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Zünd Lichter an

Hilda Bergmann: Zünd Lichter an - Kapitel 13
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleZünd Lichter an
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Sonntagsausflügler

Wie die vollen Züge Menschen spein
in der Wiesen und Felder grünes Atmen und Wogen!
Alle sind durstig nach Luft und Sonnenschein;
alle wollen wieder glückliche Kinder sein.
Sechs Tage lang haben sie am Strange des Alltags gezogen.

Sechs Tage lang: Sieh, wie blass sie sind.
Sie wohnen ja in einem Gebirge von Steinen.
Das macht viele Augen und Herzen blind.
Erst am siebenten Tage weht der Sommerwind
um ihre Stirn und sie ziehen mit Sack und Kind hinaus,
um sich mit der Natur zu vereinen.

Sie kommen aus Gassen, die eng und düster gebaut
den Blick hinaus in selige Fernen vergessen.
Sechs Tage lang hören sie keinen Vogellaut.
Und wenn über ihren Köpfen auch Himmel blaut,
so ist es ein Himmel der dampfenden Schlote und Essen.

Sie kommen aus Höfen und einer Enge, in der
die Seelen viel von ihrer Güte verlernen.
Doch jetzt ist Allgüte wieder um sie her
in Blumen, Gräsern, im wallenden Ährenmeer
und am Abend noch in den milde blinkenden Sternen.

Wie sie sich mit schmerzhafter Seligkeit
dem Wald in die Arme stürzen für eine Stunde!
Die Erde ist schön und die Herzen sind groß und weit.
Und heute Abend -- o welche kurze Zeit
sind sie von Sorgen, Pflaster und Alltag befreit --
saugt die Stadt sie zurück mit unbarmherzigem Munde.

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