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Gutenberg > Richard Wagner >

Die Walküre

Richard Wagner: Die Walküre - Kapitel 2
Quellenangabe
typeopera
booktitleDie Walküre
authorRichard Wagner
titleDie Walküre
pages1-3
sendergerd.bouillon@t-online.de
noteQuelle: Beiheft zu CD 434 422-2
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Erster Aufzug

Erste Szene

Siegmund, Sieglinde

Siegmund
Wes Herd dies auch sei, hier muss ich rasten.

Sieglinde
Ein fremder Mann? Ihn muss ich fragen.
Wer kam ins Haus und liegt dort am Herd?
Müde liegt er von Weges Mühn:
schwanden die Sinne ihm? Wäre er siech?
Noch schwillt ihm der Atem; das Auge nur schloss er.
Mutig dünkt mich der Mann, sank er müd auch hin.

Siegmund
Ein Quell! Ein Quell!

Sieglinde
Erquickung schaff ich.
Labung biet ich dem lechzenden Gaumen:
Wasser, wie du gewollt!

Siegmund
Kühlende Labung gab mir der Quell,
des Müden Last machte er leicht;
erfrischt ist der Mut,
das Aug' erfreut des Sehens selige Lust.
Wer ist's, der so mir es labt?

Sieglinde
Dies Haus und dies Weib sind Hundings Eigen;
gastlich gönn' er dir Rast: harre, bis heim er kehrt!

Siegmund
Waffenlos bin ich:
dem wunden Gast wird dein Gatte nicht wehren.

Sieglinde
Die Wunden weise mir schnell!

Siegmund
Gering sind sie, der Rede nicht wert;
noch fügen des Leibes Glieder sich fest.
Hätten halb so stark wie mein Arm
Schild und Speer mir gehalten,
nimmer floh ich dem Feind;
doch zerschellten mir Speer und Schild.
Der Feinde Meute hetzte mich müd,
Gewitterbrunst brach meinen Leib;
doch schneller, als ich der Meute,
schwand die Müdigkeit mir:
sank auf die Lider mir Nacht,
die Sonne lacht mir nun neu.

Sieglinde
Des seimigen Metes süssen Trank
mögst du mir nicht verschmähn.

Siegmund
Schmecktest du mir ihn zu?
Einen Unseligen labtest du:
Unheil wende der Wunsch von dir!
Gerastet hab ich und süss geruht:
weiter wend ich den Schritt.

Sieglinde
Wer verfolgt dich, dass du schon fliehst?

Siegmund
Misswende folgt mir, wohin ich fliehe;
Misswende naht mir, wo ich mich neige.
Dir, Frau, doch bleibe sie fern!
Fort wend ich Fuss und Blick.

Sieglinde
So bleibe hier!
Nicht bringst du Unheil dahin,
wo Unheil im Hause wohnt!

Siegmund
Wehwalt hiess ich mich selbst:
Hunding will ich erwarten.

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