasche schob. Dabei merkte er seine zerrissene Kleidung. »By Jove! Hat mich das Tier zugerichtet, und –« er reckte sich, »wie lahm ich mich fühle, besonders im rechten Arm.«

»Das ist nicht zu verwundern,« entgegnete Andrew lächelnd. »Fühlt Ihr denn nicht, daß Eure Schulter und Euer Arm bis zum Ellenbogen aufgerissen sind? Wartet! Ich hole die Tasche mit dem Verbandzeug!«

Der Engländer griff mit der Linken nach dem rechten Oberarm. Voller Blut brachte er sie zurück.

»St. James!« rief er betroffen. »Das ist eine schöne Bescherung! Und – ja, by Jove! jetzt beginnt es auch heftig zu schmerzen. Mit Wunden bedeckt gehe ich aus dem siegreichen Kampfe hervor. Wie stehe ich nun da?« meinte er schmunzelnd.

Doch dann biß er sich auf die Lippen und hob behutsam den wunden Arm. »Jingo! wie das sticht und brennt! – Es wird doch wohl nicht gar gefährlich sein? – Mir wird ganz schwach, –« matt sank er auf einen Stein.

»Oder bilde ich es mir nur ein? Vielleicht ist es nur Hunger. Habe ich doch seit heute morgen nichts gegessen. – – Aha! Da seid Ihr ja, werter Freund!« wandte er sich an den Burschen, der mit der Verbandtasche zurückkehrte. »Ihr kennt gewiß dergleichen. Glaubt Ihr, daß es gefährlich ist?«

Andrew Brown untersuchte die Wunden. Er verfuhr dabei nicht gerade sehr geschickt.

»Jingo and Jefferson!« rief Mr. Gloster mit schmerzverzerrter Miene. »Ihr behandelt mich, als sei ich altes Eisen.«

»Hm, hm!« brummte Andrew. »Zwei Risse sind tief bis auf den Knochen. Die übrigen sind weniger schlimm. Aber hier oben an der Schulter ist ein faustgroßes Loch. – Kommt mit mir zum Wasser! Ich werde Euch die Wunden auswaschen und nähen. Ich sah es einmal bei dem Händler Tom Collins. Da werde ich es auch können!«

Der Engländer verließ seinen Sitz mit Mühe. Er stützte sich auf den Burschen und ging mit ihm zu einem Bach, der auf der nördlichen Seite des Talkessels dahinrieselte. Es lag ihm wie Blei in den Gliedern, und er mußte sich immer schwerer auf den Führer stützen. Zuletzt schlang dieser seinen Arm um ihn und trug ihn fast zu dem Stamm eines Baumes, der am Ufer des Baches lag. Biber hatten ihn an der Wurzel abgenagt und so zu Fall gebracht.

Mr. Gloster seufzte laut und erleichtert auf, als er glücklich wieder saß. »By Jove! Ich bin matt wie ein abgehetztes Rennpferd, und dabei ist es in einer Stunde dunkel«, stöhnte er, während Andrew Brown das Verbandzeug aus der Tasche nahm und die Wunden auszuwaschen begann.

»Ich sehne mich mehr als je nach meinem Bett unter dem Zelte, – und nun muß dem Bären auch noch das Fell abgezogen werden. – Wetter! Das schmerzt! – Das Fell ist die Hauptsache! – Ui! Jingo! – Ich hätte gern auch noch die Schinken, die wir vielleicht selbst – – – räuchern könnten. – – – Ich nehme alles mit mir nach England und – – – zeige es – – – ebenso wie meine Narben – meinen Freunden. – – – Ich sehe – – – schon lebhaft – – – die erstaunten – – – Gesichter und – – – By Jove! Jingo and James! Eure Finger sind wahrlich nicht von Samt!«

»Ich mache es, so gut ich kann!« erwiderte Andrew nicht ohne Verlegenheit.

»Gewiß, Freund!« ächzte der Engländer. »Ich werde es Euch noch besonders lohnen. Ihr wißt – Geld spielt bei mir keine Rolle.«

Immer mehr krümmte er sich unter den ungeschickten Fingern seines Führers, der jetzt mit Nadel und Faden zu Werke ging.

»Zum Henker! Ein Vergnügen – – ist das – – nicht! – – Ich habe – – By Jove! Es dunkelt doch nicht gar schon? – Mir – wird – ganz – schwarz – vor – den – – Augen! – Und – –« Bewußtlos sank er dem Burschen in den Arm.

Dieser ließ ihn zur Erde gleiten. Nachdem er ihn auf die linke Seite gerollt hatte, beendete er seine Arbeit gemächlich. Als die Wunden zugenäht waren, verklebte er sie noch mit einigen Pflastern. Dann holte er die Pferde herbei und wickelte seinen Herrn in die Decken, die hinter dem Sattel aufgeschnallt waren. Er spritzte ihm Wasser ins Gesicht und befeuchtete Stirn und Schläfen.

Nach einer Weile kam Mr. Gloster wieder zu Bewußtsein. Er schlug die Augen auf und blickte verwundert um sich her.

»Ich glaube gar, ich war ohnmächtig«, sagte er beschämt. »Seid Ihr fertig? Gott sei Dank! – Es war wohl recht mühevoll für Euch, nicht wahr? Nehmt es mir nicht übel, wenn ich ein bißchen ungeduldig wurde. Es war wirklich kein Vergnügen. – Aber nun gebt mir vor allen Dingen etwas zu essen und zu trinken und versorgt Euch ebenfalls. Mein Hunger allein war schuld, daß ich mich wie eine Dame benahm, deren Nerven angegriffen sind. – Ich bin noch sehr matt«, fügte er hinzu, als er sich zum Sitzen aufgerichtet hatte.

»Ihr blutetet stark«, erwiderte Andrew Brown und holte aus einer Tasche, die am Sattel des einen Pferdes hing, verschiedenen Mundvorrat.

Mit diesem ließ er sich bei seinem Herrn nieder.

»Das beste wird sein, Ihr versucht zu schlafen. Bevor es Nacht wird, ziehe ich dem Bären das Fell ab, und sobald der Mond aufgegangen ist, wecke ich Euch. Dann brechen wir von hier auf.«

Der Engländer nickte und aß. »All right! Ja, ich glaube auch, daß einige Stunden Schlaf mir wieder vollständig neue Kraft geben können. – Sattelt und zäumt – ich bitte Euch – auch die Pferde ab und führt sie an einen Platz, wo sie genügend Futter finden. Und dann – vergeßt die Bärenschinken nicht! Kennt Ihr sie geräuchert? Etwas Leckeres! Und wieviel besser noch müssen sie schmecken, wenn man sie selbst erbeutet hat!«

»Ich freue mich schon jetzt darauf, meinen Freunden das großartige Abenteuer erzählen zu können«, fuhr er nach kurzem Schweigen schmunzelnd fort. »Wie werden sie mich anstaunen! Und – das Zeugnis müßt Ihr mir doch geben – habe ich mich nicht tapfer gehalten? Wißt Ihr, ich stellte es mir leichter vor. Aber es ist keine Kleinigkeit, wenn einem zum ersten Male eine solche Bestie entgegentritt. Bis jetzt schoß ich außer dem Tiger damals nur Füchse und Hühner in England. – Na! Das nächstemal weiß ich Bescheid, dann lasse ich mir nicht wieder den Arm und die Schultern aufreißen! Hoffentlich heilen die Wunden bald. Denn bei dem einen erlegten Bären möchte ich es natürlich nicht bewenden lassen!«

Nachdem beide gesättigt waren, sattelte und zäumte Andrew die Pferde ab und gab seinem Herrn dessen Sattel als Kopfunterlage. Mr. Gloster meinte zwar, daß er sein Gummibett sehr vermisse, aber eine Minute später schlief er bereits fest.

Der Bursche band die Pferde an einer grasbedeckten Stelle in der Nähe des Baches fest und begab sich dann zu dem Bären. Hier zeigte er, daß seine Hände auch sehr geschickt sein konnten, wenn es eine Arbeit zu verrichten galt, die er verstand. Die Bestie war ihres Felles in einer überraschend kurzen Zeit beraubt. Mit wenigen Schnitten hatte Andrew auch die beiden Hinterschinken abgelöst. Als er jedoch einen von ihnen emporhob, schüttelte er bedenklich das Haupt. Es erschien ihm unsinnig, die Pferde auch noch mit ihnen zu belasten. Sie hatten schon ihre hinreichende Mühe, ihren Reiter über die Berge zu tragen. Dennoch trug er sie nebst dem Fell zu seinem Herrn.

Im Talkessel wurde es schon dunkel, während sich auf den Höhen kaum die erste Dämmerung zu lagern begann.

Andrew Brown sammelte einen Haufen Holz und entzündete neben dem Baumstamme ein Feuer. Als die Flammen emporloderten, hüllte er sich in ein Büffelfell und setzte sich auf dem Baumstamm nieder. Seine Büchse legte er quer vor sich auf die Knie. Auf diese stützte er seine Ellenbogen und schmiegte seinen Kopf in beide Hände.

So schlief er ein. Beim leisesten Geräusche aber, beim Knacken eines Zweiges unter den Hufen der weidenden Pferde, beim Schrei einer Eule, und – als es vollends Nacht wurde – beim Heulen der Wölfe war er wach. Die Wölfe witterten das frische Bärenfleisch und schlichen rund um den Talkessel. Sie wagten sich jedoch nicht näher heran, weil dort Menschen lagerten. Andrew entfachte jedesmal das herabgebrannte Feuer wieder zu neuer Glut, bis ihm endlich ein lichter Schein im Osten den Aufgang des Mondes verkündete.

Er trat fröstelnd an das Feuer, das er durch den letzten Rest des Holzes nochmals hoch aufflammen ließ, und erwärmte seine Glieder für einige Augenblicke. Dann sattelte und zäumte er die Pferde. Er zog den Sattel des Engländers vorsichtig unter dessen Kopfe hervor und legte ihn auf das Pferd. Nachdem er das Fell und die Schinken des Bären auf seinen Gaul gepackt hatte, weckte er seinen Herrn. »Hallo, Sir! Es ist Zeit!«

Mr. Gloster richtete sich auf, als ob er aus tiefem Traum erwache. »Wo ist der Bär?« fragte er und schaute gespannt um sich. »Gebt mir meine Büchse! – Zum Henker! Weshalb brennt das Feuer?« rief er zornig. Er erhob sich mühsam und schleuderte die Glut mit dem Fuße auseinander. »Glaubt Ihr vielleicht, ich fürchte die Bestie, daß Ihr sie durch die Flammen verscheucht?«

»Ihr schlaft noch halb«, erwiderte Andrew ärgerlich. »Ihr habt doch den Bären getötet. Mein Pferd trägt das Fell und die Schinken. – Kommt! Laßt Euch Euren wunden Arm in eine Schlinge legen und dann – vorwärts! Die Gäule sind bereits gesattelt, wie Ihr seht!«

Der Engländer warf den Kopf stolz in den Nacken, während ihm der Bursche einen Streifen Leinwand um den Hals schlang. Mit ihm band er den Arm so fest, daß er ihn nicht bewegen konnte.

»Nennt mich Mylord«, sagte er in näselndem Tone. »Aha! Pferde fertig? All right! Reiten wir! – Noch ein bißchen dunkel, ay?«

»Es wird bald heller werden«, brummte Andrew Brown mürrisch.

Mr. Gloster schritt wankend zu seinem Pferde. Er strengte sich aber vergeblich an, sich in den Sattel zu schwingen. Andrew war ihm schließlich behilflich.

»By Jove! Ich habe doch nichts getrunken?« meinte er, als er saß. »Dann müßte ich mich schämen, gründlich schämen! Denn ein Mensch, der über den Durst trinkt, ist verabscheuenswert und gemein. Habt Ihr mir vielleicht irgend ein Teufelsgetränk eingeflößt, Bursche, während ich schlief?«

Andrew Brown hörte nicht auf ihn. Er schnallte auch des Engländers zerschmetterte Büchse noch auf seinem Gaule fest, hing die seine am Riemen über die Schulter, ergriff beide Pferde am Zügel und brach auf.

Durch eine Schlucht, die aus dem Talkessel heraufführte, erreichten sie die Höhen. Jetzt erhellte die Mondsichel den Weg wohl etwas, doch nicht genügend. So mußte Andrew Brown seine größte Aufmerksamkeit auf ihn verwenden. Außerdem mußte er auf seinen Herrn achtgeben, der ständig nahe daran war, aus dem Sattel zu stürzen.

Dabei redete Mr. Gloster immer verworrener. Bald glaubte er, er befände sich bei seinen Freunden in England und berichtete ihnen in prahlerischer Weise seinen Kampf mit dem Bären. Bald verlangte er wieder nach seiner Büchse, um die Bestie durch einen sicheren Schuß durch das Auge vollständig unschädlich zu machen. Dazwischen schrie und lachte er gellend auf, so daß es von den umliegenden Bergen schauerlich widerhallte.

Sein Führer schritt immer ängstlicher neben ihm her. Nach seiner Meinung hatte sein Herr den Verstand verloren. Trotzdem er sich heftig dagegen sträubte, beschlich ihn der Glaube seiner roten Brüder, daß sein Herr nun, wie alle Irrsinnigen, auch mit dem bösen Geiste im Bunde stehe. Daß Mr. Gloster nur in ein starkes Wundfieber verfallen war, daran dachte er nicht.

Er eilte so schnell wie möglich weiter. Aber er vermied sorgfältig jede abschüssige und zu steil bergan steigende Stelle. Infolgedessen mußte er manche Umwege machen. Als die Schatten der Nacht dem grauenden Tage wichen, war der Lagerplatz in dem wildromantisch gelegenen Talkessel noch eine beträchtliche Strecke entfernt.

Nun schwieg der Fiebernde. Seine Kräfte waren völlig erschöpft. Tief auf den Hals seines Pferdes niedergebeugt, saß er schwankend, totenblaß und mit geschlossenen Augen im Sattel.

Er blieb auch den Rest des Weges ruhig. Als das Ziel endlich erreicht war, mußte Andrew Brown den Bewußtlosen vom Pferde heben und in das Zelt tragen.

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