Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Sextus Aurelius Propertius: Werke - Kapitel 1
Quellenangabe
typepoem
booktitleWerke
authorSextus Aurelius Propertius
translatorJohann Heinrich Voss
year1830
publisherFriedrich Vieweg
addressBraunschweig
titleWerke
pages315
created20090204
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

3 I.
An Tullus.

        Cynthia hat, sie zuerst, mit den Äugelein ach! mich erobert,
    Mich, den zuvor niemals einige Liebe berauscht.
Da, da hat mir gesenket den Blick standhafter Verachtung
    Und auf das Haupt mir gestellt Amor den drückenden Fuß;
5   Bis er mich hassen gelehrt die allzu sittsamen Mägdlein,
    Und, o der Schalk! rathlos leben und ohne Bedacht.
Ja, schon dauret die Wut mir unablässig ein Jahr lang;
    Da doch dulden ich muss feindlicher Götter Gewalt.
Durch ausharrende Mühe hat Milanion endlich, o Tullus,
10       Doch Atalanta's hartherzige Strenge gebeugt. 4
Denn bald irrt' er betäubt in Parthenions Felsengeklüften,
    Und rauhborstiges Wild ging er zu spähen umher;
Bald sogar von Hyläus mit mördlichem Aste geschmettert,
    Seufzet' er, schwimmend in Blut, auf den arkadischen Höhn.
15   Dadurch konnt' er bezwingen der hurtigen Jägerin Starrsinn.
    So viel mag in der Lieb' eifriges Flehen und Thun.
Mir nur träge besinnt auf keinerlei Künste sich Amor;
    Ja er vergisst, die er kennt, vorige Wege zu gehn.
Ihr denn, die ihr den Mond durch teuschenden Zauber herabzieht,
20       Und auf magischem Herd' Opfer zu weihen euch müht:
Siehe, wohlan! nun strebet, den Sinn mir zu lenken der Herrin!
    Schaft, dass ihr das Gesicht mehr noch erblasse, denn mir!
Dann möcht' eurer Gewalt ich vertraun, dass Stern' ihr und Ströme
    Durch des cytäischen Banns Laute zu ziehen vermögt. 5
25   Ihr auch, die ihr zu spät dem Strauchelnden rufet, o Freunde,
    »Wollet der krankenden Brust Linderung suchen des Wehs.
Mannhaft werden wir Stahl und die Wut aushalten des Feuers;
    Nur, was der Zorn eingiebt, sei mir zu reden erlaubt.
Raft durch die äußersten Völker mich fort, durch die Wogen entraft mich,
30       Hin, wo nimmer ein Weib wisse den Gang, den ich ging!
Ihr bleibt, denen der Gott zuwinkt mit freundlichem Antliz;
    Seid als glückliche Paar' immer von Liebe geschirmt.
Mir häuft unsere Venus die bitteren Nächte mit Unruh;
    Und nie, lässiges Sinns, rastet mir Amor einmal.
35   Flieht mir gewarnt dies Übel! Es hang' an der Seinigen jeder,
    Und in gewohnter Lieb' ändere keiner den Ort.
Wenn ja den Warnungen einer das Ohr zu träge daherneigt,
    Ach, wie denkt er mit Schmerz künftig des Wortes von mir!
 Kapitel 2 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.