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Zünd Lichter an

Hilda Bergmann: Zünd Lichter an - Kapitel 56
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleZünd Lichter an
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Christus in der Stadt

Endlose Straßen und Gassen. Es dampft der Asphalt.
Unerreichbar, verschollen sind Wiese und Wald.
Bleiern gehen die Tage, die Nächte dumpf.
Wie ein Gebirge wuchtet der Großstadtrumpf.
Doch auch die steinernen Gassen berührt dein Fuß:
ohne dass sie es fassen, trifft sie dein Gruß.
Unerkannt stehst du neben gestürztem Pferd,
bist im Gedränge, wenn man ein Kind überfährt,
fühlst hundertfältig hundertfältiges Leid,
suchst in den stumpfsten Gesichtern nach Menschlichkeit;
weißt um das Lächeln, das stummer Güte entquillt,
zählest die Tränen; viele sind ungestillt.
Und du sammelst so Lächeln wie Tränen ein
und dein Auge steht drüber mit mildem Schein.
Also gehst du erbarmend durch dürstendes Land,
träufelst Mond- und Sternlicht aus hohler Hand,
lässest im Frührot glimmen Kreuze und Knauf.
Und über Dächern geht deine Sonne auf.

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