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Allerdings

Joachim Ringelnatz: Allerdings - Kapitel 46
Quellenangabe
typepoem
booktitleAllerdings
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1928
year1928
publisherErnst Rowohlt Verlag
addressBerlin
titleAllerdings
pages3-170
created20061130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Rechnungsrates verregnete Reise

        Und wie ich vom Regen begossen
Die Wegweiser las,
Da lag ein Hemd, wie erschossen,
Zum Bleichen im Gras.

Ich dachte: Zweifellos leben
Hier Menschen und leben nicht schlecht.
Und sah das Hemd und daneben
Ein Haus. Also hatte ich recht.

Ich wollte mich selber beklagen,
Zog bitter mein Los in Vergleich,
Doch machte das Mißbehagen
Im Regen mich weich.

Man soll sich nichts selber verleiden.
Und Mißgunst ist immer wie Rost.
Ich gab unter Schwierigkeiten
Eine Depesche zur nächsten Post:
»Erwarte für morgen Montag früh
Den Mann mit dem accent aigu.«

Zwar ist es im Grunde ein kleiner
Umstand, aber er quält,
Daß nun seit Jahren schon meiner
Schreibmaschine der Rechtsknüppel fehlt.

Man muß die Natur nur erfassen,
Wie immer das Wetter auch sei.
Bewußt, den Zug zu verpassen,
War ich doch ruhig dabei.

Ich fuhr also heim. Denn, was blieb mir
Sonst übrig? Man ist nicht Herr seiner Zeit.
Meine Stiefnichte schrieb mir:
Es habe in Bozen sogar geschneit.

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