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Zwei Menschen

Richard Dehmel: Zwei Menschen - Kapitel 48
Quellenangabe
typefiction
booktitleZwei Menschen
authorRichard Dehmel
firstpub1903
year1903
publisherSchuster & Loeffler
addressBerlin
titleZwei Menschen
created20050325
sendergerd.bouillon
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8.

Und im Glanz, im bebenden blauen Glast
um zwei strahlende Stahlmaschinen
wiegt der Bergwind Blumen und Bienen;
traumhaft halten zwei Menschen Rast.
Traumhaft haucht ein Birkenstrauch
Duft und Dunkel um sie her.
Im Laube spielt die Luft, bald sanft, bald sehr.
Die Gräser zittern zwischen ihnen.
Ein Mann summt:

Nun laß die goldnen Schatten
durch deine Locken gleiten;
ich will dir eine Krone
aus lauter Licht bereiten.
Wiege mich, wiege mich: du sollst mir Alles sein:
wie ein klein Kindchen bedarf ich dein! –
Siehst du den freien Himmel dort
aus den Klüften steigen?
ich seh eine Freifrau thronen,
ihrem Freiherrn tief leibeigen.
Wecke mich, wecke mich! ich will dir Alles sein:
ich kann dir Gott aufwiegen, bedarfst du mein.

Traumhaft blickt das Weib den Weg zurück.
Um zwei strahlende Stahlmaschinen
wiegt der Bergwind Blumen und Bienen;
Jede taumelt auf gut Glück.
Eine Stimme zittert hin zu ihnen:

Siehst du an deiner Krone auch,
Kind, die schroffen Zinken?
Ich sah den freien Himmel, Herr,
in den Klüften versinken.
Hebe mich, halte mich! ich war so tief allein;
laß uns zusammen Alles sein!

Traumhaft haucht der Birkenstrauch
taumelnde Schatten um sie her.
Im Laube wogt das Licht, unendlich sehr.
Himmelluft hüllt zwei Menschen ein.

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