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Welt-Untergang

Felix Dahn: Welt-Untergang - Kapitel 7
Quellenangabe
authorFelix Dahn
booktitleFelix Dahn. Neue wohlfeile Gesamtausgabe. Zweite Serie. Band 2
titleWelt-Untergang
publisherBreitkopf und Härtel
printrun21. bis 30. Tausend
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20161205
projectid45c3a429
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Fünftes Buch.

*

 

I.

Der furchtbare Tag war angebrochen und nahezu abgelaufen ohne irgendwelche Störung der Ruhe in der Stadt.

Das war bei der gewaltigen Aufregung aller Gemüter nur den weisen und kräftigen Anordnungen zu danken, die der Bischof schon lange für diese bangen Stunden vorbereitet und nun ins Werk gesetzt hatte. Unter Supfos treuer Pflege – er hatte dabei des Steinweins nicht gespart! – erholte sich die starke Natur Herrn Heinrichs bald von der Betäubung, in welche ihn der rasche Wechsel so mannigfaltiger Erregungen gestürzt hatte; er begab sich noch am Abend zu rechter Zeit in den Dom und waltete dort seiner heiligen Pflichten.

Nach durchwachter und durchbeteter Nacht schritt er in feierlichem Aufzug, gefolgt von seiner ganzen Priesterschaft und allem Volk, durch die Straßen, zum letztenmal Gott zu danken, seine Gnade und die Fürbitte der Heiligen anzurufen. Zwar ward gemeldet, daß räuberische Bauern auch an diesem Tage selbst noch sich ziemlich nahe der Stadt gezeigt hätten: – aber auch hiergegen hatte Herr Heinrich wachsame Vorkehrung getroffen auf den Warttürmen.

So war der wunderschöne Sommertag friedlich, feierlich, erwartungsvoll hingegangen.

###

Nun deckten bereits blaue Schatten die fernen, waldigen Höhen an dem Oberlaufe des Flusses, während in der Stadt auf den Türmen im Umkreis der Mauern die roten Pechpfannen der Türmer glühten; auch stromabwärts glomm hier und da ein Licht aus den auf den beiden Ufern verstreuten Höfen: die Leute wachten in bangem Gebet die Mitternacht heran.

Schon damals setzte sich wie heute auf dem rechten Mainufer die von Süden herziehende große Heerstraße unterhalb der Stadt gen Norden hin fort: im Osten stieß sie dicht an die mit Reben bepflanzten Anhöhen; aber links, gegen den Fluß hin, erstreckten sich in jener Zeit noch Wiesen und Buschwerk.

Wonnesam ist und berauschend die laue Mittsommernacht zu Würzburg und, wie des Lenzes in jenem gesegneten Maintal, wird, wer je dort einer Mittsommernacht genoß, ihrer dankbar gedenken.

Und diese Nacht, welche da als die letzte ihren weichen dunklen Schleier werfen sollte auf die Erde, – diese Nacht war wunderbar vor den andern vieler Jahre! –

Der Mond stand nahezu voll am Himmel: von den Osthöhen aufschwebend warf er sein bleiches Licht zauberhaft auf den Fluß, auf die ragenden Mauern der Burg im Westen; leichtes fast durchsichtiges Gewölk, von rötlich gelben Rändern umsäumt, zog manchmal, vom lauen Südwest getragen, über die leuchtende Scheibe, durch solchen Wechsel des vollen und des gedämpften Lichts den Reiz geheimnisvoll erhöhend.

Jener weiche, warme Südwest – hauchend, als wär' es Atmen des Himmels – führte auf seinen leisen Schwingen den wunderbaren, den süß berauschenden, den entzückenden Duft der Rebenblüte von den Weingärten des Burgbergs, zumal der Burgleiste über den Fluß nach Nordosten. – Zur Sonnwend gerade stehen dort die Reben in voller Blust und ihr Duft ist keinem auf Erden vergleichbar! Es ist eitel Poesie, süße, feurige, heiße Liebeslust atmende Poesie, was die trunkenen Sinne da einschlürfen in einer Berauschung, viel feiner und beseligender als im Trunk des Rebensaftes selbst.

Durch jenes Strauchwerk an der Straße und über die Wiesen hin flogen Leuchtkäfer in reicher Menge, mit ihrem grünlichen Licht das Phantastische, Ahnungsvolle dieser halbdunkeln Stunden noch steigernd.

Das Buschwerk aber bestand zum größten Teil aus wilden Rosen, die so schön, so starkstämmig, so zahlreich wie dort im sonnigen Maintal wohl nirgend mehr gedeihen auf deutscher Erde.

Vielfach hatten zwar die Rosen schon abgeblüht: aber der überaus warme und doch feuchte Sommer hatte an vielen Büschen eine zweite Blüte hervorgelockt: und der honigduftende süße Hauch der Wildrose mischte sich hier mit dem feineren herberen der Rebe.

Und in den Rosenbüschen schlugen und schmetterten ihr feurig Lied ungezählte Nachtigallen! So laut, so lustheiß, so jauchzend in beglücktem Minnewerben! So stark, wie noch in keiner Nacht dieses Sommers! Es war, als ahnten die klugen Vögelein, die zwar an den Untergang der Welt nicht glaubten, daß sie nun bald verstummen mußten für ein Jahr: und als wollten sie noch einmal aus vollster Kraft den Wonnejubel der Liebe hinausschmettern in die blaue, die leise atmende Nacht! –

All' das: das silberne Mondlicht – der laue Wind – der Reben- und Rosenduft – das heiße, brünstige Lied der Nachtigall – wirke zusammen zu einer säßen, weichen lustvollen Berauschung der Sinne und der Seele. – –

*

 

II.

Der Zauber dieser Stunde befing wohl auch den einsamen Reiter, der aus dem äußersten flußabwärts vorgeschobenen Blockhaus der Pfahlbefestigung in raschem Trabe gegen die Stadt geritten kam.

Er hatte den Helm abgenommen und ließ die laue kosende Nachtluft, den schmeichlerischen Wind, der ihm entgegenkam, frei durch seine dunkeln Locken streichen. Er hielt nun das schwarze Roß an, sprang ab und führte es am Zügel: »Still, Orco, tritt sacht auf! Sie dürfen uns nicht kommen hören, die frommen Frauen, sonst ...! – Ich hielt es nicht mehr aus! Ich mußte! Es riß mich fort so unwiderstehlich – wie dort der heiße Sang dem kleinen Vöglein aus der Seele bricht. Diese Nacht! Nie sah ich ihresgleichen! Du mußt – du mußt mein werden vor dem Ende. Magst du wollen oder nicht! Aber du wirst wollen: – wollen müssen! – denn du liebst mich! Wie lautete doch das Lied, das ich gestern auf diese Nacht, auf diese Stunde gedichtet?

Morgen um die zwölfte Stund',
Heia, geht die Welt zugrund!
Doch nicht eh' bis Minnegard –
– Leib und Seel'! – mein eigen ward! –
Diese Nacht,
Wann Hut und Wacht
Liegt in Betgeheul und Jammer,
Dann erbrech' ich deine Kammer:
Magst erglühen, magst erblassen, –
Eher nicht will ich dich lassen
Bis du mein!
Dann brich herein,
Ew'ge Pein!
Wirft von deinem roten Mund
Gott mich in der Hölle Schlund:
Du warst doch mein!

Aber der liebe Gott wird's selber einsehen, daß ich nicht anders, konnte. Was hat er sie so schön geschaffen und mich so heiß? Und ich hätte ja ganz gern des Bischofs Segen dazu erbeten, wenn ... Aber halt! Was ist das? Wer kommt da mir entgegen? Eine dunkle Gestalt – ein Weib – ganz allein – heute! in dieser Stunde! – Sie winkt mit der Hand. Bei Sankt Martin zu Tours! Wahrhaftig – sie ist's! sie selbst. – Minnegardis!« »Fulko!« schallte es zurück. Und er eilte ihr entgegen, das Tier nach sich ziehend. Hell trat der Mond aus Gewölk, da sie sich erreichten. »Geliebte! Du. – hier?« rief er und faßte ihre beiden Hände. »Wen suchst du?« – »Dich!« – »Aber wie konntest du ...?« – »Ich ahnte, du würdest, müßtest kommen in der letzten Stunde der Welt. Ach, ich wußte es!«

»Woher?« – »Aus meinem eignen Herzen und Verlangen! Ich erfuhr, du hast Wache in dem Blockhaus da unten. Da wußte ich, du würdest versuchen, mit List oder Gewalt zu mir zu dringen, in meine Kemenate bei den Religiosen. Aber ich wußte auch, es könne dir nicht gelingen.« – »Ich bin auf dem Weg und mein Schwert ...« – »Wäre nicht nötig gewesen. Ich erwartete dich und hätte dir den Laden der Kemenate selbst geöffnet.« – »Nun also!« – »Aber ich sollte ja fort! Der Bischof ließ mir sagen, er werde mich noch vor der zehnten Stunde durch die Runde der Wachen abholen lassen in den Dom. Dreißig Speeren konntest du mich nicht entreißen! Und darum – o ich sollte wohl vor Scham vergehen! – darum, weil du nicht zu mir dringen konntest – deshalb, du geliebter Mann, kam ich zu dir! Drang ich, flog ich dir entgegen. Denn, wisse das, du heiß Begehrter: ich liebe dich über alle Maßen. Und nicht sterben will ich, bevor du das erfahren und gefühlt. Ich muß, ich muß! Es reißt mich dir entgegen mit unbezwinglicher Gewalt, so notwendig wie hier die Rose duftet, dort das Vöglein singt. Dein will ich sein und dir gehören – unscheidbar Eins in Ewigkeit. Und wird – wie sie lehren – in der Ewigkeit nicht geküßt und gefreit, – so will ich dich küssen und kosen in der letzten Stunde, da die Welt noch steht. Will mich der gütige Himmelsherr drum strafen, – – so mag er's tun. Ich aber tu', was ich nicht lassen kann. Ich kam, um dein zu werden, ach nur im Tod: nicht mit dir zu leben, nur mit dir zu sterben. Ich liebe dich, komm an dies Herz und fühl's, wie ich dich liebe.« Und weit öffnete sie beide Arme und stürmisch umschlang er sie. Und er küßte sie, daß ihr der Atem verging. »Komm,« – flüsterte er dann – »hier auf der offenen Heerstraße – man wird dich vermissen – suchen ...«

Ein leichter Sprung und sie waren westlich von der Straße im dichten Gebüsch: – das kluge Roß sprang hinterdrein: – er schlang den Zügel um den nächsten Baum: »Nun, treuer Orco, halt Wacht! und warne, kommt jemand.« Der Rappe wieherte lustig und nickte mit dem Kopf, als hab' er alles verstanden. – – –

Und – nun alles still ringsum ... ganz still.

Der Mond lugte nur selten und schonend durch das dichte Gebüsch auf die weiche Wiese. Ein Leuchtkäfer flog über ihre Häupter hin und ließ sich dicht neben Minnegardens Locken nieder auf das Gras. »Unsre Hochzeitfackel!« flüsterte er.

Und der laue Wind trug ganze Wolken Wohlgeruchs von Rebenblüt' und Rosen ihnen zu.

Und laut, schmetternd, jubelnd, schlug die Nachtigall im nahen Busch ihr triumphierend Siegeslied der Minne. – – –

Sonst rings alles ruhig um sie und weihevoll: rings alles still: auch sie sprachen nicht vor eitel Seligkeit und eitel Liebe. – – –

###

Plötzlich wurden die Glücklichen aus ihrer süßen Versunkenheit aufgestört durch einen dröhnenden ehernen kriegerischen Ruf.

Erschrocken fuhr Minnegard auf unter seiner heißen Liebkosung, strich das gelöste wirre Haar aus den brennenden Schläfen zurück und rief: »Horch! Was war das? Die Posaune des Gerichts? Bricht das Ende herein? Ich fürchte es – nun – nicht mehr. Denn du wardst mein und höchste Seligkeit. Und nicht den strengen Richter: Hand in Hand mit dir tret' ich vor ihn hin und jauchze: ›Ja, ich liebe ihn, ewig werd' ich ihn lieben! Straft mich, Herr, wenn es Sünde war. Aber ich tät's nochmal!«

»Still, Kind! Laß mich horchen! Richtig. Das – es ist auch noch lange nicht Mitternacht! – Das ist nicht die Posaune der Erzengel: – das ist das Wächterhorn vom Brückenturm. Aber es bläst den Waffenschrei!«

Er machte sich los aus ihren Armen und lauschte.

»Horch! In der Runde antworten die andern Türmer. Es ist der Notruf: ›Feinde!› Und schau – dort – in der Ferne – unweit der Stadt – vor der Sandvorstadt – flammt Feuerschein auf. Das sind Mordbrenner, räuberische Bauern.«

»Wie? In dieser Nacht? Kurz vor dem Ende?«

»Gleichviel! Es scholl der Waffenschrei: Herr Heinrich ruft seine Ritter. Nicht vergeblich soll er Fulko rufen! Auf, mein süßes Lieb, du mein holdes Eigen: – rasch in den Sattel! So ist's recht! Halte dich an der Mähne! Hier bin ich schon hinter dir im Sattel. Noch einen Kuß! Und noch – und noch Einen – den letzten wohl! Und nun, renne mein Rößlein! Fulko und Minnegard darfst du tragen aus seliger Lust in seligen Tod.«

Pfeilschnell sauste das edle Tier durch die Wiesen gegen die Stadt dahin: es wieherte den schmetternden Trompeten feurig entgegen.

*

 

III.

Es waren noch etwa zwei Stunden vor Mitternacht.

Im Dome standen der Bischof und seine Geistlichen und so viele Gläubige, als der Raum zu fassen vermochte, Kopf an Kopf gedrängt, versammelt: auch in allen andern Kirchen und Kapellen hatte, nach Anordnung des Bischofs, nächtlicher Gottesdienst stattgefunden, ein paar Stunden nachdem die Vesperfeier vorüber war: auch sie waren sämtlich überfüllt.

Zu Hause blieben fast nur die Kranken, die Bett oder Haus nicht verlassen konnten und oft, aber nicht immer, ein Pfleger – oder meist eine Pflegerin! – welche die Pflicht, bei den Siechen auszuharren, höher anschlugen als den Trost, das Ende in der Kirche, in der schützenden Nähe der Heiligtümer zu erleben.

Nur Eine Ausnahme kam vor: – der Bischof selbst hatte sie befohlen.

Die Führer der Tor- und Wallwachen, die er – in Abwesenheit des Grafen – ordnete, waren am Morgen vor ihn getreten und hatten ihn gefragt, ob sie nicht mit ihren Leuten heut, am letzten Tag der Welt, ihr kriegerisch Werk einstellen und in den Kirchen der Andacht aller andern sich anschließen dürften?

Bei Herrn Heinrich hatten auf diese Bitte hin der Bischof und der Kriegsmann einen scharfen Kampf geführt; aber der Kriegsmann hatte gesiegt. Er hatte die Stirne gefurcht und gesprochen: »Nein! Die Landbrenner sind nah! Jeder auf seinem Posten. Der Bischof vor dem Altar, der Turmwärter auf dem Turm. Findet uns der Herr dort, so findet er uns da, wohin wir gehören. Bis zum letzten Augenblick – die Pflicht des Dienstes, des weltlichen wie des geistlichen.«

Mit stillem Kopfnicken hatte er, lange bevor er die Messe begann – die letzte, die er zu lesen hatte! – von dem Ankleidezimmer aus die Gräfin mit ihren Frauen die Steinstufen des Doms hinaufschreiten sehen. »Sie hält Wort,« sprach er gerührt; den Grafen Gerwalt sah er noch nicht, er vermißte auch noch Minnegard und Edel: aber er zweifelte nicht, sie würden rechtzeitig, wie er geboten, erscheinen.

Die Messe war gelesen, auch die Predigt zu Ende, in welcher der Bischof ernst, aber ohne weich zu werden, in mannhaften tapfern Worten zu seinen Hörern sprach, dem Feldherrn vergleichbar, der seine Sturmschar ermahnt, dem sichern Tode kühn entgegenzuschauen. –

Der Dom hallte wider von dem lateinischen Gesang der Priester und der Chorknaben, in welchen hin und wieder die Latein- und Sangeskundigen aus der Gemeinde einfielen. –

Wallend und wogend zogen dichte Wolken des Weihrauchs durch den von Öllampen und Kienspänen nur schwach beleuchteten einschiffigen Holzbau: – bloß der Hauptaltar, wo der Bischof nun segnend stand, strahlte in der Helle zahlloser Wachskerzen. –

Da plötzlich schmetterte durch die offene Tür – denn die Menge der Andächtigen drängte vom Chore durch die ganze Kirche und auch durch die Türe hinaus bis auf die Stufen und auf den Platz vor dem Dom – derselbe eherne Trompetenschall, welcher das wonneberauschte Liebespaar aufgeschreckt hatte.

Auch hier würde wohl die Vorstellung des Posaunentons des Weltgerichts – heute allen die nächstliegende – die Menge ergriffen und in dem dichten Gedränge Schrecken und Entsetzen verbreitet haben. –

Aber Herr Heinrich kam dem zuvor.

Sofort erkannte sein an solchen Ruf gewohntes Ohr die Eigenart dieses Grußes. Er ermaß auch blitzschnell die Gefahr, welche ein falscher Schreck über die vielen Hunderte, in engem Raum zusammengepferchten, höchst erregten Menschen bringen mußte.

So rief er denn mit seiner lauten Stimme, die gewohnt gewesen, mit dem Ruf des Befehls das Toben der Reiterschlacht zu überdröhnen: »Bleibt ruhig, ihr Gläubigen! Das ist nicht der Beginn des Gerichts! Ich habe befohlen, mit der Turmtrompete ... Hört ihr? Es ist die Trompete vom Sandturm – jetzt auch vom Brückenturm! – zu melden, wann sich das Raubgesindel gegen die Stadt heranzieht. Es sind Brandräuber!«

Da brach sich durch die Menge vor den Stufen ein ganz Gewaffneter Bahn – er schob die Bürger, die Frauen, links und rechts kräftig zur Seite – schon hatte er den Altar erreicht. »Auf, Herr Bischof! Hier Euer Schwert. Nehmt! Eure Sturmhaube! Euer Roß steht draußen gesattelt. Feinde vor der Stadt! Es brennen schon mehrere Höfe mainaufwärts. Kommt und helft!« Es war Blandinus, voll glühenden Eifers: Nie war sein schön Gesicht so schön gewesen, wie es jetzt unter der Sturmhaube hervorglänzte. »Helft! Rettet! Herr Bischof!« riefen die Bürger. »Was sollen wir tun?« »Hierbleiben! Beten!« schrieen die Weiber.

Aber Herr Heinrich richtete sich auf zu seiner vollen Höhe, riß das Schwert aus der ihm dargereichten Scheide, warf diese weg, und, hoch die Klinge schwingend, rief er: »Fechten sollt ihr! Nicht beten! Eure Stadt, Sankt Burchhards Weihtum, schirmen! Fallt ihr so, so fallt ihr schön und büßet manche Sünde. Wie können wir besser unsre letzte Stunde verleben, als im Kampfe für Sankt Kilians Heiligtum? Folgt, ihr Bürger Würzburgs, folgt euerm Bischof! Hinaus vors Tor und wehe den Kirchenräubern! Sankt Kilian und Sankt Burchhard ziehen euch voran!«

Und er stürmte die Stufen des Altars hinab der Domtüre zu.

»Sankt Kilian und Sankt Burchhard! Steht uns bei!« riefen die Krieger und folgten ihm.

*

 

lV.

Das kühne Vorgehen des streitbaren Bischofs sollte sich aber doch gar bald als allzukühn erweisen.

Zwar die Dienstmannen und Reisigen waren rasch zur Stelle und folgten sofort eifrig ihrem heißgeliebten Führer: Blandinus, dem der Befehl in der inneren Stadt übertragen war, hatte sie rasch gesammelt: aber Hellmuth und Fulko konnten nicht zur Stelle sein: ihnen hatte ja Herr Heinrich die gefährlichste Wacht: die in den beiden entlegensten Blockhäusern des Pfahlhags flußabwärts und flußaufwärts anvertraut.

Und das Häuflein, an dessen Spitze jetzt der Bischof durch das Südtor und die Sandvorstadt sprengte, war doch nur recht klein: zwanzig Rosse und vierzig Fußknechte: mehr waren es nicht.

Die Bürger aber zeigten zwar guten Willen, waren auch nicht übel gerüstet und in den Waffen geübt. Allein es währte recht lange, bis sie diesmal in genügender Stärke beisammen waren und ihrem Bischof hinaus nacheilen konnten, der sofort mit seinen Dienstmannen allein dem Feinde entgegengesprengt war.

Unbewaffnet waren die Burgensen alle – den Canones und dem Landfriedensrecht gemäß – in den Dom und in die übrigen Gotteshäuser gekommen: nun mußten sie erst in ihre oft weit entlegenen Höfe zurück, sich mit Schutz- und Trutz-Waffen zu versehen, meist unter dem Widerstreben, den Bitten und Tränen ihrer Weiber und Kinder, die sie im Angesicht des nahenden Gerichts nicht von ihrer Seite, nicht aus dem Hause, . am wenigsten vor das Tor hinaus zum Gefecht ziehen lassen wollten.

So sammelten sie sich heute nicht, wie herkömmlich war, an den vorherbestimmten »Scharorten«, sondern einzeln, paarweise oder in ganz kleinen Häuflein, wie sie sich auf dem Wege zu der Sandvorstadt zufällig gefunden, trafen sie vor dem Südtor weit, weit hinter dem Bischof auf der Heerstraße oder auf der Allmännde ein, die nun gar bald zum Schlachtfeld werden sollten.

Bevor wir aber dieses betreten, müssen wir nachholen, was auf demselben unmittelbar vorher sich begeben hatte.

*

 

V.

Um dieselbe Zeit, da nördlich der Stadt Frau Minne Ritter Fulko und schön Minnegard einander entgegengeführt hatte, eilte im Süden der Stadt auf der großen Heerstraße gegen das Südtor zu eine weiße Gestalt.

Ein lichter Schleier flatterte ihr nach, so hastig schritt sie: im Glanze des Mondes, den nur selten ziehend Gewölk verdeckte, leuchtete das freiflutende, hellblonde Haar – es war aufgegangen: das zusammenhaltende blaue Band hatte sie bei dem raschen Aufbruch verloren. Sie drückte den weiten hellgrauen Mantel über der Brust zusammen. Ihr Auge spähte scharf vorwärts: aber nicht auf die Vorstadt am Ende der Heerstraße war es gerichtet, sondern links ab von der Straße, wo, nahe dem Flusse, das äußerste Blockhaus des Pfahlhags vor dem Südtor ragte.

»O Gott,« betete die Eilende, »laß mich noch recht kommen. Nur Ein Wort zu ihm – von ihm! Dann will ich ja gern in den Dom. Wie spät mag es schon sein? Ich konnte die Zeit nicht genau erkunden! Wartete ich länger, mußte ich in Begleitung der andern Frauen gehen und dann mit ihnen gleich in den Dom. Mag es wohl schon bald Mitternacht sein? Barmherziger Heiland, o verschiebe die Stunde des Gerichts nur so lang, bis ich ... Du blickst in mein Herz, heilige Jungfrau! Du weißt, mich treibt nicht sündiger Liebe Verlangen – nicht an seine Hand will ich rühren! – nie würde ich aus solchem Sehnen die scheue Scham überwinden, und zerspränge mir darüber das Herz in der Brust. Nein! Nicht nach solchem steht mein Begehren! Ich will ja nur – – – du weißt, Gott, was ich will. Darum hilf mir! Bald – bald bin ich ja dort. Sehe ich doch schon das schmale Tor, das in das Blockhaus führt. Gleich muß der Wiesensteig links abbiegen hier unten von der Straße ... Ah! Was ist das? Dies Tor ...?«

Sie konnte nicht vollenden.

Mit Schrecken nahm sie wahr, wie das Blockhaustor, nach welchem Ziel ihres eilenden nächtlichen Ganges sie so sehnsüchtig ausgeschaut hatte, sich von innen öffnete und wie aus demselben auf dem engen Wiesenpfad, der ein wenig hügelan auf die Heerstraße führte, ein Reiter ihr in den Weg sprengte.

»Weh mir – wenn man mich erkennt, anhält, – aufhält!«

Sie wankte: sie stützte die Hand auf einen breiten Grenzstein rechts an der Heerstraße, der hier die Markung der Stadt von den Äckern des Randahari trennte. Schon hatte der rasche Reiter die Hochstraße erreicht: ungestüm jagte er heran – sein Helm glänzte und strahlte hell im Mondlicht – ein langer dunkler Mantel flog ihm nach von den gepanzerten Schultern: – sie hoffte, er werde an ihr vorbeisausen: sie glitt ganz hinter die breite Steinsäule – schon hörte sie das Schnauben seines Rosses – schon sah sie ... »Ah! Er! Gott ich danke dir!« rief sie frohlockend und sprang, beide Arme hoch gen Himmel erhebend, aus ihrem Versteck hervor.

Heftig erschrak das Roß, aber nicht der Reiter. »Edel!« rief er, bändigte kraftvoll das scheuende, hochsteigende Tier, brachte es zum Stehen, sprang nun ab und schritt ihr, den Zügel in der Hand, entgegen. »Jungfrau Edel« – in höchstem Erstaunen sprach er – »was tut ... was wollt Ihr hier – allein ... zu dieser Stunde? Was sucht Ihr?« »Euch!« rief das Mädchen. »Nein doch: dich, Hellmuth, dich!« Und beide Hände fest ineinander ringend ließ sie sich vor ihm auf die Kniee gleiten. »Laß mich! Nicht deine Liebe such' ich mehr – ich weiß, ich habe sie verwirkt – aber deine Verzeihung. Ich kann nicht sterben, kann nicht vor den ewigen Richter treten mit dieser unverziehenen Schuld auf meiner Seele, der schweren Sünde der Herzenshärtigkeit, des verstockten Stolzes, der grausamen Mißhandlung ... Ich habe dich gequält ... gepeinigt, ich habe dein stummes monatelanges Flehen um Verzeihung eines ach! so leichten Fehls, – eines Fehls aus Liebe! – mit Füßen in den Staub getreten! O es war so schlecht von mir, so eitel, so sündhaft! Aber sieh: nun – in der letzten Stunde meines Lebens – lieg' ich. Edel, die stolze Edel, vor dir im Staub – nein, laß mich! Ich stehe nicht auf, bis ... Und ich flehe dich an: verzeihe mir! Verzeihe mir um des Heilands willen, der, ein Wunder wirkend, dich mir hier entgegengesandt hat in dieser Stunde! Ich sprang aus dem Fenster der Kemenate in den Garten. Ich wußte, wo du zu finden warst. Ich konnte es nicht mehr ertragen – ich lief dir entgegen – es schob mich vorwärts wie mit unsichtbaren Engelshänden: das Wort, das in diesen Tagen unablässig uns verkündet ward: – ›Bereue! Büße!‹ – es mahnte mich unwiderstehlich, die schwerste Schuld meines Lebens zu büßen: die Schuld gegen dich und deine große, deine rührende Liebe. Ich hätte dich im Blockhaus aufgesucht vor allen deinen Reisigen und dich dort laut angefleht, wie hier in der heiligen, nur von Gott erschauten Einsamkeit: Hellmuth, verzeihe mir!«

Schon hatte er sie vom Boden aufgerissen. »Edel! Ich Euch – ich dir verzeihen? Nein vergib du mir. Die Liebe riß mich fort. Doch du kannst das nicht fassen! Denn was weißt du von Liebe!« »Ich?« – Sie errötete über und über, wie sie nun mit unendlicher Anmut das edle langgestreckte weiße Antlitz zu ihm emporhob: es leuchtete geisterhaft im Glanz des Mondes, umrahmt vom blonden Haar: – sie richtete einen langen Blick auf ihn aus den tiefen grauen Augen. – Dann senkte sie die dunklen Wimpern und fragte: »Was immer Euch in dieser letzten Stunde der Welt in die Nacht hinausgetrieben hat, was immer Ihr suchtet – gewiß war's nicht Edel?« – »Wie durfte ich das wagen? Nein! Den Tod, den Heldentod in herrlichem Reiterkampf. Denn wisset – von dorther – von Süden – nahen alsbald furchtbare Feinde.« »Den Tod? O so laß mich ihn teilen!« rief sie leidenschaftlich ausbrechend. »Du hast mir verziehen – und du liebst mich noch immer – ich sehe dir es an: so gewähre mir die letzte Bitte! Im Leben hat mein sündhafter Stolz uns getrennt: laß nun im Tode meine Demut uns vereinen. Vergönne mir, mit dir zu sterben.« Und überwältigt von allbezwingender Liebe sank sie an seine Brust, das schmale Köpflein vorwärts beugend wie eine tauschwere Blume. »Edel! Geliebte! Ist es wirklich? Bist du meine Edel?« – »Ja! Deine Edel! Aber nur im Tode dein!« Und er küßte sie auf die weiße Stirn: er wagte es nicht, sie auf die so fest geschlossenen, schmerzumzuckten Lippen zu küssen.

Es war ganz still um dieses Paar; hier sang keine Nachtigall. –

Plötzlich schlug an beider Ohr von Süden her ein schriller gellender Hornruf. »Horch! Was war das?« rief Edel, erbleichend und sich hoch aufrichtend. Beide wandten sich nun flußaufwärts nach der Richtung des Schalles. Alles still. Da flammte in der Ferne rote Lohe auf. »Der Weltenbrand!« rief Edel. Aber im selben Augenblick antworteten dem ersten Hornruf zwei, drei lautere dem Paar erheblich näher. »Nein!« rief Hellmuth. »Gut kenne ich den wilden Ton! – Das sind wendische Hörner! Sie blasen den Kriegsruf. Und schau: dort brennt ein zweites – wie rot! – ein drittes Feuer auf – dort liegen die Höfe des Randahar – es sind ihre brennenden Strohdächer. Das sind wendische Plünderer! Sind ja Heiden, glauben nicht an das Weltgericht. Und horch nur! Ich meine ...« Er warf sich zu Boden und drückte das Ohr fest auf die harte Heerstraße. Sofort sprang er wieder auf. »Kein Zweifel. Reiter sprengen heran! Viele, sehr viele! Die Erde dröhnt von Hufengestampf. Das sind nicht die himmlischen Heerscharen und nicht die Teufel der Lüfte. Auf, Edel, rasch! In diese Hände darfst du nicht fallen.«

Er hob sie auf das Pferd und schwang sich hinter ihr in den Sattel. »Wohin? Was willst du tun?« fragte sie. »Ich warne die Stadt und Herrn Heinrich.« Und schon jagte der treue Falk sausend zurück nach dem Südtor. Funken stoben unter seinen klirrenden Hufen aus den Kieseln der Straße, weithin flog Edels weißer Schleier nach.

*

 

VI.

So war es Hellmuth gewesen, welcher zuerst den Turmwart des Südtors gewarnt und auf die nahenden Feinde merksam gemacht hatte.

Er führte die bleiche schweigende Edel in die nahe Kirche in jener Vorstadt der Heiligen Petrus, Paulus und Stephanus. Hier, dicht bei dem Südtor, fanden sich alsbald viele Frauen und Mädchen der Stadt aus den nächsten Höfen, aus dem Dom und den andern Kirchen zusammen: denn hier war man sicher, zufrühest Nachricht von dem Gefecht zu erhalten, sowie den Bischof und die Seinen bei ihrer Heimkehr zuerst zu begrüßen. Hierher führte auch Fulko die Geliebte, die er schon außerhalb des Nordtors vom Rosse gehoben und gar sittsam durch die von den zusammenlaufenden Bürgern belebten Teile der Stadt geleitet hatte; bereits vorher war hier aus dem Dome mit ihren Frauen der beiden Mädchen mütterliche Freundin, die Gräfin Heilfriede, eingetroffen.

Als der Bischof das Tor hinter sich gelassen hatte und nun auf der Heerstraße ungestüm vorwärts sprengte, – vor ihm mit brennender Fackel Blandinus – da drängten Hellmuth und Fulko von rechts und von links ihre schnaubenden Rosse an seine Seite. »Gut, daß ihr da seid. Willkommen, tapfre Junker, im letzten Gefecht,« rief er ihnen freudig zu. »Herr Heinrich,« erwiderte Hellmuth, »wollen wir nicht warten, bis von den Bürgern einige heran sind?« Höchlich erstaunt, ohne im Vorwärtsjagen einzuhalten, sah der Bischof zu ihm hinüber: »So redet Hellmuth vom hohen Horst? Um eine kleine Rotte schlecht gewaffneter Bauern zu zersprengen ...?« – »Herr, es sind nicht Bauern. Und nicht eine kleine Rotte! Da! Hört Ihr das Horn? Wenden sind's.« »Gewiß die Söldner Zwentibolds!« rief Fulko. »Das wolle Gott nicht!« stammelte der Bischof und erbleichte, ... aber nicht aus Furcht. »Da vorn – rechts – brennt schon wieder ein Hof!« rief Blandinus mit der Fackel deutend. »Das ist, mein' ich,« riet Fulko, »das Haus des Zeidlers Wulfilo, des Nachbars von Frau Ute. Arme Fullrun, wie mag es dir ergangen sein! Halt, holla! Hier geblieben, Signor Blandinus!« und er fiel dem Venetianer in die Zügel, der bei jenem Namen, laut aufschreiend, den Gaul spornend, nach rechts hin über die Wiesen davonjagen wollte.: »Jetzt heißt's, beisammen bleiben! Wollt Ihr allein die Wenden schlagen?« »Das Kind wird Gott beschützen,« pflichtete der Bischof bei, »wir kämen zu spät.« »Da! Da sind sie schon!« rief Hellmuth. »Jawohl,« lachte Fulko, das Schwert ziehend. »Jetzt hat sie der Teufel schon da.« »Weiß Gott, die Wenden!« stöhnte der Bischof dumpf. »Und wie viele!« rief Fulko. »Jetzt, Freund Hellmuth, jetzt heißt's fechten.« »Ja! Gott sei Dank! – Das wollen wir,« antwortete der mit blitzenden Augen. »Wohlan!« sprach der Bischof. »So mögen sie denn zum letztenmal auf Erden schmettern, die deutschen Drommeten. Bald schallen die himmlischen Posaunen darein!«

Noch nicht gleich kam es zum Zusammenstoß: die vorausgeschickten Reiter der Slawen jagten zurück, offenbar, ihrem Führer Meldung zu bringen. Und der Bischof gebot Halt, seine Fußknechte nachkommen zu lassen. Wie er das Ganze übersah, mußte er erkennen, daß sein kleines Häuflein doch in recht schlimmer, aufs höchste gefährdeter Lage war.

Was von einer erlesenen Reiterschar gegen einen, wenn auch viel zahlreicheren Haufen schlecht gerüsteter Bauern, die nur zu Fuß fochten, zu wagen gewesen wäre, das erwies sich als undurchführbar gegen diese trefflich und mannigfaltig bewaffneten, zum Teil gut berittenen Soldknechte, die unter ihrem mit wilder Begeisterung verehrten Häuptling seit einem Jahrzehnt im Dienste gar vieler Fürsten auf wendischer, deutscher, welscher, byzantinischer Erde gefochten und gar oft gesiegt hatten.

»Der Wende,« rief Fulko »– Gott verdamm ihn! – versteht den Krieg. Schau, Hellmuth, wie klug benützt er seine große Übermacht! – Auf wieviele schätzest du sie?« Hellmuth hob sich hoch in den Bügeln, bog das behelmte Haupt vor und spähte nach allen Richtungen: »Die links von uns in den Weinbergen und im Gehölz kann ich nicht schätzen. Aber da auf der Straße vor uns und rechts in den Wiesen – das sind eher vier- als dreihundert.«

»Schau – man sieht es deutlich im Mondlicht! – hier auf der breiten Straße schart er seine Reiter zusammen, viele Glieder tief, unsern Anprall abzuwehren.« – »Aber auch das Umgehen hat er gelernt! Sieh, westlich von der Straße – über die Wiesen hin – läßt er andre Reiter vortraben, uns in der Flanke zu fassen.« – »Und wo bleiben unsre Bürger? Noch gar wenige sammeln sich auf der Wiese.« – »Und seine Fußknechte,« ergänzte der Bischof, »und Pfeilschützen schickt er östlich von der Straße in die Weingärten und in den Buschwald der Höhen, uns von links zu packen. Ja, von dort könnten sie sich zwischen uns und die Stadt werfen und uns auch vom Rücken fassen.« Er gebot den Junkern, hier zu halten, und ritt langsam voraus, seine vordersten Reiter zu ordnen. »Nun, die links werden aber nicht viel ausrichten,« meinte Hellmuth, »bergan, auf den Schmalpfaden zwischen den Weinbergen. Ein Häuflein entschlossener Männer genügt ...«

»Sind aber immer noch nicht da, auch zur Linken nicht, die lieben Bürger von Würzburg!« – »Oder doch nicht genug. Jetzt hab' acht, Herr Heinrich winkt mit dem Schwerte!«

*

 

VII.

Der Bischof hatte, jener Dreiteilung der Feinde zu begegnen, auch von seiner ohnehin so schwachen Schar einen rechten und einen linken Flügel abzweigen müssen.

Er sandte Boten über Boten in der Richtung gegen die Stadt zurück, die Bürger zur Eile zu mahnen und sie, wie sie einzeln oder in kleinen Häuflein herankamen, jenen beiden Flanken zuzuteilen. Er gedachte, durch das beste, alterprobte Mittel deutscher Kriegskunst – seit nämlich die schwer gepanzerte Reiterei (zuerst in den Ungarnkriegen) wichtiger geworden war als das alte nur zu Fuß kämpfende Aufgebot des Heerbanns – gegen alle Feinde: durch das Ansprengen seiner eng aneinander geschlossenen schwergerüsteten Ritter und berittenen Heerknappen auf den mächtigen Streithengsten die Wenden auf der Heerstraße über den Haufen zu rennen, so durch einen gewaltigen Stoß ihre Mitte zu durchbrechen und die Schlacht zu entscheiden. Mit dem alten Feldruf der Deutschen: »Christus! Kyrie eleuson!« sprengte er, hoch das Schwert schwingend, auf seinem leuchtend weißen Dänenhengst an der Spitze seiner Panzerreiter auf die Wenden an und ein.

Es erging – anfangs – wie er gehofft: die schwächeren Gäule der Slawen und die geringere Körperkraft ihrer Reiter hielten den deutschen Ansturm nicht aus: das erste Glied war sofort überritten, das zweite – in der Mitte wenigstens – durchbrochen: aber in der dritten Reihe kam der Anprall zum Stehen.

Jetzt kreuzten sich deutsches Ritterschwert und slawischer Streitkolben: das Gefecht stand.

Und das war sehr schlimm für die kleine Reiterschar, deren einzige Siegeshoffnung in raschem Niederreiten der Übermacht bestanden hatte.

Da ersah Herr Heinrich im roten Licht einer Pechfackel einen feindlichen Führer in reicher Rüstung mit geschlossenem Helm, der sich soeben von seinem gestürzten Gaul – Hellmuth hatte ihn überrannt – losmachte und behend auf ein andres Pferd schwang, das ihm ein Wende zuführte. »Vorwärts!« scholl es aus dem Mundloche des Visiers hervor. »Nieder mit den Deutschen.« Und die Wurflanze in der Hand wirbelnd ritt er wieder in die vorderste Reihe.

»Die Stimme kenne ich!« rief Herr Heinrich, spornte das Roß gegen den Feind, schwang grimmig das Schwert und schmetterte einen solchen Streich auf den reich vergoldeten Helm, daß dieser klirrend in zwei Stücke auseinander sprang. »Berengar!« schrie der Bischof. »Wie konntest du es wagen? Gegen meinen Befehl ...?« – »Befiehl du deinen deutschen Knechten, nicht mir!« gab er zurück und hob scharf zielend den Speer zum Wurf.

Allein da wurden sie getrennt, auseinander gerissen durch den Stoß einer frischen Rotte Fußvolks, die, auf den Befehlsruf eines nicht sichtbaren Führers, aus der vierten Reihe der Slawen mitten auf der Heerstraße mit gefällten Lanzen vorbrach und die deutschen Reiter sofort schwer bedrängte. Diese konnten auf der von gefallenen Pferden und liegenden wie kämpfenden Menschen vollgestopften Straße nicht mehr vorsprengen, also ihr wirksamstes Kampfmittel nicht mehr gebrauchen. Und ein Roß der Bischöflichen nach dem andern brach zusammen: denn die wendischen Lanzenknechte stießen nicht auf die gepanzerten Reiter, sondern auf die Pferde. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es Fulko, der sich stets ein wenig vor Herrn Heinrichs Schimmel hielt, die zahlreichen Speerschäfte niederzuschlagen, welche dies weithin sichtbare Ziel vor andern bedrohten.

Da sprengte Hellmuth, welchen der Bischof entsendet hatte, Nachricht von seiner rechten Flanke einzuholen, wo die Wenden auf den Wiesen, nach dem Vordringen ihrer Hornrufe zu urteilen, erheblich Raum gewonnen, auf die Straße zurück und meldete: »Nun geht's wieder da drüben! Es stand schlimm. Aber ein Häuflein Bürger, das eben eintraf und das ich und Gericho den wendischen Reitern entgegenwarfen, hat das Gefecht dort gestellt. Jung Gericho macht seine Sache gut. Allein Übles vernahm ich von unserm linken Flügel her. Dort scheinen ...«

Er konnte nicht vollenden.

Denn von eben dort, von Osten her, sprengte Blandinus, der zu gleichem Zweck entsendet worden war, auf die linke Seite der Straße: den Helm hatte er verloren, sein Gesicht war von Blut aus einer klaffenden Wangenwunde überströmt. »Herr Bischof, wir sind umgangen. Die feindlichen Pfeilschützen und Fußknechte haben die wenigen Bürger in den Weinbergen überwältigt. Baumeister Hesso, der starke, treue Mann, der sie befehligte, ist gefallen: ich führte die Weichenden zu einem letzten Stoße vor – umsonst – – mich traf ...« Er wankte: Fulko hielt ihn aufrecht im Sattel.

Herr Heinrich drückte in bitterem Schmerze die Augen zusammen: »Zurück? In die Stadt? Nein! Weichen wir einen Fuß breit, – sind wir verloren und der Feind dringt mit uns ein. Das soll nicht sein.« – »Nein!« rief Hellmuth. »Um keinen Preis! Seht, dort hinten schart sich ein frischer, ein noch stärkerer Haufe Fußvolks zum Stoße gegen uns. Kommt zuvor! Laßt uns noch einmal einsprengen, so gut es eben geht, und dabei fallen, das Gesicht nach vorn!« »Jawohl,« rief Fulko. »Es muß doch endlich einmal gleich Mitternacht sein. Dann holen die Englein unsre Seelen hier und die Heiden holt, wie billig, der Teufel. Drauf und drein, Herr Heinrich! Auf Wiedersehen im Himmel, Minnegard.«

Und schon wollte der Bischof, zum Tode bereit, den Befehl geben zum letzten hoffnungslosen Ansprengen wider den entgegenstarrenden Lanzenrechen, als plötzlich, wie durch ein Wunder, das Gefecht völlig umschlug.

*

 

VIII.

Denn auf dem rechten Flügel der Wenden – östlich der Straße – in den Weingärten und von den Waldhöhen herab ertönte auf einmal wildes, wüstes, verworrenes Geschrei.

Freund und Feind stutzte, hielt ein im Kämpfen, wandte dorthin Augen und Ohren. Und schon stürzten die wendischen Pfeilschützen und Fußknechte, aufgelöst, in wilder Flucht, die Höhen herab, auf die Straße, in die rechte Seite der Ihrigen hinein, brachten diese in volle Verwirrung und warfen sie mit solcher Wucht auf die Mitte und diese auf die westlichen Nebenmänner, daß diese über die steile Straßenböschung hinunter in die Wiesen stürzten.

»Steht, beim Zrnbog! steht! meine Brüderlein,« schrie den flüchtigen Pfeilschützen eine schrille Stimme zu. Und ein Führer, auf schwarzem Roß, in ganz schwarzer Gewandung und Rüstung, warf sich ihnen entgegen, den Nächsten über den Haufen reitend, den zweiten an der Schulter packend und mit eisernem Griffe festhaltend, daß er wohl stehen mußte. »Steht doch! Es ist ja schon alles gewonnen!« »Ja, steht, ihr Memmen!« schrie Berengar herzureitend. »Habt ihr den Teufel gesehen, daß ihr so lauft?« »Wie? du bist's, Kratochwyl?« rief der auf dem Rappen. »Bist doch wahrlich kein Feigling! Hab' dir ja den ganzen rechten Flügel anvertraut! Wer jagt euch denn so?« »Der Teufel,« keuchte der Wende atemlos. »Wirklich der Christenteufel – wie der Christenpfaff gesagt hat. Wir hatten die Bürger vor uns zurückgeworfen – schon zweimal! – hatten fast schon den Kamm der Höhe erstiegen, – da plötzlich brach aus dem dichtesten finstersten Buschwald in unsre rechte Flanke – hoch von oben herab – ein rasender Riese – nicht gar viele hinter ihm! – Aber ein Riese! In Wolfsfellen! Das muß der Teufel selber sein! Unverwundbar! Die Pfeile prallten von seiner Wolfsschur ab. Er sprang mitten unter uns: ›Hilf, Woden! Woden hilf!‹ schrie er unablässig und bei jedem Schrei schlug er mit einem fürchterlichen Balken, den er mit beiden Händen schwang, einen, auch zwei von uns zu Boden. Da zog ich mein Wurfmesser – du weißt, ich fehle nicht – und warf's ihm seitwärts in den Kopf. Es traf: es blieb stecken. Aber er fiel nicht! Vorwärts sprang er gegen mich und – ich sterbe. Flieh, Zwentibold! Es ist der Teufel!« Und er fiel um und war tot.

Zwentibolds geübtes Auge ersah, daß er die Flucht seines zersprengten rechten Flügels nicht hemmen konnte. Rasch entschlossen befahl er seinem Mitteltreffen, vorzurücken und die Fliehenden hinter sich vorüberfluten zu lassen, wohin sie wollten.

Er warf einen Blick nach vorn, überzählte die geringe Schar der deutschen Reiter, fand, daß von den Seinen immer noch genug in Ordnung standen, sofort vorgeführt zu werden, und befahl mit gellendem Hornruf den Vorstoß. Jetzt erst zog auch er den krummen Säbel. »Nun hat's Sinn, daß auch der Feldherr ficht,« rief er Berengar zu. »Drauf, meine Brüderlein! Wir sind immer noch fünf gegen einen. Werft den Bischof dort und seine paar Reiter und euer ist die reiche Stadt. Plündert sie und brennt sie nieder!«

Ein gellendes Geheul – wie von Rudeln hungriger Wölfe – warb ihm zur Antwort. Vorwärts sprengten und rannten die Wenden und da die Deutschen, die neue Wendung erkennend, im selben Augenblick anritten, prallten beide Scharen sofort zusammen. Gewaltig war der Stoß. Gab den Deutschen die Wucht der Hengste und der Waffen großen Vorteil, – voll ausgewogen ward er durch die starke Übermacht der Wenden. Ein wildes, heißes Ringen auf der Straße; – nach Osten, die Hügel aufwärts, gab es kein Ausweichen für die Gäule – so drängte alles von der Mitte nach Westen gegen den Fluß hin: da stürzten die Rosse und die Reiter und die Fußknechte der Wenden, oft, wie Käfer, aneinander zu Klumpen geballt, in dichten Massen hinunter auf die Wiese. Zwentibold merkte, daß dort die Seinen schwere Verluste litten; er bahnte sich den Weg hierher; Berengar war dicht hinter ihm. Beide ersahen an der Spitze der Deutschen hier einen Gewaltigen auf weißem Roß, der mit sausenden Streichen seines langen Schlachtschwerts hoch von oben herab die Fußknechte wie Mohnköpfe niedermähte. »Der Bischof!« riefen beide wie aus einem Munde. Und alsogleich fielen sie beide ihn an.

»Schaut links, Herr Heinrich!« schrie Hellmuth und fing mit dem Schild einen sehr starken Säbelhieb Zwentibolds, während Fulko mit dem Schwert einen Speerstoß Berengars zur Seite schlug, daß der Schaft zersprang. Aber da stürzte, von dem Lanzenstoß eines Fußknechts getroffen, Fulkos Rappe und begrub den Reiter unter sich. Sofort riß Berengar das Schwert aus der Scheide und hieb auf Herrn Heinrich ein. Aber der – nun gewarnt – schwang ausholend mit aller Kraft – denn er war jetzt sehr zornig! – die Klinge hoch in die Luft und hieb ihm den Schwertarm samt Hand und funkelndem Schwert hart an der Schulter, gerade wo er aus der Brünne trat, so säuberlich ab, als wär' er niemals dort angewachsen gewesen. Aufbrüllend vor Schmerz schlug der Verstümmelte rücklings aus dem Sattel.

Allein nun warf sich Zwentibold auf den Bischof.

Seines bisherigen Gegners Hellmuth, mit dem er blitzschnelle funkensprühende Hiebe getauscht, hatte er sich soeben entledigt, indem er des Gegners Roß durch einen tückischen Hieb über die Vorderbeine zu Fall gebracht. »Hierher, Brüderlein! Alle zu Hauf! Auf den Bischof! Auf den Schimmel!« schrie er.

*

 

XI.

Und nun wäre Herr Heinrich – bei aller Kraft des Armes und aller Tapferkeit des Herzens – doch verloren gewesen. Blandinus, der ihm beispringen wollte, stürzte, aus nächster Nähe von einem Wurfspeer mitten auf die Brünne getroffen, aus dem Sattel. Der nächste der bischöflichen Reiter, der den Schild über seinen Herrn hielt, ward von Zwentibold über das Gesicht gehauen; und während Herr Heinrich alle Mühe hatte, sich der raschen Doppelhiebe des Fürsten zu erwehren, erschaute er die spitzen Speere von vier Fußknechten gegen sich und sein schon mehrfach verwundetes Roß gezückt. Er sah den Tod vor Augen. »O Heilfriede!« dachte er noch, »Gott sei mir gnädig!«

Aber da ergellte ein wilder Schrei vieler Feinde von seiner linken Seite: – er verstand die Worte nicht: – jedoch auf einmal sah er von der Anhöhe des Weinbergs zu seiner Linken in gewaltigem Satz auf die Straße herabspringen eine Hünengestalt – und eine furchtbare Waffe schmetterte nieder auf das Roß Zwentibolds. »Hilf, Woden!« scholl es nun ganz nah an seiner Seite, und der Ankömmling schlug mit einem zweiten Streich den nächsten Lanzenknecht nieder. Die drei andern ließen zwar noch nicht ab: sie packten des Bischofs Roß am Zügel und zielten auf den Reiter mit den Speeren. Aber dem einen fuhr mit wütendem Gebell ein grauer Wolfshund an die Kehle und gleichzeitig fielen die beiden andern vor den hochgeschwungenen Schwertern Hellmuths und Fulkos, die sich inzwischen unter ihren Gäulen hervorgearbeitet hatten.

Jedoch auch Zwentibold stand schon wieder, katzenbehend, auf seinen Füßen und wollte – zum drittenmal – Herrn Heinrich anfallen. Allein er kam nicht dazu.

»Halt, Schwarz-Riese: – du bist mein. Hilf, Woden!« scholl es ihm entgegen und Rado hob den furchtbar wuchtigen Schürbaum. – Der Slawe duckte sich, sprang zurück und kauerte hinter einem toten Gaule nieder auf den Boden. »Warte, Langer, du kommst später. Dein Bischof hat den Vortritt.« So zischend nahm er den Säbel zwischen die Zähne, riß ein kleines, kaum fingerlanges Messer aus dem Wehrgurt, faßte das Hornheft mit nur den ersten drei Fingern der Rechten und warf die dünne Klinge gegen Herrn Heinrich. Schwirrend, pfeifend durchschnitt sie die Luft – und traf. Gerade, wo zwischen dem Halsrand der Brünne und dem Sturzrand der Sturmhaube eine schmale Lücke klaffte, oberhalb des Schlüsselbeins, drang die scharfe Spitze in den Hals. Der Getroffene glitt langsam nach rückwärts aus dem Roß, das Schwert aber ließ er nicht aus der Faust.

Hellmuth und Fulko fingen den Sinkenden auf.

Gleichzeitig aber sprangen Rado und Zwentibold widereinander, beide in tödlichem Haß, nicht sich zu decken, nur zu treffen bedacht. – Und beide trafen. Dem Alten hatte die geschweifte Säbelklinge die dicke Sturmhaube aus dreifachem Wolfsfell durchschnitten und war noch tief in den Schädel gedrungen: – dem Slawen aber war die schwarze Pelzmütze und der schwarze Kopf in Eins zusammengeschlagen.

Das waren fast die letzten Streiche, die geschlagen wurden in diesem Gefecht. Denn die Söldner auf der Heerstraße entscharte der Schreck, als sie den Führer fallen sahen, dem sie blind in abgöttischem Vertrauen zu folgen so lange gewohnt waren. Ohne ihn zu kämpfen, waren sie nicht fähig.

Zugleich trafen nun von Osten, von den Höhen und Halden herab, jene Bürger ein, die unter Rados Führung den rechten Flügel der Wenden zersprengt hatten. Sie fielen den auf den Wiesen westlich von der Straße noch im Gefecht mit Gerichos Schar ausharrenden Feinden in den Rücken und nun floh alles, was noch fliehen konnte zu Roß und zu Fuß eilfertig flußaufwärts, eifrig verfolgt von den Siegern.

Das sah noch Herr Heinrich, den seine Ritter unter einer alten Eiche, die am Wege stand, gebettet hatten. –

Er sah's mit strahlenden Augen und faltete die Hände um den Kreuzgriff seines blutigen Schwertes: »Herr Gott,« sprach er, »dich loben wir. Sieg! Sankt Burchhards Stadt gerettet! Nun will ich gerne sterben. – Und seht – seht dorthin, meine Freunde! Dort im Osten flammt es lohend auf! Das – das sind die Flammenboten – das sind die Cherubim des Herrn, der zum Gericht herniedersteigt.«

»Nein!« jubelte Fulko laut aus voller Brust, mit erhobenem Schwerte deutend. »Das ist Sonnenaufgang! Mitternacht muß ja längst vorüber sein! Wir dachten nur nicht dran im Drang des Kampfes! Vorüber ist der gefürchtete Tag – und die Welt: – sie steht noch! – Es war ein Wahn! – Herr Gott, wir danken dir aus tiefster Seele! Nein, du wolltest sie nicht vernichten, deine alte, liebe, schöne Welt!« Und er warf sich auf die Kniee und hob dankend, frohlockend, beide Arme gen Himmel.

Da fiel der erste Strahl der Sonne über die Höhen auf sein Antlitz: trillernd stieg aus den Wiesen eine Heidelerche in den noch grauen Himmel. –

Und Hellmuth und Blandinus und alle, die nicht die Wunde hemmte, taten desgleichen, warfen Schwert, Speer und Schild von sich, und aus vielen hundert Kehlen in die dämmernde Morgenfrühe hinauf – deutsch und lateinisch durcheinander – klang der alte Lobgesang:

Gnade, du, nicht in Zeit
Nein, in Unendlichkeit,
Immer erneut:

Herr Gott, wir danken dir,
Herr Gott, dich loben wir
Ewig wie heut!

Nunquam resolvitur,
Nunquam revolvitur
Credens in te:

Gratias agimus,
Gratias canimus
O domine!

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