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Gutenberg > Joachim Ringelnatz >

Allerdings

Joachim Ringelnatz: Allerdings - Kapitel 34
Quellenangabe
typepoem
booktitleAllerdings
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1928
year1928
publisherErnst Rowohlt Verlag
addressBerlin
titleAllerdings
pages3-170
created20061130
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Meine Tante

            Meine Tante ist eine Blinde
Und obendrein geistesgestört,
Was ich doch noch rüstig empfinde,
Weil sie auf dem einen Ohr hört.

Ihr Rückgrat ist wie ein Henkel.
Sie geht deshalb etwas gebückt.
Doch hat sie am oberen Schenkel
Ein Grübchen, das jeden entzückt.

Ein Grübchen, wie manch eine Haut hat,
Nur zarter und doch wieder stark,
Daß jeder, der es geschaut hat,
Erfreut etwas zahlt. Meist drei Mark.

Sie hat Perioden mit Äther.
Ich breche mitunter mit ihr
Beziehungen ab, die ich später
Erneure bei angeblich Bier.

Denn sie ist doch eine volle
Mimosengestalt, ein Genie,
Und immer noch unter Kontrolle.
Ich garantiere für sie.

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