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Wunder um Verdun

Hans Chlumberg: Wunder um Verdun - Kapitel 5
Quellenangabe
typedrama
booktitleWunder um Verdun
authorHans Chlumberg
year1932
firstpub1931
publisherS. Fischer
addressBerlin
titleWunder um Verdun
pages120
created20131009
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Viertes Bild

Personen

        Der Bote
Die Auferstandenen, darunter:
    Wittekind, der Hauptmann
    Hessel
    Weber
    Schmidt
    Sonneborn
    Schröder
    Lehmann
    Vaudemont, der Kapitän
    André Verron
    Morel
    Dubois
    Roubeau
    Baillard
General Lamarque, der französische Kriegsminister
General von Gadenau, der deutsche Kriegsminister
Deutsche und französische Offiziere
Vernier, Friedhofswärter

Der Friedhof

Nacht. Lautlose Stille. Undurchdringliches Dunkel. Nur die Umrisse des Monumentes über dem Massengrab schimmern mattweiß.

Plötzlich steht in der Mitte des Hintergrundes eine hohe, aufrechte Männergestalt. Es ist der Bote.

Der Bote (neigt sich über die Gräber und spricht mit dunkler Stimme, eindringlich und unpathetisch): Tote um Verdun! Tote der Argonnen – hört ihr mich? So tief ihr auch gebettet seid; ob Erde euch deckt oder Quadern euch verschließen: ich bin gesandt, daß ihr mich hören sollt! (Er kommt einige Schritte vor.) Tote um Verdun! Nahezu fünfundzwanzig Jahre, nach irdischen Maßen gemessen, ruht ihr in dieser Erde . . . Das ist für euch, die ihr in die Ewigkeit eingegangen seid, eine unvorstellbar geringe Spanne Zeit . . . Für die Lebenden aber ist sie nicht unbeträchtlich: sie vergessen sonst ihre Toten meist in viel kürzerer Frist . . . Ihr aber, Tote des großen Krieges, seid unvergessen. Nicht verblaßt ist euer Andenken und nicht friedlich verklärt, wie das anderer, die gestorben sind. Nein. Weiß glüht es und wühlt Tag um Tag die Lebenden von neuem auf. Es macht, daß sie euer nicht mit Resignation gedenken, sondern mit all ihrer Leidenschaft! Es hindert die Siegreichen, demütig und nachgiebig zu sein, und es läßt die Besiegten nicht die Sinnlosigkeit eures Opfertodes und ihre Niederlage verwinden . . . So bestellt, ihr Toten, ist es um die Erde, in deren Schoß ihr vergeht . . . (Er tritt abermals einige Schritte vor.) Tote der Argonnen! Wie ich jetzt zu euch spreche, so sprechen in dieser Stunde an tausend Stätten tausend Stimmen zu euren Brüdern: Nicht nach dem Gesetz des Lebens, das der Herr in euch gelegt, sondern nach eurem Willen allein seid ihr vor Ablauf eurer Zeit in diese Gräber gebannt.

Doch weil die Pest der Raserei, die euch in vorzeitiges Vergehen gestürzt, auf Erden kein Ende nehmen will und die Erde demnächst verelendet und verödet sein wird, wie nach einer zweiten Sintflut – so beschließt der Herr: Erbarmen zu haben mit den Rasenden . . . (Pause.) Und der Herr denkt: Wenn Er sich von den Klagen um euch, die heute um die ganze Welt irren – erweichen ließe! Wenn Er die Millionen frommer Gebete um eure Beseligung und Auferstehung – – erhörte! Wenn Er ein – Wunder wirkte und euch jetzt, in dieser Stunde – – auferstehen und heimkehren hieße!!! – – dann, denkt der Herr, müßten Ströme von solcher Glückseligkeit über dieses Gotteswerk auf Erden ausbrechen und aufquellen, daß aller Haß unterwühlt und unterwaschen werden würde . . . Und ein solches Meer von Liebe müßte dann die Erde überfluten, daß aller Haß darin zergehen und sich auflösen würde . . . (Stille. Der Bote breitet weit die Arme aus; mächtig:) Tote um Verdun – ! Mögen darum eure Gräber sich – – auftun!!!

Von den Gräbern sprüht Erde auf. Mit dumpfem Knall stürzen die Sockelwände des Monumentes über dem Massengrab ein.

Mit Feuer und Schwert habt ihr das Göttliche in euch einander aus den Leibern gejagt! Der Herr verzeiht – und schenkt es euch ein zweites Mal: es kehre in euch zurück!! (Stille, dann sehr stark:) Nun lebt ihr wieder, Männer der Argonnen! Erwacht!! Erhebet euch!! Und kehret heim!!!

(Stille. Der Bote ist verschwunden.)

Mählich gleitet schwaches Mondlicht über den Friedhof. In der geringen Helle sieht man die Auferstandenen unregelmäßig und in Schwäche über ihre Gräber geworfen liegen. Etliche haben sich auch aufgesetzt. Den Rücken haben sie an ihr Grabkreuz gelehnt, ihre Beine hängen ins Grab. Die Auferstandenen des Massengrabes liegen in einem wirren Knäuel neben- und übereinander.

Alle haben bleiche Gesichter und verschattete Augen. Ein eigentümlich starrer Ausdruck von Versunkenheit und Abwesenheit ist ihnen eigen. Ihre abgezehrten Leiber stecken in zerschlissenen Felduniformen, denen Teile fehlen. Sie bewegen sich mühsam und mit großer Schwerfälligkeit. Ihre Sprache ist langsam, tonlos, gebrochen, von Pausen durchsetzt, und kommt aus aufgerauhten Kehlen.

Die im Massengrab beginnen zu sprechen. Zwischen Rede und Gegenrede lange Pause.

Morel (seufzt tief auf).

Weber: Zitterst du . . . Bruder?

Morel: Es . . . ist . . . so . . . kalt, Kamerad.

Dubois: Die . . . Schufte . . . haben uns . . . ohne Röcke und Mäntel . . . Ohne Kleider haben uns die Schufte . . .

Weber: Rück her, Kamerad. Wird . . . dir . . . dann . . . wärmer werden . . .

Morel (tut es): Dank dir, Kamerad . . . Bist du – ein Boche?

Weber: Gewesen, Bruder, gewesen . . . Und du? Ein – Franzmann?

Morel: Gewesen, Bruder, gewesen . . . (Stille.)

Sonneborn (von links): Wenn ich bloß . . . Wenn ich bloß . . . Wenn ich bloß was Warmes um den Kopf . . . Aber die Schufte haben uns nicht mal . . . Nicht mal was Warmes um den Kopf haben uns die Schufte . . .

Roubeau (von rechts): Erst – zerschossen . . .

Schröder: Dann – in die Grube geschmissen . . .

Dubois: Und dann – ab mit Rückenwind . . .

Viele: Hunde, verfluchte . . .

Kapitän (von rechts): Da. Werft ihm das hin . . . Hat wohl einen kahlen Schädel . . . (Eine Mütze wird weitergegeben.)

Sonneborn (stülpt sie auf): Ah! Das ist gut . . . Ist eine goldne Rose drauf. Bist du – ein Offizier, Kamerad?

Kapitän: Gewesen, Bruder, gewesen . . . (Stille.)

Hessel (links, richtet sich mühsam empor, lauscht angestrengt und verzückt. Dann flüsternd, mit aufgerissenen Augen): Kameraden! Hört ihr – wie ich – den Wind?

Baillard: Er streicht – kommt mir vor – durch die Bäume?

Morel: Dort – das Licht! Dort – das Licht!! (Erfassend.) Ich bin nicht mehr – – blind!!

Weber (dumpf): Mir ists, als ob ich träume . . .

Verron (rechts, flüstert gebannt): Ich – – atme!! Ich – – atme!! Ich schwör es euch!!

Lehmann: Ich bewege – den Kopf . . .

Dubois: Ich – die Glieder . . .

Morel (unterdrückt): Kameraden! Kameraden! Wir sind nicht mehr – – tot!!

Hessel (ebenso): Wir – leben! Wir – leben wieder!

Verron (reißt sich hoch, mit Ausbruch): Ihr Brüder! Ihr Brüder! Wir können – nach Haus! Wir werden – die Sonne sehen!!

Wittekind (links, Hünengestalt, ringt sich wuchtig hoch, gutmütig, dröhnend): Geduld, Kamerad! Geduld, Kamerad! Erst heißts . . . auf den Beinen stehen! (Macht einige Schritte gegen die Mitte.)

Vaudemont (rechts, schlank, fast zierlich, hat sich mühsam erhoben, kommt gleichfalls wankend gegen die Mitte vor): Warst du nicht – Kapitän der Boches?

Wittekind: Und du – warst der von drüben?

Vaudemont: Ich denke, wir reißen die Kerle hoch?

Wittekind: Die bleiben sonst ewig hier liegen!

Kapitän (tappt zu seinen Leuten): Dubois! Baillard! Morel! Roubeau! Aus der Grube! Heraus! Auf die Beine!

Wittekind (bei seinen Leuten): Lehmann I! Schröder III! Weber und Schmidt! Gebt die Hände! Und nehmet meine!

Schröder (ächzend): Hauptmann! Mir ist der Arm – ganz lahm!

Baillard (ebenso): Kap'tän! Kann das Bein nicht rühren!

Wittekind (dröhnend): Das gibt sich, Bruder! Das gibt sich dann!

Vaudemont: Komm her! Und laß dich führen!

Alle haben sich erhoben und stützen sich aneinander.

Vaudemont: Hauptmann! Hab einen Tambour bei mir. Soll ich ihn – trommeln lassen?

Wittekind (wuchtig): Laß trommeln, Kapitän! Und marschieren wir!! Kameraden! Die Hände fassen!

Die Auferstandenen ordnen sich in der Vordergrundallee in Viererreihen. Sie stehen schwer atmend, den Kopf gesenkt, breitspurig da, das Gleichgewicht suchend, die Arme seitwärts und abwärts gestreckt, und halten einander an den Händen.

Vaudemont: Achtung! Ich führ! (Pause.) Tambour! Zu mir! (Pause.) Hauptmann! Kommandier!

Er stellt sich, mit ihm Roubeau, der Tambour, an die Spitze des Zuges. Der Hauptmann tritt in den Raum des Massengrabes. Breit und gewaltig steht er da und reckt zum Kommando den rechten Arm mit der geschlossenen Faust in die Höhe. Dann senkt er ihn mit einem Hieb und kommandiert dröhnend.

Hauptmann: Marsch – eins! Und zwei! Und drei! Und vier! Eins! Und zwei! Und drei! Und vier! Eins! Zwei! Drei! Vier! (Usw.)

Roubeau (trommelt): Rum, pum, rumpumpum! Rum, pum, rumpumpum! (Usw.)

Die Soldaten marschieren langsam, mühsam, schwerfällig einmal um das Massengrab herum. Sobald sie den Ausgangspunkt erreicht haben, tritt auch Wittekind an die Spitze des Zuges, so daß jetzt der Tambour Roubeau zwischen ihm und Vaudemont marschiert. –

Der Zug marschiert nach rechts und schwenkt dann in die Seitenallee rechts rückwärts ab. Das Kommandieren und Trommeln wird immer schwächer, endlich vernimmt man nichts mehr. –

Der Mond ist ganz herausgekommen, es ist hell geworden.

In der Ortschaft sind viele Lichter aufgeblitzt.

Menschen mit Fackeln und Laternen nähern sich. Im nächsten Augenblick wird die Schelle des Friedhofes mit großer Heftigkeit gezogen.

Lamarque (General; der französische Kriegsminister; noch unsichtbar): Alloh! Tor auf! Was geht denn hier vor?!

Gadenau (General; der deutsche Kriegsminister; noch unsichtbar): Heda! Zum Teufel! Was ist denn los?!

Viele (Stimmen von Offizieren des Gefolges der Generäle): Vernier! Friedhofswärter! Tor auf! Verdammter Schuft!

Anhaltendes Ziehen der Schelle. Rütteln am Tor. Im Augenblick darauf knirscht der Schlüssel im Schloß, kreischt das Tor in den Angeln. Lamarque und Gadenau, gefolgt von deutschen und französischen Offizieren, und Vernier, der nur notdürftig bekleidet ist, treten ein.

Lamarque: Kanaille von einem Wärter! Weißt du nicht . . .

Vernier (versucht stramm zu stehen): Vernier, mein General. Sergeant Vernier . . .

Lamarque: Schwein ist dein verfluchter Name! Hund! Schwein! Schuft! Ich lasse dich zum Teufel jagen! Deportieren laß ich dich!

Ein Colonel: Weißt du nicht, du Schuft, daß nach sechs kein Mensch auf dem Friedhof was zu suchen hat?

Lamarque: Erfüllst du so deine Pflicht? Läßt du die Gräber unserer Helden durch besoffenes Gesindel schänden?

Vernier: Kein Mensch, General! Kein Mensch ist auf dem Friedhof! Die Tore . . . Ich hab sie, wie täglich, um sechs geschlossen. Kein Mensch ist auf dem Friedhof!

Gadenau: Wem wollen Sie das erzählen, Wärter? Woher kommt dann der Lärm?

Vernier: Lärm –? Was für ein Lärm? General, Colonel – ich hab keinen Lärm gehört!

Lamarque: Nichts gehört? Der ganze Ort ist auf, und bloß du hast nichts gehört?

Vernier: Eine Granate vor Douaumont, mein General . . . Ich war mehrere Tage lang verschüttet . . . Seither höre ich schlecht . . .

Das Trommeln, Kommandieren und Marschieren wieder näher. Alles horcht auf.

Lamarque (wild): Kanaille von einem Wärter! Hörst du vielleicht noch immer nichts?!

Gadenau: Während dieser schwerhörige Dummkopf geschnarcht hat, müssen die Lumpen über das Friedhofsgitter geklettert sein . . .

Colonel: Aber wer? Und ich bitte – wozu?

Deutscher Hauptmann: Vermutlich Unfug. Purer Unfug.

Gadenau: Die Herren vergessen, daß Moskau bei Ihnen wie bei uns Filialen unterhält!

Deutsche und französische Offiziere: Ah! Moskau! Natürlich! Kommunisten! Störung der Feiern!

Lamarque (wutschnaubend): Na, ob Moskau oder nicht, wir werden das gründlich abstellen!

Gadenau: Das werden wir, Exzellenz!

Lamarque (in Positur, Reitgerte in der Faust): Fackeln und Lichter nach rückwärts! (Es geschieht.)

Gadenau: Sehr richtig! Sollen uns nicht gleich sehn! Moment der Überraschung ausnützen!

Einige: Ssst! Sie kommen!

Stille. Es ist wieder dunkler geworden. Die Auferstandenen erscheinen links rückwärts, marschieren wie vordem, schwankend und mit gesenkten Köpfen, schwer atmend, jedoch bereits in besserer Haltung und in besserem Tempo, die Allee herunter, die Vordergrundallee entlang, dann die Allee rechts hinauf und verschwinden wieder rechts rückwärts.

Wittekind (zählt): Eins! Zwei! Drei! Vier! (Usw.)

Roubeau (trommelt): Rum, pum, rumpumpum! (Usw.)

Die Offiziere haben sich mit weitgeöffneten Augen vorgeneigt, dann, von Entsetzen erfaßt, sind sie zurückgewichen. Stille.

Colonel (kreischt hysterisch auf): Was . . . was . . . was ist denn das??

Hauptmann (ebenso): Wie . . . wie . . . wie . . . sehn denn die aus?

Lamarque: Das sind ja . . . das sind ja . . . deutsche Soldaten sind das ja!!

Gadenau: Unsinn! Reden Sie doch keinen Unsinn, Herr! Wie kämen denn deutsche Soldaten hierher?

Lamarque: Jawohl! Deutsche Soldaten sind das! Ich habs gesehn! Euer verfluchtes Feldgrau hab ich gesehn!

Gadenau: Gehn Sie zum Teufel, General! Erkennen Sie denn Ihr eigenes vermaledeites Blaugrau nicht?!

Colonel: Ich sag euch: Es sind Deutsche und Franzosen.

Hauptmann: Jawohl! Das glaub ich jetzt auch! Und in den alten Feldmonturen!

Colonel: Aber was . . . aber was . . . was bedeutet denn das??

Lamarque (hat sich gefaßt): Na, das werden wir ja gleich wissen! (Er tritt einige Schritte vor und ruft der marschierenden Truppe nach:) Halt –! Das Ganze – halt!! Halt – das Ganze!!

Die Auferstandenen hören nicht auf ihn.

Lamarque (gesteigert): »Halt!« habe ich befohlen! Ich habe »Halt« befohlen!! (Die Auferstandenen hören nicht auf ihn. Lamarque tritt einige Schritte weiter vor; gefährlich, mit äußerster Steigerung und Wucht:) Ich, der Kriegsminister, General Lamarque – befehle!: Halt!!! Das Ganze – halt!!! Halt – das Ganze!! (Die Auferstandenen marschieren weiter.)

Gadenau: Ach was! Hauptmann, Colonel – die zwei dort! (Zwei Offiziere stürzen vor und reißen aus der letzten Reihe der Abmarschierenden zwei Mann heraus. Es sind Dubois und Schröder. Sie stehen nun wankend vor Lamarque und Gadenau.)

Lamarque: Lichter her! (Die Fackeln werden gebracht. Lamarque brüllt die beiden an:) Kujone! Lumpen! Hunde! Was treibt ihr hier für Unfug?!

Gadenau (zu Schröder): Bist du so besoffen, Schwein, daß du nicht einmal vor deinem General stillstehn kannst?!

Lamarque (gleichzeitig zu Dubois): Was treibst du da?! Wer bist du?!

Dubois (stammelnd, dumpf, gebrochen): Pierre . . . Dubois, General. War . . . Sergeant, General. Regiment . . . 270. Gefallen – 1916 . . .

Lamarque (taumelt zurück): Was – –???

Gadenau (hat gleichzeitig mit Lamarque Schröder angebrüllt): Was suchst du hier?! Wie siehst du aus?! Wer bist du?!

Schröder (hat gleichzeitig mit Dubois geantwortet): Schröder III – – war ich. Württemberger Infanterie . . . Gefallen – 1916 . . .

Gadenau (ist zurückgeprallt).

Alle (entsetzt zurückweichend): Wo . . . Wo . . . Wo kommt ihr her – – – ???

Schröder und Dubois (still): Aus . . . dem . . . Massengrab . . .

(Aufschreie des Entsetzens.)

Vernier (und einige Offiziere sind schon früher mit Fackeln in den Friedhof eingedrungen. Nun schreien sie auf): Das Massengrab – – – geöffnet!!!

Offiziere: Die Gräber – – – leer!!!

Gadenau und Lamarque: Und die – – – Toten??? Die – – – Toten???

Offiziere: Sind – – auferstanden!!!

Alle (schleudern in wilder Panik Fackeln und Laternen von sich und stürzen mit gellenden Rufen fort): Der Jüngste Tag!! Das Jüngste Gericht!! Die Toten sind auferstanden!! Das Ende der Welt!! Der Jüngste Tag!! Die Toten sind auferstanden!!!

Die Lichter sind erloschen. Das Trommeln, Kommandieren und Marschieren verklingt. Der Friedhof liegt wieder dunkel und still.

Schröder (nimmt Dubois an der Hand, zählt dumpf vor): Marsch – eins. Und zwei. Und drei. Und vier. Eins. Zwei. Drei. Vier. (Usw.)

Dubois (zählt mit): Rum, pum, rumpumpum. Rum, pum, rumpumpum. (Sie marschieren wankend ihrer Truppe nach.)

Die Bühne schließt sich.

 


 

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