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Weitere Fabeln

: Weitere Fabeln - Kapitel 79
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titleWeitere Fabeln
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modified20170815
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Warum die Schlangen keine Beine haben und ihre Zunge der Sonne zustrecken

Als Gott die Tiere schuf, da gab er allen Beine. So kam es, daß auch die Schlange Beine hatte. Aber als eines dieser Tiere Böses getan hatte, indem es die ersten Menschen versuchte, wurde der liebe Gott zornig und rief: »Schlange, du sollst nun Staub fressen und immer auf deinem Bauche kriechen!« Bei diesen Worten ließ Gott der Schlange die Beine abfallen. Da rief die Schlange trotzig: »Wie soll ich mich nun vorwärts bewegen?« Gott aber versetzte: »So gut du kannst, auf deinem Bauche! Du sollst kriechen, auf daß du dich schämen müssest!«

Aber die Schlange war ein eitles Tier und kroch nicht gerne auf der Erde hin, wenn es Menschen sehen konnten. Denn wenn sie Menschen in der Nähe weiß, so kriecht sie nicht, sondern stützt sich auf ihren Schwanz und schnellt sich vorwärts. Damit kommt sie sehr rasch weiter und macht die Menschen glauben, daß sie immer noch Füße habe. Die Schlange kann eben ihre Falschheit nicht ablegen und ihre Sucht zu betrügen. Und da die Schlange beim Kriechen die Sonnenstrahlen nicht einfangen kann, so richtet sie sich manchmal auf und versucht es, die Sonne anzulecken mit ihrer langen, schmalen Zunge.

So sucht sie den auf ihr lastenden Fluch zu mildern.

 


 

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