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Zwanzig Jahre nachher

Alexandre Dumas (der Ältere): Zwanzig Jahre nachher - Kapitel 57
Quellenangabe
typefiction
authorAlexander Dumas
titleZwanzig Jahre nachher
publisherZenith-Verlag Erich Stolpe
year1927
translatorGeorg Carl Lehmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060530
projectid9776de94
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Das Haus Cromwells

Es war wirklich Mordaunt, dem d'Artagnan nachgegangen war, ohne daß er ihn erkannt hatte. Als er in das Haus trat, legte er seine Larve und den grauen Bart ab, deren er sich bedient hatte, um sich unkenntlich zu machen. Als er über eine Treppe hinaufgestiegen war, schloß er eine Türe auf und befand sich in einem von einer Lampe erhellten und mit einer dunkelfarbigen Tapete behangenen Zimmer einem Mann gegenüber, der von einem Schreibtische saß und schrieb. Dieser Mann war Cromwell. Wie man weiß, hatte Cromwell in London zwei bis drei jener Schlupfwinkel, die selbst seine gewöhnlichen Freunde nicht wußten, und deren Geheimnis er bloß seinen Vertrautesten mitteilte. Nun ließ sich aber Mordaunt, wie man sich erinnern wird, unter die Zahl dieser letzteren rechnen. Als er eintrat, richtete Cromwell den Kopf empor und sagte: »Ihr seid es, Mordaunt? Ihr kommt spät.«

»General,« entgegnete Mordaunt, »ich wollte die Zeremonie bis ans Ende sehen, und das hat mich verzögert.«

»Ah,« versetzte Cromwell, »ich habe Euch nie für so neugierig gehalten.«

»Ich bin stets neugierig, den Sturz eines der Feinde Eurer Herrlichkeit zu sehen, und der zuletzt Gestürzte war keineswegs unter die Zahl der Kleinsten zu rechnen. Doch Ihr, General, seid Ihr nicht in White-Hall gewesen?«

»Nein,« entgegnete Cromwell. Es trat ein kurzes Stillschweigen ein.

»Wisset Ihr hiervon die einzelnen Umstände?« fragte Mordaunt.

»Nein, ich bin seit diesem Morgen hier, und weiß nur, daß es ein Komplott gab, um den König zu retten.«

»Ha, das wußtet Ihr?« fragte Mordaunt. »Da liegt nichts daran; vier Männer, als Handwerker gekleidet, wollten den König aus dem Gefängnis befreien und nach Greenwich führen, wo ihn ein Schiff erwartete.«

»Und obwohl Eure Herrlichkeit das alles wußte, so blieb sie doch fern von der City, ruhig und untätig?«

»Wenn jedoch das Komplott gelungen wäre?«

»Das hätte ich gewünscht.«

»Ich dachte mir. Eure Herrlichkeit betrachte den Tod Karls I. als ein Unglück, das für Englands Wohlfahrt erforderlich wäre.«

»Nun, dieser Ansicht bin ich noch immer,« versetzte Cromwell, »doch hätte er nur sterben sollen; es wäre vielleicht besser gewesen, wenn das nicht auf dem Schafott geschehen wäre.«

»Weshalb, Eure Herrlichkeit?« Cromwell lächelte. »Vergebt,« sagte Mordaunt, »allein Ihr wisset, ich bin noch ein Schüler in der Politik, und möchte unter allen Umständen die Lehren nützen, die mir mein Lehrer gefällig erteilen wird.«

»Weil es geheißen hätte: ich habe ihn aus Gerechtigkeit verurteilt und aus Erbarmen entfliehen lassen.«

»Wenn er aber wirklich entflohen wäre?«

»Unmöglich.«

»Unmöglich?«

»Ja, meine Vorsichtsmaßregeln waren getroffen.«

»Und kennt Eure Herrlichkeit die vier Männer, die es unternommen, den König zu retten?«

»Es sind jene vier Franzosen, wovon zwei die Königin Henriette an ihren Gemahl und zwei Mazarin an mich abgeschickt hat.«

»Und glaubt Ihr auch, General, Mazarin habe sie beauftragt, das zu tun, was sie getan haben?«

»Das ist möglich, doch er wird leugnen.«

»Ihr glaubt?«

»Ich bin davon überzeugt.«

»Warum das?«

»Weil es ihnen nicht gelungen ist.« »Schon hat mir Eure Herrlichkeit zwei von diesen Franzosen gegeben, wo sie nur schuldig waren, die Waffen zugunsten Karls I. geführt zu haben, will mir Eure Herrlichkeit jetzt, wo sie schuldig sind, sich gegen England verschworen zu haben, alle vier geben?«

»Nehmt sie,« erwiderte Cromwell.

Mordaunt verneigte sich mit dem Lächeln triumphierender Grausamkeit.

»Jedoch,« begann Cromwell wieder, als er sah, Mordaunt wolle ihm Dank sagen, »kommen wir wieder auf den unglücklichen Karl zurück. Hat man aus dem Volke gerufen?«

»Sehr wenig, außer: »Es lebe Cromwell!«

»Wo habt Ihr gestanden?«

Mordaunt starrte den General ein Weilchen lang an, um in seinen Augen zu lesen, ob das bloß eine leere Frage sei, oder ob er alles wisse. Doch Mordaunts glühender Blick drang nicht in die Tiefe von Cromwells dunklem Blicke. »Ich stand so, daß ich alles sah und hörte,« entgegnete Mordaunt.

Nun war die Reihe an Cromwell, Mordaunt fest ins Auge zu fassen, und an Mordaunt die Reihe, sich unerforschlich zu machen. Nach einem Weilchen der Prüfung wandte er die Augen gleichgültig weg.

»Der improvisierte Scharfrichter scheint sein Amt recht gut versehen zu haben,« sagte Cromwell. »Wie man mir sagte, war der Schlag wie von Meisterhand geführt.«

Da Mordaunt sich erinnerte, daß ihm Cromwell sagte, er wisse durchaus keine näheren Umstände, so war er von nun an überzeugt, der General habe hinter einem Vorhange oder Balkon versteckt der Hinrichtung beigewohnt. Er antwortete ihm mit ruhiger Stimme und gleichgültiger Miene: »In der Tat, ein einziger Streich war genügend.«

»Vielleicht war es ein Mann vom Fach,« bemerkte Cromwell.

»Meint Ihr, General?«

»Warum denn nicht?«

»Jener Mann sah doch nicht aus wie ein Scharfrichter.«

»Und welcher andere Mann als ein Scharfrichter hätte dieses furchtbare Geschäft vollziehen mögen?« fragte Cromwell.

»Nun,« entgegnete Mordaunt, »etwa irgendein persönlicher Feind König Karls, der ein Gelöbnis getan, und dasselbe ausgeführt hat, oder irgendein Edelmann, der den König aus wichtigen Ursachen haßte, und der, wohl wissend, er stehe im Begriffe, zu entfliehen und zu entwischen, sich so mit vermummter Stirne und dem Beile in der Hand nicht als Stellvertreter des Scharfrichters, sondern als Vollstrecker des Verhängnisses in den Weg geworfen hat.«

»Das ist möglich,« versetzte Cromwell.

»Und wäre das der Fall,« fragte Mordaunt, »würde Eure Herrlichkeit seine Handlung verdammen?«

»Es steht mir nicht zu, ihn zu richten, das ist eine Angelegenheit zwischen Gott und ihm.«

»Wenn aber Eure Herrlichkeit diesen Mann kennen möchte?«

»Mein Herr,« antwortete Cromwell, »ich kenne ihn nicht und will ihn auch nicht kennen. Was kümmert es mich, ob es dieser oder jener sei? Es ist kein Mensch mehr sondern ein Beil, daß ihm den Kopf abgeschlagen hat.«

»Und doch wäre ohne diesen Mann der König gerettet,« sprach Mordaunt.

Cromwell lächelte. »Zweifelsohne; Ihr habt es selbst gesagt, man entführte ihn.« «Man entführte ihn bis Greenwich. Dort schiffte er sich mit seinen vier Rettern in einer Feluke ein. In dieser Feluke waren aber vier mir ergebene Männer und vier der Nation gehörige Pulverfässer. Auf dem Meere stiegen die vier Männer in die Schaluppe, und Ihr, Mordaunt, seid schon ein zu bewanderter Politiker, als daß ich Euch das übrige zu erklären nötig hätte.«

»Ja, auf dem Meere wären sie alle in die Luft geflogen.« »Ganz richtig; diese Explosion vollzog, was das Beil nicht hatte tun wollen. König Karl I. wäre vernichtet, verschwunden. Es hätte geheißen, er sei der menschlichen Gerechtigkeit entronnen, aber von der Rache des Himmels verfolgt und erreicht worden; wir wären nur seine Richter und Gott der Vollstrecker des Urteils gewesen. Das, Mordaunt, ließ Euer vermummter Edelmann mich verlieren. Somit seht Ihr, daß ich recht habe, ihn nicht kennen zu wollen, denn ungeachtet seiner trefflichen Absicht könnte ich ihm doch für das, was er getan hat, nicht dankbar sein.«

»General,« rief Mordaunt, »ich verneige und demütige mich vor Euch wie immer; Ihr seid ein tiefer Denker, und Eure Idee mit der minierten Feluke ist erhaben.«

»Richtig,« versetzte Cromwell, «da sie nutzlos geworden ist. In der Politik gibt es keine erhabenere Idee, als jene, welche ihre Früchte bringt; jede Idee, welche scheitert, ist töricht und taub. Ihr werdet somit heute nach Greenwich gehen, Mordaunt,« sprach Cromwell aufstehend, »werdet dort nach dem Lotsen der Feluke 'Blitz' fragen, werdet ihm ein weißes Sacktuch mit vier Knoten an den Ecken zeigen, das ver- abredete Zeichen, und werdet den Leuten sagen, sie sollen wieder an das Land gehen, und das Pulver in das Zeughaus zurückbringen, es wäre denn ...«

»Es wäre denn ...« wiederholte Mordaunt, dessen Antlitz sich unter Cromwells Worten mit grimmvoller Freude erleuchtete. »Es wäre denn, daß diese Feluke, wie sie eben ist, Euren persönlichen Plänen dienen könnte.«

»Ah, Mylord, Mylord!« rief Mordaunt. «Ich glaube, Ihr nennt mich Mylord,« versetzte Cromwell lachend. »Das ist gut, da wir unter uns sind, doch müßt Ihr auf der Hut sein, daß Euch solch ein Wort nicht vor den albernen Puritanern entschlüpfe.«

»Wird Eure Herrlichkeit nicht alsbald so genannt werden?«

»Wenigsten» hoffe ich es,« erwiderte Cromwell, »allein ist es noch nicht Zeit.«

Cromwell stand auf und nahm seinen Mantel. »Gnädigster Herr, Ihr entfernt Euch?« fragte Mordaunt. »Ja,« erwiderte Cromwell, »ich habe gestern und vorgestern hier geschlafen, und Ihr wißt, ich pflege nicht dreimal in demselben Bette zu ruhen.«

»Eure Herrlichkeit läßt mir also volle Freiheit für diese Nacht?« fragte Mordaunt. »Und auch für den morgigen Tag, wenn es nötig ist,« entgegnete Cromwell. Dann fuhr er lächelnd fort: »Seit gestern abend habt Ihr genug für meinen Dienst getan, und habt Ihr einige persönliche Angelegenheiten abzutun, so ist es auch billig, daß ich Euch Zeit einräume.«

»Dank, gnädiger Herr, und ich hoffe auch, sie zu nützen.« Cromwell machte Mordaunt ein Zeichen mit dem Kopfe, dann wandte er sich wieder um und fragte: »Seid Ihr bewaffnet?«

»Ich trage mein Schwert,« antwortete Mordaunt. »Und erwartet Euch niemand an der Türe?«

»Niemand.«

»Dann sollet Ihr mit mir gehen, Mordaunt.«

»Ich danke, gnädiger Herr; die Umwege, die Ihr zu machen habt, da Ihr durch den unterirdischen Gang geht, würden mir Zeit rauben, und nach dem, was Ihr mir da gesagt, habe ich vielleicht schon zu viel verloren. Ich will mich durch die andere Türe entfernen.«

»So geht,« sagte Cromwell. Er legte die Hand auf einen verborgenen Knopf und öffnete damit eine so genau in der Tapete versteckte Tür, daß sie von dem geübtesten Auge nicht wahrgenommen werden konnte. Diese Tür, welche sich mittels einer Stahlfeder in Bewegung setzte, ging hinter ihm wieder zu. Das war einer von jenen geheimen Ausgängen, welche sich, wie die Geschichte angibt, bei all den geheimnisvollen Häusern befanden, welche Cromwell bewohnt hat.

Der besagte Ausgang ging unter der öden Straße hindurch, und mündete in dem Hintergrunde einer Grotte in dem Garten eines andern Hauses, etwa hundert Schritte weit von dem entfernt, das der zukünftige Protektor eben verlassen hatte. Somit erklärt es sich, wie Grimaud niemand kommen sah, und wie nichtsdestoweniger Cromwell gekommen war. Gerade während des letzten Teiles dieser Szene hatte Grimaud durch die Öffnung eines nicht ganz zugezogenen Vorhanges die zwei Männer erblickt, und nach und nach Cromwell und Mordaunt erkannt. D'Artagnan hatte sich am ersten wieder gefaßt und dann gesagt: »Mordaunt, ha, beim Himmel! Gott selbst ist es, der ihn uns sendet.«

»Ja,« versetzte Porthos, »laßt uns die Tür sprengen.«

»O nein,« versetzte d'Artagnan, »wir sprengen nichts, und erheben keinen Lärm. Der Lärm zieht Menschen herbei, und ist er, wie Grimaud sagt, mit seinem würdigen Herrn beisammen, so muß auch etwa fünfzig Schritte entfernt ein Posten von geharnischten Reitern versteckt sein. Holla, Grimaud, komm hierher, und such', dich auf den Beinen zu halten.«

Grimaud näherte sich. Mit der Besinnung kehrte ihm die Wut zurück, doch hielt er sich fest. »Gut,« begann d'Artagnan wieder, »nun steige abermals hinauf und sage uns, ob Mordaunt noch in Gesellschaft ist, ob er sich anschickt fortzugehen, oder sich zur Ruhe zu legen; ist er in Gesellschaft, so warten wir, bis er allein ist; entfernt er sich, so packen wir ihn beim Ausgange, und wenn er bleibt, so schlagen wir das Fenster ein. das ist doch weniger geräuschvoll und weniger schwierig als die Tür.« Grimaud kletterte wieder schweigend nach dem Fenster empor. »Athos und Aramis, bewacht den andern Ausgang; wir bleiben mit Porthos hier.« Die zwei Freunde gehorchten, «Nun, Grimaud?« fragte d'Artagnan. »Er ist allein,« entgegnete Grimaud.

»Bist du dessen gewiß?«

»Ja.«

»Wir sahen seinen Begleiter nicht herauskommen.«

»Vielleicht entfernte er sich durch die andere Tür.«

»Was tut er?«

»Er hüllt sich in seinen Mantel und zieht die Handschuhe an.«

»Er ist unser!« murmelte d'Artagnan.

Porthos griff nach seinem Dolch und zog ihn unwillkürlich aus der Scheide. »Freund Porthos, steck ihn wieder ein,« sprach d'Artagnan: »es handelt sich hier nicht darum, gleich zuzustoßen. Wir haben ihn, wir verfahren der Ordnung gemäß. Wir müssen uns wechselseitig einige Erklärungen machen, und das ist ein Gegenstück zu dem Vorfall in Armentières; nur laßt uns hoffen, das werde keine Nachkommenschaft haben, und es werde, wenn wir ihn vernichten, mit ihm wirklich alles vernichtet sein.«

»Still,« flüsterte Grimaud, »er macht sich bereit fortzugehen. Er nähert sich der Lampe, bläst sie aus – und jetzt sehe ich nichts mehr.«

»Herab also, herab!« Grimaud sprang rückwärts und fiel auf seine Füße, der Schnee dämpfte das Geräusch, so daß man nichts hörte. »Geh, benachrichtige Athos und Aramis, sie sollen sich zu beiden Seiten der Tür stellen, wie wir es tun, ich und Porthos, und sollen in die Hände klatschen, wenn sie ihn haben; wir wollen dasselbe tun, wenn wir ihn haben.« Grimaud verschwand. Nun vernahm man die knarrenden Tritte Mordaunts auf der Treppe. Ein unbemerkbares Schubfensterchen glitt knarrend in den Angeln. Mordaunt blickte hindurch, sah aber nichts, da so gute Vorsichtsmaßregeln von den Freunden getroffen worden waren. Nun steckte er den Schlüssel ein, die Türe ging auf und er erschien an der Schwelle. In diesem Momente stand er d'Artagnan gegenüber. Er wollte die Türe zuschlagen, doch Porthos stürzte sich auf den Knopf und öffnete sie gänzlich wieder. Porthos klatschte dreimal in die Hände, Athos und Aramis eilten herbei. Mordaunt wurde totenfahl, doch stieß er keinen Schrei aus und rief nicht um Hilfe. D'Artagnan ging gerade auf Mordaunt zu, und während er ihn gleichsam mit seiner Brust zurückdrängte, ließ er ihn die ganze Treppe wieder rückwärts hinaufsteigen, welche durch eine Lampe erhellt war, mittels welcher der Gascogner die Hände Mordaunts nicht aus dem Gesichte verlor; allein Mordaunt sah ein, daß, wenn er auch d'Artagnan töten würde, er es noch mit den drei andern Freunden zu tun hätte. Er machte somit keine einzige Bewegung zur Verteidigung, keine einzige bedrohliche Miene. Als nun Mordaunt bei der Türe anlangte, fühlte er sich gegen sie gedrängt, und dachte zweifelsohne, hier würde sich für ihn alles entscheiden; allein er irrte sich; d'Artagnan streckte die Hand aus und öffnete die Türe. Sonach befanden sich er und Mordaunt in dem Zimmer, worin sich zehn Minuten vorher der junge Mann mit Cromwell besprochen hatte. Hinter ihm trat Porthos ein; er hatte den Arm ausgestreckt und die Lampe von der Decke genommen, sodann mit ihr die zweite Lampe angezündet. Athos und Aramis erschienen an der Türe, die sie mit dem Schlüssel absperrten. »Wollet Platz nehmen,« sprach d'Artagnan, und bot dem jungen Manne einen Stuhl. Dieser nahm den Stuhl aus d'Artagnans Hand und setzte sich, wohl blaß, aber ruhig. Drei Schritte weit entfernt stellte Aramis drei Stühle, für sich, für d'Artagnan und Porthos. Athos fetzte sich ganz entfernt in eine Ecke des Zimmers und schien regungsloser Zuschauer dessen bleiben zu wollen, was vorgehen würde. Porthos setzte sich links, Aramis rechts von d'Artagnan. Athos schien niedergeschlagen. Porthos rieb sich die flachen Hände mit fieberhafter Ungeduld. Aramis biß sich, obwohl lächelnd, die Lippen blutig. D'Artagnan allein blieb, wenigstens dem Scheine nach, gemäßigt, und sprach zu dem jungen Manne: »Herr Mordaunt, da uns endlich nach so viel verlorenen Tagen der Zufall zusammenführt, so laßt uns ein bißchen plaudern, wenn es beliebt.«

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