Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexandre Dumas (der Ältere) >

Zwanzig Jahre nachher

Alexandre Dumas (der Ältere): Zwanzig Jahre nachher - Kapitel 49
Quellenangabe
typefiction
authorAlexander Dumas
titleZwanzig Jahre nachher
publisherZenith-Verlag Erich Stolpe
year1927
translatorGeorg Carl Lehmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060530
projectid9776de94
Schließen

Navigation:

D'Artagnan ersinnt einen Plan

Mit einbrechender Nacht kam man in Tirsk an. Die vier Freunde schienen sich ganz und gar nicht um die Vorsichtsmaßregeln zu kümmern, welche man traf, um sich der Person des Königs zu versichern. Sie begaben sich in ein Privathaus, und da sie mit jedem Augenblicke für sich selbst zu fürchten hatten, so zogen sie sich in ein Zimmer zusammen, und hielten sich für den Fall eines Angriffes einen Ausweg in Bereitschaft. Die Bedienten wurden auf verschiedene Posten verteilt, Grimaud schlief quer vor der Türe auf einem Bund Stroh. Der Tag war ermüdend gewesen, nichtsdestoweniger schliefen die Freunde schlecht, Porthos ausgenommen, bei dem der Schlaf so unbeugsam war wie sein Appetit. Am folgenden Morgen war d'Artagnan zuerst aufgestanden. Er war schon in die Stallungen hinabgegangen, hatte schon die Pferde untersucht und alle Anordnungen für den Tag getroffen, als Athos und Aramis noch im Bette lagen und Porthos noch schnarchte. Um acht Uhr früh machte man sich in derselben Ordnung auf den Weg, wie tags vorher. Nur ließ d'Artagnan seine Freunde allein ziehen und knüpfte die Bekanntschaft wieder an, die er gestern mit Herrn Groslow begonnen hatte. Da diesem das erteilte Lob so wohl getan hatte, so empfing er ihn mit freundlichem Lächeln.

»Mein Herr,« sprach d'Artagnan zu ihm, »ich bin wirklich erfreut, jemanden zu finden, mit dem ich meine arme Sprache reden kann. Herr du Vallon, mein Freund, ist stets so melancholisch, daß man den ganzen Tag über kaum vier Worte aus ihm herausbringen kann, und was unsere beiden Gefangenen betrifft, so werdet Ihr wohl begreifen, daß sie zum Plaudern wenig Lust haben.«

»Sie sind wütende Royalisten,« versetzte Groslow. »Um so mehr grollen sie uns, den Stuart gefangen zu haben, dem Ihr hoffentlich einen schönen und gewaltigen Prozeß machen werdet.«

»Bei Gott,« antwortete Groslow, »deshalb führen wir ihn nach London.«

»Und Ihr laßt ihn, wie ich voraussetze, nicht aus den Augen.«

»Pest, das will ich meinen,« rief der Offizier lachend, »Ihr seht ja, daß er eine wahrhaft königliche Bedeckung hat.«

»O, am Tage ist keine Gefahr des Entwischens, doch bei Nacht ...«

»Bei Nacht werden die Vorsichtsmaßregeln verdoppelt.«

»In welcher Art wendet Ihr die Beaufsichtigung an?«

»Acht Mann bleiben unaufhörlich in seinem Zimmer.«

»Zum Teufel!« rief d'Artagnan: »er ist gut bewacht. Doch neben diesen acht Mann stellt Ihr gewiß auch außerhalb eine Wache auf? Man kann ja gegen einen solchen Gefangenen nicht genug Vorsichtsmaßregeln gebrauchen.«

»O nein. Was denkt Ihr denn, was zwei wehrlose Männer gegen acht bewaffnete Männer auszurichten vermögen?«

»Wie, zwei Männer?«

»Ja, der König und sein Kammerdiener.«

»Man erlaubte also dem Kammerdiener, ihn nicht zu verlassen?«

»Ja, Stuart bat um diese Gunst, und der Oberst Harrison hat sie ihm zugestanden. Unter dem Vorwande, daß er König ist, kann er sich, wie es scheint, nicht allein ankleiden und ausziehen.« Nachdem man eine Weile über Gleichgültiges gesprochen, kam die Rede auf Mordaunt. »Kennt Ihr ihn?« fragte der Offizier. »Vollkommen, ich kann sogar sagen, daß wir befreundet sind. Herr du Vallon und ich sind mit ihm aus Frankreich gekommen.«

»Es scheint, daß Ihr ihn recht lange in Boulogne warten ließet.«

»Je nun,« entgegnete d'Artagnan, »mir ging es so wie Euch, ich hatte einen König zu bewachen.«

»Ah, ah!« rief Groslow, »welchen König?«

»Bei Gott, den unsrigen, den jungen König Ludwig XIV.« D'Artagnan nahm seinen Hut ab und der Engländer tat aus Artigkeit dasselbe. »Wie lange habt Ihr ihn bewacht?«

»Drei Nächte lang, und, bei meiner Seele! an diese drei Nächte werde ich stets mit Vergnügen denken.«

»Ist also der junge König sehr liebenswürdig?«

»Der König – er schlief fest.«

»Nun, was wollt Ihr denn sagen?«

»Ich will sagen, daß mir meine Freunde, die Offiziere der Garden und der Musketiere, Gesellschaft leisteten, und so brachten wir unsere Nächte mit Trinken und Spielen zu.«

»Ah, ah,« versetzte der Engländer seufzend, »Ihr Franzosen seid lustige Gesellen.«

»Spielt Ihr denn nicht auch, wenn Ihr auf der Wache seid?«

»Nie,« entgegnete der Engländer. »O, so müßt Ihr Euch ungemein langweilen, und ich bedaure Euch.«

»In Wahrheit,« sprach der Offizier, »ich sehe meine Reihe mit Schrecken herannahen. Eine ganze Nacht wachen dauert so lange!«

»Ja, wenn man allein wacht, oder mit albernen Soldaten; wenn man hingegen mit fröhlichen Spielgenossen wacht, und Gold und Würfel auf dem Tische rollen läßt, so vergeht die Nacht wie ein Traum.«

»Spielt Ihr denn nicht gern?«

»Im Gegenteil.«

»Zum Beispiel Landsknecht.«

»Das ist mir noch das Liebste, und ich habe es jeden Abend in Frankreich gespielt.«

»Doch seitdem Ihr in England seid?«

»Habe ich weder einen Becher berührt noch eine Karte.«

»Ich bedauere Euch,« sprach d'Artagnan mit einer Miene tiefen Mitleids. »Höret,« rief der Engländer, »tut eines.«

»Was?«

»Morgen bin ich auf der Wache.«

»Bei dem Stuart?«

»Ja, bringt die Nacht mit mir zu.«

»Unmöglich!«

»Unmöglich?«

»Ganz unmöglich. «

»Wieso?«

»Ich spiele jede Nacht meine Partie mit Herrn du Vallon. Bisweilen gehen wir gar nicht zu Bette ... so spielten wir heute noch bei Tagesanbruch.«

»Nun?«

»Nun, er hätte Langweile, wenn ich nicht mit ihm spielte.«

»Ist er ein wackerer Spieler?«

»Ich sah ihn sogar zweitausend Pistolen lachend verlieren.«

»O, so bringt ihn mit.«

»Wie ist das möglich – unsere Gefangenen?«

»Zum Teufel, das ist wahr!« rief der Offizier; »doch laßt sie von Euren Dienern bewachen.«

»Ha, daß sie entfliehen könnten!« entgegnete d'Artagnan. »Da werde ich wohl auf meiner Hut sein.«

»Sie sind also Männer von Stand, daß Ihr so viel darauf haltet?«

»Pest! Der eine ist ein reicher Edelmann aus Touraine, der andere Malteserritter von hoher Abkunft. Wir haben über ihr Lösegeld mit zweitausend Pfund Sterling für jeden abgeschlossen, zahlbar in Frankreich sogleich bei unserer Ankunft. Wir wollen uns folglich keinen Augenblick von Männern entfernen, welche, wie auch unsere Diener wissen, Millionäre sind. Wir durchsuchten sie ein bißchen bei ihrer Gefangennehmung, und ich will Euch sogar gestehen, daß es ihre Börse ist, um welche ich und Herr du Vallon jede Nacht streiten; allein sie können uns irgendeinen Edelstein, einen wertvollen Diamant verheimlicht haben, wonach wir die Geizigen sind, die von ihrem Schatze nicht weichen; wir machten uns zu beständigen Hütern unserer Männer, und wenn ich schlafe, so hält Herr du Vallon die Wache.«

»Ah, ah!« rief Groslow. »Somit werdet Ihr jetzt einsehen, was mich nötigt, Eure schmeichelhafte Einladung auszuschlagen, die mich übrigens um so mehr anlockt, als nichts langweiliger ist, als wenn man stets mit derselben Person spielt; die Glücksfälle gleichen sich beständig aus, und nach Monatsfrist sieht man, daß man sich weder weh noch wohl getan hat. »Ach,« seufzte Groslow, »es gibt noch etwas viel Langweiligeres, nämlich, gar nicht zu spielen.«

»Ich begreife das,« entgegnete d'Artagnan.

»Allein sagt,« versetze der Engländer, »sind Eure Leute gefährlich?«

»In welcher Hinsicht?«

»Sind sie imstande, einen Handstreich zu unternehmen?« D'Artagnan fing zu lachen an und sprach: »Ach, mein Gott! der eine von ihnen hat das Fieber, weil er sich nicht an Euer reizendes Land gewöhnen kann; der andere, ein Malteserritter, ist schüchtern wie ein junges Mädchen, und wir nahmen ihnen zu größerer Sicherheit sogar das Sackmesser und die Taschenscheren weg.«

»Nun denn,« sprach Groslow, »bringt sie mit.« »Wie, Ihr wollt?« fragte d'Artagnan.

»Ja, ich habe acht Mann.«

»Nun?«

»Vier sollen sie und vier den König bewachen.«

»Wirklich,« rief d'Artagnan, »auf diese Art läßt sich die Sache veranstalten, wiewohl ich Euch damit eine große Störung verursache.«

»Bah, kommt nur, Ihr werdet sehen, wie ich die Sache anordne.«

»O, da bin ich unbekümmert,« erwiderte d'Artagnan, »einem Manne, wie Euch, will ich mich mit verbundenen Augen anvertrauen. Doch,« sprach d'Artagnan, »da fällt mir ein: Was hindert uns denn, heute abend zu spielen?«

»Was?«

»Unsere Partie.«

»Ganz und gar nichts,« entgegnete Groslow.

»In der Tat, heute abend kommt Ihr zu uns, und morgen wollen wir Euch den Besuch erwidern. Hat Euch irgend etwas an unseren Männern Besorgnis gemacht, welche wütende Royalisten sind, wie Ihr wißt, je nun, so scherzten wir nur, und werden jedenfalls eine recht gute Nacht zubringen.«

»Vortrefflich, heute abend bei Euch, morgen bei Stuart und übermorgen bei mir.«

»Die andern Tage dann in London; ha, bei Gott!« versetzte d'Artagnan, »Ihr seht, man kann überall ein fröhliches Leben führen.«

»Ja,« sagte Groslow, »wenn man Franzosen trifft, Franzosen, wie Ihr seid.« »Und wie Herr du Vallon; Ihr werdet sehen, was das für ein Mann ist! ein wütender Frondeur, der Mazarin fast niedergemacht hat, und den man nur fortsandte, weil man sich vor ihm fürchtet.«

»Ja,« versetzte Groslow, »sein Aussehen ist gut, und er gefällt mir, ohne daß ich ihn näher kenne.«

»Das wird ebenso sein, wenn Ihr seine Bekanntschaft gemacht habt; ah! hört, er ruft mich; vergebt, wir sind derart befreundet, daß er ohne mich nicht sein kann. Ihr entschuldigt.«

»Wie also?«

»Heute abend.«

»Bei Euch?«

»Bei mir.« Die zwei Männer begrüßten sich, und d'Artagnan kehrte zurück zu seinen Freunden, denen er das Gespräch mit Groslow wiedergab.

Wie man es verabredet hatte, so ließ man gegen fünf Uhr abends Mousqueton vorausreiten. Mousqueton sprach zwar nicht englisch, doch hatte er, seit er in England war, etwas bemerkt, daß nämlich Grimaud durch das Gebärdenspiel die Sprache vollkommen ersetzt habe. Sonach hatte er denn mit Grimaud die Zeichensprache studiert und es kraft der Geschicklichkeit seines Meisters darin zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht. Blaifois begleitete ihn. Als nun die vier Freunde durch die Hauptstraße von Derby ritten, sahen sie Blaifois an der Schwelle eines ansehnlichen Hauses stehen, wo ihre Wohnung zubereitet wurde. Sie hatten sich den ganzen Tag über, aus Besorgnis, Verdacht zu erwecken, dem Könige nicht genähert, und statt daß sie an der Tafel des Obersten Harrison speisten, wie sie es tags vorher getan, hatten sie unter sich das Mittagmahl eingenommnen. Groslow erschien zur verabredeten Stunde. D'Artagnan empfing ihn so, wie er einen zwanzigjährigen Freund empfangen hätte. Porthos maß ihn von den Füßen bis zum Kopfe, denn er erkannte, daß er ungeachtet jenes merkwürdigen Streiches, welchen er Harrys Bruder versetzte, ihm doch an Stärke nicht gleichkäme. Athos und Aramis taten, was sie konnten, um den Widerwillen zu verbergen, den ihnen dieser rohe und plumpe Kriegsgeselle einflößte. Kurz, Groslow schien zufrieden mit dem Empfange. Athos und Aramis hielten sich an ihre Rollen; sie zogen sich um Mitternacht in ihr Zimmer zurück, dessen Türe man offen ließ unter dem Vorwande guter Bewachung. Überdies begleitete sie d'Artagnan dahin und ließ indes Porthos mit Groslow spielen. Porthos gewann Groslow fünfzig Pistolen ab und fand, daß er ein viel angenehmerer Gesellschafter sei, als er anfangs dachte. Was Groslow betrifft, so nahm er sich vor, am nächsten Tage bei d'Artagnan den Schaden, welchen er durch Porthos erlitten, wieder zu ersetzen, und schied von dem Gascogner, indem er ihn an die Zusammenkunft des Abends gemahnte. Wir sagen: des Abends, da die Spieler um vier Uhr früh auseinandergingen.

Als sie abends in Ryston ankamen, rief d'Artagnan seine Freunde zusammen. Sein Gesicht hatte den Charakter sorgloser Fröhlichkeit verloren, welche er den ganzen Tag über wie eine Maske getragen. Athos drückte Aramis die Hand und sprach zu ihm: »Der Augenblick naht.«

»Ja,« versetzte d`Artagnan, retten wir den König.« Porthos starrte d'Artagnan mit dem Gefühle tiefer Bewunderung an. Aramis lächelte wie einer, welcher hofft. Athos war blaß wie der Tod und zitterte an allen Gliedern. »Redet,« sprach Athos. Porthos machte große Augen; Aramis hing sich sozusagen an d'Artagnans Lippen. »Wir sind eingeladen, diese Nacht bei Groslow zuzubringen, das wißt Ihr.«

»Ja,« entgegnete Porthos, »er ließ uns versprechen, ihm seine Revanche zu geben.«

»Gut; allein wißt Ihr, wo wir ihm seine Revanche geben?«

»Nein.«

»Bei dem Könige.«

»Bei dem Könige!« rief Athos.

»Ja, meine Herren, bei dem Könige. Herr Groslow versieht diesen Abend bei dem Könige die Wache, und um sich dabei zu zerstreuen, ladet er uns ein, ihm Gesellschaft zu leisten.«

»Alle vier?« fragte Athos.

»Bei Gott, allerdings alle vier; verlassen wir etwa unsere Gefangenen?«

»Ah, ah!« rief Aramis.

»Sagt an,« sprach Athos beklommen.

»Nun, wir gehen zu Groslow, wir mit unsern Schwertern, Ihr mit Dolchen; wir vier bewältigen die acht Albernen und ihren einfältigen Kommandanten. Was sagt Ihr dazu, Herr Porthos?«

»Ich sage, das ist ganz leicht,« erwiderte Porthos. »Wir verkleiden den König als Groslow; Mousqueton, Grimaud und Blaifois halten uns an der Ecke der nächsten Straße die Pferde bereit, wir setzen uns auf, und vor Tagesanbruch sind wir zwanzig Meilen weit. Hm, Athos, ist das ungesponnen?« Athos legte seine beiden Hände auf die Schultern d'Artagnans, blickte ihn mit seinem ruhigen und freundlichen Lächeln an und sprach: »Freund, ich erkläre, es gibt unter der Sonne kein Geschöpf, welches Euch an Adel und an Mut gliche; während wir Euch für gleichgültig übel unsere Leiden hielten, die Ihr ohne Schuld nicht teilen konntet, findet Ihr allein unter uns das, was wir fruchtlos gesucht haben. – Ich wiederhole Dir somit, d'Artagnan, du bist der Beste von uns, und ich segne und liebe dich, mein Sohn.« Porthos schlug sich vor die Stirn und rief: »Zu sagen, daß ich das nicht gefunden habe! es ist so einfach!«

»Doch,« versetzte Aramis, »wenn ich recht verstanden habe, so töten wir alle – ist es nicht so?« Athos erbebte und erblaßte.

»Potz Element!« rief d'Artagnan, »das muß wohl geschehen. Ich grübelte lange darüber nach, ob es nicht ein Mittel gäbe, der Sache auszuweichen, allein ich gestehe, daß ich keine zu ersinnen vermochte.«

»Hört,« sprach Aramis, »es handelt sich hier nicht darum, mit der Lage der Dinge zu feilschen; wie gehen wir zu Werke?«

»Ich entwarf dafür einen zwiefachen Plan,« erwiderte d'Artagnan.

»Saget uns den ersten,« sprach Aramis.

»Wenn wir alle vier beisammen sind, so habt Ihr auf mein Signal, und dieses Signal wird das Wort endlich sein, dem Euch zunächst stehenden Soldaten einen Dolch ins Herz zu stoßen, und wir tun unsererseits desgleichen: so sind für den Anfang schon vier Mann todt; die Partie wird somit gleich, da wir zu vier gegen fünf stehen; ergeben sich nun diese fünf, so werden sie geknebelt; widersetzen sie sich, so werden sie niedergemacht. Sollte zufällig unser Wirt anderen Sinnes werden, und zu seiner Spielpartie nur Porthos und mich empfangen, nun, so werden wir unsere Zuflucht zu großen Mitteln nehmen und doppelt zuschlagen; das wird ein bißchen länger währen, und ein bißchen lärmender ausfallen, allein Ihr haltet Euch außen mit Euren Schwertern bereit und stürzt auf den Lärm herbei.«

»Doch wenn man Euch selber träfe?« bemerkte Athos.

»Unmöglich,« entgegnete d'Artagnan, »diese Biertrinker sind zu schwerfällig und ungeschickt; überdies werdet Ihr an der Kehle treffen. Porthos, das tötet schnell und hindert den, welchen man tötet, am Schreien.«

»Recht hübsch,« versetzte Porthos, »das wird eine schöne Halsabschneiderei sein.«

In diesem Momente ging die Türe auf und ein Soldat trat ein, der in schlechtem Französisch sagte: »Der Herr Kapitän Groslow läßt Herrn d'Artagnan und Herrn du Vallon melden, daß er sie erwarte.«

»Wo?« fragte d'Artagnan.

»In dem Zimmer des englischen Nabuchodonosor,« antwortete der Soldat, ein eingefleischter Puritaner.

»Gut,« erwiderte Athos ganz gut englisch, während ihm bei dieser Beschimpfung das Blut zu Kopfe stieg. »Gut, meldet dem Herrn Kapitän Groslow, daß wir kommen.« Als nun der Puritaner fortgegangen war, wurde den Bedienten der Befehl erteilt, daß sie acht Pferde satteln und, ohne sich von einander zu trennen, noch abzusteigen, an der Ecke einer Straße warten sollen, die etwa zwanzig Schritte weit von dem Hause war, worin der König wohnte.

 << Kapitel 48  Kapitel 50 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.