Geboren am 21.Januar 1890 in Hannover, gefallen am 13. Oktober 1918 in Cambrai (Frankreich).
1901 wandert Gerrit Engelkes Vater – Inhaber eines Textilwarengeschäftes – nach Amerika aus, Mutter und Tochter folgen ihm nach einigen Jahren; Gerrit bleibt jedoch in Hannover. Nach der Volksschule beginnt er dort zunächst eine Lehre bei einem Malermeister mit anschließender Gehilfenprüfung im Maler- und Lackierergewerbe. Seit 1909 arbeitet er bei verschiedenen Betrieben.
1910 schreibt er sein erstes Gedicht »Nacht / Eine Hymne«. Gerrit Engelke liest sich durch die Weltliteratur und führt bis 1912 ein umfangreiches privates Bücherverzeichnis mit über 400 Bänden, die er sich als fast Mittelloser nach sorgfältiger Auswahl angeschafft hat, die er aber in Zeiten größter Not wieder verkaufen muss. Er betreibt umfangreiche Mal- und Zeichenstudien und bewirbt sich als kunstgewerblicher Zeichner in Berlin. Doch bald kommt in ihm der Dichter durch. 1913 erscheinen erste Gedichte in der Zeitschrift »Der neue Pathos«, weitere 1914 in der Zeitschrift »Werkleute auf Haus Nyland«. Die Gedichte handeln überwiegend von der Großstadt und der Welt der Arbeit. Im Dezember 1914 meldet er sich als Soldat und kämpft an verschiedenen Fronten an der Somme in der Champagne. Im Winter 1916 erscheint sein Gedichtband »Schulter an Schulter«.
Am 11.10.1918 wird er durch einen Schuss in den Oberschenkel verwundet, doch erst am nächsten Tag vom Schlachtfeld aufgelesen. Einen Tag später stirbt er in einem englischen Feldlazarett.
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Über die Totenfeier von Gerrit Engelke schrieb Carl von Ossietzky:
Oskar Ludwig Brandt und Margarete Brandt-Jacoby lasen im Harmoniumsaal Verse des Dichters Gerrit Engelke, den 1918 vor Cambrai, vier Tage vor Abschluß des Waffenstillstandes, eine englische Kugel allzufrüh hinwegraffte. Man hat Engelke, der in Hannover das Malerhandwerk erlernt hat, eilig wie man bei uns in solchen Dingen ist, den Arbeiterdichtern zugerechnet. Die Gedichte, die das Ehepaar Brandt sprach, lassen ahnen, daß hier ein Künstler von der Schwungkraft eines Richard Dehmel im Werden begriffen war. Erst nach Erscheinen der hinterlassenen Verse und Tagebuchblätter, die der Verlag Eugen Diederichs vorbereitet, kann über Engelke ein weiteres Wort gesprochen werden. Dank sei den Veranstaltern für diese Totenfeier!
Berliner Volks-Zeitung, 8. März 1921