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Zu guter Letzt

Wilhelm Busch: Zu guter Letzt - Kapitel 93
Quellenangabe
titleZu guter Letzt
authorWilhelm busch
typepoem
senderpom@imsd.uni-mainz.de (Klaus Pommerening)
modified20171101
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Verwunschen

        »Geld gehört zum Ehestande,
Häßlichkeit ist keine Schande,
Liebe ist beinah absurd.
Drum, du nimmst den Junker Jochen
Innerhalb der nächsten Wochen!« –
Also sprach der Ritter Kurt.

»Vater«, flehte Kunigunde,
»Schone meine Herzenswunde,
Ganz umsonst ist dein Bemühn.
Ja, ich schwör's bei Erd und Himmel,
Niemals nehm' ich diesen Lümmel,
Ewig, ewig hass' ich ihn!«

»Nun, wenn Worte nicht mehr nützen,
Dann so bleibe ewig sitzen,
Marsch mit dir ins Burgverlies!«
Zornig sagte dies der Alte,
Als er in die feuchte, kalte
Kammer sie hinunterstieß.

Jahre kamen, Jahre schwanden,
Nichts im Schlosse blieb vorhanden
Außer Kunigundens Geist.
Dort, wo graue Ratten rasseln,
Sitzt sie zwischen Kellerasseln,
Von dem Feuermolch umkreist.

Heut noch ist es nicht geheuer
In dem alten Burggemäuer
Um die Mitternacht herum.
»Wehe!« ruft ein weißes Wesen.
»Will denn niemand mich erlösen?«
Doch die Wände bleiben stumm.

 


 

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